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7fache Bypass OP ! Wie groß ist das Risiko ???

PKeWpper8030x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen !

Mein Partner (56 Jahre, männlich) hatte am vergangenen Sonntag einen Herzinfarkt. Er mußte 2 x reanimiert werden und wir wurden sofort darüber informiert, dass er sich einer Bypass Operation unterziehen müsse. Dies sollte noch in dieser Woche passieren. Gestern wurde er jedoch von der Intensivstation auf die "normale" kardiologische Station verlegt und es hieß, die OP würde bis spätestens 11.12. erfolgen. Ein genauer Termin konnte nicht genannt werden. Wir (der Rest seiner Familie unc ich) hielten dies für ein gutes Zeichen, weil wir dachten, wenn er nicht so schnell operiert wird, war der Infarkt vielleicht trotz der Reanimation nicht ganz soo schwer. Heute früh rief er mich dann mit der Hiobsbotschaft an, dass er 7 ! Bypässe benötigt. Das war für mich ein Schlag. Ich habe das Gefühl neben mir zu stehen. Ich hatte damit gerechnet, dass vielleicht 2 Bypässe im schlimmsten Fall 3 nötig sind. Aber 7 !!!??? ? Davon habe ich auch noch nie gehört. Habe sofort im Internet gegoogelt, konnte aber über einen solchen Eingriff nichts finden. Ich habe nun furchtbare Angst. Wie hoch sind bei so einer schweren OP überhaupt die Überlebenschance ? Mein Partner hat bis zu dem Infarkt stark geraucht. Leidet aber weder an Übergewicht, noch an Diabetes, was ja auch Risikofaktoren sind. Hat irgendjemand Erfahrungen, was eine solche OP anbelangt ? Egal ob als Betroffener oder Beteiligter. Für Informationen jeglicher Art wäre ich dankbar.

Grüße

Pepper0307

Antworten
Pjep#per`0320x7


Korrektur ! Die OP soll bis zum 12.11. erfolgen und NICHT wie fälschlicherweise geschrieben zum 11.12

S?unfl2ower_x73


Auf Deine Frage kann ich Dir leider auch keine konkreten Antworten geben. Sowas sollte man immer die Ärzte fragen (ruhig penetrant sein!), denn die kennen den Patienten sehr genau.

Was mir aber spontan durch den Kopf schoss:

Bei Herzinfarkt und zweimaliger Reanimation ist das Risiko OHNE OP vermutlich noch höher als das Risiko einer noch so komplizierten Bypass-OP. Hab' von 7 Bypässen zwar auch noch nichts gehört; sollte das kein Missverständnis sein, dann sind die Gefäße Deines Partners aber extremst angegriffen.

Sicherlich hat die OP ein Risiko – aber das Risiko ohne OP dürfte deutlich höher sein.

Alles Gute!

C6ha-xTu


Hallo, Pepper,

mag zwar seltsam klingen, aber ob 1 oder 4 oder 7 Bypässe: Der Unterschied ist gar nicht sooo gross. Klar, bei 7 Bypässen braucht der Operateur länger als bei 1 Bypass. Rein zeitlich. Aber ansonsten läuft ziemlich genau das gleiche ab, egal wie viele Bypässe nötig sind.

Allerdings sagen die 7 Bypässe aus, dass sich das Herz Deines Lebensgefährten in einem miserablen Zustand befindet. Hatte er Risikofaktoren? Hochdruck? Übergewicht? Viel Stress? Nikotin? Alkohol? Das alles muss nach der OP auf den Prüfstand. Und eine Reha ist DRINGEND anzuraten.

Mein bester Freund hatte vor ca. 12 Jahren eine 6fach-Bypass-OP. Davon hat er sich sehr gut erholt, dank Reha und anderer Dinge, die sich bei ihm geändert haben (Ernährung, Sport etc.). Nach knapp 1 Jahr Aufbautraining war er in der Lage, die Strecke von seinem Wohnort zu uns (800 km!!!) mit dem Fahrrad (!) zu fahren, er hat dafür 6 Tage gebraucht. Er ist auch wieder voll berufstätig (Schuldirektor) und ist bedeutend fitter als viele andere in seinem Alter (60), die keine OP hinter sich haben.

Und was Sunflower schrieb ist ganz wichtig: OHNE Bypass-Operation sässe Dein Mann auf einer Zeitbombe, die irgendwann mal hochgeht. Sein Infarkt muss sehr schwer gewesen sein, auch wegen der Reanimation. Einen weiteren würde er vielleicht nicht überleben, daher ist die Operation das "kleinere Übel".

Alles Gute Euch allen!

Cha-Tu

PoempperM0307


Hallo Cha-Tu !

Danke für Deine Antwort. Wie schon geschrieben, ist bzw. war er starker Raucher. Kein Übergewicht, kein Zucker, kein Bluthochdruck. Alkohol nur in Maßen. Wenn wir ausgingen, was nicht so oft der Fall war gab es Alkohol oder am Wochenende mal ein Bierchen. Stress ? Oh ja ! Kümmerte sich um seine Mutter (83 Jahre alt). Zudem ist er voll berufstätig und wir arbeiteten (sind beide im gleichen Betrieb beschäftigt) die letzten 3 Monate fast täglich 10 Stunden. Hinzu kam dann noch einige Samstage. Das Herz war wohl eh schon geschädigt, aber Auslöser war sicher die Sorge um seine Mutter. Einen Tag vor seinem Infarkt wurde er angerufen, dass sie gestürzt und im Krankenhaus ist. Er hat sich schwere Vorwürfe gemacht, weil er bei mir war und nicht zu Hause als das passiert ist. Er war kaum von ihr aus dem Krankenhaus zurück, als er über Übelkeit klagte.... Sollte er die OP gut überstehen, wird sich einiges ändern müssen. Das wurde nun auch seiner Familie klar. Es wird nach einer Pflege für seine Mutter gesucht, damit er endlich entlastet wird und sein eigenes Leben führen kann.

C;ha-xTu


Hallo, Pepper,

oh, da muss sich aber einiges ändern... Bei allem Respekt davor, dass man seine alten Eltern pflegt, aber das darf nicht über die eigenen Grenzen gehen. Ich weiss, wovon ich rede. Meine Frau und ich haben meine pflegebedürftige Mutter fast 10 Jahre lang gepflegt, obwohl wir beide voll berufstätig waren. Und der Preis waren zwei schwere Herzinfarkte innerhalb von 5 Monaten, von denen ich den einen nur knapp überlebt habe, und daraus folgend eine Herzinsuffizienz, so dass ich mit damals 44 in Frührente gehen musste. Ich bereue nicht, meine Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt zu haben. Aber ich bereue sehr, dass ich mir (wir uns) damals keine Hilfe geholt haben.

Lieben Gruss und alles Gute für Deinen Mann. Wenn er operiert wird, schreib das doch hier. Man interessiert sich ja doch für die Menschen, die hier ihre Sorgen schreiben.

Cha-Tu

Spunf]lowerx_73


Wünsche Euch auch alles Gute!

Man sollte diese Belastungen nicht unterschätzen – da reicht dann oft leider die gesündeste Lebensweise nicht aus, wenn man so viel Stress und Belastungen hat. Und leider erkennt man oft zu spät, dass man zu sehr die eigenen Grenzen überschreitet.

Dein Mann sollte auch wirklich in die Reha gehen und nicht nach der OP schnell schnell nach Hause.

Schließe mich Cha-Tu an: Melde Dich mal, wie es gelaufen ist!

PEejpper 030x7


Hallo Cha-Tu, Hallo Sunflower_73 !

Vielen Dank für Eure Beiträge. Es ist geschafft ! Am vergangenen Mittwoch wurde er operiert. Leider mußten in der Tat 7 ! Bypässe gelegt werden. Trotzdem hat er es gut überstanden und wurde bereits am gestrigen Freitag auf die "Überwachungsstation" verlegt. Allerdings bekam ich nun von seiner Tochter (gestern konnte ich mal nicht zu ihm) die Info, dass er volle 8 Tage, also bis nächsten Freitag dort bleiben muß. Das scheint mir sehr lange und beunruhigt mich nun auch wieder sehr. Wenn ich die medizinischen Foren durchstöbere und Erfahrungsberichte (auch von Ärzten) lese, wird der Aufenthalt auf der Überwachsungsstation meist nur mit 2-3 Tagen angegeben. Ich mache mir auch Sorgen um seine Psyche. Das erste was er zu mir sagte als ich einen Tag nach der OP bei ihm war, war der Satz "Ich will nicht mehr". Der Arzt hat mir dann in einem Telefonat auch bestätigt, dass er sich sehr hängenläßt und nicht kooperativ ist :-/ Ist es vielleicht möglich, dass man ihn aus diesem Grund solange "unter Bewachung" behalten möchte ? Wäre total dankbar, wenn Ihr Euch wieder bei mir meldet. Habt mir beim ersten Mal sehr geholfen. Hoffe, Ihr lest diesen Beitrag. Natürlich bin ich auch für Antworten von anderen "Usern" dankbar.

Liebe Grüße

Pepper0307

Caha-{Tu


Hallo, Pepper,

erst einmal gut. dass es vorbei ist...

dass er volle 8 Tage, also bis nächsten Freitag dort bleiben muß.

Nun, ich denke, man will kein Risiko eingehen. Aber darüber können wir hier nur mutmassen, am besten fragst Du beim nächsten Besuch den Arzt selbst, das ist immer besser als sich durch Googel etc. verunsichern zu lassen.

Ich mache mir auch Sorgen um seine Psyche. Das erste was er zu mir sagte als ich einen Tag nach der OP bei ihm war, war der Satz "Ich will nicht mehr".

Diesen depressiven Durchhänger haben sehr sehr viele Menschen nach einer grossen Herz-OP. So ähnlich waren auch die ersten Worte meiner Mutter nach ihrer Klappen-OP. Und auch von vielen Bekannten aus den Herzsportgruppen habe ich ähnliches gehört. Das soll man zwar ernst nehmen, aber eben nicht ZU ernst. Grundfalsch wäre es, jetzt einen auf "Alles ist schön und gut und fröhlich". Das kann man in so einer Situation nicht ertragen. Es IST schlimm, wenn man so schwer herzkrank ist. Das sollte man dem Kranken auch nicht auszureden versuchen (was Angehörige gerne tun), sondern ihn in seinem Kummer ernst nehmen. Aber auch eben immer darauf hinweisen, dass das jetzt erst mal ein natürlicher und verständnisvoller Durchhänger ist, dass aber auch wieder andere Zeiten kommen.

Vermutlich wird Deinem Mann auch so langsam klar, in welcher Situation er sich befindet. Dass er vielleicht den Bogen überspannt hat. Das er (zumindest vorläufig) nicht mehr so für seine Mutter sorgen kann, wie er das bisher getan hat. Er wird erst einmal NUR das Negative sehen, was NICHT mehr geht. Und genau dafür ist die Reha wichtig: Ihm zu zeigen, dass es auch noch vieles gibt, was TROTZDEM geht...

Der Arzt hat mir dann in einem Telefonat auch bestätigt, dass er sich sehr hängenläßt und nicht kooperativ ist :-/

Naja, den Ärzten wäre immer am liebsten, die Patienten würden aus der Narkose aufwachen und dabei ein Liedchen pfeifen.

Ist es vielleicht möglich, dass man ihn aus diesem Grund solange "unter Bewachung" behalten möchte ?

Das weiss ich nicht, ich wüsste auch nicht, wieso? Weil er vielleicht die Schläuche rausreissen könnte? Nun, das kann er auch auf der Normalstation noch machen, wenn er das will (aber dann wird sofort Alarm ausgelöst). Ich weiss es nicht, was da los ist, das kann Dir nur der Arzt sagen.

Lieben Gruss und alles Gute. Wäre schön, wenn Du uns hier auf dem Laufenden hieltest.

Cha-Tu

S$unf;lowe`r_x73


Vielleicht geht man wirklich einfach nur auf Nummer Sicher. 7 Bypässe sind halt nicht ohne und eher ungewöhnlich. Am Besten, Du fragst die Ärzte direkt!

Was das Hängenlassen angeht:

Falsch wäre wirklich, nach dem Motto "alles wird gut" das Stimmungstief zu überspielen. Der Betroffene sollte sich ernst genommen fühlen! Was man aber machen kann und sollte: Neben der Anerkennung, dass es ein heftiger Lebenseinschnitt ist, eben auch Stärken etc. betonen und klarmachen, dass derjenige die Fähigkeit hat, die Situation zu bewältigen, aus dem Loch rauszukommen. Das ist wichtig. Aber eben auch das Ernstnehmen des Tiefs statt alles zu überspielen.

Weiterhin alles Gute!

Pgeppe`r030q7


Hallo, Ihr Zwei !

Danke für Euren schnellen Antworten :-) Ich kann teilweise Entwarnung geben. Seine Tochter hat mich offenbar falsch informiert. Ich hatte meinen Beitrag heute kaum gepostet, da klingelte mein Telefon und mein Freund war dran. Er liegt nun auf der Normalstation (Herz-/Thorax Chirurgie). Er war also nur einen Tag intensiv und einen Tag auf der Überwachungsstation. Bedeutet dann wohl, dass die OP wirklich hervorragend gelaufen ist und dass er medizinisch gute Fortschritte macht.Natürlich war ich ihn heute besuchen. Er ist mir völlig anders begegnet als vor 2 Tagen. Sicher ist er immer noch sehr platt und das reden fällt im schwer, aber kein Anflug von Resignation oder gar Depression. Es war ihm auch nicht mehr schlecht und er versicherte mir, keine Schmerzen zu haben. Vor 2 Tagen ging es ihm wohl auch körperlich noch hundeelend. Er hat auch nicht irgendwie versucht, durch gespielte Fröhlichkeit das ganze als nichtig abzutun. Das war für mich sehr positiv, weil er eigentlich der Typ ist, der gerne "ne Maske" aufsetzt. Er hat klar gesagt, dass er froh ist noch am Leben zu sein und dass das ganze schlimm für ihn war. Ja, für mich war das auch sehr schlimm, aber damit habe ich logischweise nicht belastet. Hab ihm halt gesagt, dass das gröbste nun überstanden ist und dass wir die nächsten 7-10 Tage auch noch meistern werden. Er hat mir auch versichert, dass er sich nicht durch seine Ungeduld beherrschen läßt und dadurch eventuell sogar seine Genesung behindert. Ich glaube nicht, dass er mir was vorgemacht hat und darüber bin ich unendlich erleichtert. Über alles andere kann/muß man sich Gedanken machen, wenn er aus der REHA zurück ist und wieder in die "Normalität" zurückkehrt. Das wird auch noch sehr schwierig, wobei ich Euch mit Details verschonen möchte ;-)

Ich danke Euch nochmal und wünsche ein schönes Wochenende :-)

LG

Pepper0307

CnhXa-Txu


Ach, das sind doch gute Nachrichten, Pepper...! Grüsse bitte Deinen Mann...

Auch Dir liebe Grüsse und alles Gute

Cha-Tu

S=unYflowuer_73


Das klingt doch super! Weiterhin alles Gute!

Vermutlich wird es sicherlich noch das eine oder andere Tief geben... Nachdenklichkeit, wie knapp es auch alles war...

Aber auch dafür gibt's in der Reha (meist) gute Unterstützung. Und zu Hause könnt Ihr vielleicht schon mal gucken, ob es Herzsportgruppen etc. gibt, wo man a) was für sich tut und b) aber auch Kontakt zu Leuten mit ähnlicher Vorgeschichte hat.

Und wenn das Tief doch noch kommt: Dann auch nicht zögern, ggf. professionelle Hilfe (Psychotherapie) ergänzend in Anspruch zu nehmen.

Aber erstmal: Schritt für Schritt und sich über jeden Fortschritt freuen!

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