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Alternative zu Amiodaron

Iiorxeth hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

meiner Oma geht es grad sehr schlecht. Eigentlich ist sie für ihr Alter (87) noch sehr fit, fährt Fahrrad und geht viel spazieren. Sie hat aber eine Herzinsuffizienz, ihr Herz wurde einige Male per Elektroschock wieder in Gang gebracht (also in einen vernünftigen Rythmus, weil der Puls plötzlich raste und dann wieder ganz niedrig war), einen Herzschrittmacher hat sie auch.

Eine OP zur Behebung im Januar hatte leider nicht geklappt.

Ihr wurde dann das Medikament Amiodaron verschrieben, was ihrem Herz auch gut geholfen hat. Nach ein paar Monaten wurde aber ihre Lunge immer schlechter, sie bekam kaum Luft. In einer Fachklinik wurde dann festgestellt, dass sie durch das Medikament eine Lungenfibrose entwickelt hatte und deshalb musste sie das Medikament absetzen. Erstmal ging es ihr dann wieder gut (das war im Oktober), aber gestern ging es dann plötzlich wieder los mit dem Herzen (ist ja klar, so ganz ohne Medikamente) und sie ist erstmal ins Krankenhaus gekommen. Dort hat man ihr nochmal (ohne Nachfrage) Amiodaron gespritzt und nachher darf sie wieder nach Hause.

Nächste Woche hat sie einen Termin beim Kardiologen.

Meine Frage ist jetzt:

Gibt es überhaupt eine Alternative zu Amiodaron? Irgendein anderes Medikament?

Ich hab grad wirklich Angst, dass es mit ihr jetzt doch schon zu Ende geht.

Antworten
CFha-xTu


Hallo, Ioreth,

das tut mir sehr leid. Ich vermute, dass mit dem Medikament ein sehr hoher Puls Deiner Oma behandelt werden sollte, oder?

Und welche Operation ging im Januar schief, was sollte da behoben werden? Das verstehe ich noch nicht so ganz...

LG

Cha-Tu

I;oYreth


Ganz genau weiß ich das auch nicht, sie haben auf jeden Fall versucht, eine Ablation zu machen.

Ja, das Medikament hatte sie wg des hohen Pulses... ich bin leider auch nicht komplett informiert

CKhaH-Txu


Ja, ich verstehe jetzt besser. Ich vermute, es war eine Ablation wegen der Tachykardie oder vielleicht sogar wegen eines Vorhofflimmerns. Das ist bei einer Herzinsuffizienz gar nicht so selten.

Nun müsste man natürlich wissen, ob es Vorhofflimmern war oder eine "einfache" Tachykardie. Auch müsste man wissen, wie hoch der Puls bei der Tachykardie war.

Generell aber kann man sagen, dass man bei einer Lungenfibrose Amiodaron NICHT geben sollte, weil das die Situation verschlimmert.

Andererseits aber (und da sage ich Dir ja nichts Neues) ist es schwierig, einen sehr alten Menschen medikamentös noch so optimal einzustellen, dass keine Beschwerden mehr auftreten, und schon gar nicht bei einer Kombination zweier schwerer Erkrankungen. Da muss man schon damit rechnen, dass das alles nicht mehr klappt. Ich weiss, das klingt hart, aber ich denke, medizinische Behandlung darf ja auch nicht zur Vermehrung der Qual des Patienten werden (und eine weitere Verschlimmerung der Fibrose würde früher oder später zur Qual werden).

Alles Gute

Cha-Tu

pMraxEa


Warum eine Ablation?

Du schreibst doch sie hätte einen Herzschrittmacher. Ist dies nur ein reiner Defibrillator?

Gibt es überhaupt eine Alternative zu Amiodaron? Irgendein anderes Medikament?

Wenn es nur um die reine Pulssenkung geht, dann wäre Digitalis (Digoxin oder Digitoxin) eine Alternative und bedingt ein Betablocker.

Was sagen den Ärzte dazu?

I8oretxh


Sie kriegt schon einen Betablocker und soweit ich weiß auch Digitalis.

Ja, sie hatte Vorhofflimmern und der Puls war bei 160.

Also die Ablation nicht geklappt hat, hat man ihr den Herzschrittmacher gesetzt. Ganz genau weiß ich das auch nicht, sie erzählte nur, dass der anspringen würde bzw "schocken" würde, wenn der Puls zu niedrig ist.

Und wir erwarten nicht, dass sie optimal eingestellt wird, aber sie ist hart im Nehmen und kommt mit vielem klar (nur das Ersticken durch die Fibrose war dann natürlich zu viel).

Uns und ihr fällt es grad schwer bzw wir wollen nicht aufgeben, sie ist wirklich ein sehr fitter Mensch, die meisten schätzen sie 10 Jahre jünger. Sie spielt sogar noch Racquetball, sie wirkt eben noch so gar nicht alt und deshalb fällt es ihr schwer, hinzunehmen, wenn sie dann von einem Tag auf den anderen nicht mal mehr aufstehen kann, weil ihr so schwindelig ist (das ist natürlich nur so, wenn ihr Herz wieder schlapp macht... im Sinne von Vorhofflimmer und nem Puls von 160).

Also gibt es keine Medikamente mit ähnlicher Wirkung und anderen Nebenwirkungen?

Ich meine, wir haben uns das schon gedacht, da die in der Lungenklinik bei Absetzen des Medikaments nur meinten "wenn das Herz wieder schlechter arbeitet, haben wir ein Problem".

Zum Kardiologen geht sie zur Besprechung die nächsten Tage, die letzte Untersuchung da war vor 2 Wochen, da war noch alles gut. Obwohl ich auch nicht versteh, dass er nicht mit ihr besprochen hat, was sie machen, wenn es wieder schlechter wird. Das war ja vorraussehbar ohne das Medikament

C0ha-LTu


Ich hoffe, der Kardiologe hat da eine Lösung, oder zumindest etwas, das die Situation bessert.

Natürlich sollte alles getan werden, um ihr zu helfen. Ich hoffe, das ist nicht anders rübergekommen. Was ich meinte, ist, dass es in dem Alter einfach Situationen und Versagen eines Organs auftreten können, die dann nicht mehr (oder nicht mehr sicher) beherrschbar sein. Meine Schwiegermutter ist 91, bis vor einem halben Jahr hätte sie kaum jemand für 80 gehalten, so fit war sie. Und dann ging es seit Juli dieses Jahres Schlag auf Schlag, nun ist sie ein bettlägeriger Pflegefall.

Ich wünsche Euch, dass der Kardiologe eine Idee hat...

Cha-Tu

p9raWxa


Ehrlich gesagt, verstehe ich das alles nicht.

Der Schrittmacher sollte doch eigentlich dafür sorgen, dass das Herz vernünftig arbeitet. Er sollte also einen schnellen/langsamen Puls und andere Rhythmusstörungen korrigieren.

Ihr müsste es mit dem Schrittmacher eigentlich deutlich besser gehen.

Am besten sprichst du mal selber mit dem Kardiologen, damit du mal richtig informiert wirst. Solange man nicht weiß, was genau los ist, macht ein Gespräch hier nicht wirklich Sinn.

Also gibt es keine Medikamente mit ähnlicher Wirkung und anderen Nebenwirkungen?

Es gibt schon noch andere Antiarrhythmika, aber wie gesagt, der Schrittmacher, sollte diese Medikamente überflüssig machen.

C|haf-Tu


Guten Morgen, Praxa.

Kann es nicht sein, dass der HSM von Ioreths Oma keine antitachykarde Funktion hat? Ein solcher HSM würde ja bei Tachykardie und VHF nicht packen.

Aber Du hast schon Recht, ohne wirklich klare Infos kann man hier nur Vermutungen anstellen.

Schönen Gruss!

Cha-Tu

IHorezth


Ja, das hatte ich mir schon gedacht. Trotzdem danke für eure Hilfe.

Vll fällt ja dem Kardiologen noch was ein.

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