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Verdacht auf Prinzmetall-Angina

N$eq


Ich muss euch nochmal was fragen. Und zwar kann angst und grübeln den ganzen Tag bzw mehr mal a Tag die von mir beschriebenen Symptome auslösen? Ich denk mir immer bei angst und Panik ist alles nur für ein paar Minuten dann ist wieder gut. Bei mir ist es ja immer wieder mal länger. Std bis zu nem ganzen tag oder Tagen, dann aber wieder auch mal Tage wo nichts ist oder nur leicht.

Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.

Danke

Neq

G/rauLamSsexl


Du Neq, bekommst Du keinen Freudes- und Verwandtenbesuch im Krankenhaus? Wenn nein, so bestelle Deine Lieben doch her - wenn Du mit Gesunden in die Caffeteria sitzen kannst und etwas trinken und essen, bekommen Deine Gedanken eine andere Richtung. Lass' sie Dir von sich erzählen, was sie so machten, seitdem Du im Krankenhaus bist. Nimm Anteil an dem, was sie Dir erzählen. Ich verspreche Dir: Dir geht es nachher besser. Du liegst im Krankenhausbett und Deine Gedanken kreiseln und vielleicht hast Du ebensolche Mitpatienten - dann steigert Ihr Euch allesamt noch mehr rein.

Ja, Angst und Grübeln können Symptome verstärken - und Zerstreuung und Freude können sie vermindern.

Ich will Dir noch schnell was sagen: ich bin ein lebensbejahender, zumeinst froher und immer zufriedener Mensch... und sehr herzkrank. Letzteres nehme ich gerne in Kauf, wenn ich rings um mich herum sehe, wieviel Schlimmes meine Mitmenschen ertragen müssen. Meine junge Schwieto hat Brustkrebs und schon die x-te Chemo. In der erweiterten Verwandschaft gibt es jemanden, der nach einem zu spät erkannten Hirnschlag im Altersheim leben muss - obwohl keine 60Jahre alt. Meine beste Freundin hat MS im Endstadium.

Gewiss gibt es auch in DEINER Umgebung Menschen, denen es echt schlecht geht - und denen DU vielleicht helfen könntest, wenn Du aus der Angstspirale rausfindest.

Z\a+ppejrlott


Lieber Neq,

bei mir ist es so, dass ich, wenn ich eine Panikattacke merke und starke Angst bekomme, dass Ablenkung das beste Mittel ist. Die Aufmerksamkeit weg von dem lenken, was Angst macht. Das braucht Übung, aber es wird immer etwas besser.

Mit meiner tollen Therapeutin habe ich das schon gut hinbekommen (bin seit etwa 8 Monaten alle zwei Wochen bei ihr).

Die Angst geht nicht weg, aber der Umgang mit ihr hilft, dass sie keine Überhand gewinnt.

Ich war oft beim Arzt, aber beruhigt hat es mich nicht. Mir hilft es, loszulassen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du es auch schaffst. Das Leben ist zu kurz, um sich damit alles zu versauen. Es liegt nicht in unserer Hand und das ist auch gut so irgendwo.

@:)

GLrjauams&el


NEQ

LIES DAS IMMER WIEDER DURCH, WAS ZAPPERLOTT SCHREIBT!

Z1appKerlxott


... danke, Grauamsel. :)_

Ein kleiner Nachtrag noch...

Vllt. denkst du, dass ich leicht reden habe. Ich kann dir nur von dem erzählen, was ich teilweise erlebe. Nachts stundenlang im Bett nur zu dösen, weil jeder kleine Zwicker in der Wade, im Rücken oder Bauch mich total ängstigt, oder tagsüber schlecht für die Uni arbeiten zu können, weil ich Angst habe, durch das Sitzen eine Thrombose zu bekommen. Deswegen wippe ich viel mit den Beinen und bin unruhig.

Wenn ich merke, dass sich was zusammenbraut, ich eine Extrasystole merke und sie mich gruselt und ich unruhig werde, dann stehe ich auf, mache meinen Laptop an und spiele Solitär und versuche langsam und ruhig zu atmen. Tief in den Bauch rein und nicht flach. Dazu muss ich anfangs meine Hand auf meinen Bauch legen, weil ich es ohne Nachfühlen und Nacherleben meiner Atmung nicht schaffe.

Teilweise habe ich stundenlang die Angst im Kopf "was wäre wenn", aber... was wäre denn wenn? Ich erlaube mir, zum Arzt zu gehen, wenn mich meine Anstrengungen nicht beruhigen. Im Grunde weiß ich, dass ich nichts besonderes haben kann, weil ich Joggen kann, Zumba tanzen kann oder zu Fuß keine Probleme habe.

Geh immer von dem aus, was du weißt. Ich heiße Zapperlott, bin Mitte 20 und kann ohne Probleme 5km joggen und mich dabei unterhalten. Die Logik sagt mir, dass mein Herz dann so krank nicht sein kann. Das glaube ich manchmal in meiner Angst nicht, aber mein Verstand sagt mir, dass es so ist, wenn ich es einen Tag vorher noch gemacht habe.

Wenn ich merken würde, dass es trotz aller Anstrengung nicht besser wird mit der Angst, darf ich zum Arzt gehen. Bisher ist meine Ablenkung, Aussitzen, Abwarten-Taktik erfolgreich gewesen. Das erfordert Mut (den ich oft nicht habe, aber dann lenke ich mich ab, bis es einigermaßen geht) und ich bin auch teilweise verzweifelt, weil mich die Angst vor mir selbst und meinem Körper so fürchterlich anstrengt. Aber jedes Mal, was ich aussitze, gibt mir mehr Vertrauen zurück. Es ist vielleicht immer nur eine Prise, aber kleine Erfolge sind wichtig.

Je länger ich nicht zum Arzt gehe deswegen, je länger ich kein EKG / Ultraschall / sonstwas bekomme, desto ruhiger werde ich. Beim Arzt habe ich das Gefühl, krank zu sein. Das macht mir wieder Angst.

Versuch bitte Neq, loszulassen. Ich weiß nicht, ob du gläubig bist. Eine Freundin von mir (sie ist Buddhistin) sagte mal, dass es alles gut so ist, wie es ist. Das klingt so lapidar, aber es stimmt. Im AUGENBLICK ruhen und von Sekunde zu Sekunde denken. Ohne viel "was wäre wenn". Es ist so, wie es ist. Ohne Bewertung.

Sorry für den langen Post, mir war es wichtig, das mal aufzuschreiben.

Gute Nacht an euch da draußen.

Z@ap{per(lott


... noch was (wo ich grad dabei bin).

Die Sicherheit für dich selbst muss aus dir kommen. Sonst kann dir jeder Arzt und jeder kompetente User hier jeden Tag 50x erzählen, dass du nicht krank bist.

Versuch, das Zepter an dich zu nehmen und selbst Herr in dir zu sein. Das kann dir niemand abnehmen. Es ist schwierig und was ich schon geschimpft und geweint und geflucht habe deswegen, weil ich aus mir rausmöchte, weil so vieles an und in mir mich ängstigt.

Aber letztlich gibt es nur den Weg, sich der Angst zu stellen und zu lernen, sie auszuhalten und mit ihr umzugehen oder sich fallen zu lassen, passiv zu sein und von ihr hin und hergeworfen zu werden. Beides ist hart, aber bei erster Option hat man die Fäden in der Hand.

Angst ist immer dann, wenn man im Ungewissen ist und keine Handlungsoptionen sieht. Wenn man die Aktion ergreift, tut man etwas und ist nicht mehr ohnmächtig.

GXrau6amGsexl


@:) Danke auch für das, was Du noch "nachgereicht" hast, all die Détails. Neq sollte sie als "Gebrauchsanweisung" nehmen, die Angst zu bewältigen.

BDromb<eerkü_chlxein


@ Zapperlott

:)^ :)= :)= :)= :)= :)=

ZNappderblotxt


Ich habe hier im Forum von so tollen Menschen, allen voran Cha-Tu und auch im "richtigen" Leben Ermutigung bekommen. Wenn es irgendjemandem auch nur ein bisschen hilft, zu sehen, dass er / sie nicht alleine ist damit, wie er / sie sich fühlt, freut mich das. Zwei Freundinnen von mir waren im "richtigen" Leben so ehrlich und haben mir von sich selbst erzählt. Es tut gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Auch daran merkt man, dass man nichts besonderes ist, was Krankengeschichte und Co. angeht.

Jeder trägt sein Päckchen mit sich rum. Deswegen würde ich persönlich auch mit niemandem mehr tauschen wollen.

So beschissen die Angstsache ist und so blöd ich mir teilweise vorkomme, wenn ich alle paar Wochen meinen Faden hier im Forum hochhole, es hat zumindest das gute, dass ich tolle Menschen kennengelernt habe, manche Menschen völlig neu wieder erkannt habe und gelernt habe und noch lerne, anderen und mir selbst mehr vertrauen zu müssen. Und dass es auch möglich ist. Die letzten drei Tage waren verhältnismäßig gut bei mir, das macht mich dann immer ganz dankbar. Und vllt. ist es in einem Jahr wieder ein bisschen besser. Es ist nur wichtig, irgendwann einen Schritt zu tun. Vielleicht sieht es morgen wieder dumm aus bei mir, aber dann lese ich auch hier und weiß, dass wieder bessere Tage kommen.

Schlaft schön.

G%raZuamsxel


Mir geht es jeden Tag besser und besser und besser...

Das ist der Leitsatz von Coué und wer mehr über ihn erfahren will, kann ihn googlen. (Autosuggestion)

Ist jetzt zwar nicht das Thema vom Faden aber - wie ich finde - passt hierhin.

Schlaft alle auch schön.

JLan7x4


Noch mal kurz mein Senf zu der Frage von neq..

Ich hab gute Phasen (weitgehend angstfrei) und ziemlich doofe (mit häufigen Panikattacken/attäckchen), die sind überwiegend bedingt durch zu viel beruflichen/privaten Stress, und in den doofen Phasen hab ich eigentlich ständig Dauersymptome. Am schlimmsten war mal eine Phase 1999, da hatte ich IMMER das Gefühl, eine Elefantenkuh würde sich mir auf den Brustkorb setzen. Ein erdrückendes und bedrückendes Gefühl. Auch an arbeitsfreien Tagen, eigentlich immer.. also, JA, je nach Intensität der psychisch belastenden Dinge kann man so eine Symptomatik wirklich permanent mit sich rumschleppen.

Noch mal zur Fahrrad-Diagnostik.. wie siehts denn da aus? Bei mir werden dann (10 km radeln in 30 min) sämtliche Symptome deutlich besser und ich habe keinerlei kardiologische Beschwerden (sprich, Luftnot/Schwäche/diese Strecke in der Zeit einfach nicht schaffen). Packst Du das, und wenn ja, wie gehts Dir dabei?

In Bezug auf das was Zapperlott schreibt (auch von mir Respekt/danke/wasauchimmmer dafür).. ich hab auch das Gefühl, Dir gehts umso schlechter, je mehr Du Dich im Dunstkreis von Ärzten und Kliniken aufhältst. Dir würde vermutlich eher ein Bruce-Willis-Armageddon-Mission helfen.. Herr neq, egal wie es Ihnen grad geht, auf Ihr Herz können wir jetzt leider keine Rücksicht mehr nehmen, Sie müssen die Welt retten! Also wenn mal WIRKLICH woanders Not am Mann ist und einfach gar nicht mehr die Möglichkeit besteht, sich ins Krankheitsgegrübel fallen zu lassen.

Nkeq


Ich hab es jetzt den ganzen tag lang versucht mit Ablenkung gut zureden etc. Nix hilft ilich hab so ein Druck auf der brust bis zum Unterkiefer Kinn Bereich der kommt und geht. Luft bekommen ich noch ganz gut aber ich kann mich nicht konzentrieren und sprechen fällt mir auch schwer. Wenn die schmerzen Druck und all das vom Herz kommen würde, müsste Dann nicht auch Schmerz Tabletten helfen? Ich hab ne Schwester gerufen und niemand kam? Dann wären die schmerzen Kurz weg nun sind sie wieder da und gehen. Ich hab mir gestern auch noch ne Schlaf Tablette geben lassen danach war ich ziemlich ruhig und entspannt auch die schmerzen waren weg aber das Gefühl nicht richtig atmen zu können war immer noch da.

Z[appeCrloxtt


Lieber Neq, das dauert länger als einen Tag, bis so etwas fruchtet und auch die eigene Erkenntnis, dass man gesund ist. Ich bin seit gut einem Jahr daran, die Sache mehr oder weniger konstruktiv anzugehen und ich krieg trotzdem (s.o.) manchmal die absolute Krise.

Wenn du organisch gesund wirst, hilft dir kein Körperarzt, sondern nur der Seelenarzt, damit umzugehen. Wenn du entspannt bist und die Schmerzen weg sind, ist das doch super (auch wenn Tabletten auf Dauer keine Lösung sein können, was das angeht, es grüßt die Medikamentensucht...). Vllt. bist du auch total verspannt, dann kann ich auch oft nicht durchatmen und das verstärkt meine Angst.

Wenn du im Krankenhaus bist und dich natürlich dort noch mehr als so schon mit deinem Herzen beschäftigst, ist klar, dass Ablenkung nicht hilft. Ablenkung soll wirklich etwas anderes sein. So wirkt es, als würdest du dir sagen: "Ich darf nicht ans Herz denken, ich darf nicht ans Herz denken..." und vor lauter nicht-dran-denken-wollen denkst du natürlich erst recht dran.

Das ist wie, als sagt jemand: "Denke jetzt NICHT an einen rosa Elefanten." Woran denkt man dann? ;-)

Sprich im Krankenhaus mal an wegen psychologischer Hilfe. Damit wirst du auf Dauer weiterkommen.

Alles Gute für dich.

B,adGxal


Liebe Zapperlott!@:)

Ich finde deine Beiträge klasse!:)* :)* :)= :)=

Du hast es wirklich absolut richtig gemacht & auch wenn du ja immer mal wieder einen kleinen Rückschlag hast, gibst du nicht auf, du bist offen für die Ratschläge anderer, was deutlich zeigt, dass du den ganzen Cardiophobikern hier mehr als nur einen Schritt voraus bist auf dem Weg zur 'Heilung', sofern man von Angst wirklich komplett loskommen kann, stelle mir das ja schon nicht soo leicht vor, darum meinen größten Respekt, dass du schon so weit gekommen bist & auch versuchst, anderen den Mut zu geben..

Ich kann mir vorstellen, dass es hier in diesem Beitrag aber nicht sehr leicht ist, da man sich doch schon leicht vorkommt, als rede man gegen eine Wand.. :-/

Mehr produktiven Input kann ich hier im Moment glaub ich auch gar nicht bringen..

Lg an alle!

Zeappe_rlott


@ BadGal:

Ich war schon immer ein ängstlicher Mensch und es ist auch nicht die erste Angstepisode, die ich durchmache, aber die längste und intensivste. Meine Therapeutin sagt auch, dass sich daran nichts ändern wird im Großen und Ganzen, aber dass der Umgang mit der Angst das Entscheidende ist. Daran kann ich arbeiten, an der Angst selbst nicht. Die ärgert und piesackt und flüstert mir komische Sachen ein. Irgendwann routinisiert sich ein konstruktiver Umgang damit, das merke ich teilweise schon und ich hoffe, dass trotz mancher Einbrüche es sich weiterhin stabilisiert. Die innere Einstellung ist wichtig. Letzte Woche habe ich viel geweint, weil es mir gar nicht gut ging. Aber man hat einfach immer nur die Möglichkeit, zu kämpfen oder nichts zu tun. Beides ist anstrengend. Es bleibt einem eh nichts anderes übrig.

Wenn Neq gemerkt hat, dass mit dem Schlafmittel die Schmerzen gehen, dann wäre es toll, wenn die Logik dahinter (wenn Schlafmittel wirkt, dann kann das Herz nicht krank sein, das interessiert sich nicht so für Schlafmittel) helfen könnte. Deswegen schließe ich mich Jan74 an und rate dir, wenn du das OK bekommst, dass du langsam mit Ausdauersport anfängst. Gerade, wenn ich Angstphasen habe, beruhigt es mich, körperlich an mir zu spüren, dass mein Körper funktioniert.

Ich möchte nicht klugscheißen, aber dir zeigen, Neq, dass du nicht alleine bist und dass mit der richtigen Hilfe von außen alles gut werden kann oder zumindest besser als jetzt. Das wünsche ich jedem von Herzen, weil diese Angst das Schlimmste ist, was man sich vorstellen kann. In sich selbst gefangen zu sein, ohne rauszukommen.

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