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Extrasystolen immer ungefährlich bei gesundem Herzen?

J.an7x4 hat geantwortet


Das kann man gar nicht oft genug betonen (weswegen ich das auch noch hinterherschieb jetzt)!!!!

Diese denke – ich kann zwar eigentlich nicht mehr, aber ich MUSS, aus diesem und jenem Grund – die findet sich so oft, und ist so destruktiv.. und man merkt es oft erst wenns zu spät ist. Und es ist wirklich völliger Unsinn, wenn man sich mal klar macht, was man in Wirklichkeit MUSS. Dieses Festklammern an genau dieser Haltung ist es, die so viele Leute krank und "ausgeburnt" macht (ich hab da auch eigene Erfahrungen, zum Glück nicht ganz so drastisch wie Cha-Tu.. ich bin wohl aufgrund meiner insgesamt sensiblen Konstitution noch auf einem relativ geringen "Beschädigungsgrad" so am Ende gewesen das auch nix mehr ging und ich was ändern musste).

P=unst8eblujme65 hat geantwortet


Liebe TheWawes

Ich kann mich nur Jan und ChaTu anschließen.

Meine eigenen Bedürfnisse blende ich aus so gut es geht da die sowieso nicht erfüllt werden.

Die eigenen Bedürfnisse immer hinten anzustellen, sind die besten Voraussetzungen für Psychische Störungen. Ich vermute, deine Angst wird dich so lange plagen, wie du nicht bereit bist deine Bedürfnisse zu achten.

T"heWa vexs hat geantwortet


Ja, vermutlich ist es im Hintergrund immer noch die Todesangst, die mich quält. Ich hatte das weiter vorne im Thread schon mal beschrieben und von Zeit zu Zeit vermute ich auch, dass sämtliche Ängste die ich im Laufe meines Lebens hatte und habe im Grunde immer nur diese wahnsinnige Angst vor dem Tod als Ursprung haben. Ich hatte diese Angst schon als Kind, konnte nicht an den Tod denken ohne furchtbare Angstzustände. Die Angst vor dem Tod rückte immer nur dann in den Hintergrund wenn ich mich auf andere Ängste fokussierte: als Kind Angst vor Erbrechen, vor Krebs, vorm Verrücktwerden, dann später wieder vor Krebs, vor MS und nun seit Jahren die Extrasystolen. Mit diesen Ängsten einher ging so lange ich denken kann das Vermeiden von Situationen in denen ich allein und ohne Ablenkung bin um nur ja die unangenehmen Gedanken nicht zu haben.. Vielleicht hat das auch dazu beigetragen dass ich so extrem gestresst und zeitlich überlastet bin- ich habe es mir nach und nach so eingerichtet, dass ich quasi immer beschäftigt bin. Entspannen kann ich nämlich im Grunde nur, wenn ich wirklich völlig ausgepowert bin – erst dann kommen auch keine Angstgedanken mehr. Der Sonntag ist für mich immer noch der schlimmste Tag der Woche- trotz Haushalt, Kindern, Büroarbeit er fühlt sich leer an und lässt meiner Angst zuviel Freiraum.

Manchmal frage ich mich, wie es denn wäre, wenn ich weniger arbeiten müsste und mehr Zeit hätte- ich glaube ich würde mich dann leer fühlen und noch viel ängstlicher, vor allem müsste ich mich den grundlegenden Problemen und Ängsten in meinem Leben stellen, die mir aber völlig unlösbar erscheinen (wie eben auch die Angst vor dem Tod)

Die einzige Zeit in meinem Leben in der es mir längere Zeit wirklich richtig gut ging war während des Studiums, weit weg von Heimatstadt, Familie etc. Daran denke ich oft zurück und frage mich, warum ich mein Leben dort irgendwann abgebrochen habe und wieder zurück gezogen bin. Jetzt wohne ich hier seit Jahren "auf'm Dorf" und sehne mich nach einem lebendigen Umfeld und einem Freundeskreis, nach "meinem eigenen" Leben ohne soziale Kontrolle und und und...

Aber ist das der Grund für meine Ängste? Nicht mein eigenes Ding zu machen, engen Kontakt zu haben zu meiner- extrem ängstlichen und neurotischen-Herkunftsfamilie? Oder habe ich einfach einen totalen Knacks, der sich nie mehr beheben lässt weil ja schon von Kindheit an vorhanden?

Und warum diese extreme Todesangst? Schon immer?

Ich komm nicht dahinter- vielleicht habe ich auch schon viel zu viel darüber nachgedacht und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht..

Und zum Thema "müssen": meine private und finanzielle Situation erlauben es mir momentan wie es aussieht tatsächlich nicht für einige Zeit kürzer zu treten: ich bin alleinerziehend, Freiberuflerin und finanziell sieht es seit Jahren extrem knapp aus. Das Geld ist meistens nach dem ersten Drittel des Monats verbraucht, danach muss ich mir Geld leihen, Pfandflaschen wegbringen, auf Rechnung kaufen... Meine Arbeit gefällt mir und füllt mich aus- nur leider kann man im sozialen Bereich eben nicht reich werden. Dazu kommt dann aber eben noch der Alltag mit zwei Kindern im Grundschulalter, der Haushalt, zwei Hunde. Wenn ich im Fernsehen Beiträge zum Thema Stressbewältigung o.ä sehe könnte ich immer explodieren- nie tauchen dort Alleinerziehende mit finanziellen Problemen auf, immer nur Büromenschen denen geraten wird abends ihre Sozialkontakte zu pflegen, sich zum Yogakurs anzumelden und im Urlaub richtig abzuschalten..

Sicherlich könnte und müsste ich aber daran arbeiten, Dinge gelassener zu sehen, mich nicht zusätzlich selbst zu stressen, mich besser zu strukturieren etc. Aber wie ich dann noch meine Bedürfnisse wahrnehmen geschweige denn erfüllen soll – mir ist klar dass das wichtig wäre- ist mir schleierhaft.

Aber vor allem frage ich mich wie ich die Zeit bis zur Psychotherapie überstehen und was ich bis dahin selbst tun kann. Ich bin sozusagen mit meinem Latein am Ende....

Danke für's Lesen,

TheWaves

aQgnes hat geantwortet


Was hat Dich in die "Heimat" zurückgezogen? Es muß doch einen Grund gegeben haben.

Was machst Du freiberuflich?

J5an74 hat geantwortet


Das was Du geschrieben hast hat mich an einen Artikel im Spiegel vor einiger Zeit erinnert.. da stand, so in etwa, die Angst vor dem Tod ist umso grösser, je unerfüllter man sein eigenes Leben findet (ganz simpel "Angst was zu verpassen" eigentlich).

Das passt doch perfekt dazu, dass es Dir während des Studiums, fernab der Familie, mit einem halbwegs ausgefüllten Leben gut ging. Und nun wieder schlecht. Vielleicht liegt da ein Schlüssel zur Lösung. Die Angst vor dem Tod durch ein ausgefülltes Leben (welches Dir WIRLICH gefällt) zu bekämpfen.

Ist ja auch irgendwie furchtbar – wir haben nunmal nur die Lebenszeit, die wir haben, und Du verbringst sie "gegen den Strich gebürstet", stellst Deine eigenen Bedürfnisse hinten.. was bleibt denn dann noch?

C^h~a-xTu hat geantwortet


Hallo, TheWaves,

ich finde, dass Du das alles sehr gut durchschaust, aber nicht so ganz die richtigen Schlüsse ziehst. Beziehungsweise dass es nicht Klick macht.

Da ist zum einen Deine lebenslange Todesangst. Die kann durchaus dadurch entstanden sein, dass Du nach eigenen Aussagen einer extrem ängstlichen Familie entstammst.

Um die Todesangst zu ertragen, projizierst Du Deine Ängste auf körperliche Krankheiten (die zwar ihrerseits auch Angst machen, aber einem dennoch das Gefühl geben, etwas dagegen tun zu können, z.B. von Arzt zu Arzt gehen, Medikamente zu nehmen usw.).

Hinzu kommt, dass Du das Gefühl hast, ein falsches Leben zu führen, am falschen Ort, fern von dem Ort, an dem Du sein möchtest.

Und aus diesem Konglomerat aus Angst, Angstverdrängung, Verantwortung (für die Kinder z.B.) und Nicht-richtigem Leben kommst Du nur heraus, indem Du viel arbeitest. Arbeit lässt persönliches Leid manchmal vergessen, aber genau dann wird Arbeit gefährlich.

Schönen Gruss

Cha-Tu

TKheoW(avxes hat geantwortet


Tja, was hat mich zurückgezogen in die Heimat? Da muss ich etwas weiter ausholen.. Ich hatte zu Beginn meines Studiums -nach einem psychischen Zusammenbruch mit anschließender Psychotherapie- mein Coming Out, habe mich von meinem damaligen Freund getrennt, bin in eine WG gezogen, war längere Zeit glücklich. Mit dem Thema Coming Out kam ich jedoch nach halber Strecke nicht mehr weiter, d.h. ich traute mich nicht, es Familie und alten Freunden zu gestehen, machte bei vielen Leuten nur Andeutungen die nicht verstanden wurden. Ich hatte Angst vor Ablehnung, Unverständnis etc. Dies ging längere Zeit so und ich fand keinen Ausweg, fühlte mich einsam, sehnte mich nach einer Beziehung, hoffte immer, dass sich schon alles irgendwie fügen würde..

Dann lernte ich einen Mann kennen, alles ging total einfach, ich musste mir keine "wie sag ich's"-Gedanken machen, war nicht mehr allein...Nach mehreren Jahren Beziehung und mit mittlerweile zwei Söhnen zogen wir dann schließlich zurück in meinen Heimatort. Die Entscheidung hatte ich getroffen-rückblickend glaube ich dass der Grund dafür war, dass mir klar war, dass ich eigentlich nicht so leben wollte aber ich auch keine Lösung fand, heil wieder aus dieser Beziehung herauszukommen ohne Verletzungen, Zerstörung unserer Familie etc. Ich bin quasi "sicherheitshalber" in die Kleinstadt gezogen. Nach kurzer Zeit haben wir geheiratet und danach folgte ein psychischer Totalzusammenbruch mit längerem Klinikaufenthalt. Danach sozusagen alles wieder von vorne- Trennung, Outing ( diesmal auch bei Freunden und Familie)...

Tja, und das war's. Ich bin immer noch in der Kleinstadt. Ich bin immer noch allein. Ich habe den Absprung immer und immer wieder verpasst. Und ich traue mich auch nicht. Meine Ängste haben mein Selbstvertrauen und das Vertrauen in meinen Körper kaputt gemacht, nie würde ich mich trauen, allein mit meinen Kindern in eine andere Stadt zu ziehen. Ich habe Angst vor falschen Entscheidungen und davor, meinen Kindern den Wechsel zuzumuten. Ich zweifele an mir, an meiner Wahrnehmung, an meinem Selbstverständnis. Meine Arbeit ist das wichtigste Standbein meiner Existenz, meines Selbstbildes, alles andere ist sehr wackelig..

Cha-Tu, Du hast recht: ich lebe das falsche Leben, am falschen Ort. Wenn ich jemanden beschreiben müsste, wer und wie ich bin, würde ich von meiner Arbeit erzählen und von meinen Kindern. Alles andere kann ich nicht wahrnehmen, dass tut zu weh, zu viele verpasste Gelegenheiten, Versteckspiele, Lügen und unerfüllte Bedürfnisse.

Und Jan74, mit Sicherheit ist in meinem Fall die Angst vor dem Tod auch ganz viel Angst vor unerfülltem Leben. Das einzige rundum Erfüllte in meinem Leben sind meine Kinder und mein Beruf- das ist viel, aber eben längst nicht alles..

Ich schreibe das hier alles auf und es erscheint alles so klar und auf der Hand zu liegen. Trotzdem weiß ich nicht, wie ich meine Situation jemals ändern kann.

Cha-Tu, welche richtigen Schlüsse ziehe ich denn nicht?

Viele Grüße,

TheWaves

aLgnexs hat geantwortet


Was würdest Du riskieren, wenn Du an Deinem Leben etwas ändern würdest? Was ist das schlimmste, was passieren kann?

T@heWXa^ves hat geantwortet


Dass ich scheitere. Dass sich herausstellt dass ich meine Kraft zur Veränderung überschätzt habe. Dass ich meine Kinder unglücklich mache. Dass es mir psychisch so schlecht geht dass ich meine Kinder verliere. Dass ich die Veränderungen bereue weil das Gegenteil von schlecht nicht immer gut sein muss sondern auch noch schlechter sein kann. Dass man mich als verantworungslos bezeichnet.

Dass ich es nicht schaffe.

:|N

aSgnxes hat geantwortet


WAs ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn Du so weiter machst?

aBgJnexs hat geantwortet


Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

Albert Einstein

T hecWavexs hat geantwortet


Dass es mir nie wieder gut geht. Dass meine Ängste immer bleiben und schlimmer werden. Dass ich meine Kinder unglücklich mache. Dass ich meine Kinder verliere weil ich nichts mehr auf die Reihe kriege. Dass ich verbittere. Dass ich irgendwann sterbe und nicht gelebt habe.

Tzh.eWavxes hat geantwortet


Agnes,danke für Deine Fragen. Sie bringen es auf den Punkt und auch Einstein hat Recht ..

Aber was soll ich wie ändern? Ich stecke fest und habe das Gefühl ich habe keinen Bewegungsspielraum.

Ich kann ja schlecht hier alle Zelte abbrechen und zurück in die Großstadt ziehen..

???

aZg]nexs hat geantwortet


Was hälst Du von Herrn Einstein?

Verstandesmäßig weißt Du die Antwort auf die Frage, womit Du die bessere Chance auf ein erfülltes Leben hast, oder? Nicht gleich und nicht Hürden, aber...

Zu verbittern ist ganz schlimm. Es isoliert, u.U. auch von den eigenen Kindern.

a7gnexs hat geantwortet


Ich kenne Deine konkreten Umstände nicht. Warum kannst Du nicht in die Großstadt ziehen?

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