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Herzrhythmusstörung gefährlich?

EFmaxx


Hallo PPk90,

ich sehe deine Problematik genau so wie Jan74. Wenn es die gelingen würde, 15 bis 20 kg abzunehmen und du danach regelmäßig (3 mal pro Woche) Ausdauersport treiben würdest, dann brauchst du wahrscheinlich keine Blutdruck senkenden Medikamente mehr.

Ich war vor Jahrzehnten in einer ähnlichen Situation (Übergewicht, Bluthochdruck, Herzprobleme). Mein Internist sagte mir damals, ich sei aufgrund meines Übergewichtes ein angehender Diabetiker. Ich solle 10 kg abnehmen und danach regelmäßig Sport treiben. Ansonsten müsste ich alsbald jeden Tag Insulin spritzen. Ich habe dann in 3 Monaten die 10 kg "abgehungert" und danach widerwillig mit Waldlauf angefangen. Zum Glück fand ich am Laufsport Freude und wurde so vom übergewichtigen genießenden Esser und Trinker zum Langstreckenläufer. 1 Jahr nach Laufbeginn schaffte ich die 10 km am Stück. 9 Jahre später machte ich meinen ersten Marathon. Der Übergang vom Normalgewicht zum Idealgewicht vollzog sich in dieser Phase von selbst.

Ich hatte Glück, an einen vernünftigen Internisten geraten zu sein, der mich nicht einfach mit Medikanten vollstopfte sondern mir den gesunden Ausweg aufzeigte.

Ich wünsche dir echte Gesundung.

E\txti


@ mnef:

also das Thema BMI ist immer relativ und auch sehr umstritten!

Was wirklich aussagekräftig ist, ist der körperfettanteil!

Ich schrieb ja das ich immer noch einen recht hohen Muskel Anteil habe durch meinen jahrelangen Semi Professionellen Sport , wenn ich nur nach Körpergröße und gewichtsverhältnis gehen würde wäre ich höchst adipös !

Und das sagt dir ein Arzt dann schon langsam mal;)

NlI6B BGähxr


Hallo

Ich bin 53 Jahre alt und Biofeedbacktherapeut. Ich hatte jahrelang mit Herzrythmusstörungen zu tun, Extrasystolen, Tachykardien und Vorhofflimmern. Alle ärztlichen Abkärungen blieben ohne Befund. Ich habe nun in einigen Diskussionen von anderen ähnliches gehört. Es stimmt, dass Übergewicht die Neigung zu den Rhythmusstörungen begünstigt. Ich habe nun einiges im Selbstversuch unternommen, um die Ursache aus der Sicht des Biofeedbacktherapeuten einzugrenzen. Beim Herz Raten Variabilitätstraining benutzen wir eine ein Kanal EKG Ableitung und einen Atemsensor. Beim Einatmen kommt es bei allen Menschen zu einer Sympathikusaktivierung, das bedeutet, der Puls beschleunigt sich, beim Ausatmen wird der Parasympathikus aktviert, es kommt zu einer Herzschlagverlangsamung. Je größer die Spanne Herzfrequenz Einatmen/Ausatmen ist, desto flexibler reagiert das sympathische Nervensystem auf Außenreize und desto gesünder ist der Mensch. Bei Stress flacht die RSA, die respriatorische Sinus Arrythmie, also diese gesunde Variabilität des Herzschlages ab und wird geringer. Man kann die Herz Raten Variabilität trainieren und erreicht damit eine deutliche Minderung der Herzsensationen.

Beim HRV Training wird auch die Frequenz des Arbeitsbereiches des Herzes gemessen. Ein Wert um die 0,1 Hz zeigt eine gute variable vegetative Situation. Schneller Frequenzen weisen auf parasymphatischen Einfluss, langsamere auf symphatischen Einfluss. Während der Phasen mit Extrasystolen beobachte ich nun einen deutlichen Überschuss an parasymphatischer Aktivität, was eigentlich überraschen könnte. Nun gibt es aber die Polyvagaltheorie von Steven Porges. Demnach ist der Vagus so etwas wie der Regulator der emotionalen Wachheit, die bei Säugetieren notwendig ist, um sozialen Kontakt zu ermöglichen. Beim Reptil hat der Vagus dagegen die Funktion, Herzschlag und Atmung bis zum Totstellreflex abzudimmen. Der Vagus besteht aus einem nicht myelinisierten und einem myeliniserten Teil, wobei der erstere dem Reptilienanteil, also dem genetisch älteren Teil entspricht. Die Funktion dieses Vagusteils ist der Schutz durch Totstellen, also Abschalten. Beim Säugetier führt das aber zum Tod. Deshalb entwickelte die Evolution den myelinisierten Vagus, der flexibel Aktivierung durch den Symphatikus reguliert. Je besser diese Vagusbremse funktioniert, desto flexibler reagiert das Individuum, desto besser verarbeitet es also auch Stress. Nun ist es so, dass frühkindliche Traumata, die auch in Verlassenheitssituationen auftreten, die Myeliniserung verhindern. Der traumatisierte Mensch bleibt demnach immer stressanfälliger. Vermutlich ist das Herzstolpern eine Folge einer Schutzreaktion in beängstigenden Momenten, bei der der ältere Vagusanteil eingeschaltet wird, der den Totstellreflex, also eine Bradycardie auslösen soll. Das Herzstolpern zeigt sich im EKG eben durch hohe parasymphatische Aktivität. Um der Gefahr des für Säugetiere tödlichen Herunterfahrens durch den Totstellreflex zu entgehen, gibt es im Nervensystem sofort eine symphatische Antwort, der Körper wehrt sich gegen das Stoppsignal, aus diesem Antagonismus entsteht das Aussetzen, Beschleunigen und Hochfahren des Herzschlags, bis zum Vorhofflimmern, deshalb auch die Unruhe. Der Vagus enerviert nicht nur das Herz, auch das Gesicht, den Bauch etc. Die vielen, beschriebenen Unruhezustände scheinen damit zusamnenzuhängen. Ein Training der Herzfrequenz mittels HRV Training wirkt bei mir sofort, mit der Abhnahme der schnelle Frequenzen stoppt die Unruhe und das Stolpern lässt nach. Die herzeigene Steuerung wird von dem vegetativen Desaster nicht betroffen, deshalb sind die Extrasystolen etc beim Herzgesunden eher nicht lebensbedrohlich. Man kann die HRV Trainieren z.B mit dem Stresspiloten, einem Biofeedbacksystem, das der Mind Shop vertreibt. Besser ist es, einen Biofeedbacktherapeuten aufzusuchen, der einem beibringt, wie man das Ganze zu interpretieren hat und wie ein Training am besten funktioniert.

Wenn also der Kardiologe nichts findet, die Herzsensationen aber bleiben, ist es sicher hilfreich, den Zusammenhang zu erkennen. (Gibt es eine als bedrohlich empfundene Situation, die einen Fluchtreflex auslösen könnte, dem man aber nicht nachgibt. Gibt es frühkindliche Erfahrungen, die zu Traumata führten, wobei auch Depressionen der Mutter etc, in Betracht kommen, da die nonverbale Kommunkation eine Rolle gespielt haben könnte. Im Anfall könnte man auch versuchen, ein gut gesprochenes Hörspiel zu hören oder Kinderlieder zu singen. Das System reagiert auf Mimik, über den Gesichtsnerv, der vom Vagus enerviert wird, aber auch auf Stimmen. Es gibt starke Verbindungen zwischen der rechten Gehirnhälfte, die für emotionale Steuerung zuständig ist und der Herzfunktion. Das alles sollte man wissen.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.

E#txti


Hui, das ist aber sehr stark auf alternativmedizin basierend , ich denke das man solche Herz Geschichten nicht pauschalisieren kann!

Fakt ist, ist das Herz organisch gesund , sollte jeder seine eigene Ursache suchen, und diese kann in so vielen Dingen stecken.

Aber ich bleibe dabei, Ausdauersport hilft dabei sehr gut!

m}nxef


also das Thema BMI ist immer relativ und auch sehr umstritten!

Ja natürlich ist der nur ein Anhaltspunkt. Aber auch ohne die BMI Nennung ist so ein Gewicht zu hoch.

Was wirklich aussagekräftig ist, ist der körperfettanteil!

Ich hab ja auch extra gesagt "Wenn es nicht gerade durchtrainierte Muskel-Kilos sind". Wenn der TE aufgrund seines harten Trainings so viel wiegen würde, hätte er das glaub ich dazugesagt ;-)

Und das sagt dir ein Arzt dann schon langsam mal;)

Ja wie gesagt, war bei mir nie der Fall.

mynexf


Fakt ist, ist das Herz organisch gesund , sollte jeder seine eigene Ursache suchen, und diese kann in so vielen Dingen stecken.

"Nur" weil das Herz organisch gesund ist heißt es nicht, dass es das ohne etwas Sorgfalt im Umgang mit dem eigenen Körper auch bleibt und es heißt auch nicht, dass es unter der Last nicht irgendwie leidet, auch wenn es damit noch klarkommt.

Ich frage mich gerade echt, wieso du so vehement die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Herzbeschwerden abstreitest.

PFPxK90


@ NIB Bähr

Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag, echt interessant, wie meine Emotionen auf mein Herz zugreifen können.

Die einzigen "Rhythmusstörungen", die bei mir im Ekg diagnostiziert wurden, war gottseidank die RSA, welche bei mir aber sehr ausgeprägt vorhanden ist. Wenn ich tief ein- und ausatme schwankt die HF von 35-40 auf 70 Schläge, heißt das für mich jetzt, dass sich mein Herz gut anpassen kann bzw gut in Schuss ist? (Wär das schön :-D )

E"tti


@mnef:Ja natürlich ist der nur ein Anhaltspunkt. Aber auch ohne die BMI Nennung ist so ein Gewicht zu hoch.

Das das Gewicht kein Ideal ist das ist hier schon allen klar, bei mir sind es schließlich bei 1,83 / 110kg , solltest du mich sehen würdest du nie Glauben das es 110 kg sind, soviel zur Verteilung .

Das es weniger sein könnte ist mir natürlich auch klar , aber da ist man mit Sport , wenn man ihn regelmäßig betreibt , auf einem guten weg.

Beim letzten belastungs EKG schaffte ich immerhin noch 300 Watt ;-)

Da sagte der Arzt das er sowas in seiner Praxis noch nie hatte und man würde schon merken das ich mal Leistungssport gemacht hatte .

m6nexf


Och man.. Ich weiß doch. Wie es aussieht ist mir persönlich auch absolut schnuppe! Dem Körper ist es aber wurscht, ob sich die Leute denken "Hui, der/die ist aber dick!" oder "Oh, soviel kg, das hätte ich ja nie gedacht!".

P%PK950


Melde mich nochmal zu später Stunde mit einer Frage ;-D

Und zwar habe ich die letzten paar Tage Abends immer 2 mal hintereinander gemessen, da ich mir nicht sicher war, ob der gemessene Wert wirklich stimmt. Heute 23 Uhr zb. messe ich einen BD von 130/70/61 , und im nächsten Moment liegt er bei 130/89/54, und gestern Abend bekam ich ca. die gleichen Werte rein. Ist das normal, dass der Bd so stark schwankt? Das beunruhigt mich etwas...

JWanx74


Hast Du ein Handgelenk- oder ein Oberarmmessgerät? Wenns eins fürs Handgelenk ist.. also die Dinger taugen wohl generell nicht viel, da hat sowas nix zu sagen.

J)aMn74


Ähm.. und Puls 54? Das kontrollier lieber noch mal manuell nach. Ist doch bissi wenig..

P6P8K9x0


Ich habe ein Oberarmmessgerät.

Gerade nochmal am anderen Arm gemessen 127/76/59, selber nachgezählt, Puls liegt bei 60 Schlägen. Also für mich sind das schon enorme Schwankungen, ich hoffe das liegt am neuen BB. Hab auch iwie das Gefühl, dass ich manchmal meinen Puls garnicht ertasten kann, dann steh ich kurz auf, dann gehts wieder...auch etwas creepy das ganze

JsanD7x4


Tja.. also entweder Mess-Ungenauigkeiten, oder es schwankt wirklich so.. aber besonders bedrohlich lesen sich die Werte alle nicht. Puls nicht ertasten können geht auch vielen Leuten so.

PNPK9W0


Es wundert mich nur ein bisschen, da ich seit Jahren nicht mehr so niedrige Werte bekommen hab, ein guter diastolischer BD liegt bei mir normalerweise so um die 85-90 ;-D , da schau ich dann schon immer etwas verdutzt auf das Messgerät wenn da auf einmal 70 steht hehe. Vielen Dank für die schnelle Antwort, jetzt kann ich mich ein bisschen beruhigter in die Horizontale begeben zzz

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