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Kann man sicher sein, dass Ves harmlos sind?

Z`iPmtYkeks hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich bin 33 jahre und habe eine Frage bezüglich der Harmlosigkeit ventrikulärer Extrasystolen. Ich spüre seit mehreren Monaten mehrmals täglich Herzstolpern, manchmal nur 1-2 mal, manchmal bis zu 30 mal. Da mich dies nun doch beunruhigte, hatte ich (nachdem mich mein Hausarzt überwiesen hatte) nun einen Termin beim Kardiologen, welcher erstmal ein LZ- EKG veranlasste. Nach meiner Beschreibung meinte er (vor dem LZ- EKG), dass er von einer harmlosen Extrasystolie ausgeht, wahrscheinlich der Vorhöfe, am ehesten ausgelöst durch meiner Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto) bzw. evt. eine zu hohe Substituation der SD- Medikamente.

Nun war es am Tag des LZ- EKGs so, dass ich nur 1-3 Extrasystolen wahrgeneommen habe, es war also ein "guter" bzw. harmloser Tag. Inzwischen habe ich den Befund bekommen und wenn ich es richtig einschätze, hatte ich in den 22 Std. auch verhältnismäßig wenige ES, allerdings vorwiegend VES.

Hier der Befund:

durchgehender Sinusrhythmus, Min. HF 56/min, max HF 156/min, 5 SVES, 17 VES, 1 Couplet.Keine Pausen, keine Bradykardien, keine prognostisch relevanten ventrikulären Arrhytmien.

Unauffälliges Langzeit- EKG mit lediglich einzelnen SVES und VES ohne Nachweis relevanter Rhythmusstörungen, kein Nachweis eine brady/tachykarden Rhythmusstörung.

Das hört sich ja eigentlich gut an.

Etwas unsicher fühle mich aber deshalb, weil ich nun eben so oft gelesen hab, dass VES kritischer zu betrachten sind als SVES (zumal der Kradiologe im Vorfeld ja auch annahm, dass ich eher häufige SVES hätte).

Ist die Anzahl meiner VES, inkl. Couplet, zu vernachlässigen?

Und können VES genauso wie SVES durch Stress, Schlafmangel, Schilddrüsenstörungen etc. ausgelöst werden?

Wären sie auch noch harmlos, wenn sie zB. 100 mal aufgetreten wären (ich denke an anderen Tagen habe ich deutlich mehr VES!)?

Kann der Arzt, wenn er das EKG vor sich hat, wirklich erkennen, ob diese VES harmlos sind?

ich wende mich an das Forum, weil ich erst im Mai einen weiteren Termin dort habe (ERgometrie und Echo- allerdings nur zu meiner Beruhigung).

Mir ist bewusst, dass hier sicher viele herzkranke Menschen sind, die sich vielleicht über eine solche Frage nach unauffälligem LZ- EKG aufregen... ich möchte niemandem zu nahe treten und es ist mir auch bewusst, dass es mir wohl ziemlich gut geht. Trotzdem würde es mich sehr freuen/ beruhigen, wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnten.

Herzlichen Dank und viele Grüße

Zimtkeks

Antworten
ROiekex05 hat geantwortet


Kann deine Beunruhigung nur zu gut verstehen. So ging es mir anfangs auch. Ist natürlich unangenehm wenn man soviele VES hat. Da ich nun seit vielen Jahren sowohl mit VES (mein Rekord waren 380 und lt. Kardiologe sind bis 600 noch in der Norn) als auch SVES etc. lebe, möchte ich dir sagen, vertrau deinem Arzt/den Ärzten. Mach dich nicht verrückt mit goggeln etc., außer Unruhe bringt das nichts. Da wird dir einer schreiben, alles okay – so wie ich, und ein anderer wird dir raten das noch einmal ganz kritisch zu hinterfragen und schwupps, schon bist du wieder unsicher.

Stress, Schlafmangel und SD sind bekannte Auslöser dieser Störungen.

Ich bekomme auch gerne VES bei Wirbelblockaden im Bereich der BWS, wenn ich Magenprobs habe und anstrengende Arbeiten mit dem Oberkörper mache. Wenn man das weiß, ist es auch weniger beängstigend.

Also, bleib ruhig, lass' noch ein Herzecho durchführen und wenn das alles okay ist, dann glaub das auch!!! ;-)

LG

Cxha-xTu hat geantwortet


Etwas unsicher fühle mich aber deshalb, weil ich nun eben so oft gelesen hab, dass VES kritischer zu betrachten sind als SVES

Nein, das ist so nicht richtig. Diese Aussage gilt NUR für Menschen, die bereits herzkrank sind, z.B. eine KHK haben, oder eine HME oder sonst irgendeine Herzkrankheit. Wenn das Herz gesund ist, ist es ihm egal, ob es SVES, SVES-Runs, VES, etc. sind. Und es ist dann auch ega ob es 17, 170 oder 1700 sind.

Kann der Arzt, wenn er das EKG vor sich hat, wirklich erkennen, ob diese VES harmlos sind?

Ja, natürlich.

Gruss

ZEimZtQkekxs hat geantwortet


Vielen Dank erstmal für eure beruhigenden Antworten!

@ Rieke:

das mit den anstrengenden Arbeiten mit dem Oberkörper und Wirbelblockaden im BWS- Bereich finde ich interessant. Würde auf mich momentan auch zutreffen, da ich meinen 1jährigen Sohn viel herumtrage und sehr verspannt bin. Schlafmangel hab ich auch...

Mit dem googeln hast du natürlich recht. Und meinem Arzt möchte ich schon vetrauen, er schien mir auch vertrauenswürdig- hat mich ernstgenommen, aber wirkte sehr ruhig, klar und erfahren.

@ Cha- Tu:

okay, das war mir in der Deutlichkeit nicht klar, dass VES, ob komplex oder nicht, ob häufig oder nicht, nur bei einer bestehenden herzerkrankung bedeutsam sind.

Kann man durch ein Echo eine Herzerkrankung schon sicher ausschließen?

Mein Echo ist ja erst im Mai. Denkt ihr, das reicht aus? (Hatte eigentlich schon für März nen Termin, den ich aber nicht wahrnehmen kann und der nächste freie Termin war dann leider erst wieder im Mai)

s"tZeak8x6 hat geantwortet


Ich muss nun auch noch meinen Senf dazu geben :D

Zimtkeks, ich kenne die Probleme, die du hast auch bestens! Mir ging es genau so und ich bin zu 4 Ärtzen gewesen und 2x in der Notaufnahme... Alles nur aus Angst!

Man muss wirklich erst lernen mit seinen Extrasystolen umzugehen, ich arbeite seit über 2 Jahren daran. Mittlerweile kann ich mit Ihnen gut umgehen. Sie sind einfach nur noch lästig! Und ich hab noch nicht mal viele! Einfach nicht drüber nachdenken wenn eine Extrasystole gewesen ist. Um so mehr man sich nen Kopf drum macht um so schlimmer macht einen die Angst das doch was ist ("der Arzt hat bestimmt was übersehen" ja, mit diesem Satz bin ich monatelang jeden morgen aufgestanden.) zu schaffen.

Wenn das gecheckt wurde und alles i.O ist, dann ist es auch so. Jeder noch so kleine Assistensarzt kann zwischen harmlosen und gefährlichen Extrasystolen unterscheiden, weil die die ganze sache mit EKG auswerten schon sehr früh im Studium haben. Da ist das für einen erfahrenden Kardiologen ein Klacks!

C*h,a-Tu hat geantwortet


Kann man durch ein Echo eine Herzerkrankung schon sicher ausschließen?

Mit einem Ultraschall kann man vor allem Klappenfehler ausschliessen. Mit den EKGs kann man Rhythmusstörungen und Koronare Herzkrankheit ausschliessen (wobei sich das LZ-EKG eher für rhythmische Störungen, das Belastungs-EKG mehr für KHK eignet). Aber ich sehe bei Dir keinen Hinweis auf irgendeinen Verdacht einer Herzkrankheit. Deine sehr wenigen Extrasystolen sind absolut vernachlässigenswert. Es gibt herzgesunde Menschen mit mehreren tausend, ja zehntausend Extrasystolen am Tag. Das ist psychisch natürlich sehr belastend, aber kardiologisch keine grosse Sache, jedenfalls dann, wenn der Arzt das EKG gesehen hat.

Gruss

GculdeAnbexrg hat geantwortet


Aus dem Ekg lässt sich die Ursache der Extrasystolen leider nicht erkennen. Nach einer Herzmuskelenntzündungg habe ich ausschließlich Sves behalten. Auch diese hat man weder am Blutbild noch im Ekg gesehen.

JHan7x4 hat geantwortet


Aus dem Ekg lässt sich die Ursache der Extrasystolen leider nicht erkennen

Soweit ich weiss lässt die sich eh nicht erkennen, weil einfach ungeklärt? Sofern keine explizite Krankeit vorliegt.

Abgesehen von der Hohlvenenkompressionstheorie hier.

GBul:d7en|bxerg hat geantwortet


@ jan74....richtig,

man kann nur Vermutungen anstellen, wenn im Herz MRT jedoch Narben zu sehen sind dann dürfte das die Ursache sein. Auch wenn nichts zu sehen ist, so ist ist es nicht ausgeschlossen dass es Mikroverletzungen am Herzen gibt die auch Es verursachen können.

CMhat-Txu hat geantwortet


Verletzungen am Herzen als Ursache für ES sind so extrem selten, dass man sie vernachlässigen kann. ES haben 90% aller Menschen, die meisten spüren sie nicht, und 90% der Menschen haben sicherlich keine Verletzungen am Herzen.

Gruss

J<aGn74 hat geantwortet


Meinst Du nicht dass es sogar 100% sind (die sagen wir mal mind. 1 ES pro Woche haben)?

Hab mich die Tage nochmal mit den physiologischen Grundlagen beschäftigt; was die eigentliche Frage in diesem Faden angeht, hilft vielleicht, wenn man sich klar macht, das aufgrund bestimmter chemischer/biologischer Mechanismen eine ES gar nicht gefährlich sein KANN. Das einzige was passiert ist dass das Herz halt stolpert, mehr aber auch nicht. Es geht nicht in Kammerflimmern über, niemals, wenn keine krankhafte Schädigung vorliegt. Selbst wenns noch so arg stolpert.

C+ha -Tu hat geantwortet


Exakt so ist es, Jan. Aber ich spreche da lieber von 90-95%, denn sonst kommt garantiert jemand hier zu Wort, der einen Fall kennt, wo eine Extrasystolie dann DOCH gefährlich wurde, und bevor ich mich da auf Streit einlasse, gehe ich immer von 90-95% aus.

Gruss

G<uld;e-nJberg hat geantwortet


Also ich hatte vorher keine ES, das weiß ich da ich die letzten Jahre hin und wieder mal ein Lz EKG hatte..und ES hat nicht jeder, hatte auch diesbezügllich eine DIskussion mit dem Kardiologen, er meinte bei ihm in der Praxis werden etwa bei 70-80% der LZ EKG's ES gesehen. ES können in Vohofflimmern übergehen, was gar nicht so selten vorkommt, ist aber nicht lebensbedrohlich, von daher sind ES an sich harmlos, aber nach einer Herzmuskelentzündung z.B. ein Indikator dass da was nicht stimmt...Verletzungen am Herzen entstehen z.B. durch eine Biopsie...und zu Kammerfflimmern kann es auch am gesunden Herzen kommen, das Leben ist halt voller Risiken, deswegen besser sich nicht so viele Gedanken machen.

C|h a-Txu hat geantwortet


ES können in Vohofflimmern übergehen, was gar nicht so selten vorkommt,

Nenne mir bitte die wissenschaftliche Quelle, die das behauptet. VHF ist immer chaotisch, es flimmert meistens ohne jeden erkennbaren Rhythmus, der Puls schleudert sich zwischen 80 und 180 hin und her (sonst hiesse es nicht "flimmern") und ES sind meist in einem Sinusrhythmus. ES sind fast nie gefährlich, und dort, wo sie gefährlich wurden, lag eine Herzkrankheit vor, meist eine KHK, seltenst eine andere Rhythmusstörung.

Mag sein, dass Dein Kardiologe das so gesagt hat (ich hätte dann aber kein Vertrauen mehr zu so einem Arzt...), aber damit steht er gegen die wissenschaftliche Kardiologie. So wie blaue Augen keinen grauen Star machen, so machen ES keine Herzkrankheit.

Gruss

G/uldenbxerg hat geantwortet


Also ich denke ich habe das mal bei Wikipedia nachgelesen, inwieweit das eine wissenschatliche Quelle ist sei mal dahingestellt. Es hieß wenn eine ES in den normalen Herzrhythmus einfällt könne das Herz aus dem Takt geraten o. So ähnlich ...Wenn der Kardiologe das mit der Häufigkeitt sagt wird das wohl so sein, es sind ja 24h EKG's die er macht. Da ein Herz niemals perfekt arbeiten kann wird vermutlich jeder Mensch ab und an mal eine ES haben.

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