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Paroxysmale Tachykardie – dringend Hilfe gesucht

Iaceb/unxny hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich leide, wie ich seit nunmehr 4 Wochen weiß, wohl an einer paroxysmalen Tachykardie, einer anfallsweise auftretenden Herzrhythmusstörung. Symptome während eines Anfalls sind Herzrasen, Bluthochdruck mit Werten um die 150/100 oder mehr, Puls von über 100, Taubheits- und Kältegefühl meist auf der linken Körperseite, Druck im Kopf, Zittern am ganzen Körper, Engegefühl, Atemschwierigkeiten, Sehstörungen, vermehrter Harndrang. Die Anfälle dauern mittlerweile Stunden und haben vor über 9 Jahren begonnen.

Meinen ersten Anfall hatte ich nach einer Schulteroperation im Aufwachraum eines Krankenhauses und dieser wurde von der Schwester mit einer Spritze und den Worten 'Sie haben die Narkose nicht vertragen' abgetan. Auch die weiteren Anfälle während meines Krankenhausaufenthaltes waren mit einer Spritze erledigt. Seitdem habe ich in unterschiedlichen Abständen immer wieder Anfälle mit den immer gleichen Symptomen. Manchmal bin ich Wochen oder Monate beschwerdefrei und manchmal habe ich drei Anfälle in einer Woche vonunterschiedlicher Dauer. Zu anfangs dauerten die Anfälle mehrere Minuten bis zu einer Stunde, mittlerweile kann ich schon von mehreren Stunden ausgehen und auch die Intensität ist gestiegen.

Nachdem ich in den letzten 9 Jahren mehrmals Ärzte aufgesucht habe, denen die Sache geschildert und allerlei Diagnosen bekommen habe, die gefächert von HWS Syndrom, über Probleme mit der BWS, Narkosetrauma und auch Tachykardie waren, war ich nach meinem letzten heftigen Anfall vor etwa 4 Wochen bei meiner neuen Hausärztin. Diese hat mich auch sofort ins Krankenhaus zu einem Kardiologen überwiesen, mit dem Befund/Verdacht auf paroxysmale Tachykardie.

Eine Woche später hatte ich einen Termin, welcher so aussah, dass ich ein Gespräch mit der Kardiologin hatte, mein EKG vom Vortag vorgelegt habe und die Befunde der Blutuntersuchung. Dazu muss man sagen, die Befunde, sowohl des EKG und auch der Blutuntersuchung waren völlig in Ordnung. Ich erzählte ihr den Werdegang dieser Anfälle, seit wann ich sie habe und auch von den unzähligen Arztbesuchen, den schon vorangegangenen EKG und LangzeitEKG Untersuchungen und der bis dato erfolgten versuchten Medikation mit allerlei Mitten wie Muskelrelexum, Betablockern... Hierzu muss man vielleicht noch sagen, dass man von den Betablockern recht schnell abgegangen ist, weil mein Blutdruck ansich so um die 100/50 liegt. Auch meine Hausärztin hat die Medikation mit Betablockern vorerst abgelehnt, solange man nicht weiß, weche Ursache diese Anfälle haben. Die Kardiologin hat mir nach diesem Gespräch ein LangzeitEKG über 7 Tage verordnet, welches ich getragen habe und welches anfallsfrei ohne Befund war.

Nachdem ich ihr die letzten 14 Tage hinterhertelefoniert habe, um an genau diesen Befund zu gelangen, den ich ansich schon im Vorfeld kannte, da ich ja bereits eine solche Untersuchung hinter mir hatte, sieht ihr Bericht nun wie folgt aus:

Medikation mit Betablockern

Ausdauersport

Die Kardiologin hat mich bei meinem Termin mit ihr weder gefragt, ob ich die Pille nehme und wenn ja, welche, ob ich rauche oder trinke noch, ob ich Sport mache. Nachdem sie mir heute früh am Telefon ihren Vorschlag für eine Medikation mitgeteilt hatte, habe ich sie darauf hingewiesen, dass die Anfälle anfingen, als ich noch Sportlerin war. Also mehrmals wöchentlich Training, worunter auch Ausdauertraining fiel, nachdem ich dies nach meiner Schulteroperation und mehrerern Versuchen, wieder voll einzusteigen, nicht mehr ausüben konnte, bin ich mehrmals wöchentlich zur Aerobic in ein Fitnessstudio gegangen, nach meinem Umzug, mehrmals wöchentlich zum Reiten, somit war ich auch noch an der frischen Luft. Und trotz all dieser Aktivitäten hatte ich die Anfälle.

Nun weiß ich von meiner Hausärztin, dass es mittlerweile durch Forschung und Technik sehr wohl Möglichkeiten gibt, die Ursachen eines solchen Anfalls herauszufinden oder zumindest auch Ursachen auszuschließen. Es besteht wohl sogar die unangenehme Möglichkeit, einen solchen Anfall durch Sonden im Herzen auszulösen, somit das Zentrum zu finden und ggf. sogar auszuschalten, was zur Folge hätte, dass man annfallsfrei bleibt.

Jeder Arzt, selbst die letzte Kardiologin, hat mir gesagt, dass die Ursachen für Tachykardien auch am Herzen selbst zu finden sein können, durch Herzkrankheiten, eventuell erlebte Herzinfarkte, Herzfehler oder dass es nur Reize sind, die einfach nur falsch ausgelöst werden. Ebenfalls wurde ich aufgeklärt, dass ein gesunder Mensch die Anfälle gut übersteht und damit lange und gut leben kann. Dass es jedoch auch Risiken birgt, je häufiger und intensiver diese auftreten. Möglich efolgen eines solchen Anfalls könnten dann Kammerflimmern, kardiogener Schock oder sogar Herz-Kreislauf-Stillstand sein.

Seit dem letzten Anfall vor 4 Wochen bin ich bisher anfallsfrei, doch wie meine Hausärztin bereits zu mir sagte: Bei einem nächsten sollte ich dringend den Notarzt rufen. Sie meinte, es ist schwer, die Symptome ärztlich zu erfassen, wenn der Patient keinen Anfall hat, denn nur dann können sie durch ein EKG aufzeichnen, wo vielleicht der Fehler liegt und ihn beheben. Bisher habe ich von einem Notarzt abgesehen, da ich alleinerziehende Mutter war und mir natürlich mehr Sorgen darum gemacht habe, was mit meinem Sohn passiert als mit mir. Außerdem wurde mir gesagt, dass im Zweifelsfall ein Notarzt auch nichts anderes tut, als mir etwas zur Beruhigung zu spritzen. Und das habe ich bereits im Krankenhaus durch und muss es nicht wieder haben.

Die Kardiologin ging heute früh sogar noch etwas weiter und meinte, wenn ich doch Hemmungen hätte, einen Notarzt zu rufen, dann könne ich mich ja auch ins Auto setzen und selbst in die Notaufnahme fahren...

Jedenfalls teilte sie mir ausdrücklich mit, dass man sich, aufgrund des normalen EKG Befundes, nicht dazu gezwungen fühle, weitere Untersuchungen zu machen, wie zum Beispiel eine Kathederaplation.

Ich stehe also wieder an dem selben Punkt, wie bei meinem letzten Arztbesuch, der auch nach einem normalen LangzeitEKG-Befund mit der selben vorgeschlagenen Therapie endete.

Jegliche Untersuchungen, die gemacht wurden, waren die Blutuntersuchung meiner jetzigen Hausärztin, ein EKG bei meiner jetzigen Hausärztin und das 7-Tage-EKG angeordnet durch die Kardiologin im Krankenhaus. Und alles war im grünen Bereich. Weitere Untersuchungen des Herzens wurden noch nie vorgenommen.

Selbst die Akte aus dem Krankenhaus, in dem ich vor 9 Jahren zur Operation lag, wurde noch von keinem Kardiologen angefordert, obwohl genau dort die Anfälle angefangen haben.

Mittlerweile bin ich mit meinem Latein am Ende und habe ansich auch keine große Lust mehr, zu einem anderen Kardiologen zu gehen, der mich dann wahrscheinlich auch nur wieder nach Hause schickt, wenn die EKG Werte in Ordnung sind. Ich habe eine Mutter, die nicht nur einen Anfall miterlebt hat und natürlich Angst um mich hat, mittlerweile auch einen Partner, der sich Sorgen macht und meinen Sohn, den ich ganz gern noch aufwachsen sehen möchte.

Ich habe gelesen, dass paroxysmale Tachykardien von Minuten bis zu Tagen andauern können. Tage kann ich mir nicht leisten, da ich voll berufstätig bin und nicht bei jedem Anfall ausfallen kann.

Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit paroxysmalen Tachykardien, Ärzten, Kliniken oder eine Idee. Mittlerweile bin ich über jede noch so kleine Möglichkeit der Hilfe dankbar. Und ja, das Trinken von kaltem Wasser habe ich schon probiert, ebenso leichten Druck auf den Brustkorb oder die Augen auszuüben... Leider vergebens und ohne Besserung oder Beendigung eines Anfalls...

Antworten
s^i3gmarp_x17 hat geantwortet


Icebunny

hat dich dein Kardiologe auch in Richtung einer Katheterablation aufgeklärt? Meiner Erfahrung nach wäre dies die einzig wirksame Behandlung deiner Tachykardie-Anfälle, die du durch die Ablation auf Dauer los werden könntest.

Eine Freundin von mir hatte mit der gleichen Symtomatik einen langen Leidensweg, da sie vor der OP alles mögliche ausprobiert aber nichts geholfen hat. Nun ist sie seit der Ablation vor einem Jahr vollkommen beschwerdefrei.

Liebe Grüsse

I&cebuqnQnxy hat geantwortet


Hallo Sigmar,

man sagte mir, dass dies eine Möglichkeit wäre, die Anfälle dauerhaft 'auszuschalten'. Aber wie ich schon schrieb, wurde mir gestern mitgeteilt, dass man aufgrund des normalen EKGs keinen Anlass dafür sehen würde, diese Behandlung durchzuführen. Stattdessen sollte ich Betablocker nehmen.

Mein 'Leidensweg' erstreckt sich ja nun auch schon über 9 Jahre und hat sich in Länge und Intensität der Anfälle verstärkt und eben auch von einem Arzt zum anderen geführt. Und ganz ehrlich habe ich es satt, nach jedem EKG, von dem ich die Auswertung schon im Vorfeld kenne, solange ich keinen Anfall habe, wieder heim geschickt zu werden, mit der Aussage, man sehe keinen Grund, der Sache weiter nachzugehen.

Ich habe am Donnerstag einen Termin bei meiner Hausärztin, um den Bericht aus dem Krankenhaus von der Kardiologin zu besprechen. Und da sich meine Ärztin bereits im Vorfeld zu Betablockern geäußert hat, nehme ich nicht an, dass sie diese Therapie meiner Anfälle in Betracht zieht. Sie selbst hat ja den Vorschlag einer solchen Ablation gemacht, weil sie meinte, mit 35 Jahren müsse sie mich nicht mit Medikamenten vollstopfen, wenn es eine Möglichkeit gibt, mich auf anderem Wege anfallsfrei zu machen.

Nur, wenn das mit den Kardiologen so weitergeht, dann weiß ich auch irgendwann nicht mehr weiter und habe dann wohl auch wirklich keine Lust mehr, wieder zum nächsten zu gehen. Das Gefühl dabei wird ja nicht besser, wenn man es wohl erst dann wert ist, richtig untersucht zu werden, wenn man beim Pathologen auf dem Tisch liegt. Klingt vielleicht übertrieben, aber nach Jahren mit dem vergeblichen Versuch auf Hilfe, vertrete ich leider diesen Standpunkt derzeit.

stigm4ars_1x7 hat geantwortet


Hallo Incebunny

bei mir war es auch so, dass zuerst das EKG immer unauffällig war bis mir mein Hausarzt sagte, ich möge bei neuerlichen Autreten der Beschwerden (wenn auch nachts oder am Wochenende) sofort mit ihm Kontakt aufnehmen. Und so geschah es dann auch, als ich promt außerhalb der Ordinationszeiten wieder diese Unregelmäßigen und diesen heftigen Herzschlag verspürte, machte mein Arzt das EKG in seiner Praxis, wobei das Vorhofflimmern bei mir nun endlich "eingefangen" und dokumentiert werden konnte.

Also außerhalb der Anfälle bringt ein EKG gar nichts und wenn man die Episoden nicht mindestens einmal die Woche hat, bringt auch ein Lanzeit-EKG kein sicheres Ergebnis.

Da Betablocker eine ausgeprägte paroxysmale Tachykardie nur unzureichend bis gar nicht unterdrücken können, würde ich an deiner Stelle zu einem Kardiologen gehen, der auch sehr viele Ablationen laufend durchführt oder mich in eine spezielle Klinik mit Schwerpunkt Herzrhytmusstörungen/Katheterablationen begeben.

Ich bin seit der Katheterablation geheilt, da vollkommen beschwerdefrei.

Liebe Grüsse

IKcebnunny hat geantwortet


Momentan warte ich noch, dass die Kardiologin aus dem Krankenhaus den Bericht an meine Hausärztin schickt, damit ich mit ihr die nächsten Schritte besprechen kann. Leider sind die Ärzte im Krankenhaus wohl ein wenig langsam und so sind mittlerweile auch schon wieder 4 Wochen ins Land gegangen seit ich mit den Beschwerden zu meiner Hausärztin gegangen bin.

In der Zeit hoffe ich nun, dass ich keinen weiteren Anfall habe, obwohl ich auf der anderen Seite auch wiederum froh wäre, wenn es so wäre, denn dann würden wir einen Notarzt rufen, in der Hoffnung, dass man dann genau aufzeichnen kann, was mit mir nicht stimmt und mir daraufhin dann auch helfen kann und wird.

Immerhin will man mit 35 ja noch sein Kind aufwachsen sehen...

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