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Mobiles Ekg für zuhause – meine Erfahrung

Tmom77xHH hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich lese oft im Forum mit, schreibe aber eher selten. In letzter Zeit waren ein paar Fragen über mobile EKGs, mit dem Ziel Rhythmusstörungen daheim aufzuzeichnen. Konkret ging es darum ob es Sinn macht sich auf eigene Rechnung so ein Gerät zu kaufen um seltene Rhythmusstörungen einzufangen.

Die einhellige Meinung hier scheint zu sein: "Nein, das verstärkt nur eine eventuell vorhandene Angststörung."

Ich habe mir ein mobiles EKG gekauft und gute Erfahrungen damit gemacht. Mein Problem war dass ich beim 24-Stunden EKG nur sehr wenige ES raufbekommen habe, worauf das Thema für den Kardiologen erledigt war. Dennoch hatte/habe ich Anfälle von a) sehr vielen ES (>30/min) und b) "Salven", als >3 ES direkt hintereinander. Nachdem ich das mobile EKG bekommen habe bin ich in freudiger Erwartung dies nun endlich aufzuzeichnen ca. eine Woche (hatte Urlaub) mit dem griffbereiten EKG rumspaziert. Und tatsächlich, eines Tages nach dem Duschen konnte ich eine Phase mit mehreren Salven in kurzer Zeit aufzeichnen.

Zum Thema Auswertung: ich habe zwar einen medizinischen Background, habe mit EKGs aber rein gar nichts am Hut. Ich habe mir die Aufzeichnung angesehen und habe mir gedacht: "schaut aus wie ein SVES-run aus dem Lehrbuch". Natürlich habe ich die Datei per email an meinen Kardiologen geschickt, der mir meine "Diagnose" bestätigt hat. Er hat auch gemeint dass ein 3-Tage EKG gemacht werden soll um die Häufigkeit dieser Episoden aufzuzeichnen. Die ersten 2 Tage waren wieder nur die typische handvoll ES vorhanden, am dritten Tag dann zwei 10er Salven innerhalb einer halben Minute. Somit hatte ich nun auch die Aufzeichnung der ES mit einem vollwertigen EKG.

Seit meiner Aufzeichnung und der anschliessenden Diagnose liegt das EKG bei mir im Schrank, ich habe es nicht mehr verwendet, weil ich nun alle Arten der bei mir auftretenden ES aufgezeichnet wurden und diese als unproblematisch befunden wurden. Der Kardiologe hatte – NATÜRLICH – von Anfang an Recht als er meinte er müsse keine weiteren ES von mir sehen um zu wissen dass sie ungefährlich sind, aber ich war erst beruhigt und konnte mit der Sache abschliessen als diese Salven schwarz auf weiss dem Kardiologen vorlagen.

Fazit: in meinem Fall hat mir das mobile EKG geholfen seltene Phasen von sehr unangenehmen ES aufzuzeichnen. Darüberhinaus hat es nicht wie hier oft angenommen meine Angst verstärkt, sondern minimiert bzw. beseitigt. Die Geräte sind heutzutage auch gut genug um gewöhnliche Rhythmusstörungen aufzuzeichnen und zu beurteilen (z.Bsp.: SVES vs. VES vs. Vorhofflimmern).

Ich hoffe dass dieser Bericht für den einen oder anderen hilfreich ist.

Beste Grüsse,

Tom

Antworten
C'ha-Txu


Hallo, Tom,

wenn Dir das geholfen hat, ist es prima. Ich weiss nicht, ob Du eine Angststörung hast. Falls nein, ist das ja okay. Wenn ich mir aber vorstelle, dass einige Herzangstmenschen hier im Forum so ein Gerät hätten, wird mir sehr mulmig zumute...

Möge Dein Gerät ganz lange im Schrank bleiben und es Dir weiterhin gut gehen ;-)

Cha-Tu

Taom77xHH


Danke Cha-tu,

auch nochmals ein persönliches Danke an dich für deine Unterstützung und ein generelles Danke an dich für einen unermüdlichen Einsatz hier in diesem Forum!

Naja, ich denke dass halt jeder der mit ES zum Arzt kommt und bei dem man nur SVES/VES findet als Angstpatient abgestempelt wird. Ich habe auch einen psychologischen Bericht in dem mir Hypochondrie attestiert wird.

Dabei finde ich es normal dass wenn man solche unangenehmen Beschwerden hat erstmal beunruhigt ist und zum Arzt geht (da kann man doch nicht von einer Angststörung reden, nur weil sich die ES nach eingehender Untersuchung als harmlos herausstellen). Glaube die Angsstörung beginnt erst NACHDEM man die Versicherung hat dass alles ok ist und man es immer noch nicht glaubt.

Beste Grüsse!

CJha-vTxu


Dabei finde ich es normal dass wenn man solche unangenehmen Beschwerden hat erstmal beunruhigt ist und zum Arzt geht

Ja, unbedingt, Tom. Ich plädiere ja auch hier im Forum immer dafür, zuerst eine medizinische Abklärung (durchaus auch mal mit einer Zweimeinung eines anderen Arztes), bevor man bei jemandem an die Psyche denken sollte.

Glaube die Angsstörung beginnt erst NACHDEM man die Versicherung hat dass alles ok ist und man es immer noch nicht glaubt.

Absolut richtig. So sehe ich das auch.

Lieben Gruss & danke für die netten Worte

Cha-Tu

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