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Sinustachykardie

n,icol}e1990 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bekam letzten Donnerstag Abend plötzlich eine wahnsinniges Herzflattern. Ich kenne hohen Puls, aber das war anders, das war ein richtiges Geflatter. Es hörte aber nach ca. 5 Minuten wieder auf. Daraufhin wurde ich ins KH gebracht. Dort gingen alle Ärzte aber "nur" von einem hohen Puls aus, da sie das Geflatter eben nicht aufzeichnen konnten. Ich tippe euch mal den Arztbrief ab und hoffe, mir kann jemand was dazu sagen bzw. meine Fragen beantworten.

Diagnose: Sinustachykardie

Vorschläge für die Weiterbehandlung: Propranolol 10mg 1-0-1

Epikrise:

Die Patientin wurde weggen Palpitationen aufgenommen. Die Patientin verspürte am Aufnahmetag nachmittags akut aufgetretenes Herzrasen, empfunden als Herzklopfen mit leichtem, begleitendem thorakalem Durckgefühl. Extrasystolen sind schon seit einem Jahr bekannt.

Im Aufnahme-EKG-Befund zeigte sich Sinustachykardie mit HF 99/min. ohne ST-Streckenveränderungen.

Im Belastungs-EKG wurde die Zielherzfrequenz erreicht. Keine A. p. Beschwerden, keine EkG-Veränderungen.

Im Langzeit-EKG-Befunde zeigte sich Sinustachykardie mit HF bis max. 150/min mit SVT und supraventrikulären Extrasystolen sowie ventrikulären Extrasystolen.

Aufgrund der Sinustachykardie mit HF max. 150/min. wurde eine Betablocker-Therapie eingeleitet.

EKG vom 09.05.13:

SR, HF 99/Min., Linkstyp, S1 10 ms., R/S-Umschlag in V3/V4. Konkordante Endstrecken.

LZ-EKG:

Durchgehende SR (Sinustachykardie) mit HF von 56 BPM bis 157 BPM (Mittel 97 BPM).

Mehrere SVES und VES (in die Schlaf- und Wachphase). Episoden von SVT in die Wachphase. Keine Pausen. Keine Komplexerhythmusstörungen.

Ergometrie:

Die Untersuchung dauerte 11:36 min. Es wurde ein HF von 176 BPM (99% von 178 BPM) erreicht. Es wurde ein Belastungsniveau von 83 W (72% von 116 W) erreicht. RR Anstieg von 132/73 mmHg auf 162/86 mmHg. Keine AP-Beschwerden. Keine relevanten ST-Streckenveränderungen.

RÖ Thorax p. a. vom 10.05.13:

Unauffälliger Herz- und Lungenbefund.

Könnt ihr mir das vll mal auf Deutsch übersetzen? Und ist das jetzt ein schlimmer Befund? Das Belastungs-EKG scheint nicht so toll gewesen zu sein oder?

Und könnte das am Donnerstag vll Vorhofflimmern oder Kammerflattern gewesen sein?

Ehrlichgesagt habe ich auch Angst, diesen Betablocker zu nehmen, da ja bei niedrigem Puls die Gefahr von Kammerflimmern erhöht is oder?

Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

Lg

Antworten
Cjhaf-Tu


Das ist ein ganz normaler Befund. Die Belastung im Ergo könnte höher sein. Warum wurde abgebrochen? Erschöpfte Beine? Aber auffällig ist da nix.

Dass es bei niedrigem Puls eher zu Kammerflimmern kommen soll, ist Unsinn. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Dein niedrigster Puls im LZ-EKG war 56, das war sicherlich im Schlaf. Das zeigt, dass Dein Puls völlig im Rahmen ist, ausser in den tachykarden Phasen. Ich sehe herzorganisch keinen Grund, den Betablocker NICHT zu nehmen. Ich sehe aber, ehrlich gesagt, auch keinen Grund, warum Du ihn nehmen solltest. Wegen EINER als bedrohlich empfundenen Tachykardie?

Die anderen tachykarden Phasen können durchaus auch bei Belastung entstanden sein, z.B. als Du eine Treppe aufgestigen bist oder als Du unterwegs warst. Du hast ja nicht die ganze Zeit des LG-EKGs gesessen und nichts getan.

Gruss

n5icoMlfe19x90


Warum wurde abgebrochen? Erschöpfte Beine? Aber auffällig ist da nix.

Erst erschöpfte Beine, dann haben sie den "Widerstand" wieder verringert und ich konnte weitertreten. Der Arzt meinte abe dann, dass ich langsamer treten soll und hat auf den Puls gezeigt. Was ist denn eine Zielherzfrequenz?

Ich sehe aber, ehrlich gesagt, auch keinen Grund, warum Du ihn nehmen solltest. Wegen EINER als bedrohlich empfundenen Tachykardie?

Sie meinten, dass dieser ständig hohe Puls das Herz auf Dauer zu sehr belasten würde. Außerdem würden sich davon die ES verringern ":/

Laut Arzt soll ich den Betablocker erstmal nur für ein paar Wochen nehmen und dann wird geschaut, ob es mir damit besser geht.

Ist so ein Betablocker denn irgendwie schädlich für den Körper?

Du hast ja nicht die ganze Zeit des LG-EKGs gesessen und nichts getan.

Da ich im KH war hab ich wirklich nicht viel gemacht. Klar, ab und zu mal die Treppen rauf und runtergegangen und bisschen im Haus rumspaziert, aber alles langsam und gemütlich.

SR, HF 99/Min., Linkstyp, S1 10 ms., R/S-Umschlag in V3/V4. Konkordante Endstrecken.

Was bedeutet denn das alles?

neicbole19x90


Problem beim Betablocker, das auch die Ärzte sehen, ist der Blutdruck. Ich hatte im KH meistens einen Blutdruck von 100/50 oder 100/60. Heute morgen beim Arzt hatte ich 120/76. Der Betablocker senkt ja auch den BD, kann da nichts passieren?

MMa)hxut


Nicole, es kann nichts passieren das dir der Betablocker schadet, ich selber habe auch einen sehr niedrigen Blutdruck und auch einen normalen Puls, mus aber trotzdem einen Betablocker zum Schutz meines Herzens nehmen. Der Blutdruck geht unter der Medikamentengabe nicht weiter runter, er läst nur den Puls nicht übermäßig hoch werden. Ich habe auch erst gedacht es wäre Quatsch ihn zu nehmen, habe dann aber meine Werte ganz genau beobachtet und mitbekommen, das er mir nicht schadet.

LH Mahut :)^

C*ha-Txu


Erst erschöpfte Beine, dann haben sie den "Widerstand" wieder verringert und ich konnte weitertreten. Der Arzt meinte abe dann, dass ich langsamer treten soll und hat auf den Puls gezeigt. Was ist denn eine Zielherzfrequenz?

Das ist die Frequenz, die der Arzt braucht, um eine sinnvolle Aussage zu dem EKG zu machen. Wenn z.B. die Zielfrequenz um 20 oder 30 Punkte unterschritten wird, kann man das EKG nicht gut auswerten.

Sie meinten, dass dieser ständig hohe Puls das Herz auf Dauer zu sehr belasten würde.

Wie lange dauern diese Tachykardien denn? Also, bevor Tachykardien wirklich das Herz schädigen, muss man einen Puls von mehr als im Durchschnitt 97 haben...

Außerdem würden sich davon die ES verringern ":/

Ja, das KANN sein, MUSS aber nicht...

Laut Arzt soll ich den Betablocker erstmal nur für ein paar Wochen nehmen und dann wird geschaut, ob es mir damit besser geht.

Wenn die Extrasystolen Dich so sehr belasten, dann versuche es.

Ist so ein Betablocker denn irgendwie schädlich für den Körper?

Du bist eigentlich zu jung, um dauerhaft unter Medikamente gesetzt zu werden. Und wenn man Betablocker einige Jahre nimmt, können sie natürlich auch Nebenwirkungen haben, und wenn man sie dann mal absetzen will, sollte man das nur unter ärztlicher Anleitung tun. Ein Betablocker ist ein sehr herzwirksames Medikament. Aber om man das nimmt, muss natürlich jede/r für sich entscheiden, das ist klar. Auch ein Arzt kann Dir diese Entscheidung nicht abnehmen.

Da ich im KH war hab ich wirklich nicht viel gemacht. Klar, ab und zu mal die Treppen rauf und runtergegangen und bisschen im Haus rumspaziert, aber alles langsam und gemütlich.

Aber allein das Treppensteigen kann bei einem untrainierten Menschen (ich glaube, das bist Du, oder?) einen Puls von 150 auslösen. Wurdest Du denn nicht gefragt, was Du zu dem Zeitpunkt, als das Herz bei 150 lag, getan hast? Das wäre die erste Frage meines Kardiologen. 150 in Ruhe wären natürlich bedenklich. Wenn ich da aber gerade eine Treppe hochsteige oder auf einer Wanderung bin oder einem Bus hinterher renne, ist das normal.

SR, HF 99/Min., Linkstyp, S1 10 ms., R/S-Umschlag in V3/V4. Konkordante Endstrecken.

SR=Sinusrhythmus (wie er sein muss)

HF 99/Min = Puls von 99 Schlägen pro Minute.

S1 10 ms ist ein EKG-Parameter, ebenso "R7S-Umschlag in V3/V4", was bedeutet, dass die "elektrische Lage" des Herzens an der Stelle umschlägt, wo sie das auch tun soll. Also: Meiner Meinung nach Normbefund.

Konkordante Endstrecken bedeutet, dass die Endstrecken im EKG "übereinstimmen" (konkordant) sind, also Normbefund.

Problem beim Betablocker, das auch die Ärzte sehen, ist der Blutdruck. Ich hatte im KH meistens einen Blutdruck von 100/50 oder 100/60. Heute morgen beim Arzt hatte ich 120/76. Der Betablocker senkt ja auch den BD, kann da nichts passieren?

Das kann man nur ausprobieren. Gefährlich im Sinn von "Lebensbedrohung" kann es NICHT werden, aber es könnte sein, dass, WENN der Blutdruck absinkt, Dir durch den dann sehr niedrigen Blutdruck dann mal übel wird.

Ich denke, man hat Dir diesen Betablocker auch verschrieben (er ist einer der ältesten BB überhaupt!), weil bekannt ist, dass dieser Betablocker auch sehr positiv auf Ängste aller Art wirkt. Vielleicht wäre es einen Versuch wert...?!

Gruss

BYadwG2axl


Das wird wohl wieder 'n langer Faden werden. Schon krass, welche Untersuchungen & Medis manche wegen nix & wieder nix bekommen...

So lange du keine Beschwerden wie Atemnot etc. hast, hätte ich jetz gesagt, würd ich keinen BB schlucken...

Aber da er lt. Cha-Tu gegen Angst helfen kann, ist das dann in deinem speziellen Fall vllt. doch keine schlechte Idee...

Aber allgemein verstehe ich nicht, dass man immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen muss...

Czha-RTxu


Aber allgemein verstehe ich nicht, dass man immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen muss...

Ja, sehe ich auch so.

ntic;oleH199d0


und wenn man sie dann mal absetzen will, sollte man das nur unter ärztlicher Anleitung tun.

Das ist eben der Punkt, der mich noch zögern lässt.

Wurdest Du denn nicht gefragt, was Du zu dem Zeitpunkt, als das Herz bei 150 lag, getan hast?

Doch, ich habe ein Patiententagebuch geführt.

Wie lange dauern diese Tachykardien denn? Also, bevor Tachykardien wirklich das Herz schädigen, muss man einen Puls von mehr als im Durchschnitt 97 haben...

Wie gesagt, war ich an diesen Tagen sehr ruhig (vorallem im Bett gelegen oder eben leichte Spaziergänge), also denke ich mal, dass der Durchschnitt normalerweise höher liegt.

Mehrere SVES und VES (in die Schlaf- und Wachphase). Episoden von SVT in die Wachphase. Keine Pausen. Keine Komplexerhythmusstörungen.

Was kann das denn für einen Grund haben?

Mehrere SVES und VES

Können diese ES Kammerflimmern auslösen?

Könnte dieser "Anfall" Vorhofflimmern gewesen sein?

C%haZ-Tu


Mehrere SVES und VES

Können diese ES Kammerflimmern auslösen?

Nein, um Himmels Willen! Das sind supraventrikuläre (SVES) und ventrikuläre Extrasystolen (VES). Sie sind harmlos.

Könnte dieser "Anfall" Vorhofflimmern gewesen sein?

Glaube ich nicht. Aber wissen kann man das einfach nicht. FALLS es Vorhofflimmern (VHF) war, kann das eine einmalige Angelegenheit gewesen sein. Ich kenne mehrere Menschen, die einmal in ihrem Leben VHF hatten und dann nie wieder! Man kann doch aufgrund einer Vermutung oder einer Möglichkeit nicht lebenslang Angst vor etwas haben, das kommen KÖNNTE.

Gruss

n%icolep19e90


Das sind supraventrikuläre (SVES) und ventrikuläre Extrasystolen (VES). Sie sind harmlos.

SVES= aus dem Vorhof

VES= aus der Kammer oder?

Vorhofflimmern ist ja eh nicht lebensbedrohlich oder?

Cfhat-Txu


Ja, Vorhof- und Kammer-ES.

VHF ist nur gefährlich, wenn es täglich mehrfach vorkommt und das über Monate oder Jahre hinweg. Dann sollte man einen Blutverdünner bekommen, damit sich im flimmernden Vorhof kein Gerinnsel entwickeln kann. Aber ein einmaliges VHF kannst Du beruhigt vergessen.

n^icoCle19x90


Dankeschön für deine Antwort.

Eine Frage habe ich aber noch: Was ist der Unterschied zwischen Kammerflimmern und Kammerflattern?

C<ha-xTu


Das Kammerflattern ist ähnlich dem Kammerflimmern, ist aber nicht per se tödlich, aber lebensgefährlich. Da schlägt das Herz bis zu 300mal in der Minute. Kammerflimmern ist immer tödlich (Herz schlägt 300-800mal in der Minuten, sodass es eigentlich nicht mehr schlägt, sondern nur noch flimmert), wenn nicht innerhalb weniger Minuten ein Notarzt das Herz mittels Defibrillator wieder beruhigt.

Gruss

n-icol7e1990


Also war das bei mir wahrscheinlich kein Kammerflattern oder hätte sich das auch wieder von selber beruhigen können?

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