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Cortison bei Infektasthma: Zäpfchen oder Tabletten?

Ceu}rrxl hat die Diskussion gestartet


Hallo,

meine Tochter, 4, hat seit einigen Jahren Infektasthma. Normalerweise tut´s da das Salbutamol- und Cortisonspray. In manchen Fällen greift das Cortison als Spray aber nicht mehr, weil es durch die verkrampften Bronchien nicht durchkommt. Bisher hatte ich für diese Fälle immer Cortisonzäpfchen als Notfallmittel zuhause. Wir waren aber kürzlich in Mailand im Krankenhaus, weil sie wieder Atemnot hatte, ich Idiot aber die Zäpfchen nicht mitgenommen hatte. Dort gaben sie uns Cortisontabletten, die ich ihr über 3 Tage morgens und abends geben sollte. Jetzt ist die Frage – was ist besser im Notfall? Tabletten oder Zäpfchen? Ich gehe mal davon aus, dass Zäpfchen schneller in den Kreislauf gelangen. Allerdings kann man Tabletten vermutlich besser dosieren. Oder!?

Antworten
S eanxet7or hat geantwortet


Bei einem echten Notfall ist die Dosis, die das Leben rettet, die richtige. Da der Wirkungseintritt von rektalem Cortison viel schneller ist, als in Tablettenform ist für diese Situation das Zäpfchen besser geeignet. Um einer Notfallsituation vorzubeugen, eignen sich im Normalfall Tabletten besser.

Gruß

Svpzeysride hat geantwortet


Du hast die Anwendung des Cortisonsprays falsch verstanden, es ist ein Langzeitpräparat, welches täglich anzuwenden ist. Bitte lass dir das noch einmal vom Facharzt erklären, denn falsche Dosierung und Anwendung kann gesundheitsgefährdend und sogar lebensbedrohlich sein. Die Anwendung von hochdosiertem Cortison in Notfällen kläre bitte auch nochmal ab, bei Kindern ist das etwas anders, als bei Erwachsenen. Eine Alternative ist Theophyllin. Salbutamol ist als Soforthilfe und auch präventiv, wie zB vor dem Sport gedacht, je nach Bedarf.

C1ur-rl hat geantwortet


Hallo,

Danke für Eure Antworten. Ich bin seit ca. 3 Jahren mit meiner Tochter regelmässig bei Ärzten. Kinderarzt, Lungenfacharzt und Co. "Falsch verstanden" ist also nicht richtig. Meine Tochter hat Infektasthma, das Salbutamol vor dem Sport präventiv ist also unnõtig. Bei ihr ist es ein Akutmittel, das ab dem Zeitpunkt des Hustens (wenn noch keine Obstruktion da ist) verwendet wird.nach Abklingen der Obstruktion wird es langsam runtergefahren.

Das cortison wird je nach Jahreszeit eingesetzt. Da es bei "nur" Infektasthma ist, benutzen wir es im Winter, bzw. Wenn die Infektzeit losgeht dauerhaft in einer niedrigen dosis (jeden abend). Wenn es wärmer wird, ist sie wesentlich weniger anfällig und wir probieren es so gut es geht ohne. Das alles natürlich nur nach regelmässiger Rücksprache.

Bisher hatten wir gott sei dank noch nie den fall einer gefährlichen notsituation. Die geringste Sauerstoff sättigung lag bei 94. Sie hatte "nur" Schwierigkeiten mit atmen, wo dann ein Zäpfchen ranmusste einmalig. Da diese aber extrem viel wirkstoff enthalten, war meine frage, ob tabletten da quasi ein Mittelweg sein kõnnten. Um eine so hohe Dosierung zu vermeiden, aber wenn es als Spray nicht mehr ankommt. Natürlich werde ich mich auch diesbezüglich mit meiner ärztin schlussendlich abstimmen. Ich kam bisher nur noch nicht dazu, einen Termin wahrzunehmen und hatte in der Zwischenzeit auf ein paar eefahrungsberichte gehofft.

Danke

SepAeysixde hat geantwortet


Was bedeutet denn "Affektasthma"? Vielleicht sollten wir gemeinsame Begrifflichkeiten finden. Aus meiner Sicht gibt es zwei Arten: das allergische und das Belastungsasthma (kannst du auch überall nachlesen). Was noch nicht befriedigend erforscht ist, ist die psychosomatische Wirkung auf die Abwehrreaktionen des Körpers. Ich selbst habe seit fast 20 Jahren ein "Mischasthma".

Ich finde es gut, daß Cortison nur nach "Lage" bzw Jahreszeiten eingesetzt wird, das schont den jungen Körper. Das Cortison (-spray) ist dazu da, mögliche Entzündungen der Atemwege zu unterbinden, und das langfristig (bevor das Atemsystem so gereizt ist, daß Probleme auftreten). Eine hohe Dosierung im Notfall wird versucht zu vermeiden, indem eine tägliche geringe Dosis verabreicht wird, das ist vom Körper recht gut zu verarbeiten. Das Spray wirkt dort, wo es wirken soll, in der Lunge bzw den Bronchien.

Natürlich geht es auch darum, eine optimale Dosierung zu bekommen. Nochmal, bitte frage den behandelnden Facharzt. Auch, wie man sich ohne Medikamente helfen kann, bei Atemnot. Das versteht auch ein Kind, Ruhe zu behalten, Kutschersitz, Lippenbremse. Lerne das bitte, und vermittele das deinem Kind. Asthma zu haben ist kein Kindergarten.

@:) :)*

MZoon525 hat geantwortet


Es gibt mehrere Arten von Asthma. Das intrinsische und extrinsische Asthma sowie die Mischform.

Es gibt aber auch noch das Infektasthma das Berufsasthma, Brittle und Variant Asthma, ein Refluxasthma und das Belastungsasthma, ach, und das Arzneimittelasthma. Die unterliegen diesen Kategorien (intrinsisch und extrinsisch). Können darunter eingeteilt werden. Infektasthma kann sowohl intrinsisch als auch extrinsisch sein, oder beides.

In eurem Fall hört es sich aber intrinsisch an. Also nicht allergisch. Das ist ein kleiner Jungle an Formen und Unterformen. Aber das nur alles nebenbei:

Zäpfchen wirken schneller. Also für einen schnellen Wirkungseintritt sind die Mittel der Wahl.

Bewährt bei Migräne haben sich z.B. Ibuprofenzäpfchen, bei Bauchkrämpfen Buscopanzäpfchen und bei fiebrigen Halsschmerzen Paracetamolzäpfchen. Der Wirkungseintritt ist um einiges schneller als bei den Tabletten und es geht nicht erst durch den Magen und Darm bevor es aufgenommen wird

Gute Besserung!.

C7urrxl hat geantwortet


Ähm, also, sie hat kein "Affekt"-Asthma sondeen Infektasthma ;-) das heisst, das Asthma ist infektgetriggert. Sprich, sie holt sich z.B. einen Virus. Die Nase fängt an zu laufen oder sie hustez. Bis hierhin ist noch alles normal. Aus Erfahrung weiss ich aber, dass ich hier schon mit den Inhalationen anfangen muss. Denn im nächsten Schritt sind ab einem Punkt x die Bronchien "eingeschnappt" und reagieren auf die Reizung mit Verkrampfung=Asthma. Eine rechtzeitig hohe dosierung kann helfen, das Schlimmste zu verhindern und nach ca. 2 tagen is zumindest die Obstruktion vorbei. Der Huszen bleibt noch ewig. Und so auch die Medikamente, um einen Rückfall zu vermeiden.

Allergien hat sie keine. Bisher wurde sie 2x getestet. Das 3. Mal dann im Juli. Auch Belastung bei Gesundheit ist überhaupt kein Thema.

Wie gesagt, akute Notfälle hatten wir noch nicht. Vom rein zeitlichen Faktor her wären Tabletten also ok.mir gings eher um die Dosierung, was bei tabletten ja m.E. besser geht.

Vie grüsse

CXuqrrl hat geantwortet


PS: zum besseren Verständnis:

Beim Infektasthma ist es nicht so, dass sie einen Asthma"Anfall" hat in dem Sinne, wie es beim Belastungsasthma ist (und wie man es aus den Filmen etc. kennt, wenn die dann ihr Spray rausholen bevor sie kollabieren). Es ist eher so, dass sie über einen bestimmten Zeitraum hinweg engere Bronchien hat, so dass das Atmen schwerer fällt. Das nennt man dann "Giemen". Prägnant dabei ist der rasselnde/pfeifende Ton beim Ausatmen. Ich habe das "Glück" (wie man´s nimmt), dass sie ein "Happy Weezer" ist, das heißt, sogar mit erschwertem Luftholen bis zu einem gewissen Grad springt sie noch in der Gegend rum. Wenn man da nichts macht, wird das aber recht bald schlimmer und irgendwann würde es vermutlich dann doch mal wirklich ernst werden. Wir haben das aber noch nie getestet und haben das auch ganz sicher nicht vor. Fakt ist, bei ihr geht's nicht um Sekunden. Man hat eigentlich immer genug Zeit zum Reagieren, weil es sich eher "aufbaut", als dass es plötzlich da ist. Deswegen auch die Frage nach den Tabletten als Alternative.

Zusätzlich bekommt sie übrigens noch Montelukast, meine Ärztin hätte das eigentlich gern als Cortisonersatz, aber bisher schlägt sie darauf noch nicht wirklich an.

Bei Kindern unter 6 wird in der Regel noch keine Asthmaschulung gemacht. Und nachdem es bei ihr auch nicht plötzlich lebensbedrohlich werden kann, hat das auch keiner vor. Sollte sich das aber die nächsten 2 Jahre nicht verwachsen, steht trotzdem eine an. Falls sie z.B. im Schullandheim etc. plötzlich krank wird und nicht so schnell nach Hause kommt etc.... bis dahin ist sie aber nie wirklich länger bzw. weiter weg getrennt von mir, wo man nicht schnell genug eingreifen könnte.

Im September sind wir für 3 Wochen auf Kur an der Nordsee. Für sie. Ich hoffe sehr, dass das irgendwas bringt....

Ansonsten sind wir auch noch homöopathisch an der Sache dran. Nicht als Ersatz. Sondern zusätzlich. Und natürlich in der Hoffnung, dass das irgendwann mal keine Frage mehr der Medikamente sein wird...

N(oNamex93 hat geantwortet


Kurz OT:

Ist Infektasthma nicht immer eine intrinsische Form??

Extrinsisch ist dovh lediglich durch Allergien oder Schadstoffe in der Luft oder?

C urrxl hat geantwortet


so lange keine Allergie vorliegt, ja

NKoNaGme93 hat geantwortet


Infektasthma kann sowohl intrinsisch als auch extrinsisch sein, oder beides.

Von Moon25

Deshalb hab ich gefragt *:) danke :)

m,eWlowchOeloxw hat geantwortet


zäpfchen wirken besser da so der sogenannte First-Pass-Effekt umgangen wird.

Quelle : [[www.zäpfchen.org]]

J1o2ri hat geantwortet


Mal aus der Praxis:

Schon seit vielen Jahren habe ich Asthma, ebenso wie meine Mutter. Ich kann mich leider sehr gut an die vielen Notfälle erinnern, die meine Mutter durchleiden musste. Neben dem Salbumatol hat sie dann immer hochdosiertes Cortison in Spritzenform bekommen. Wir hatten immer eine Spritze im Kühlschrank liegen. Dies hat ihr sogar mein Vater verabreicht, wenn kein Arzt in der Nähe war (in Abstimmung mit dem Arzt).

Ich habe heute auch eine Packung "Notfall-Cortison" im Haus. Bei der Asthma-Schulung hat man uns erklärt, dass bei einer vermehrten Atemnot (Verschlechterung Peak-Flow) hochdosiert Cortison genommen werden soll. Wenn sich nach einer gewissen Zeit noch nichts getan hat, eine weitere Dosis (und dann ins Krankenhaus oder zum Arzt). Vorausgesetzt natürlich, die Atemnot ist noch nicht lebensbedrohlich.

Ich nehme Cortison täglich als Langzeittherapie, aber es wird durchaus auch im Akutfall eingesetzt.

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