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Marcumar absetzen 2 Jahre nach Schlaganfall ???

F|rühstü<ckexr78 hat die Diskussion gestartet


Hallo Miteinander

mein Vater hatte vor 2 Jahren einen schweren Schlaganfall und nimmt seit dem Marcumar ein. Nun hegt er und seine Lebensgefährtin den Wunsch, möglichst keine Medikamente einnehmen zu müssen, wegen allerlei Bedenken bzgl Nebenwirkungen und Langzeitnebenwirkungen u.s.w. - für mich durchaus Nachvollziehbar. Meine Mutter nimmt bereits seit Jahren _diverse_ Medikamente gegen viele verschiedene gesundheitliche Probleme ein, die ich hier garnicht aufzählen will. Es ist mittlerweise ärztlich Bestätigt, dass einige dieser Probleme _durch_ Medikamente entstanden sind. Diesen Unsinn möchte ich meinem Vater gerne ersparen.

Der Kardiologe kann es erst einmal nicht verantworten das Marcumar abzusetzen, da "das Risiko eines erneuten Schlaganfalls bestehe" und "solange keine Nebenwirkungen auftreten gibt es keinen Grund hierfür"

Es gibt aber durchaus Gründe, ein Absetzen des Marcumars in Betracht zu ziehen.

- Ursache für den Schlaganfall war vor 2 Jahren ein 1cm durchmessender Blutklumpen mitten im Herz, welcher nun nicht mehr existiert.

- Rauchen aufgehört (mit dem Schlaganfall)

- kein Alkohol (seit dem Schlaganfall keinen Tropfen mehr)

- ungesundes Essen, sprich Fett+Fleisch ersetzt durch Obst & Gemüse und Salat und vor allem isst er weniger

- Arbeitsstress nicht mehr vorhanden

Es geistert zum Beispiel auch der Gedanke in unseren Köpfen herum, dass Marcumar die Heilung/Regeneration beeinträchtigter Hirnteile verhindern könnte. Von Ärzten fühle ich mich unzureichend beraten - sie verschreiben Medikamente einfach nach Vorschrift, finden aber keine Zeit, sich mit dem Menschen wirklich zu befassen und darauf zu bedenken, dass Medikamente am Ende auch eher schaden als nützen können ... vor allem in Kombination.

vielen Dank im voraus für Anregungen, Tipps oder Hinweise & gehabt euch Wohl

Antworten
Cuhab-TEu


Hallo,

ich halte es für HOCHGRADIG gefährlich, das Marcumar abzusetzen und zwar BESONDERS im Fall Deines Vaters:

– Ursache für den Schlaganfall war vor 2 Jahren ein 1cm durchmessender Blutklumpen mitten im Herz, welcher nun nicht mehr existiert.

Aber er ist ja mal entstanden. Und so ein Blutgerinnsel im Herzen entsteht oft bei Vorhofflimmern oder ähnlichen schnellen und unregelmässigen Aktionen des Herzens, die der Patient manchmal gar nicht selbst spürt, das sind dann oft Zufallbefunde. Und solche Herzaktionen, bei denen das Herz quasi hin und her pendelt, lassen solche Gerinnsel entstehen, und die können sich dann natürlich wieder ablösen und wieder einen schweren Hirninfarkt auslösen.

– Rauchen aufgehört (mit dem Schlaganfall)

Das bedeutet leider nicht viel. Normalerweise kann man erst nach 7-10 Jahren sagen, dass ein Nichtraucher ein wirklich deutlich geringeres kardiovaskuläres Risiko hat als ein Raucher. Und je nach dem, wie lange er vorher geraucht hat, dauert das sogar noch länger.

– kein Alkohol (seit dem Schlaganfall keinen Tropfen mehr)

- ungesundes Essen, sprich Fett+Fleisch ersetzt durch Obst & Gemüse und Salat und vor allem isst er weniger

Alkohol und Ernährung spielen angesichts der anderen beiden o.g. gravierenden Risiken Deines Vaters eine eher untergeordnete Rolle. Obwohl ich selbst Vegetarier bin (fast vegan), muss ich leider sagen, dass die Ernährung bei Schlaganfall und Herzinfarkt eine eher untergeordnete Rolle spielt (aber indirekt natürlich schon, weil man abnimmt, und das ist eine gute Vorsorge).

Fazit: ICH würde es NICHT riskieren, das Marcumar abzusetzen. Jedenfalls nicht, bevor ein Arzt mir erklärt hätte, warum dieses Blutgerinnsel im Herzen entstanden ist, und ob vielleicht Vorhofflimmern die Ursache ist. FALLS es Vorhofflimmern ist, wäre das Absetzen wirklich lebensgefährlich, eben WEIL bereits ein Schlaganfall stattfand.

Gruss

Cha-Tu

Z1Rub


Cha-Tu hat es sehr gut erklärt.

Ohne Marcumar dürfte das Risiko dass das Blut deines Vaters zu klumpen anfängt deutlich größer sein.

Ja Marcumar ist nicht ohne aber gerade da dein Vater keine größeren Nebenwirkungen hat dürfte der Nutzen deutlich überwiegen.

Es ist mittlerweise ärztlich Bestätigt, dass einige dieser Probleme _durch_ Medikamente entstanden sind. Diesen Unsinn möchte ich meinem Vater gerne ersparen.

Ja das kann durch aus sein. Trotzdem kann es Sinnvoll sein die Medikamente zu nehmen. Entweder weil man dadurch ein deutlich schlimmeres Problem gegen ein weniger Schlimmes Problem eintauschen kann oder ein Problem welches mit anderen Medikamenten nicht behandelbar ist gegen ein Problem welches sich mit weiteren Medikamenten gut behandeln lässt.

o6rbi.tu&s


Wir kennen hier ja die krankengeschichte und seine risikofaktoren nicht, allerdings klingt

Blutklumpen mitten im Herz

danahc als wäre das hauptproblem eine herzrhythmusstörung. Hierbei die antikoagulation abzusetzen wäre ein spiel mit leben und tod, vor allem wenn schon ein schlaganfall stattgefunden hat.

Allerdings könnte man überlegen auf ein anderes medikament umzusteigen. Es gibt seit kurzer zeit zwei vergleichbare medikamente (xarelto, pradaxa), die allerdings ein niedrigeres blutungsrisiko haben als marcumar. Problem dabei ist, dass diese sehr gut überlegt eingesetzt werden müssen da es häufiger zu wechselwirkungen kommt und bei nierenproblemen auch nicht eingesetzt werden dürfen.

FZUh-st ücker78


Danke für die Antworten bzw. berechtigten Warnungen

Ein Vorhofflimmern oder Herzrhytmusstörungen konnten bisher nicht nachgewiesen werden, diese treten also höchstens (noch) ab und an auf wenn kein Arzt oder Messgerät hinschaut.

Die eigentliche Ursache für den Blutklumpen kann (natürlich?) von keinem Arzt benannt werden. Aber ich denke, dass die genannten Faktoren (Stress + psych. Anspannung + Rauchen + Alkohol + sehr unausgewogene Ernährung) über Jahrzehnte diesen Klumpen geformt haben - soetwas ist sehr selten (laut Krankenhausarzt) und entsteht nicht so mal eben.

Was mich wieder zu der Frage führt -> könnte man unter diesen Umständen ein Absetzen des Marcumars in Erwägung ziehen - oder ein wechseln zu Aspirin, welches mglw harmloser ist - wenn man regelmässig das Herz auf erneute Klumpenbildung untersucht?

ZWRub


das Problem ist das es Menschen gibt bei denen das Blut zu Klumpen neigt. Das muss nicht im Herzen passieren.

Und ja es dauert bis der Klumpen riesig wird aber das muss er aber gar nicht sein um Probleme zu machen.

Und wenn dieser Thrombus dann z.b über die Blutbahn in die Lunge gerät muss der nicht groß sein für eine Lungenembolie.

Ssea#ne2t|7or


Der Klumpen ist nicht mehr da, weil gerade antikoaguliert wird. Setzt man ab, ohne die Ursache zu kennen (und zu beseitigen) geht man das Risiko ein, erneut ein vaskuläres Ereignis zu bekommen.

Wenn das Marcumar gut vertragen wird, ist das Risiko es abzusetzen wahrscheinlich größer, als es weiter zu nehmen.

Dein Vater sollte nicht vergessen: wahrscheinlich ist er nur noch aufrund der Antikoagulation am Leben, ansonsten hätte der Thrombus immer weiter kleine und große Schlaganfälle versursacht. Und irgendwann wird eine lebenswichtige Region getroffen.

Nach 2 Jahren findet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Geweberegeneration mehr statt, welche durch Marcumar gestört sein könnte. (Gibt auch wissenschaftlich keinen Anhalt dafür)

Gruß

E$maxx


Wenn das Marcumar gut vertragen wird, ist das Risiko es abzusetzen wahrscheinlich größer, als es weiter zu nehmen.

Ja wenn....

Meine Frau wäre beinahe an Marcumar gestorben. Sie hat es einige Jahre lang genommen, weil sie etwa 3 mal pro Jahr Herzrasen bis Vorhofflimmern hatte. Bei einer Bronchitis ging es ihr eines Tages immer schlechter. Ihr Blutdruck sank immer weiter ab. Bei 90/60 brachte ich sie ins Krankenhaus wo ein Hb-Wert von 7,6 festgestellt wurde. Es wurde sofort Vitamin K gegeben und sie erhielt Erytrozyten-Transfusionen. Wo die ca. 40 % ihrer roten Blutkörperchen geblieben waren, wurde im Krankenhaus nicht gefunden. Man diagnostizierte ihr aber eine Gebärmutterschleimhaut-Wucherung und riet ihr, ihren Frauenarzt zwecks Ausschabung aufzusuchen. Der fand dann in ihrem Unterleib aber keine Gebärmutterschleimhaut-Wucherung sondern einen Klumpen von 10 bis 13 cm Durchmesser. Bei der 4 Tage später durchgeführten Operation stellte sich heraus dass dieser Klumpen ein Riesenhämatom war. Beim Husten war wohl in ihrem Bauch ein Äderchen geplatzt und so verblutete sie allmählich (so wie das bei Ratten beabsichtigt ist, gegen die dieser Wirkstoff als patentiertes Gift eingesetzt wird).

Meine Frau nimmt seitdem (inzwischen 7 Jahre) kein Marcumar mehr und sie hat auch kein Herzrasen mehr. Die früher im Kühlschrank in Reserve gehaltenen Monoembolex-Spritzen sind auch schon alle längst entsorgt und nicht mehr erneuert.

AXvimxoth


Der Klumpen ist nicht mehr da, weil gerade antikoaguliert wird.

Also in einem Herzseminar an dem ich teilgenommen hatte, hieß es mal, dass die Klumpen nicht ganz verschwinden. Ich würde das auch nicht riskieren, jedenfalls nicht, ohne vorher mit dem Arzt zu sprechen

Seeankext7or


Meine Frau nimmt seitdem (inzwischen 7 Jahre) kein Marcumar mehr und sie hat auch kein Herzrasen mehr. Die früher im Kühlschrank in Reserve gehaltenen Monoembolex-Spritzen sind auch schon alle längst entsorgt und nicht mehr erneuert.

Wahrscheinlich spürt sie es einfach nicht. Das ist ja das tückische daran. Warum sollte es auf einmal von selbst weggehen ?

Gruß

E=maxx


Warum sollte es auf einmal von selbst weggehen ?

Ich habe einmal mit einer Bekannten, die Ärztin ist, darüber gesprochen. Diese meinte, dass die durch Marcumal erzeugte geringere Viskosität des Blutes durchaus ein Herzrasen begünstigen kann. Laienhaft ausgedrückt: Wenn der Pumpwiderstand geringer ist, dreht die Pumpe schon mal durch.

STeanret7doxr


Da ist aber alleine schon der Bias dabei, dass die Leute, die Marcumar bekommen, entweder schon Vorhofflimmer hatten (was das neuauftreten wahrscheinlicher macht) oder andere Strukturelle Herzerkrankungen haben (was VHF auch wahrscheinlicher macht). Es ist also nicht schwer nachzuvollziehen, dass Menschen, die Marcumar nehmen, häufiger VHF haben, als diese, die nichts nehmen. Aus dieser Korrelation darf man aber keine Kausalschluss ziehen !

Gruß

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