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Extrasystolen, Panik, Herzrhythmusstörungen, Herzneurose,...

SwamwFeis2x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin 29 Jahre alt, 185cm groß und wiege 87Kg. Als sportlich würde ich mich nicht mehr ansehen, leider habe ich mich in den letzten Monaten zu sehr geschont, aber dazu später mehr.

Alles fing an im September letzten Jahres, als ich nach einer durchzechten Nacht am Sonntagabend eine Panikattacke mit einem Puls von ca 140 letztendlich den Notarzt rufen musste. Der Puls wurde dann im Krankenhaus überwacht und erholte sich innerhalb von ein paar Stunden. Am nächsten Tag musste ich dann zum Belastungs-EKG und ein Echo wurde gemacht, beides ohne Befund, daraufhin wurde ich entlassen.

Die nächsten Monate verliefen ohne Beschwerden, ich habe alles etwas ruhiger angehen lassen und auch den Alkohol gemieden.

Dann im Januar hatte ich einen Infekt mit gut 40° Fieber und auch einem deutlich zu hohen Ruhepuls (ca 120-130), woraufhin mein Hausarzt mir einen Betablocker verschrieb. Der Puls ging runter, jedoch habe ich mit einigen Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt (Schwindel, Müdigkeit, Antriebslosigkeit). Dabei blieb es aber nicht, ich bemerkte leider immer häufiger ein Stolpern des Herzens. Daraufhin bin ich zu einem Kardiologen, der dann erstmal die üblichen Untersuchungen anordnete (Echo, EKG, Belastungs-EKG, Herz-MRT), festgestellt wurde organisch nichts, lediglich sehr viele Extrasystolen. Daraufhin bekam ich für drei Wochen ein Tele-EKG.

Drei Wochen später später dann die Diagnose Bigeminus. Ich hatte in der Zeit immer mehr Probleme damit umzugehen, da jede Bewegung mittlerweile diesen fiesen Bigeminus auslöste. Zusätzlich bekam ich beschwerden im Brustbereich (Brennen, leichte Schmerzen, Verspannungen), die ich jedoch auf meine Schonhaltung zurückführte. Mein Kardiologe meinte erstmal ich solle den Betablocker ausschleichen und dann in etwa 4-6 Wochen nochmal zur Nachuntersuchung.

Innerhalb dieser Zeit bin ich auf Anraten des Arztes erstmalig zum Nuklearmediziner wegen meiner Schilddrüse gegangen. Die entsprechenden Werte waren zwar vorher schon abgenommen und in Ordnung, dennoch wurden mehrere kalte Knoten und eine vergrößerte Schilddrüse festgestellt. Seitdem muss ich täglich L-Thyroxin nehmen, mein Kardiologe meinte aber bei der Nachuntersuchung, dass beides nicht unmittelbar im Zusammenhang stünde.

Tatsächlich verschwanden die Perioden des Bigeminus und auch die Extrasystolen wurden merklich weniger. Bei der Nachuntersuchung konnten dann ebenfalls keine Auffälligkeiten nachgewiesen werden, ich bekam die Erlaubnis langsam mit ein wenig Ausdauersport zu beginnen, was ich dann auch versuchte. Leider habe ich die ganze Tortur nicht verarbeiten können und leide immer noch psychisch darunter. Häufig bekomme ich Panikattacken, ausgelöst durch Stolperer oder einen höheren Puls (auch durch Anstrengung). So auch nach dem Sport, nach lediglich 20 Minuten auf dem Heimtrainer bin ich so in Panik, dass mein Puls (beim runterkommen) nicht mehr gleichmäßig ist. Es fühlt sich an, als ob das Herz kurz aussetzt um dann wieder schneller zu schlagen und dann auch noch schneller wird. Ein Pulsmessen ist in der Situation nur begrenzt möglich (zeigt immer Störung an). Es dauert dann auch einige Zeit bis der Puls sich dann wieder auf Normalniveau eingependelt hat (bei mir ist der Ruhepuls zwischen 60 und 75). Des weiteren habe ich vor zwei Wochen zum ersten Mal ein über mehrere Sekunden anhaltendes Zucken in der Herzgegend wahrgenommen, ich fürchte ich bin Opfer einer Salve geworde. Seitdem habe ich insgesamt drei solcher Salven zu spüren bekommen.

Nun zu meinen Fragen:

Hat jemand von euch ähnliche Probleme mit dem Herzrhythmus nach dem Sport oder bei/nach Panikattacken? Soll ich diese einfach ignorieren? Aufgezeichnet wurde so eine Art Rhythmusstörung bisher noch nicht.

Und sind meine Salven ungefährlich? Daten über meine Extrasystolen sollten aus dem Tele-EKG und dem Ruhe-EKG eigentlich genügend vorliegen, eine Salve wurde hingegen ebenfalls nicht aufgezeichnet.

Ich glaube mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass ich an einer Herzphobie leide. Ich habe gelesen Sport soll helfen, bei mir ist aber das Problem, dass eben jener eine Panikattacke auslöst. Wie kann ich dem Herr werden?

Antworten
CGha0-Txu hat geantwortet


Hallo, Samweis,

weisst Du, wie oft dieser Bigeminus aufgetreten ist? Wenn es nur ein paar "Doppelschläge" wären, dann war das noch nicht mal ein "Befund". So etwas kann passieren. Wenn es aber z.B. den ganzen Tag über war, dann hat das Bedeutung dahingehend, dass Betablocker gegeben werden sollten. Die nimmst Du ja nun schon.

Hat jemand von euch ähnliche Probleme mit dem Herzrhythmus nach dem Sport oder bei/nach Panikattacken? Soll ich diese einfach ignorieren? Aufgezeichnet wurde so eine Art Rhythmusstörung bisher noch nicht.

Was wurde noch nicht aufgezeichnet. Die Extrasystolen? Ich dachte, die wären auf dem EKG zu sehen gewesen.

Und sind meine Salven ungefährlich?

Wenn es "echte" Salven sind (aus der Vorkammer) und wenn sie von nur einer Stelle der Kammer ausgehen (kann man am EKG sehen), also "monomorph/monotop" sind, kannst Du sie ignorieren. Wenn sie polymorph/polytop sind (also von unterschiedlichen Stellen der Kammer ausgehend), sollte man sie noch mal im EKG genauer anschauen.

MEISTENS aber sind es keine echten Salven, sondern sogenannte "Runs" aus der Vorkammer (manche sagen auch SVES-Runs dazu), und die sind harmlos. Unangenehm anzufühlen, aber harmlos.

Ob es echte Salven oder SVES-Runs sind, kann man nur im EKG erkennen, sie fühlen sich für den Patienten gleich an. Wenn da keine Salven/Runs im EKG waren, dann waren in dieser Zeit auch weder Salven noch SVES-Runs da. Das was Du da gespürt hast, kann dann auch ein Muskelzucken der kleinen Muskelchen an der Innenseite der Rippen sein. Das ist gar nicht selten, dass Patienten Stein und Bein schwören, eine Salve gespürt zu haben, aber in Wahrheit war es so ein Muskelchen.

Ich glaube mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass ich an einer Herzphobie leide. Ich habe gelesen Sport soll helfen, bei mir ist aber das Problem, dass eben jener eine Panikattacke auslöst. Wie kann ich dem Herr werden?

Dass Du Dir eingestehst, zu glauben, eine Herzphobie zu haben, ist schon mal ein sehr wichtiger Schritt. Die meisten Menschen bestreiten das, und wenn ich darauf hinweise, werde ich manchmal auch böse angeschaut ;-) Ich würde Dir empfehlen, eine Verhaltenstherapie anzustreben, ggfs. auch eine tiefenpsychologische Psychotherapie, je nach dem, wie "umfangreich" andere Probleme in Deinem Leben sind. Wenn wirklich nur die Herzphobie zu behandeln ist, würde ich zunächst einmal eine Verhaltenstherapie versuchen.

Gruss

Cha-Tu

SXamwfeisx29 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu,

erstmal vielen Dank für Deine Antwort. Der Bigeminus ist nur während der Einnahme der Betablocker aufgetreten, die ich für ca 4 Monate genommen habe. Nachdem ich diese abgesetzt habe ist er auch wieder weggegangen. In der Zeit war er jedoch mein dauerhafter Begleiter.

Ich habe in Paniksituationen oder nach Anstrengungen einen unregelmäßigen Puls, keine Extrasystolen. Es fühlt sich an als ob das Herz kurz aussetzt und danach dann wieder schneller schlägt. Ist das eine "normale" Panikreaktion des Herzens?

Die Extrasystolen wurden aufgezeichnet, allerdings waren es immer einzelne oder abwechselnd mit einem normalen Pulsschlag, aber eine Salve selbst wurde nicht aufgezeichnet. Da ich beim letzen Mal versucht habe währenddessen den Puls zu fühlen habe ich deutlich ein Zucken wahrgenommen, danach hat schlug der Puls regelmäßig weiter. Ein Muskelzucken, welches ich zugegebenermaßen auch erst in Verdacht hatte kann ich somit ausschließen. Sollte ich diesbezüglich nochmal den Kardiologen aufsuchen? Meine einzelnen Extrasystolen hat er schließlich auch als völlig harmlos eingestuft.

Gruss Sam

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