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Tachykardien und plötzlicher Blutdruckanstieg

MJajta27 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen. Ich bin 28 Jahre alt, rauche nicht, trinke nicht und bin auch nicht übergewichtig. Ich hatte auch bisher nie Herzprobleme außer einem recht hohen Ruhepuls von 85-100. Mein Blutdruck war immer eher niedrig.

Seit Monaten habe ich nun Anfälle von plötzlichen Herzrasen. Der Puls steigt dabei grundlos auf 120-150 und bleibt ohne Behandlung tagelang so hoch. EKG, Ultraschall, LangzeitEKG und Belastungs-EKG waren bis auf die hohe Herzfrequenz normal. Dann kamen noch plötzliche Blutdruckanstiege in Ruhe auf 160 zu 120 dazu. Manchmal blieb der Blutdruck nur ein paar Minuten so hoch und manchmal ging er erst unter Betablockern wieder runter.

Seit dem nehme ich morgens und abends 1,25mg Bisoprolol. Mein Blutdruck liegt dadurch im Normalfall bei 110 zu 70 und der Puls bei 80. Trotzdem habe ich immer mal wieder diese Anfälle mit Herzrasen oder Blutdruckanstieg.

Auch beim Treppensteigen oder Spazierengehen steigt der Blutdruck schnell mal auf 170 zu 125 an. Sobald ich stehen bleibe, sinkt er aber innerhalb von 2 Minuten wieder auf Normalwerte.

Woher können diese "Anfälle" kommen? Mein Arzt weiß nicht weiter und würde gerne eine Herzkatheteruntersuchung machen, aber davor habe ich zuviel Angst, weil mein Opa dabei mal einen Schlaganfall bekommen hat.

Sind diese plötzlichen Blutdruckanstiege mit einem diastolischen Wert von über 120 lebensgefährlich?

Mir macht die ganze Sache Angst, weil es in meiner Familie schon mehrere Herzinfarkte und Schlaganfälle gab.

Vielen Dank schonmal:)

Antworten
C:ha-xTu


Hallo, Maja,

wenn solche Blutdrücke öfters wiederkommen, muss da was getan werden. Ein RR von 160:120 kann durchaus gefährlich werden, besonders, wenn er länger anhält. Auch das Herzrasen sollte dahingehend untersucht werden, ob das eine relativ harmlose terminale Tachykardie oder ob es Vorhofflimmern sein könnte (aber bitte nicht verwechseln mit Kammerflimmern!). Vorhofflimmern muss behandelt werden, wenn es regelmässig wiederkommt, vor allem muss dann für eine leichte "Blutverflüssigung" gesorgt werden, z.B. durch ASS. Eine Katheteruntersuchung schiene mir da schon recht sinnvoll, zumal man da versuchen kann, das Vorhofflimmern auszulösen und zu beseitigen.

Schlaganfälle als Nebenwirkung bei Katheteruntersuchungen sind sehr selten und was Deinem Opa passiert ist, muss Dir ja nicht passieren. Natürlich birgt eine Katheteruntersuchung Risiken. Und ich bin auch dafür, sie nicht vorschnell anzuwenden. Aber bei Dir scheint es mir zumindest sinnvoll. Ob sie zwingend nötig ist, müssen Dein Arzt und Du entscheiden.

Schönen Gruss

Cha-Tu

A7vimqotxh


Natürlich birgt eine Katheteruntersuchung Risiken.

Ich habe im Bekanntenkreis einen Herz-Chirurg, der mir sagte, dass bei jedem 1.000sten Katheter etwas schief geht (ist nur ein Mittelwert und soll nicht heißen, dass da zwangsläufig etwas schief geht!). Bei mir wurde mit 26 ein Herz-MRT gemacht, weil mein Arzt in dem Alter keine Ketheteruntersuchung machen wollte.

Vielleicht solltest du deinen Arzt nochmal nach Alternativen fragen. Mein MRT sieht SEHR schön aus und man kann genau erkennen, was damit nicht in Ordnung ist.

M-ajax27


Vielen Dank für die Antworten.

Das Problem ist, dass die Ärzte das ganze nicht wirklich ernst nehmen. Wenn so ein Anfall kommt, soll ich halt noch eine Tablette von meinen Betablockern nehmen. Aber das dauert immer ungefähr 1-1/2 Stunden bis die wirken und das dürfte wohl zu lang sein.

Ab welcher Dauer wird ein Blutdruck von 160/125 gefährlich? Ich traue mich schon kaum noch Spazieren zu gehen oder Treppen zu steigen, weil der Blutdruck dabei auch so hoch geht. Selbst wenn ich nur kurz in der Wohnung rumlaufe, habe ich schon Werte von 150/110 und einen Puls von 130. Wenn ich dann 5 Minuten sitze und nochmal messe, ist alles wieder okay. Woran könnte das nur liegen, dass der Blutdruck bei der kleinsten Anstrengung so hoch schießt? Ist es ein gutes Zeichen, dass der Wert auch wieder schnell sinkt?

Sorry, für die vielen Fragen, aber meine Ärzte ignorieren meine Ängste und sagen, dass nur der Blutdruck in Ruhe relevant für die Beurteilung wäre und stempeln mich mittlerweile als total hysterisch und überängstlich ab.

@ Avimoth

Danke für die Info. Dann werde ich meinen Arzt mal auf das Herz MRT ansprechen. Vor einer Katheteruntersuchung habe ich wirklich sehr viel Angst. Vorallem wirken bei mir örtliche Betäubungsmittel und Beruhigungsmittel nicht richtig...es würde also wohl auch sehr schmerzhaft werden.

Cqhka-Tu


Hallo, Maja,

ich dachte, diese Werte wären Ruhe-Werte?! In der Tat ist für die Beurteilung eines Blutdrucks überwiegend der Ruhe-Wert von Bedeutung, die anderen Werte primär dann, wenn auch die Ruhe-Werte instabil sind. Ich bin jetzt etwas verwirrt, weil ich dachte, Deine von Dir im ersten Posting genannten Werte seien Dauer-Werte, also bei Belastung und Ruhe.

Wenn das nur hin und wieder auftritt und vor allem nicht in Ruhe, dann hält das Herz das ohne Schädigung aus.

Schönen Gruss

M5a5ja27


Hallo Cha-Tu,

sorry für die Verwirrung.

Normalerweise habe ich einen normalen Blutdruck von 110/70. Manchmal habe ich in Ruhe aber plötzliche Anstiege auf bis zu 170/125 mit Puls bis 160. Dies hält manchmal nur wenige Minuten an und manchmal auch Stunden, bis der eingenommene Betablocker wirkt.

Zudem ist mir aufgefallen, dass mein Blutdruck schon bei der kleinsten Belastung (kurzes laufen in der Wohnung, bücken um was vom Boden aufzuheben oder gemütliche Spaziergänge) auf 160/125 steigt. Nach 5 Minuten sitzen ist alles wieder okay.

Aber manchmal reicht es schon aus, dass ich vom Sofa aufstehe, damit Blutdruck und Puls hochschießen.

Da ich mich ja nun häufiger am Tag bewege und auch Treppen steigen muss, bedeutet das ja, dass mein Blutdruck schon eine erhebliche Zeit recht hoch ist.

Erhöht dies das Schlaganfall und Herzinfarktrisiko...dauerhaft oder in diesem Moment wo der Blutdruck zu hoch ist?

Mein Arzt sagt nur, ich solle Sport machen...aber wenn der Blutdruck/Puls schon bei leichten Tätigkeiten so hoch geht, will ich gar nicht wissen, wie das bei Sport wäre.

Cbha-Txu


Hallo, Maja,

Zudem ist mir aufgefallen, dass mein Blutdruck schon bei der kleinsten Belastung (kurzes laufen in der Wohnung, bücken um was vom Boden aufzuheben oder gemütliche Spaziergänge) auf 160/125 steigt.

Das ist aber nicht so wichtig. Bei Belastungen steigen die Blutdrücke ja immer, sie müssen es sogar, weil ja bei Belastung der Körper mehr Energie/Power braucht, also auch mehr Sauerstoff, und den bekommt er durch Erhöhung von RR und Puls. Nicht umsonst ist für Kardiologen meistens nur der Ruhe-RR wichtig; ein 24-h-Blutdruckmessen wird z.B. nur gemacht, wenn etwas Verdächtiges am Ruhe-RR ist.

Nach 5 Minuten sitzen ist alles wieder okay.

Und das ist eigentlich ein GUTES Zeichen.

Aber manchmal reicht es schon aus, dass ich vom Sofa aufstehe, damit Blutdruck und Puls hochschießen.

Das deutet eher darauf hin, dass Du untrainiert bist. Kann das sein?

Da ich mich ja nun häufiger am Tag bewege und auch Treppen steigen muss, bedeutet das ja, dass mein Blutdruck schon eine erhebliche Zeit recht hoch ist.

Nee, so kann man das nicht sehen. Wenn der RR bei Belastungen (auch Alltagsbelastungen) erhöht ist, ist das kein "Hochdruck".

Erhöht dies das Schlaganfall und Herzinfarktrisiko...dauerhaft oder in diesem Moment wo der Blutdruck zu hoch ist?

Nein, das glaube ich nicht. Wie gesagt, wenn diese Drücke a) dauerhaft wären und b) dauerhaft in RUHE (!) so wären, würden auch bei Deinen Ärzten die Alarmglocken klingeln...

Welcher Arzt (und warum) hat denn eine Katheter-Untersuchung empfohlen? Irgendwie sehe ich da einen Widerspruch in den Aussagen der Ärzte. Ein Arzt empfiehlt eine Katheteruntersuchung und ein anderer sagt, alles halb so schlimm?! Da würde ich mal nachhaken und ganz konkret fragen, warum Arzt A das schwere Geschütz Katheter auffährt und Arzt B Dich gar nicht ernst nimmt. Man muss die Ärzte manchmal auf solche Widersprüche hinweisen und sie auch hartnäckig auffordern, einem zu sagen, wie man DAS jetzt unter einen Hut bekommen soll.

Mein Arzt sagt nur, ich solle Sport machen...aber wenn der Blutdruck/Puls schon bei leichten Tätigkeiten so hoch geht, will ich gar nicht wissen, wie das bei Sport wäre.

Nee, das ist nicht gesagt, Maja. Kann sogar sein, dass Du bei moderatem AUSDAUER-Sport sogar besser Werte hat als im Alltag.

So, für heute bin ich offline. Falls noch Fragen sind: Morgen wieder.

Tschüss und schönen Abend

Cha-Tu

MLajan2x7


Vielen Dank Cha-Tu, du hast mich schon mal sehr beruhigt. Mittlerweile hatte ich wegen dem Blutdruck wirklich schon Angst mal kurz in die Küche zu gehen.

Ja, ich bin untrainiert...um nicht zu sagen extrem unsportlich (meine 75 Jährige Oma ist fitter).

Also denkst du nicht, dass Werte von 160/125 bei nur geringer Anstrengung gefährlich sind? Hab so Angst beim Treppensteigen eine Hirnblutung, Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.

Was bedeutet es eigentlich, dass diastolische Wert dabei immer so hoch ist? Bei Anstrengung steigt doch normalerweise nur der Systolische an und der Diastolische bleibt annähern gleich bzw. steigt nur langsam. Deutet das auf eine Gefäßverengung hin?

Ein Internist mit Spezialisierung auf kardiologische Probleme wollte die Katheter-Untersuchung machen, weil er so nicht mehr weiter wusste. Er meinte eventuell wäre eine Ablation nötig. Der andere Arzt (auch Internist) nimmt das alles nicht ernst, ist von Fragen genervt und wollte mir nur Insidon verschreiben.

Keine Ahnung wer nun Recht hat ":/

Dazwischen gab es noch einen "tollen" Arzt vom Hausnotdienst, der meinte Insidon soll ich bloß nicht nehmen. Ich hatte dort angerufen, als ich das erste Mal so hohen Blutdruck in Ruhe hatte und der Puls bei 150 lag und auch nicht wieder runter ging. Der Arzt hat dann eine Weile gewartet und dann den Puls ohne Uhr gemessen und gemeint, er wäre wieder unter 100 und ist gegangen. Mein Gefühl und auch mein Blutdruckmessgerät sagten dagegen, dass der Puls immer noch bei 140 war :(v

Also ehrlich gesagt, ist mein Vertrauen in die Ärzte etwas angeknackst.

Tut mir wirklich leid, dass ich dich so mit Fragen belästige...aber das Ganze ist schon beängstigend, insbesondere wenn man in der Familie schon mehrere Herzinfarkte und Schlaganfälle hatte.

Ich wünsch dir auch noch einen schönen Abend:)

Maja

C/ha[-Tu


Guten Morgen, Maja.

Dir braucht es doch nicht leid zu tun, dass Du Fragen stellst. Dafür ist dieses Forum doch da... :-)

Mittlerweile hatte ich wegen dem Blutdruck wirklich schon Angst mal kurz in die Küche zu gehen.

Da solltest Du aufpassen, aber nicht wegen des Blutdrucks, sondern wegen der Seele. Da kann leider sehr leicht eine Angststörung entstehen, und da solltest Du vorbeugen. Wichtig ist: Wenn Du akut gefährdet wärst, würden Deine Ärzte Dich nicht so rumlaufen lassen und sie würden z.B. "verbieten", bestimmte Aktivitäten durchzuführen. Dir wurde nichts verboten, nichts empfohlen, also darfst Du alles. Das solltest Du Dir wirklich immer wieder bewusst machen, das ist wichtig. Wenn Du jetzt all diesen Angst-Impulsen nachgibst, kann es sein, dass die sich richtiggehend manifestieren und zu einem seelischen Problem werden.

Ja, ich bin untrainiert...um nicht zu sagen extrem unsportlich (meine 75 Jährige Oma ist fitter).

Und genau das könnte eine Ursache sein. Der Mensch ist ja ein Bewegungs-Tier. Von der Evolution und seinem Körperbau her muss er laufen, gehen, rennen. Und was tut er? Sitzt zuhause und im Job vor PC und TV und mag oder kann sich kaum noch bewegen. Das macht aber den Kreislauf nicht stärker, sondern schwächer! Und ein schwacher Kreiuslauf muss mehr leisten, um den Körper zu versorgen, also erhöht er Blutdruck und/oder Puls.

Also denkst du nicht, dass Werte von 160/125 bei nur geringer Anstrengung gefährlich sind? Hab so Angst beim Treppensteigen eine Hirnblutung, Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.

So schnell geht das wirklich nicht. Da musst Du schon viele Jahre dauerhaft mit einem erhöhten RR durchs Leben laufen. Ich kann und darf nicht sagen "Es passiert schon nichts", denn 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Aber es ist unwahrscheinlich, dass Du momentan gefährdet bist.

Wie nimmst Du denn Deinen Betablocker ein?

Was bedeutet es eigentlich, dass diastolische Wert dabei immer so hoch ist? Bei Anstrengung steigt doch normalerweise nur der Systolische an und der Diastolische bleibt annähern gleich bzw. steigt nur langsam. Deutet das auf eine Gefäßverengung hin?

Bist Du sicher, dass Dein Messgerät in Ordnung ist? Hast Du ein Handgelenksgerät oder ein Oberarmmessgerät. Wenn Du ein Handgelenksgerät hast, kann ich Dir schon mal vorab sagen, dass die meistens zu hoch messen...

Ein Internist mit Spezialisierung auf kardiologische Probleme wollte die Katheter-Untersuchung machen, weil er so nicht mehr weiter wusste. Er meinte eventuell wäre eine Ablation nötig. Der andere Arzt (auch Internist) nimmt das alles nicht ernst, ist von Fragen genervt und wollte mir nur Insidon verschreiben.

Nun, der erste scheint ja Kardiologe zu sein. Was hindert Dich momentan daran, dem zu glauben? Ich denke, Du musst hier die erste Entscheidung treffen: Wem willst Du glauben? Falls diese Entscheidung noch nicht möglich ist, hol Dir eine dritte Meinung ein, dann am besten wieder von einem Kardiologen.

Dazwischen gab es noch einen "tollen" Arzt vom Hausnotdienst, der meinte Insidon soll ich bloß nicht nehmen.

Ich wäre auch vorsichtig, ein Antidepressivum zu nehmen, wenn man Herzprobleme hat. Erst eindeutig abklären. Wenn sich dabei herausstellt, dass das Herz gesund ist, man aber immer noch Angst hat, DANN könnte man an ein angstminderndes Medikament denken, wobei ich einen psychotherapeutischen Versuch noch davor setzen würde.

Tut mir wirklich leid, dass ich dich so mit Fragen belästige...aber das Ganze ist schon beängstigend, insbesondere wenn man in der Familie schon mehrere Herzinfarkte und Schlaganfälle hatte.

Wie gesagt, dafür ist das Forum da. Und eben wegen der familiären Belastung wäre es gut, das abzuklären. Aber NICHT gut ist, aus Angst vor "irgendwas" nun in eine Bewegungsstarre zu verfallen, denn damit verschärft man die Situation nur noch mehr.

Konkret würde ich eine dritte Meinung einholen, und dann entscheiden, wem der drei ich glaube. Andere Möglichkeiten hast Du kaum.

Lieben Gruss

Cha-Tu

Mfaja2x7


Guten Morgen,

danke für deine Geduld, Cha-Tu :-)

Da solltest Du aufpassen, aber nicht wegen des Blutdrucks, sondern wegen der Seele. Da kann leider sehr leicht eine Angststörung entstehen, und da solltest Du vorbeugen.

Ja, ich denke auch, dass bei mir die Gefahr besteht, dass sich daraus eine Angststörung entwickelt. Ich bin bei sowas ziemlich anfällig. Und so wie oft ich am Tag mittlerweile Blutdruck messe, ist sicher nicht normal.

Und genau das könnte eine Ursache sein. Der Mensch ist ja ein Bewegungs-Tier. Von der Evolution und seinem Körperbau her muss er laufen, gehen, rennen. Und was tut er? Sitzt zuhause und im Job vor PC und TV und mag oder kann sich kaum noch bewegen. Das macht aber den Kreislauf nicht stärker, sondern schwächer! Und ein schwacher Kreiuslauf muss mehr leisten, um den Körper zu versorgen, also erhöht er Blutdruck und/oder Puls.

Das könnte schon sein. Allerdings bin ich noch nie sehr sportlich gewesen und hatte außer einem etwas höheren Ruhepuls noch nie Probleme. Vorallem hatte ich immer eher etwas niedrigen Blutdruck.

Wie nimmst Du denn Deinen Betablocker ein?

Ich habe bisher morgens und abends immer 1,25 mg Bisoprolol genommen. Gestern und vorgestern habe ich versuchsweise mal morgens 2,5 mg genommen. Damit sind Blutdruck und Puls bei Anstrengung nicht ganz so stark angestiegen. Allerdings habe ich nun abends im liegen zu niedrigen Blutdruck/Puls.

Ist es eigentlich okay, wenn man morgens eine höhere Dosis als abends einnimmt? Eigentlich sollte der Wirkstoffspiegel ja immer etwa auf einem Level bleiben.

Bist Du sicher, dass Dein Messgerät in Ordnung ist? Hast Du ein Handgelenksgerät oder ein Oberarmmessgerät. Wenn Du ein Handgelenksgerät hast, kann ich Dir schon mal vorab sagen, dass die meistens zu hoch messen...

Ja, das Messgerät ist in Ordnung. Ich habe sowohl ein Messgerät für den Oberarm als auch fürs Handgelenk...beide zeigen immer fast identische Werte an. Und auch als ich einmal mit dem hohen Blutdruck beim Arzt war, wurde dort ein sehr hoher diastolischer Wert angezeigt. Der diastolische Wert ist aber immer nur dann zu hoch, wenn der Blutdruck insgesamt sehr hoch ist, ansonsten liegt er bei 65-75.

Kann dies dennoch auf einen Gefäßverschluss hindeuten?

Nun, der erste scheint ja Kardiologe zu sein. Was hindert Dich momentan daran, dem zu glauben? Ich denke, Du musst hier die erste Entscheidung treffen: Wem willst Du glauben? Falls diese Entscheidung noch nicht möglich ist, hol Dir eine dritte Meinung ein, dann am besten wieder von einem Kardiologen.

Wahrscheinlich hindert mich die Angst vorm Katheter daran, ihm zu glauben :-(

Ich werd mir wohl wirklich nochmal eine dritte Meinunng einholen...auch wenn man hier mindestens 4 Monate auf einen Termin beim Kardiologen wartet.

Also vielen Dank nochmal für deine Hilfe :-)

Liebe Grüße

Maja

CBha-Txu


Hallo, Maja,

Und so wie oft ich am Tag mittlerweile Blutdruck messe, ist sicher nicht normal.

Ja, das ist für die psychische Situation nicht gut. Ich möchte Dich da aus sehr langer Erfahrung mit Angstpatienten wirklich warnen (und auch aus persönlicher Erfahrung; ich selbst war einige Jahre Angstpatient aufgrund meiner Krankheit). Wenn sich das alles verfestigt, ist nicht nur eine Therapie unumgänglich, sondern auch eine sehr lange Therapie! Je mehr man in der Angstspirale drin hockt, umso schwerer ist es, wieder rauszukommen.

Allerdings bin ich noch nie sehr sportlich gewesen und hatte außer einem etwas höheren Ruhepuls noch nie Probleme. Vorallem hatte ich immer eher etwas niedrigen Blutdruck.

Irgendwann sagt der Körper STOP! Kennst Du das alte (sehr weise) Sprichwort "Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht". Viele Jahre und Jahrzehnte mag das gut gehen und irgendwann sagt der Körper NÖ!

Ich habe bisher morgens und abends immer 1,25 mg Bisoprolol genommen. Gestern und vorgestern habe ich versuchsweise mal morgens 2,5 mg genommen. Damit sind Blutdruck und Puls bei Anstrengung nicht ganz so stark angestiegen. Allerdings habe ich nun abends im liegen zu niedrigen Blutdruck/Puls.

Da musst Du nun entscheiden, was Dir unangenehmer ist.

Ist es eigentlich okay, wenn man morgens eine höhere Dosis als abends einnimmt? Eigentlich sollte der Wirkstoffspiegel ja immer etwa auf einem Level bleiben.

Ich möchte da nicht Ja oder Nein sagen. ICH nehme morgens eine höhere Dosis, weil ich tagsüber belasteter bin als im Schlaf. Frag am besten Deinen Arzt, aber ich denke, er wird zustimmen.

Kann dies dennoch auf einen Gefäßverschluss hindeuten?

Nee, Gefässverengungen haben andere Symptome, am Herzen z.B. massiver Druck im Brustkorb, und im Kopf massive Kopfschmerzen.

Wahrscheinlich hindert mich die Angst vorm Katheter daran, ihm zu glauben :-(

Vielleicht wäre ja eine Myokardszintigraphie hilfreich. Damit kann man erkennen, ob es Durchblutungsstörung am Herzen überhaupt gibt. Man erkennt damit zwar keine Rhythmusstörungen und auch nicht, wo GENAU die Durchblutungsstörungen sind, aber wenn die Myokardszinti in Ordnung ist, kannst Du relativ sicher sein. Wenn sich da aber Durchblutungsstörungen zeigen (was ich aber, ehrlich gesagt, nicht glaube), dann kommst Du um einen Katheter kaum herum.

Ich werd mir wohl wirklich nochmal eine dritte Meinunng einholen...auch wenn man hier mindestens 4 Monate auf einen Termin beim Kardiologen wartet.

Ja, mach das.

Lieben Gruss

Cha-Tu

MBaja2x7


Hallo Cha-Tu,

ich muss leider schon wieder nerven.

Ich war heute noch mal bei einem anderen Internisten, da mein Arzt Urlaub hat und ich das erste mal nun auch Nachts hohen Blutdruck hatte.

Ich bin heute Nacht ständig aufgewacht und mir ging es nicht so gut. Hab dann im Liegen Blutdruck gemessen und hatte immer 140/90. Sobald ich mich hingesetzt habe, ging der Blutdruck wieder runter auf 110/70.

Weißt du vielleicht, was es bedeutet, dass der Blutdruck im liegen höher war? Gestern abend als ich auf dem Sofa eingeschlafen war, hatte ich bloß 90/50 und alles war noch okay. Zwei Stunden später habe ich dann das erste mal den hohen Blutdruck gemessen.

Der Arzt meinte nun ich soll die Bisoprolol absetzen und ab morgen Verapamil (Calcium-Antagonist) nehmen.

Aber sollte man Beta-Blocker nicht eigentlich langsam ausschleichen? Außerdem hab ich im Internet nicht viel positives über die Calcium-Antagonisten gelesen und hab ehrlich gesagt, ziemlich Angst die neuen Tabletten zu nehmen.

Ich würde gerne mal deine Meinung dazu hören.

Liebe Grüße

Maja

C ha-Txu


Hallo, Maja,

Ich bin heute Nacht ständig aufgewacht und mir ging es nicht so gut. Hab dann im Liegen Blutdruck gemessen und hatte immer 140/90. Sobald ich mich hingesetzt habe, ging der Blutdruck wieder runter auf 110/70.

Nun sind 140:90 aber nicht besorgniserregend. Das kann durchaus auch durch einen schlechten Traum gekommen sein. Warum der Druck im Liegen höher ist, weiss ich nicht, ist aber auch nicht so interessant, denn der Druck, der für Ärzte wichtig ist, ist der im Sitzen nach 5-10 Minuten Ruhezeit. NUR DIESER Blutdruck ist relevant, er ist der "Referenzwert". Nur bei ganz bestimmten Fragestellungen/Probleme/Symptome ist auch mal ein RR im Stehen wichtig. Was im Liegen abgeht, interessiert die Ärzte meist nicht, und der Patient sollte da auch gar nicht messen, eben weil das keine üblichen Werte sind und nur verunsichern.

Der Arzt meinte nun ich soll die Bisoprolol absetzen und ab morgen Verapamil (Calcium-Antagonist) nehmen.

Aber sollte man Beta-Blocker nicht eigentlich langsam ausschleichen?

Du nimmst ja eine sehr niedrige Dosis und vermutlich auch noch nicht sehr lange (?), da kann man das schon absetzen. Ich kann und darf Dir hier nichts empfehlen, aber wenn ICH dieses Problem hätte, würde ich 3 Tage lang nur morgens 1,25 mg nehmen und dann absetzen. Aber wie gesagt, das würde ICH machen und dies ist keine Empfehlung, es auch zu tun ;-)

Außerdem hab ich im Internet nicht viel positives über die Calcium-Antagonisten gelesen und hab ehrlich gesagt, ziemlich Angst die neuen Tabletten zu nehmen.

Ich finde, Du solltest nicht so viel im Internet lesen. Ich nehme ja am Tag 9 verschiedene hochpotente Medikamente ein, die MÖGLICHEN Nebenwirkungen des einen sind schlimmer als die des anderen, das dritte sollte eigentlich nicht mit dem vierten kombiniert werden usw. Ich lebe immer noch, habe KEINERLEI Nebenwirkungen, und selbst das Medikament (mein Asthmaspray), das dramatische Nebenwirkungen auslösen könnte, wenn man herzkrank ist (ich BIN herzkrank), hat mir bisher noch nichts getan. Es ist nicht sehr sinnvoll bei Krankheitsangst auch noch Medikamentenangst zu entwickeln, denn DANN kommst Du in einen Teufelskreis. Daher mein Rat: Ich würde nichts mehr im Internet suchen und lesen, sondern einfach dem Arzt und dem eigenen Körper ein bisschen mehr vertrauen.

Was meinst Du denn zu meinem Vorschlag, eventuell eine Myokardszintigraphie anzustreben?

Schönen Gruss und schönen Abend

Cha-Tu

Mtajxa27


Danke für die schnelle Antwort.

Nun sind 140:90 aber nicht besorgniserregend. Das kann durchaus auch durch einen schlechten Traum gekommen sein.

Naja, ich hab diesen Wert mehrfach gemessen. Ich bin alle zwei Stunden aufgewacht, weil es mir nicht gut ging und jedes Mal war dieser Wert. Und normal hatte ich eher das Problem, dass mein Blutdruck nachts zu niedrig wurde durch das Bisoprolol. Bin da eher Wert von 80/40 gewöhnt.

Du nimmst ja eine sehr niedrige Dosis und vermutlich auch noch nicht sehr lange (?), da kann man das schon absetzen. Ich kann und darf Dir hier nichts empfehlen, aber wenn ICH dieses Problem hätte, würde ich 3 Tage lang nur morgens 1,25 mg nehmen und dann absetzen. Aber wie gesagt, das würde ICH machen und dies ist keine Empfehlung, es auch zu tun

Ich nehm die Bisoprolol jetzt seit fast 4 Monaten. Aber ich hätte schon ein besseres Gefühl, wenn ich sie ausschleichen könnte.

Ich finde, Du solltest nicht so viel im Internet lesen. Es ist nicht sehr sinnvoll bei Krankheitsangst auch noch Medikamentenangst zu entwickeln, denn DANN kommst Du in einen Teufelskreis. Daher mein Rat: Ich würde nichts mehr im Internet suchen und lesen, sondern einfach dem Arzt und dem eigenen Körper ein bisschen mehr vertrauen.

Das stimmt sicher. Aber wenn man als Nebenwirkung Herzstillstand liest, ist das schon beunruhigend. Und im Internet steht, dass bei Calciumantagonisten deutlich mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten, als bei der Behandlung mit Betablockern oder ACE-Hemmern.

Hab einfach Angst, dass die Tabletten mir mehr schaden, als der hohe Blutdruck:( Den Ärzten zu vertrauen ist in Zeiten des Internets echt schwer geworden.

Was meinst Du denn zu meinem Vorschlag, eventuell eine Myokardszintigraphie anzustreben?

Hatte ich dem Arzt heute mal vorgeschlagen, aber er hat eher ablehnend reagiert und fand es besser erstmal weiter mit Medikamenten rumzuprobieren.

Ich wünschte nur, es würde sich mal ein Arzt dafür interessieren, die Ursache rauszufinden.

Man bekommt doch nicht plötzlich grundlos solche Blutdruckschwankungen :|N

Vielen Dank für deine Hilfe (ich weiß, dass ich nervig bin und bewundere deine Geduld ;-) )

C*ha-Txu


Hallo, Maja,

Du weisst aber, dass allein schon die Erwartung (!) die Blutdruckwerte verändern kann? Und noch mal: Werte im Liegen, Stehen, Schwimmen, Gehen, Tanzen etc. haben KEINERLEI medizinische Relevanz. Man hat sich nun einmal vor Jahrzehnten weltweit darauf geeinigt, dass der Wert im Sitzen (am besten nach 5-10 Minuten Ruhe) der Referenzwert ist. Wenn Du nun im Liegen misst, kannst Du gar nicht sagen, ob der zu hoch ist oder zu tief, denn Dein Vergleichswert ist der Referenzwert im Sitzen! Es ist absolut sinnlos, in anderer Position zu messen, es sei denn ein Arzt hat das ausrücklich angeordnet, was aber nur bei wenigen, und dann ganz konkreten Fragestellungen, sinnvoll ist.

Ich denke, wenn Deine Angst vor dem CA-Antagonisten grösser ist als Deine Angst vor dem Hochdruck, dann solltest Du warten bis Dein Arzt aus dem Urlaub zurück ist, und mit ihm reden. Es wird Dich nichts anderes übrig bleiben, als Dich zu entscheiden, einem der Ärzte in seinen Empfehlungen zu folgen. Aber das weisst Du selbst. Weder Du noch ich noch "das Internet" hat die Kompentenz, Dir sagen zu können, was richtig ist. Ich habe nur das sehr ungute Gefühl als driftest Du mit aller Macht in eine Angststörung hinein, falls Du nicht schon eine hast....

Lieben Gruss

Cha-Tu

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