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Jürgens letzter Weg (Lungenkrebs)

CLha-Txu hat geantwortet


Lieber Jürgen,

Du musst Dich hier nicht immer entschuldigen. Und Du jammerst auch nicht... :-)

Mir geht es im Augenblick nicht so gut. Zu den geschwollenen Lymphknoten am Hals hab ich nun auch noch schluckbeschwerden. Dazu ein ganz komisches unwohlsein im allgemeinen. Der Husten wird auch nicht weniger. Eher mehr.

Ich denke auch, dass das von der Bronchitis bzw. Erkältung kommt. Es ist Erkältungszeit, die Viren sind sehr aktiv...

Aber keine Blutspuren mehr. Und zu allen überfluß spinnt das Herz auch noch rum. Ich mach mir wahnsinnige Sorgen. Wegen den Lymphknoten sagte der HA es käme von der Bronchitis. Nehme ja AB. Sehe und spüre aber keine besserung.

Das erleben viele. Ich denke, dass Erkältungen heute länger dauern als früher. Wenn ich mal eine Erkältung habe, was gottseidank sehr selten ist, dauert das 6 Wochen.

Ich trinke übrigens täglich 0,5 Liter Cistus-Tee. Ich glaube daran, dass das mein Immunsystem stärkt und Viren abwehrt. Das machen wir seit 3 Jahren und eine richtig schwere Erkältung haben wir seitdem nicht mehr gehabt (von kleineren Erkältungen abgesehen, aber die beachte ich kaum).

Habe auch den Fehler gemacht und gegoogelt. Lymphknotenschwellung und schluckbeschwerden sind bei Lungenkrebs im fortgeschrittenen stadium nicht selten.

Aber das sind eben auch zwei Symptome, die bei 20000 anderen Krankheiten vorhanden sind...

Seitdem ich das las hab ich nur noch Todesangst.

Einerseits verstehe ich das natürlich. Andererseits aber zeigt das wieder einmal, wie blöde das Googeln ist. Ich glaube nicht, dass Google in Sachen Medizin ein Segen ist, eher ein Fluch... Du hattest doch vor kurzem eine Bronchoskopie. Wenn da irgendwas "fortgeschritten" wäre, hätte Deine Ärztin das doch gemerkt, denke ich mal...

Was schon mehrfach Panikattacken ausgelöst hat. Ich bin machmal soweit das ich denke "Hoffentlich ist es bald vorbei ". Ich möchte so nicht mehr weiterleben.

Ja, diese Gefühle kenne ich von mir selbst. Ich war damals auch soweit, dass ich den Tod leichter empfunden habe als die Angst vor dem Tod. Klingt absurd, war aber so. Das verstehe ich gut.

Das ist kein Leben mehr. AD soll ich vom HA aus nicht nehmen. Psychoonkologe sagt soll mir vom HA Diazepam verschreiben lassen. Hab sie ja schon. Ich fragte nach der Abhängigkeit die diese verursachen. Psychoonkologe sagte zu mir das dies bei meiner erkrankung das kleinste übel wär. Ist nicht so relevant.

So sehe ich das auch, zumal Du sie ja nicht ständig nehmen musst. Heikel werden Diazepame, wenn man sie länger als 3 Wochen am Stück nimmt. Wenn man sie aber hin und wieder bei einer Panikattacke nimmt, dürfte eine Abhängigkeit kaum auftreten. Und selbst WENN, Jürgen. In Deinem Fall ist das wirklich das geringere Übel.

Na gut wenn ich so wie so nicht mehr lange haben sollte dann hat er recht.

Nein, auch wenn Du noch viele Jahre haben solltest, hat er Recht. Dir geht es zur Zeit sehr schlecht (seelisch), und AD darfst Du nicht nehmen. Eine Psychotherapie kann nicht von heute auf morgen wirken, also bleiben nur Tranquilizer, um zu lernen, mit der Todesangst umzugehen. Das ist ein Prozess, der längere Zeit dauern.

Umbringen kann mich das zeug nicht. Dafür sorgt wohl der krebs. Aber ich möchte nicht bis zum ende mit diesen Ängsten und Panikattacken leben.

Darum würde ich an Deiner Stelle zumindest dann, wenn ich sehr grosse Angst habe, eine Diazepam nehmen. Das ist kein medizinischer Rat, den darf ich gar nicht geben, sondern meine ganz persönliche Einstellung, was ICH machen würde, wenn ich an Deiner Stelle wäre.

Mein Puls hat sich auch schon auf 120 schläge die minute eingependelt. Dauer zustand. Was mir noch mehr angst macht da es auch stoplert. Und das nicht zu knapp. Nehm das dem Herzen nicht krumm . Wie soll es auch reagieren wenn der Körper so unter psychischen stress steht. WEIßT DU RAT?.

Nein, da weiss ich leider keinen konkreten Rat, aber wenn man mal eine zeitlang einen erhöhten Puls hat, für den es auch noch eine "logische" Erklärung gibt (Angst erhöht nun einmal den Puls, weil Angst den Köprper in Alarm- und Fluchtbereitschaft versetzt), würde ich mir da keine Gedanken drüber machen.

Ob ich da wieder raus komme ?

Ich denke, Du wirst noch öfters "ganz unten" sein, das ist in so einer Situation normal. Mal hat man das Gefühl, alles ist halb so schlimm, und man könnte Bäume ausreissen, und dann wieder ist man voller Angst und Panik. Ich kenne das auch. Nicht nur von damals, selbst heute passiert mir das noch manchmal. Aber damit kann man leben. Ich bin dafür der beste Beweis.

. Ich habe gestern und heute 7 Std. gearbeitet. Ja ich weiß ich soll mich schonen. Aber ich denke für mich ist es das beste im moment. Es lenkt mich ab. Obwohl ich danach fix und fertig bin.

Ich sehe das mit ungutem Gefühl. Es mag Dir seelisch nutzen, aber ich weiss nicht, ob es gut für Deinen Körper ist. Was sagen denn Deine Ärzte und der Psychoonkologe dazu?

Ich brauche jetzt dies selbstbestätigung denk ich.

Ja, das verstehe ich schon...

Schön, dass es Deiner Frau besser geht und es "nur" eine Blasenentzündung war. Die kann höllisch weh tun, das weiss ich selbst.

Ich habe gestern auch keine guten Nachrichten beim Arzt erhalten. Meine Lunge muss nochmal untersucht werden, denn in der Lungenfunktion bei der Hausärztin war was nicht okay. Nun werde ich mal einen Termin beim LuFA machen. Und mein Herz schlägt viel zu langsam, so 40-50 im Schnitt. Also wieder 24-h-EKG (Ende Oktober) und wenn der Puls nachts öfter unter 40 geht, muss man weiter sehen. Wenn der Körper langsam mehr und mehr versagt, ist das nicht schön. Aber haben wir eine Alternative?

Lieben Gruss

Cha-Tu

Jmürgnenx206 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu

So ein Mist. Das tut mir von herzen leid das du von deinem Arzt so einen Befund bekommen hast. Ich hatte gehofft das bei dir so weit alles gut ist. Hoffentlich kann der LuFA entwarnung geben und es ist nicht so schlimm. Du wolltest doch den Arzt fragen ob das mit dem niedrigen Puls von den BB kommt und du ihn herab sezten kannst. Was sagt er denn bezüglich der BB. Und warum das LZ EKG erst ende Oktober?.

Ist es denn nicht gefährlich wenn der Puls so in den keller geht. Das sollte doch schnellst möglich abgeklärt werden denke ich.

Und wer sagt das dein Körper langsam versagt?. Ist das dein Gefühl oder Meinung des HA ?. Ich drück ganz fest die Daumen das ihr euch beide irrt. :)_

Du ich habe schon so viele Erkältungen in meinem Leben überstanden. Die symptome kenne ich zu genüge. Diesmal ist es anders.Wenn mein HA sagt das die Geschwollenen Lymhpk. von der endzündung der Bronchen kommt glaub ich ihn das. Aber nicht mehr wenn dazu noch Schluckbeschwerden kommen und mein Husten schlimmer wird. Ja diese Symtome treffen auch bei zig anderen Krankheiten zu.Aber wenn jemand wie ich so wie so an Lungenkrebs erkrankt ist ist es doch nur logisch diese Symptome mit dieser Erkrankung in verbindung zu bringen. Ich werde wohl erst gewissheit haben wenn die Nachuntersuchung ist. Die ist am 12.11 . Dann wird CT, Sono Abdomen, Blutbild, MRT Kopf und eventuell skellettzinthi. gemacht. Bis dahin werde ich wohl weiter in Angst leben müssen.

Die Diazepam 10mg nehme ich jetzt seit 1 Woche täglich. Zu dem habe ich noch Lyrica 300mg und Amineurin 50 mg zu hause. Je 100 Pillen. Zöger aber noch sie zu schlucken. Hat mir das KH verschrieben nach der OP. Ob die Tranquilizer mir helfen die Todesangst zu verlieren oder zu mindest zu lindern ist fraglich. Sie stellen mich zwar ruhiger aber ob sie mir die Angst vor den Tod nehmen ?. vielleicht nur in verbindung mit der Therapie. Und wie du schon schreibst. Nur über einen längeren zeitpunkt. Aber so wie ich mich fühle hab ich diese zeit nicht mehr.Es ist zum ko..... Du schreibst das ich noch öfters ganz unten sein werde. Das denke ich auch. Jetzt aber erstmal aus diesen Tief rauskommen ist verdammt schwer. Morgen hab ich Termin beim Therapeut. Werde mit ihm darüber reden. Ich hätte mir im Leben nie träumen lassen das ich mal in so eine Lage gerate. Ich hatte immer Nerven wie Drahtseile. Mich konnte so leicht nichts aus der Bahn werfen. Viele hatten mich darum beneidet. In den 80er Jahren als ich noch auf Montage in Libyen und anderen Ländern in Afrika war hab ich viel gesehen was andere sehr erschreckt hätte. Unter anderen wohnte ich mit einem Kollegen einer öffentlichen Hinrichtung bei. Das andere mal sah ich einen Verkehrsunfall. Der PKW ist unter einen LKW aufgefahren. Mit voller Geschwindigkeit. Der Fahrer des PKW hat das leider nicht überlebt. Ihm hat es buchstäblich den Kopf abgetrennt. Solche erlebnisse mußten wir damals erleben. Aber diese machten mir keine Angst. Obwohl ich noch sehr jung war. Damals sah ich das als schiksal wenn es jemanden so getroffen hat. Und heute muß ich selbst Todesängste ausstehen. Aber vielleicht ist es jetzt die strafe das mir das schiksal jetzt so übel mitspielt eben weil ich mein ganzes Leben nichts an mich rankommen lassen habe.

Das ich 7 Std. jetzt am Tag arbeite siehst du mit ungutem Gefühl . Auch heute hab ich meine 7Std. gearbeitet. Ja es tut mir gut. Körperlich geht es mir abends nicht so blendend. Morgens bin ich immer noch kaputt und die Pumpe schlägt immer noch schnell. Trinke meine 2- 3 Tassen Kaffee und dann mach ich mich wieder auf den weg. Ich weiß das ich wenn ich so wie jetzt weiter mache es nicht lange durch halte. Wenn ich davon meinem Arzt erzählen würde na der würd mich ganz schön fertig machen. Aber ich kann im moment nicht anders. Es gibt mir das Gefühl das ich noch lebe. Ich weiß das ist nicht richtig. Auch die Angst treibt mich voran. Sie macht mich ruhelos. Ich bin im Augenblick immer in Bewegung. Nur wenn mir die Luft knapp wird lege ich eine Pause ein. Diese Pausen werden zwar häufiger aber ich muß weiter machen. Jetzt kommt das Wochenende und ich überlege schon was ich dann mache. Werde wohl anfangen die Wohnung zu renovieren. Das Material hab ich ja schon vor Monaten gekauft. Es ging aber nicht weil ich mehr in der Klinik war wie zu hause. Möchte aber das noch fertig bekommen bevor ich nicht mehr dazu im stande bin. Ich möchte keine halben sachen zurück lassen. Das hört sich alles blöd an. Für mich nicht. Wenn ich schon sterben muß möchte ich alles erledeigt haben. Egal was es ist.So denke ich im Augenblick. Diese denken mag für andere vielleicht idiotisch klingen. Für mich nicht.

Ja es ist schön das es meiner Frau wieder besser geht. Danke.

Lieber Cha-Tu ich wünsche dir von ganzen Herzen das es dir schnellst möglich wieder besser geht.

Lieben gruss

Jürgen

JXürgexn206 hat geantwortet


Lieber Cha-TU

Hoffentlich geht es dir besser.Ich brauch deinen Rat oder Meinung. Du hast mir sehr mit deinen Worten und Ratschlägen sehr geholfen.Aber nur wenn du in der Lage bist dies zu beantworten .

Mann oh mann . Ich hoffe dir geht es gut. Du machst mir doch schon sorgen. Mittleweile hab ich schon Angst wenn ich dich verlieren sollte keinen mehr habe wenn ich Angst und Panik habe meine Ängste mitteilen kann. Bitte entschuldige meine schreibweise. Bin total durch den wind.Habe heute ja beim therapeut termin gehabt. hab ihm von meinem Ängsten und allem erzählt. So wie ich dir alles geschildert habe.

Er meinte das das alles normal bei meiner erkrankung ist. Er hätte tag täglich mit Krebskranken zu tun und die Ängste gleichen sich alle mit dem was ich erzähle.Was soll ich machen fragte ich. Egal was der HA sagt . Nehmen sie die AD's .Auch wenn es dem Herzen nicht gut tut.der hauptsache ist doch ihre Lebensqualität steigert sich. Was soll ich davon halten ?.Ich hab gestern einen Traum gehabt der mir viel Angst gemacht hat. Ich bin mit meiner Emma in den Wald gegangen.Sie lief und hatte viel spass und ich auch. Dann plötzlich kam eine Lawine auf uns zu. Ich hatte keine zeit mehr zum überlegen. Emma war schon weg. Sie hat schneller reagiert wie ich. Die Lawine über rollte mich.Ich wurde wach und versuchte mich frei zu schaufeln. Aber je mehr ich versucht habe mich freizuschaufeln um so mehr schnee viel auf mich. Dann kam die Todesangst. Ich bekam keine luft mehr in dem gefängnis vom schnee. Ich dachte nur noch an meine Familie und ob es meine Emma geschafft hat. Und dann wurde es dunkel. Es war als wenn ich irgendwo hin gleite. Ein ganz komisches Gefühl.Ist das der nahende Tod?.Als ich wieder wach wurde hat meine Emma neben mir gelegen und hat ihren kopf auf meiner brust gelegt.Sie schaute mich mit ihren traurigen Augen so traurig an das mir dir tränen kamen.

Was ist deine Meinung zu dem Traum ? Es war so realistisch. Ist es das ende ?.Fühlen tu ich mich wie Hundert.

Mann es tut so weh das ich alles was ich liebe und im Herzen trage zurück lassen muss..

Therapeut fragte auch schon ob ich ein Testament und eine Patientenverfügung gemacht hätte. Das hört sich ja doch schon nach Abschied an.

Liebe Grüsse an dich Cha-Tu

Bitte bleib bei uns und gute Besserung

LG

Jürgen

C$hak-9Tu hat geantwortet


Guten Tag, Jürgen,

Und warum das LZ EKG erst ende Oktober?.

Weil das so zeitnah wie möglich zum Kardiologen- und LuFA-Termin gemacht werden soll. Und es eilt ja nicht, es besteht doch keine akute Gefahr. Ein User hier im Forum, der nicht mehr schreibt, hatte eine zeitlang einen Puls von 38 und selbst das hat er überlebt... ;-) Und diesen Puls habe ich seit Wochen, vielleicht schon seit Monaten. Da muss ich mir und den Ärzten jetzt keine Hektik machen. Zumal ich meiner Ärztin 100% vertraue. Wenn es dringend wäre, hätte sie mir gesagt, dass das EKG früher dran muss.

Und wer sagt das dein Körper langsam versagt?. Ist das dein Gefühl

Ich selbst denke das, weil ich immer mehr abbaue, schwächer werde. Aber es kann auch sein, dass ich einfach Probleme mit der kalten Jahreszeit habe, ich bin eher der Sommertyp (jedenfalls mein Körper liebt den Sommer mehr als den Winter, während meine Seele sich im Winter wohler fühlt).

Du ich habe schon so viele Erkältungen in meinem Leben überstanden. Die symptome kenne ich zu genüge. Diesmal ist es anders.

Das ist schon klar, denn Deine Lunge ist nicht mehr die, die sie früher war. Da fehlt ein Stück, und dass Du dann eine Erkältung anders empfindest als früher, ist mir sehr einleuchtend.

Wenn mein HA sagt das die Geschwollenen Lymhpk. von der endzündung der Bronchen kommt glaub ich ihn das. Aber nicht mehr wenn dazu noch Schluckbeschwerden kommen und mein Husten schlimmer wird.

Wie gesagt, ich kann dazu nichts wirklich Kluges sagen, für mich klingt das aber alles sehr logisch.

Ja diese Symtome treffen auch bei zig anderen Krankheiten zu.Aber wenn jemand wie ich so wie so an Lungenkrebs erkrankt ist ist es doch nur logisch diese Symptome mit dieser Erkrankung in verbindung zu bringen.

Ja. Aber es sollte genauso "logisch" sein, sich zu sagen: "Es wurde vor wenigen Tagen eine Broncho gemacht, und die war in Ordnung...."

Ich werde wohl erst gewissheit haben wenn die Nachuntersuchung ist. Die ist am 12.11 . Dann wird CT, Sono Abdomen, Blutbild, MRT Kopf und eventuell skellettzinthi. gemacht. Bis dahin werde ich wohl weiter in Angst leben müssen.

Nein, Jürgen, das "musst" Du gar nicht. Bzw. Du musst darunter nicht leiden wie ein angeschossenes Tier. Ich habe auch hin und wieder Angst, aber ich lasse mich von der Angst nicht überfluten... Aber bitte nicht missverstehen: Es ist völlig okay, dass Du Angst hast, aber ich finde, Du solltest Dich ihr nicht wehrlos geschlagen geben. Du tust ja auch etwas dagegen, Du gehst zur Therapie, Du setzt Dich hier auseinander...

Ob die Tranquilizer mir helfen die Todesangst zu verlieren oder zu mindest zu lindern ist fraglich.

Das kann ich natürlich nicht beurteilen. Vielleicht wäre aber alles noch viel schlimmer, wenn Du sie nicht nehmen würdest? Ich weiss es nicht.

Sie stellen mich zwar ruhiger aber ob sie mir die Angst vor den Tod nehmen ?.

Das werden selbst die besten Medikamente nicht schaffen, Jürgen. Es gibt nur sehr wenig Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben. Aber es gibt viele, die trotz Todesangst gut leben können, ich gehöre dazu...

Du schreibst das ich noch öfters ganz unten sein werde. Das denke ich auch. Jetzt aber erstmal aus diesen Tief rauskommen ist verdammt schwer.

Ja, das ist es. Mir fällt gerade ein, ob es nicht vielleicht gut wäre, wenn Du eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke suchen würdest. Unsere bereits irgendwo mal erwähnte Freundin, die an Leberkrebs erkrankte, hat so etwas ziemlich schnell aufgesucht, und ich glaube, sie ist auch heute, 18 Jahre später, immer noch dabei.

Morgen hab ich Termin beim Therapeut. Werde mit ihm darüber reden. Ich hätte mir im Leben nie träumen lassen das ich mal in so eine Lage gerate. Ich hatte immer Nerven wie Drahtseile.

Die Nähe zum Tod relativiert selbst die stärksten Nerven...

Mich konnte so leicht nichts aus der Bahn werfen. Viele hatten mich darum beneidet. In den 80er Jahren als ich noch auf Montage in Libyen und anderen Ländern in Afrika war hab ich viel gesehen was andere sehr erschreckt hätte. Unter anderen wohnte ich mit einem Kollegen einer öffentlichen Hinrichtung bei. Das andere mal sah ich einen Verkehrsunfall. Der PKW ist unter einen LKW aufgefahren. Mit voller Geschwindigkeit. Der Fahrer des PKW hat das leider nicht überlebt. Ihm hat es buchstäblich den Kopf abgetrennt. Solche erlebnisse mußten wir damals erleben. Aber diese machten mir keine Angst. Obwohl ich noch sehr jung war.

Vielleicht auch WEIL Du noch sehr jung warst, Jürgen. Oft ist man sich als jüngerer Mensch ja gar nicht bewusst, wie bedroht das menschliche Leben ist, jeden Tag!

Aber vielleicht ist es jetzt die strafe das mir das schiksal jetzt so übel mitspielt eben weil ich mein ganzes Leben nichts an mich rankommen lassen habe.

Das hat mit Strafe nichts zu tun, sondern einfach mit Entwicklung und Reifung. Warum der Krebs entstanden ist, weiss ich nicht. Hast Du geraucht? Aber wie dem auch sei: Den Gedanken "Strafe" solltest Du vergessen.

Das ich 7 Std. jetzt am Tag arbeite siehst du mit ungutem Gefühl . Auch heute hab ich meine 7Std. gearbeitet. Ja es tut mir gut. Körperlich geht es mir abends nicht so blendend. Morgens bin ich immer noch kaputt und die Pumpe schlägt immer noch schnell. Trinke meine 2- 3 Tassen Kaffee und dann mach ich mich wieder auf den weg. Ich weiß das ich wenn ich so wie jetzt weiter mache es nicht lange durch halte. Wenn ich davon meinem Arzt erzählen würde na der würd mich ganz schön fertig machen. Aber ich kann im moment nicht anders.

Das wird jeder akzeptieren. Aber Du musst dann Deinerseits akzeptieren, dass Du die Verantwortung zu tragen hast, wenn es aufgrund dieser Arbeit schlimmer wird. Wenn Du das so annehmen kannst, und Dir des Risikos bewusst bist, dann ist es okay, was Du machst (so "verrückt" es für andere auch scheinen mag).

Liebe Grüsse

Cha-Tu

Jjürg7en20x6 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu

Wie geht es dir?. Hoffe das es nur die kalte Jahreszeit ist. Bei mir ist es übrigens genau das Gegeteil der Fall. Ich bin immer froh wenn die wärme des Sommers endlich vorbei ist und der Herbst einzug hält. Im Winter fühl ich mich am wohlsten. Hab auch schon nur im T-Shirt morgens schnee geschaufelt. Kälte machte mir bisher nichts aus. Aber sobald es über die 22 Grad geht bekomme ich schon Probleme.

Du hast mit deiner Vermutung recht was das Rauchen betrifft. Ich hab 35 Jahre dieses sche.....Zeug geraucht. Ich verfluche dieses zeug.

Es hat mir den Lungenkrebs gebracht. Wie oft hab ich versucht mit dem Rauchen aufzuhören-Ich weiß es nicht. Zig mal. Aber ich bekam es nicht hin. Jetzt hab ich den Sche...... Aber jeder Raucher kennt das Risiko auf was er sich einläßt. Ich sag mal das ich selber an meinen Lungenkrebs schuld bin. Und dafür hasse ich mich selbst. Weil ich nicht den Willen aufbrachte aufzuhören. In der Sache war ich zu schwach.

Die renovierung der Wohnung muß wartren. Mir geht es seit gestern saumäßig. Ich stand heute morgen auf und fiel fast hin. Habe dann meinen BD gemessen. Kein wunder das mir schwarz vor Augen wurde. Er zeigte 80-50 an. Ins Bad gings nur immer an der Wand lang. Und zu allen Überfluß bekam ich gegen 10 Uhr auch noch mein Vorhofflimmern. Hatte aber meinen BB noch nicht genommen weil ich erst meinen Blutdruck wieder in einen höheren bereich treiben wollte. Ich machte wechselduschen und anschließend trank ich 3 Becher Kaffee. Das löste wohl meine VHF aus. Da konnte ich die Renovierung vergessen. Aber vielleicht wollte mein Körper mir meine Grenzen aufzeigen. Bis hier hin und nicht weiter. Das VHF ließ nach 3,5 Std. schlagartig nach. Kam von allein wieder in den Sinus. Hab schon gedacht das ich wieder in der Notaufnahme lande. Obwohl sie mir letztes mal sagten ich solle rüber kommen wenn ich wieder VHF bekommen sollte. Da ich ja keine Antikoagulation habe. Ich hatte den Ärzten letztes mal gesagt das ich wenn es nach 4Std nicht von alleine in den Sinus springt rüber kommen werde. Naja hatte sich ja Gott sei Dank erledigt.

Ich sage mir ja immer Jürgen mach dich nicht verrückt.Aber die Angst und Panikattacken kommen wie eine riesen Welle aus dem nichts über mich. Letzte Nacht hab ich nur ca. 4 Std geschlafen. Weil mich der Husten verrückt gemacht hat. Und heute Nacht wirds nicht anders sein. Immer wenn ich liege verschlimmert sich der Husten. Hab schon das Kopfteil hochgestellt und 3 Kissen unterm Kopf. Ich schlafe dann praktisch mehr im sitzen. Werde gleich noch eine Diazepam schlucken in der Hoffnung das ich ruhiger werde und schlafen kann.

Ich versteh nicht wie mann mit Todesangst gut leben kann. Mich macht das eher verrückt. Kaum zum aushalten. Und meine letzte Therapiesitzung hat mir eher Angst gemacht. Psychoonko fragte ob ich eine Patientenverfügung und ein Testament gemacht hätte. Dann kam sie auf das Thema Hospiz zu sprechen. Sie schwärmte davon und wollte es mir sehr schmackhaft machen. Da dachte ich oh Mann was denkt die denn wie lange ich noch lebe?. Hatte sie in meiner Krankenakte etwas gelesen was ich nicht weiß?. Das hat mir denke ich mehr geschadet als geholfen. Mein Vater starb im Letzten Januar dieses Jahres im Hospiz an Lungenkrebs. Ich empfand es als erdrückend dort.

Fremd und unpersönlich. Ich kann mich mit den Gedanken nicht anfreunden dort mein Leben zu beenden. Auf der anderen Seite möchte ich nicht meine Familie belasten wenn es so weit ist. Das beste wär einschlafen und nicht mehr aufwachen. Ich hätte einen schönen Tod und ich wäre keine Belastung mehr für meine Familie.

So werde nun noch 20mg Targin nehmen damit wenigstens die Schmerzen nachlassen. Dieses sche.... Stechen und das brennende Gefühl in der Brustmitte erinnert mich immer wieder das dieser Mist krebs da ist. Das kann ja wieder eine heiße Nacht werden.

Liebe Grüsse

Jürgen

Cpha-xTu hat geantwortet


Guten Morgen, Jürgen.

Du hast mit deiner Vermutung recht was das Rauchen betrifft. Ich hab 35 Jahre dieses sche.....Zeug geraucht. Ich verfluche dieses zeug.

Es hat mir den Lungenkrebs gebracht.

Ja, das ist leider so. Ich habe auch extrem viel geraucht, aber schon 1981 aufgehört. Insgesamt habe ich 14 Jahre geraucht, zuletzt 3-4 Schachteln Filterlose. Ich bereue das auch, das ist wohl die Ursache der COPD.

Ich sag mal das ich selber an meinen Lungenkrebs schuld bin.

Ich würde da nicht von Schuld reden. Es ist Sucht.

Und dafür hasse ich mich selbst.

Hass ist immer kontraproduktiv, es bringt Dir nichts, bringt Dich nicht weiter und macht das Gewesene nicht ungeschehen. Verantwortung, die haben wir. Aber Schuld?

Weil ich nicht den Willen aufbrachte aufzuhören. In der Sache war ich zu schwach.

Die Sucht war zu stark.

Die renovierung der Wohnung muß wartren. Mir geht es seit gestern saumäßig.

Das tut mir sehr leid.

Ich habe solche extrem niedrigen Blutdrücke wie Du meistens, wenn ich eine Infektion habe, sei es Erkältung, sei es sonst was Virales/Bakterielles. Ja, da kann man kaum gehen...

Aber vielleicht wollte mein Körper mir meine Grenzen aufzeigen. Bis hier hin und nicht weiter.

Ja, das sehe ich auch so.

Das VHF ließ nach 3,5 Std. schlagartig nach. Kam von allein wieder in den Sinus.

Gut.

Ich sage mir ja immer Jürgen mach dich nicht verrückt.Aber die Angst und Panikattacken kommen wie eine riesen Welle aus dem nichts über mich.

Ja, das sind die sehr typischen Anzeichen für Panikattacken, dieses Überschwemmtwerden.

Immer wenn ich liege verschlimmert sich der Husten.

Das ist bei mir auch, Jürgen. Das scheint für Lungenkrankheiten typisch zu sein. Mein Vater konnte zuletzt nur noch im Sitzen schlafen, bzw. fast im Sitzen, ich denke, er hatte 5 oder 6 Kissen im Rücken (er hatte 20 Jahre lang schwere COPD, starb dann aber an drei Herzinfarkten, die er innerhalb von 48 Stunden hatte).

Ich versteh nicht wie mann mit Todesangst gut leben kann.

Weil man sich daran gewöhnt. Das klingt fast unglaublich, aber es ist so. Natürlich lebe ich nicht "gut", wenn ich eine schwere Todesangstattacke habe (ich habe das manchmal nachts). Aber ich kann damit umgehen, ich weiss, dass sie vorbeigeht, und wenn es ganz schlimm ist, dann ergebe ich mich in mein Schicksal und denke "Dann sterbe ich halt..." Das ist zwar erst zweimal passiert, dass ich wirklich "aufgegeben" habe, Angst zu haben, weil ich "sicher" war, das nicht zu überleben. Aber das geht. Aber das braucht Zeit!

Mich macht das eher verrückt. Kaum zum aushalten. Und meine letzte Therapiesitzung hat mir eher Angst gemacht. Psychoonko fragte ob ich eine Patientenverfügung und ein Testament gemacht hätte.

Nun, ich denke, das sollte jeder Mensch machen und vor allem jeder Mensch, der krank ist, und vermutlich keine 90 Jahre alt werden wird. Und selbst die sollten es machen ;-) Meine Frau und ich haben seit 20 Jahren ein Testament, das wir immer wieder erneuern bzw. bestätigen, und seit 1 Jahr haben wir auch eine Patienten- und Betreuungsverfügung. Letztere haben wir mit unserer Ärztin gemeinsam erstellt, das ist bei ihr eine Igel-Leistung, eine Investition, die sich wirklich lohnt, denn unsere Ärztin kennt uns durch und durch, und hat uns manche Formulierung erklärt und auch verhindert, dass wir da was schreiben, was wir gar nicht meinen (z.B. "Ich möchte nicht an Geräten hängen", das ist viel zu allgemein, das muss man spezifizieren, und da kann einem ein Arzt bei helfen, das zu verstehen und auch zu formulieren).

Dann kam sie auf das Thema Hospiz zu sprechen. Sie schwärmte davon und wollte es mir sehr schmackhaft machen. Da dachte ich oh Mann was denkt die denn wie lange ich noch lebe?.

Ich finde es sehr sinnvoll, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wie es in der Endphase weitergehen soll, egal, ob dieses Ende in 1, 10 oder 20 Jahren eintreten wird. Ich habe z.B. festgelegt, dass ich solange wie möglich zuhause bleiben möchte, und falls das nicht mehr zumutbar ist, will ich in ein Hospiz. Ich habe auch schon recherchiert, ob und welche Hospize es hier in der Umgebung gibt. Ich finde das für mich als einen verantwortungsvollen Umgang mit meinem Leben, meinem Sterben und meinen Krankheiten.

Aber ich weiss, dass die allermeisten Menschen diese Gedanken wegdrängen und davon nichts wissen wollen. Darum finde ich es gut, dass die Therapeutin (war das nicht bisher ein Mann?) das so offen anspricht.

Hatte sie in meiner Krankenakte etwas gelesen was ich nicht weiß?.

Sicherlich nicht, denn die Ärzte müssen einem heute "die Wahrheit" sagen. So wie das früher war, dass die Ärte einem was schönreden und nur den Angehörigen die Wahrheit sagen, das gibt es nicht mehr, das ist sogar verboten. Nur wenn der Patient ausdrücklich fordert, nicht wissen zu wollen, was mit ihm ist, dann dürfen Ärzte schweigen. Wie sinnvoll so ein Schweigen ist, sei dahingestellt.

Das hat mir denke ich mehr geschadet als geholfen. Mein Vater starb im Letzten Januar dieses Jahres im Hospiz an Lungenkrebs. Ich empfand es als erdrückend dort.

Natürlich ist ein Hospiz kein "Ideal". Zuhause zu sterben, ist immer schöner, besser. Aber manchmal sind die Angehörigen so hoffnungslos überfordert, oder es findet sich kein Arzt, der zuhause eine Morphiumtherapie machen kann oder will. Da ist ein Hospiz 100mal besser als das Krankenhaus, finde ich.

Ich denke, die Therapeutin wollte Dich einfach dahin führen, den Tod nicht panisch zu verdrängen. Lieber Jürgen, knallhart: Aber Menschen, die schwer krank sind wie Du und ich sollten nicht so tun, als ob "nichts wäre".

Aber bitte nicht missverstehen: Ich kann verstehen, dass man von all dem nichts wissen und hören will. Und es ist psychologisch auch vollkommen einleuchtend, dass Menschen so reagieren. Ich halte das aber für falsch. Oder möchtest Du die Zeit, die noch vor Dir liegt, voller Angst und Panik verbringen? Und niemand kann Dir sagen, ob es noch 1 Jahr ist oder 5, 6, 10 oder 20 Jahre, das KANN niemand sagen! Ich erwähnte schon mal unsere Freundin A., der vor 18 Jahren beim Leberkrebs gesagt wurde, sie habe noch 1 Jahr zu leben, und sie lebt immer noch!

Mir jedenfalls war und ist es immer lieber gewesen, Klarheit zu haben, alle Eventualitäten zu kennen und darauf vorbereitet zu sein. Auf ALLES kann man sowieso nicht vorbereitet sein, das weiss ich. Aber das, was man selbst tun kann, sollte man meiner Meinung nach tun. Im Endeffekt ist das leichter als den Rest seines Lebens Angst und Panik zu haben.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

Amvimxoth hat geantwortet


Moinmoin!

Ich hab mir gedacht ich lass mal wieder von mir hören...mein Rechner ist hin und mit dem Handy kann ich leider nicht zitieren....

Ich hab die Texte (auf dieser Seite) grob überflogen, man möge mir verzeihen, wenn ich etwas überlesen habe.

Ich weiß jetzt nicht ob Chatu schon etwas zu dem Traum geschrieben hatte. Im Traum verarbeiten wir erlebtes und manchmal gehen wir Szenarien durch, die der Verstand mit dem echten Körper nicht probieren möchte, weil das Kontraproduktiv wäre. In deinem Fall könnte es beides sein. Einerseits die Verarbeitung des Lungenkrebses andererseits, dass dein Verstand den schlimmsten Fall übt. Das soll nicht deine Angst schüren, sondern vielmehr emotional entlasten.

Wegen der Depression würde ich sonst mal nach einer Lichtdusche fragen mit 10.000 lux ohne UV Strahlen. Ich habe eine zu Hause mit der ich sehr zufrieden bin und die ich in depressiven Episoden gerne nutze.

Jettt noch etwas zum Thema Hospiz. :-)

Meine Mutter starb letztes Jahr an Krebs, bzw wahrscheinlich hat ihr Herz dann versagt, da ich den Herzfehler von ihr habe. Sie war nie im Hospiz, ihr Lebenspartner hatte sich um sie gekümmert. Sie hatte lediglich Sterbebegleitung. Sie hatte noch 7 Jahre gelebt nach der ersten OP. Und hätte sich die Natur bei ihr nicht noch ausgedacht unterschiedliche Krebsformen gleichzeitig zu entwickeln, würde sie immer noch leben. Zwischendurch ist sie sogar aus dem Sterbehilfeprogramm geflogen, weil sie immer noch lebte ;-D

Ein Testament und eine Forsorgevollmacht ist eigentlich immer sinnvoll, ob man gesund ist oder nicht. Meine Oma hat erst dieses Jahr ihre Vorsorgevollmacht aufgesetzt, obwohl sie schon seit 60 Jahren MS hat und eigentlich gar nicht mehr leben dürfte. Allerdings hoffe ich um ihrerselbst Willen, dass sie bis zuletzt bei klarem Verstand bleibt. Außerdem ist notarisch festgehalten, dass wir Enkel uns um sie kümmern, bis es beruflich und belastungstechnisch nicht mehr geht. Ihr Wunsch ist, zu Hause zu bleiben und wenn dann erst kurz vor Schluß ins Hospiz.

Und damit mein Beitrag nicht so deprimiert endet: mein Sohn kann jetzt Fahrrad fahren! Ich bin mit ihm los, hab nich gedacht "wird er halt fallen, wenn ich nicht schnell genug laufen kann, das übt wenigstens das Aufstehen." Was soll ich sagen...er hat erst Anschwung gegeben wie auf dem Laufrad die Füße auf die Pedale gestellt und weg war er...! Irgendwann kam er wieder zurückgefahren und ist nicht einmal hingefallen... :-)

J2ürgen|20x6 hat geantwortet


Hallo lieber Cha-Tu

Geht es dir gut?. Meine Nacht war wieder mal beschi........ Neben diesen Hustenanfällen kamen noch Atemprobleme dazu. Auch bin ich heute morgen noch ein bischen benommen. Denke darüber nach und tue Ursachenforschung. Kam zu dem Ergebnis das es aller wahrscheinlichkeit nach von den Targin Pillen kommt. Hatte gestern abend 10mg Diazepan genommen und kurz darauf Targein 20 mg. Targin ist ja auch ein Opiodhaltiges Schmerzmittel. Die Kombination dieser beiden Pillen werden wohl meine benommenheit heut morgen verursacht haben. Targin sollte mann nur mit äußerster Vorsicht bei Lungenerkrankungen nehmen steht im Beipackz. Hab diese aber gleich nach der OP im KH bekommen. Mein Puls war auch wieder bei 110. Kurz darauf eine kurze Episode von VHF. Ich blieb aber ruhig dabei und dann gings wieder in den normalen Sinus. Habe aber noch ES. Aber das bringt mich nicht um.

Als ich vor meiner Krebserkrankung aufhören wollte mit dem Rauchen und es nach unzähligen versuchen nicht schaffte bat ich meinem Arzt mir zu helfen. Er meinte das ist reine Kopfsache. Ich muss es wollen dann klappt das auch. Bekam immer und überall wo ich hilfe suchte immer diese blöde Antwort. Irgendwann gab ich auf. Es ist eine Sucht da hast du vollkommen Recht. Wenn jemand Alkohol oder Drogensüchtig ist dem wird geholfen aus seiner Sucht rauszukommen. Rauchen wird als Lapalie dahin gestellt.

So kommt mir das vor.

Es tut mir leid wegen deines Vaters. 3 Herzinfarkte innerhalb 48 Std. Das ist ja heftig. Ich hoffe er mußte nicht zu sehr leiden.

Ob ich mich je an die Todesangst gewöhnen werde ?. Das gefühl bei einer Paniattacke zu sterben kenne ich sehr gut. Einmal nachts wurde ich geweckt von so einer Attacke. Ich dachte jetzt ist es soweit. Ich weckte sogar meine Frau auf und sagte ihr das ich glaube das ich diese besagte Nacht nicht überleben werde. Es war sehr schlimm. Lebe aber gott sei Dank noch. Und an so was kann mann sich gewöhnen ?. Ja ich weiß man kann. Du bist ein beispiel dafür. Am anfang dieses Treads hab ich mal geschrieben das ich meine Krebserkrankung nicht so bedrohlich finde wie das Vorhofflimmern. Diese machten mir mehr Angst das ich glaubte daran zu sterben.Ich schob den gedanken an Krebs einfach in die hinterste Ecke in meinem Gehirn. Mittlerweile weiß ich aber das das VHF gut behandelbar ist und damit lange leben kann. Ja mann bekommt auch dabei Angst. Aber die überflutet mich nicht mehr. Ist doch nur wieder VHF sag ich mir. Wenns eben nicht besser wird gehe ich eben rüber in die Notaufnahme und lasse mal wieder eine Kardioversion machen und gut ist. Aber die Angst die der Krebs auslöst ist sehr sehr schlimm. Als ich merkte das das VHF mich nicht so schnell umbringt kroch der Krebs wieder aus der ecke im Gehirn und nahm wieder besitz von mir.

Mit dem Hospiz kann ich mich noch nicht anfreunden. Natürlich ist das eine sehr gute Idee . Vielleicht weil ich denke Hospiz = Sterben. Und das sterben = Tod alles zu ende. Aus für alle ewigkeit. Das macht mir ja so viel Angst. Ich denke mal ich muß erst mal lernen mit meinen Ängsten umzugehen. Auch muss ich erst mal meine Krebserkrankung akzeptieren. Wenn ich diese beiden sachen in den Griff bekomme dann werde ich mich mit dem Thema Hospiz näher beschäftigen. Bei uns gibt es einen Ambulanten Hospizdienst. Kann mich mal dort ganz unverbindlich erkundigen. Ist vielleicht eine Option.

Ja mein Therapeut war ein Mann . Dieser hatte vertretung weil die Therapeutin erst Urlaub hatte und anschließend auf einer Fortbildung war. Jetzt ist sie wieder da und ich hab sie. Sie kommt übrigens auch aus Bayern. Werd sie mal fragen aus welchen Ort.

Das so zu tun als wäre nichts kenne ich. Ich versuche auch immer egal wo oder bei wem ich bin ganz normal zu sein. Alle sagen Mensch Jürgen du siehst aber gut aus. Das sagte sogar meine Therapeutin. Kann ja sein sagte ich ihr.Aber wie ich innen aussehe sieht keiner. Nach außen hin versuche ich immer ganz normal zu sein. Werde oft gefragt wie es mir geht. Bekommen dann meine mittlerweile standard Antwort. Mir geht es Blendend. Danke der Nachfrage. Wechsel dann aber sofort das Thema.

Auch ich bin für Klarheit was meine Krankheit betrifft. Habe meinen Ärzten klipp und klar gesagt das ich alles was damit zu tun hat wissen möchte. Egal ob gut oder schlecht. Und wenn ich merke sie halten sich zurück dann löcher ich sie eben so lange bis ich Antwort bekomme.

Lieber Cha-Tu ich danke dir das du sogar auf einem Sonntag versuchst mir mit lieben Worten zu helfen. Wenn ich diese von dir lese werde ich immer ruhiger und es beruhigt mich. Ich versuche immer deine Tips und vorschläge in die Tat umzusetzen. Ist sehr schwer.

Aber aufgeben will ich auch nicht. Wird schon irgendwann gehen. Vielen Dank.

Lieben gruss

Jürgen

Hallo Avimoth.

Freue mich mal wieder etwas von dir zu hören bzw.zu lesen.Wie geht es dir denn im Moment ?. Ioh hoffe gut. Solche Träume hab ich in letzter zeit öfter. Es erschreckt weil sie mir so real vorkommen. Früher hab ich geträumt und hab sie kurz nach den Aufwachen wieder vergessen. Diese Träume brennen sich förmlich im Gehirn fest hab ich den Eindruck. Ich war immer Realist mein Leben lang. Deshalb habe ich auf Träume nichts gegeben. Es gab aber ein Erlebnis was mir zu denken gab. Der Bruder meiner Frau lag in der Klinik. Krebs im Endstadium. Sie wurde wach und sagte mir sie hätte ihren Bruder gehört wie er ihren Namen rief. Sie war sehr aufgeregt deswegen. Ich beruhigte sie und sagte das es nur ein Traum gewesen ist. Nur eine Stunde später ging das Telefon und die Klinik war dran. Wir möchten sofort kommen da es mit ihren Bruder zu ende ginge. Wir gingen sofort zu ihm. Aber es war zu spät. Er starb 2 Minuten bevor wir ins Zimmer kamen. Er hatte die Augen weit offen und schaute aus den Fenster. Man sah förmlich wie der Glanz aus den Augen wich. Ich ging zu ihm und schloß seine Augen. Hatte meine Frau nun nur einen Traum gehabt oder hörte sie wirklich ihren Bruder ihren Namen rufen hören ?. Ich kann es mir nicht erklären.

Es tut mir leid wegen deiner Mutter. Auch ich hoffe das wenn ich schon Sterben muss mein Herz einfach aussetzt. Aussuchen kann mann sich das ja leider nicht. Aber den Herztod würde ich vor allem anderen vorziehen.Deiner Oma wünsche ich noch viele viele Jahre.

Wegen des Hospiz bin ich mir noch nicht klar. Habe dazu oben geschrieben. Aber wenn ich nicht mehr allein auf Toilette gehen kann und ich meine Körperpflege nicht mehr alleine machen kann dann wäre ich bereit dort hin zugehen. Denn das möchte ich meiner Familie nicht zumuten. Ich würde mich auch wahnsinng schämen . Auch meinen kleinen Enkelkindern möchte ich dieses mit anzusehen nicht zumuten. Das müßten sie aber zwangsläufig wenn sie zu besuch kämen. Nein das will ich nicht. So sollen sie mich nicht in erinnerung behalten.

Du hast am Anfang meines Treads geschrieben das du nicht wüßtest ob du noch erleben würdest wie dein Sohn Fahrrad fahren lernt. Es freut mich das du dieses Glücksgefühl erleben darfst. Ich mußte schmunzeln als ich deine Zeilen las wie er so los düste. Mein jüngster Enkel ist 2,5 Jahre jung. Seinen ersten Kindergartentag hab ich erleben dürfen. Ob ich seine Einschulung erlebe ist fraglich. Das macht mich sehr traurig. Aber daran möchte ich nicht denken. Lieber freue ich mich wenn er bei uns ist. Es ist eine Freude wie er die ersten zusammen hängende Sätze versucht zu sprechen. Zu sehen wie er lernt. Ja es ist schön. Liebe Avimoth ich hoffe das du noch lange lange zeit mit deinem Sohn zusammen sein kannst und ihr beide noch schöne und glückliche Zeiten miteinander habt.

Du ich hab mich gefreut von dir zu hören. Aber jetzt mach ich erstmal schluß. Wie du oben lesen kannst geht es mir nicht so gut. Und die schmerzen in der Brust nehmen auch wieder zu. Da bohrt so ein Teufel von innen mit einem glühenden Messer in mir rum. So ein schmerz ist das. Muß die schmerzen erst mal wieder unter Kontrolle bringen. Sonst könnte es passieren das ich wieder in einen supergau ende. Bin ja noch nicht mal aus den letzten tief raus. Werde mal wieder meine schmerzmittel nehmen und abwarten was passiert. Dann werde ich ein wenig raus an die Luft gehen. Auch wenn es mir nicht gut geht. Aber mein Hund kann ja nicht wegen mir den ganzen tag im Haus verbringen. Auch meine Frau kommt mit. Denn alleine in den Wald möchte ich in meinen jetzigen zustand nicht. Gehe immer mit Emma in den Wald. Dort kann sie toben. Es ist mir schon einmal passiert das ich mitten im Wald eine Pankattacke bekam. Kein Mensch in der nähe. Und zu allen überfluß hatte ich mein Handy zu hause liegen lassen.Es war schlimm.

Dir auch einen lieben Gruss

Jürgen.

C,haN-Tu hat geantwortet


Lieber Jürgen,

mir geht es ganz gut, danke. Die Jahreszeit macht zwar ein wenig melancholisch, aber ich finde das gar nicht so schlecht...

Die Kombination dieser beiden Pillen werden wohl meine benommenheit heut morgen verursacht haben.

Ja, das kann durchaus sein. Sollst Du die Targin denn immer noch nehmen? Gibt es keine Alternative?

Als ich vor meiner Krebserkrankung aufhören wollte mit dem Rauchen und es nach unzähligen versuchen nicht schaffte bat ich meinem Arzt mir zu helfen. Er meinte das ist reine Kopfsache. Ich muss es wollen dann klappt das auch.

Das stimmt nur halb. Klar, alles ist irgendwie auch "Kopfsache". Auch wenn man Heroin oder was weiss ich nimmt, kommt man davon nur weg, wenn man es "will". Aber es gibt ja Hilfsmittel, für Raucher z.B. diese Nikotinpflaster oder auch Nikotintabletten (letztere müssen verschrieben werden). Damit macht man es den Rauchern leichter. Auch eine Verhaltenstherapie kann manchmal helfen und auch Akupunktur wäre einen Versuch wert gewesen.

Rauchen wird als Lapalie dahin gestellt.

Nun, dass die Ärzte so denken, da sorgt schon die Tabakindustrie für...

Nein, mein Vater musste nicht leiden, er ist einen ganz leichten Tod gestorben, er starb im Schlaf.

Ob ich mich je an die Todesangst gewöhnen werde ?. Das gefühl bei einer Paniattacke zu sterben kenne ich sehr gut. Einmal nachts wurde ich geweckt von so einer Attacke. Ich dachte jetzt ist es soweit. Ich weckte sogar meine Frau auf und sagte ihr das ich glaube das ich diese besagte Nacht nicht überleben werde. Es war sehr schlimm. Lebe aber gott sei Dank noch. Und an so was kann mann sich gewöhnen ?

Ich denke, sie sind dann nicht mehr so bedrohlich. Sie werden dadurch auch seltener.

Ja ich weiß man kann. Du bist ein beispiel dafür. Am anfang dieses Treads hab ich mal geschrieben das ich meine Krebserkrankung nicht so bedrohlich finde wie das Vorhofflimmern. Diese machten mir mehr Angst das ich glaubte daran zu sterben.Ich schob den gedanken an Krebs einfach in die hinterste Ecke in meinem Gehirn.

Ja, und jetzt kommt das alles aus dem Unbewussten hoch. Aber das ist völlig normal, und eine ganz "normale" Reaktion, mein Lieber. Mit "normal" meine ich, dass das jedem in Deiner Situation so gehen würde. Und der Gedanke ans Sterben und an den Tod ist nun mal das Schwierigste, das ein Mensch in seinem Leben auszuhalten hat. Religiöse Menschen haben manchmal Halt in ihrer Religion. Aber ich kenne auch religiöse Menschen, die sehr sehr schwer gestorben sind, denen war ihr Glaube keine Hilfe. Und ich kenne Atheisten, die sehr leicht gestorben sind, meine Mutter z.B. Die hatte nie Todesangst, selbst als sie nach zwei Schlaganfällen einen dritten zu erleiden hatte. Und sie hat auch nie an Gott geglaubt, sondern immer nur an die Liebe ihrer Familie und ihrer Freunde. DAS war ihr wichtig, nicht "Gott". Und dennoch starb sie sehr leicht und ohne Angst (ich war bei ihrem Sterben und Tod dabei).

Mit dem Hospiz kann ich mich noch nicht anfreunden. Natürlich ist das eine sehr gute Idee . Vielleicht weil ich denke Hospiz = Sterben. Und das sterben = Tod alles zu ende. Aus für alle ewigkeit. Das macht mir ja so viel Angst.

Ja, das ist auch der Punkt, der es mir manchmal schwer macht. Die Perspektive, niemals mehr meine Frau sehen und in den Arm nehmen zu können. Solche Gedanken sind schwer auszuhalten. Ich kenne und weiss das.

Ich denke mal ich muß erst mal lernen mit meinen Ängsten umzugehen. Auch muss ich erst mal meine Krebserkrankung akzeptieren. Wenn ich diese beiden sachen in den Griff bekomme dann werde ich mich mit dem Thema Hospiz näher beschäftigen.

Ja, ich denke, das ist der richtige Weg.

Bei uns gibt es einen Ambulanten Hospizdienst. Kann mich mal dort ganz unverbindlich erkundigen. Ist vielleicht eine Option.

So ein Dienst ist sehr gut. Hier bei uns im äussersten Osten Bayerns gibt es so etwas nicht, jedenfalls habe ich noch nie so etwas gefunden. Aber hier dürfen die Hausärzte auch manches, was sie anderswo nicht dürfen (z.B. Morphium verschreiben) und hier auf dem Land helfen auch Verwandte und oft sogar Nachbarn in der Pflege mit. Hier lebt eine Cousine von uns, 15 Jahre jünger als wir, von Beruf Krankenschwester. Sie würde uns sicher bei der Pflege helfen, wenn es bei meiner Frau oder bei mir mal zuende geht. Hier auf dem Land scheint man auch viel weniger Angst und Berührungsangst vor dem Tod zu haben. Die Beziehung zum Tod ist "normaler".

Alle sagen Mensch Jürgen du siehst aber gut aus. Das sagte sogar meine Therapeutin.

Ja, ich sehe auch immer aus wie das blühende Leben. Jedenfalls wenn ich sitze und mich nicht bewegen muss. Aber sobald ich einige Meter gehe, wird der Atem schwer.

Kann ja sein sagte ich ihr.Aber wie ich innen aussehe sieht keiner.

Vielleicht solltest Du das dem einen oder anderen Menschen mal zeigen? Hast Du Freunde. Ich meine, ECHTE Freunde, mit denen man über solche Dinge auch reden kann? Oder einen "besten Freund"? Fang bei dem an, und lass einfach mal Dein Schwachsein zu.

Nach außen hin versuche ich immer ganz normal zu sein. Werde oft gefragt wie es mir geht. Bekommen dann meine mittlerweile standard Antwort. Mir geht es Blendend. Danke der Nachfrage. Wechsel dann aber sofort das Thema.

Warum? Weil DU mit dem Thema nichts zu tun haben willst, oder weil die anderen zurückschrecken? Ich kenne es auch, dass andere zurückschrecken. Aber ich mute mich ihnen zu.

Aber aufgeben will ich auch nicht.

Das ist gut.

Lieben Gruss!

Cha-Tu

J,ürgen?206 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu

Ja ich hatte die Targin also ausschleichend beendet. Aber jetzt wo die Brustschmerzen stärker wurden nehme ich sie noch bei bedarf. Ich hab zwar noch Paracetamol und Novalgin im Haus .Von Paracetamol hab ich noch nie viel gehalten. Novalgin können meine schmerzen nur in hoher Dosierung im zaum halten. Mit Ibuprofen hab ich eine schlechte Erfahrung gemacht.Hatte schlimme Kopfschmerzen gehabt und hatte nur noch Ibu im Haus. Nahm 2 Tabletten.Nach ca. 1 Stunde bekam ich schmerzen in der linken Brust. Dann strahlten die schmerzen in den linken Arm und zwischen den schulterblättern. Als mir dann auch noch der Unterkiefer weh tat hab ich gesehen das ich zum Internisten kam. Er schrieb ein EKG. Er gab mir 1 Hub Nitrolingual spray unter die zunge. Die schmerzen ließen sofort nach. Er meinte das war ein typischer Angina Pectoriesanfall. Darauf hin wurde ich ja zur Kathederuntersuchung geschickt. Er meinte auch das das Ibu das ausgelöst haben könnte. Ist zwar selten aber kann laut Beipackz. passieren.Wie dem auch sei Ibu fällt auch weg.

Habe vor 1 Stunde die Targin genommen. Die schmerzen sind von stechen in ziehende schmerzen übergegangen. Mal in der Brustmitte mal in der linken Brustseite mal rechts. Was ich davon halten soll weiß ich auch nicht. Egal muß eh zum HA. Habe meine AB wie geplant aufgebraucht. Wegen der Bronchitis. Lympfk. sind immer noch geschwollen und das schlucken macht auch noch Probleme. Der Husten so wie so.Die Atemprobleme sind auch noch vorhanden. Schau'n wir mal was er dazu sagt.

Das Thema rauchen ist gelaufen. Da brauch ich mir keinen Kopf mehr rüber machen. Aber glaub mir ich hab alles scheinbar mögliche versucht. Nikotinpflaster , Nikotinkaugummi und sogar die E-Zigarette hab ich mir gekauft. Alles für die Katz.

Auf dem Land ist der zusammen halt viel größer als in einer größeren Stadt. Auch die hilfsbereitschaft anderen zu helfen ist größer.

In der stadt leben die Menschen nebeneinander vorbei. Jeder ist nur auf sich selbst fixiert ist mein Eindruck.

Doch ich habe sehr gute freunde. Bisher war ich immer der Meinung das ich meine Freunde nicht mit meiner Erkrankung belästigen sollte. Als ich mit meiner Frau und den Kinder darüber sprechen wollte spürte ich förmlich wie sie sich dagegen sträubten und abblockten. Auch habe ich ECHTE Freunde. Wir haben voreinander keine Geheimnise und konnten bisher über alles reden egal was es war. Ich werde mal deinen Rat befolgen und meine Freunde zum Bier in unsere alte Stammkneipe einladen und mal vorsichtig das Gespräch auf meine erkrankung lenken. Werde sehen was dann passiert. Mehr wie das abblocken kann ja nicht passieren. Aber wenn ich merke das es ihnen nicht behagt werde ich sofort das Thema wechseln. Jetzt kommt bestimmt wieder die Frage warum?.

Weil ich denke das wenn sie abblocken es mir und ihnen nichts bringt. Dann kann ich noch so viel von meinen Ängsten erzählen. Ich werde wahrscheinlich antworten bekommen. Aber wahrscheinlich nur Antworten die aus Mitleid heraus kommen. Und ich möchte nicht das meine Freunde mir nur aus Mitleid heraus tröstende Worte sagen. Oder tun als ob sie mich verstehen obwohl sie es nicht tuen.

Dann habe ich eben nur noch meine Therapeutin mit der ich meine Ängste bewältigen kann. Dann muß ich sehen wie ich damit fertig werde. Und wenn alles nichts nutz werde ich neben der Therapie auch noch AD schlucken. Dann gehe ich die Risiken der NW's ein.

Was soll schon passieren ?. Herzprobleme ?. Hab ich eh schon.

Aber warten wir erst mal ab was das Gespräch mit meinen Freunden bringt. Vielleicht reagieren sie ja ganz anders als ich angenommen habe.

Liebe Grüsse und einen beschwerdefreien Restsonntag

Jürgen

C'ha-xTu hat geantwortet


Guten Morgen, Jürgen.

Ja, es ist bekannt, dass einige Schmerzmittel leider Herzprobleme auslösen können. Ich vertrage Ibu glücklicherweise sehr gut. Das ist bei jedem Menschen verschieden.

Das Thema rauchen ist gelaufen. Da brauch ich mir keinen Kopf mehr rüber machen. Aber glaub mir ich hab alles scheinbar mögliche versucht. Nikotinpflaster , Nikotinkaugummi und sogar die E-Zigarette hab ich mir gekauft. Alles für die Katz.

Ja, das gibt es. Aber da können Ärzte auch nicht helfen. Leider (oder glücklicherweise?) gibt es keinen klinischen "Entzug" für Nikotin, das wäre zwar gut, aber auch extrem hart. Ich habe mal gelesen, dass der schnelle Entzug beim Nikotin schlimmer sein kann als bei Alkohol. Kann! Ich hatte relativ wenige Probleme, bzw. nur ca. 3 Tage wirklich heftigste Nikotinentzugsprobleme, danach war das bei mir ad acta.

Doch ich habe sehr gute freunde. Bisher war ich immer der Meinung das ich meine Freunde nicht mit meiner Erkrankung belästigen sollte.

Für mich sind Freunde auch dazu da, "da zu sein", wenn es mir schlecht geht. Ich bin für diese auch da, wenn es ihnen schlecht geht. Das hat meiner Meinung nach nichts mit Belästigung zu tun. Knallhart, sorry, aber wer sich durch mein Leid belästigt fühlt, ist für mich kein "Freund".

Als ich mit meiner Frau und den Kinder darüber sprechen wollte spürte ich förmlich wie sie sich dagegen sträubten und abblockten.

Dazu schrieb ich ja schon, dass ich das öfters erlebt habe, einfach weil die Menschen mit dem Gedanken, dass ein Angehöriger schwer krank ist, überfordert sind.

Auch habe ich ECHTE Freunde. Wir haben voreinander keine Geheimnise und konnten bisher über alles reden egal was es war. Ich werde mal deinen Rat befolgen und meine Freunde zum Bier in unsere alte Stammkneipe einladen und mal vorsichtig das Gespräch auf meine erkrankung lenken.

Ja, tu das. Du kannst da durchaus auch sagen, dass Du keine konkrete Hilfe erwartest (wie sollten sie da auch konkret helfen), sondern einfach reden möchtest, das alles einfach mal loswerden möchtest. Wissen sie denn, dass Du Krebs hattest?

Werde sehen was dann passiert. Mehr wie das abblocken kann ja nicht passieren. Aber wenn ich merke das es ihnen nicht behagt werde ich sofort das Thema wechseln. Jetzt kommt bestimmt wieder die Frage warum?.

Weil ich denke das wenn sie abblocken es mir und ihnen nichts bringt.

Es kommt darauf an, wie sie abblocken. Wenn ich das Gefühl hätte, sie wollen einfach davon nichts hören, weil es ihren "schönen Alltag" stört, würde ich auch nicht weiter reden. Wenn ich aber merke, sie sind einfach nur unsicher, würde ich das auch sagen. Ich würde sagen "Ich verstehe, dass Ihr unsicher seid, bitte sagt mir, wenn ich aufhören soll zu reden". Man muss den anderen auch helfen (ja, helfen!), das Gehörte anzunehmen. Natürlich ist jeder erst einmal schockiert, wenn er von dem Leid eines Freundes hört. Aber ich finde, der kranke Freund sollte sich dann nicht sofort zurückziehen, wenn er merkt, der andere ist geschockt. Denn so ein sofortiger Rückzug gibt bei dem Freund, der nicht krank ist, ein GANZ blödes Gefühl, nämlich das Gefühl, versagt zu haben.

Übrigens wäre ich STOCKSAUER, wenn ich erführe, ein guter Freund wäre schwer krank und hätte irre Ängste und würde mit nicht darüber reden, weil er mich "schonen" will. Ich finde, das muss er schon MIR überlassen, ob ich überhaupt geschont werden WILL.

Dann kann ich noch so viel von meinen Ängsten erzählen. Ich werde wahrscheinlich antworten bekommen. Aber wahrscheinlich nur Antworten die aus Mitleid heraus kommen.

Was habt Ihr Menschen eigentlich alle gegen "Mitleid"?? Ich verstehe das nicht. Ich lese und höre sehr oft "Ich will aber kein Mitleid". Ja, warum denn nicht? Was ist so schlimm an Mitgefühl und Mitleid? ICH finde das wunderbare Tugenden, und z.B. im Buddhismus ist "karuna" (Mitgefühl, Mitleid) eine der vier grössten Tugenden des Menschen. Natürlich ist "falsches Mitleid" nicht schön. Oder Mitleid, das nur zeigt, dass der andere sich "besser" fühlt als man selbst und daher von oben herab mitleidig ist, das ist auch nicht schön.

Aber wenn ein Freund mit-fühlt, und ja, auch mit-leidet, finde ich das eher eine Tugend als etwas, das ich zurückweisen würde. Ich glaube wirklich, diese Aversion gegen Mitleid ist etwas typisch Deutsches, vielleicht etwas typisch Europäisches, warum auch immer. Von asiatischen (chinesischen und japanischen) Bekannten habe ich so etwas noch nie gehört oder gelesen. Einen anderen, der leidet, wortlos in den Arm zu nehmen, ist ein Zeichen von Mitfühlen, manchmal auch von Mitleiden, und das ist wunderbar.

Und ich möchte nicht das meine Freunde mir nur aus Mitleid heraus tröstende Worte sagen.

Ein Mensch, der einem anderen nahestehenden Menschen tröstende Worte sagt, tut das, weil er erschüttert ist über dessen Schicksal, weil er sich in den Anderen einfühlen kann, wie er selbst fühlen würde, wenn er das hätte. Was ist das anderes als Mitgefühl und Mitleid?

Oder tun als ob sie mich verstehen obwohl sie es nicht tuen.

Das ist aber was anderes als Mitleid oder Mitgefühl. "So zu tun" ist immer unecht, das kann ich auch nicht leiden. Aber wer sagt Dir, dass ein Freund "nur so tut" als ob?

Lieben Gruss

Cha-Tu

J7ürUgen*2J0x6 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu

Bei dir alles in Ordnung?

Erst mal vielen Dank für deine Antwort. Deine Ansicht was Freunde und Freundschaft betrifft sehe ich ja auch so. Freunde sollten für einander da sein das ist schon richtig. Auch in schlechten zeiten. Ich hatte bis vor kurzem einen freund .Oder dachte immer er wär einer. Wir kennen uns schon 30 Jahre lang. Dieser erkrankte letztes Jahr im Frühjahr an offene TBC . Er lag 8 Wochen isoliert in der Kkinik. Da ich nur ein paar 100 Meter weg wohnte besuchte ich ihn jeden 2 Tag. Als er wieder am arbeiten war hab ich ihm die schweren arbeiten abgenommen. Nun ja das war für mich als Freund selbstverständlich. Dann kam meine Diagnose Krebs. Habe ihm das gleich erzählt. Er machte auch einen besorgten eindruck. Meinte ich soll mir nicht zu viel sorgen machen das wird schon wieder. Dann kamen 8 Stationäre Aufenthalte. Er war nicht einmal in der Klinik zu besuch. Als ich jetzt letzte Woche auf arbeit war fragte er mich ob ich ihm nicht mal helfen könnte da er etwas am Handgelenk hätte und nicht richtig heben könnte. Ich hab gedacht ich flip aus. Ich ließ ihn stehen und ging. Es ist nur noch jemand den ich kenne mehr nicht.

Meine anderen Freunde besuchten mich soweit es ihnen möglich war immer. Sie sind viel unterwegs. Wir waren sonst immer zusammen unterwegs was jetzt im Augenblick nicht möglich ist. Aber wenn sie mich nicht besuchen konnten blieben wir per E-MAIL in Kontakt. Diese freunde sorgen sich schon wegen mir. Ich stell dir mal rein was mir ein Freund gemailt hat.

Hallo Jürgen mich freut es das es dir besser geht und das du uns in Pottenhausen wieder hilfst. Arbeit haben wir da ja genug. Nach Feierabend konnen wir dann auch mal einen Zwitschern. Jürgen das ich dich im Krankenhaus besuchte war mir wichtig. Du bist doch mein Freund und Kollege und du brauchst grade jetzt Unterstützung und viel Kraft. Ich wünschte ich hätte noch mehr Zeit für dich, doch leider bin ich immer unterwegs. Ab Montag sind wir in Lemgo dann komme ich auch wieder vorbei. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute

Bis bald Michael

Ich weiß Michi gehört zueinen meiner besten Freunden. Cha-Tu das mit dem einen Zwitschern is nich mehr. Aber ein Bierchen gönne ich mir noch gelegentlich. Seh darin auch kein großes körperliches Risiko.

Ich habe heute morgen nach den Besuch bei meinem HA mit ihnen telefoniert. Das Telefon ging gleich reihum bei ihnen . Ich entschloß mich spontan morgen mal wieder mit zuarbeiten. Die freude war groß bei ihnen. Morgen früh um 6 uhr geht es nach Paderborn. Ich freu mich riesig darauf. Dann werde ich versuchen mit ihnen zu reden.Wie du schon schreibst . Ein zuhören würde mir auch schon reichen. Ich bin schon fast der Meinung das es an mir liegt wenn ich glaube sie verstehen mich nicht und blocken ab. Vielleicht komm ich mit meinen Gefühlen noch nicht mal selbst richtig zurecht und komme damit noch nicht richtig damit raus. Und dann denke ich warum soll ich dann meine Freunde damit belästigen. Ich glaube das Problem liegt eher bei mir. Vielleicht liegt es daran das ich auch vor meiner erkrankung nie über meine Probleme und Gefühle mit anderen geredet habe.Ich habe zwar anderen immer geholfen wenn er sich nicht gut fühlte oder Probleme hatte. Meine Gefühle stellte ich immer in den Hintergrund. Die Therapie bei meiner Psychoonkologin wird sich wohl nicht nur auf meine Todesangst,Ängste und Depression beschränken müssen. Ich werde wohl auch noch an meinen Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen arbeiten müssen.

Wie dem auch sei.

War wie du etwas oben lesen kannst beim HA. Ich habe mit ihm über meine jetzigen Beschwerden gesprochen. Er fand die Symptome die ich jetzt habe für ungewöhnlich. Die schmerzen und der zunehmende Husten seien nicht normal weil diese auch nicht besser würden. Auch die Atemnot und schluckbeschwerden sind über diesen zeitraum ungewöhnlich. Die geschwollenen Lymphk. können aber noch folgen der Bronchitis sein. Er hat ein EKG gemacht BD gemessen und noch blut für ein grosses Blutbild abgenommen. Er wollte auch sehen wie die Tumormarker sind. Er meinte zudem das sich vielleicht doch noch Micrometas in den noch vorhandenen Lymphk. vorhanden waren und die die bestrahlung überstanden hätten. Die chemo hatte ja nicht angeschlagen und konnten aller wahrscheinlichkeit auch nicht alles zerstören. Eben diese eventuell übriggebliebenen Micrometas könnten wieder aktiv sein. Er wolle sich morgen früh mit den Ärzten in der Klinik in verbindung setzen und das weitere vorgehen besprechen. Er meinte wohl das wir nicht mehr bis zum Vorsorgetermin am 12.11 warten sollten und diese so schnell wie möglich vorziehen sollten. Da er nun auch auf schnelles handeln plädiert und ich diese verstärken Symptome habe bekomme ich so langsam wieder Angst das sich der Krebs nun doch ausweitet. Dieser Gedanke strapaziert schon wieder meine Nerven. HA gibt mir bescheid wenn er mit den Klinikärzten gesprochen hat. Sche......

Will mich aber bis dahin nicht verrückt machen. Aber das irgendetwas nicht in Ordnung ist spüre ich ja schon seit Tagen.

Aber trotz alle dem fahre ich morgen früh mit den Jungs nach Paderborn. Darauf freue ich mich jetzt und lass mir das nicht vermiesen.

Liebe Grüsse

Jürgen

CDha4-Tu hat geantwortet


Guten Morge, Jürgen.

Diese Erfahrung mit dem Arbeitskollegn/Freund ist sehr schlimm. Und ja, leider ist das recht typisch für viele Menschen. Aber es gibt auch andere, wie ja auch Dein Freund Michael zeigt.

Nein, hin und wieder mal ein Bier ist sicherlich kein Risiko für den Körper, und falls es doch ein kleines Risiko ist, würde ich es eingehen, wenn mir Biertrinken Freude machen würde. Du solltest wirklich nicht auf alles verzichten, was Dir Freude macht. Denn hin und wieder für sich selbst etwas Schönes, Gutes tun, das stärkt auch die Abwehrkräfte. Das ist wahr! Menschen, die seelischen Beistand haben und sich auch mal was gönnen, werden schneller gesund als diejenigen, die jetzt selbst davor Angst haben, mal ein Bierchen zu trinken oder was weiss ich. Ich trinke nun kein Alkohol (mag ich nicht), aber ich "gönne" mir z.B. hin und wieder auch ein Stück Kuchen oder so, obwohl ich da wegen meines Diabetes immer aufpassen muss, dass es nicht zu viel mit den Kohlenhydraten wird. Aber hin und wieder mache ich das ganz bewusst und GÖNNE mir das.

Ich habe heute morgen nach den Besuch bei meinem HA mit ihnen telefoniert. Das Telefon ging gleich reihum bei ihnen . Ich entschloß mich spontan morgen mal wieder mit zuarbeiten.

Du bist aber doch krank geschrieben. Pass um Himmels Willen auf, dass Du da nicht irgendwann mal Ärger mit der Krankenkasse bekommst. Oder ist das nicht Deine Arbeitstelle, sondern was anderes?

Vielleicht komm ich mit meinen Gefühlen noch nicht mal selbst richtig zurecht und komme damit noch nicht richtig damit raus.

Ich denke, man kann sich erst öffnen, wenn man selbst seine Gefühle auch zulässt und annimmst. Du darfst traurig sein, Du darfst Angst haben und Du darfst auch verzweifelt sein. Solange Du da wieder rauskommst, ist das alles in Ordnung. Und ich denke, das wird auch das Ziel Deiner Therapeutin sein. Was verhindert werden muss (und da musst Du Strategien enwickeln, mit der Therapeutin), ist, dass Du in der Angst versinkst und gar nicht mehr rauskommst aus dem Loch. Wie heisst ein altes Sprichwort: "Hinfallen ist kein Drama, aber liegenbleiben ist ein Drama".

Vielleicht liegt es daran das ich auch vor meiner erkrankung nie über meine Probleme und Gefühle mit anderen geredet habe.

Da liegt es sicherlich dran.

Auch wenn ich Dir das nicht empfehlen mag, aber ICH würde auch meine Frau fragen, warum sie so blockiert. Ich würde sie nach angemessener Zeit, in der sie schockiert sein kann oder selbst damit fertig werden muss, fragen, warum sie mich in dem Gefühl lässt, sie zu nerven und mir keine Stütze sein will oder kann. Aber wie gesagt, ich kann und mag DIR das nicht empfehlen. Aber ICH würde das zum Thema machen. Es ginge in meiner Ehe nicht, dass einer der Partner die schwerste Zeit seines Lebens durchleiden muss und der andere Partner tut so, als ob nichts wäre. Aber zum dritten Mal: Das würde ICH machen. Ich kenne Dich und Deine Frau viel zu wenig, um Euch das empfehlen zu wollen.

Meine Gefühle stellte ich immer in den Hintergrund.

Und das ist nicht gut. Es gibt sogar Mediziner und Psychologen, die der Meinung sind, dass Menschen, die ihre Gefühle immer hintenan stellen, eher dazu neigen, schwer krank zu werden, also solche, die ihre Gefühle gut und offen zeigen können. Ich lebe da so dazwischen, ich kann bei Menschen, die mir sehr nahe sind, gut Gefühle zeigen. Bei anderen bin ich da etwas reservierter, aber auch bei denen gelingt es mir, wenn es sein "muss".

Die Therapie bei meiner Psychoonkologin wird sich wohl nicht nur auf meine Todesangst,Ängste und Depression beschränken müssen. Ich werde wohl auch noch an meinen Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen arbeiten müssen.

Vor allem daran, Dich selbst ein wenig wichtiger zu nehmen als Du das anscheinend machst, und auch Gefühle Dir selbst gegenüber zuzulassen...

Wie dem auch sei.

Gut, dass Dein Hausarzt da so achtsam ist und evtl. den Untersuchungstermin vorzieht. Wenn da wirklich etwas Metastatisches ist, dann muss man frühzeitig reagieren, und wenn da "nichts" ist (was ich hoffe und Dir wünsche!), dann bist Du beruhigter als mit so einer unklaren Situation.

Mach Dir aber noch keine allzugrosssen Ängste. Noch weisst Du ja nicht, was es ist...

Alles Gute

Cha-Tu

JJürg@en20x6 hat geantwortet


Guten Abend lieber Cha-Tu

Jetzt habe ich mich endlich mal aufgerafft um zu schreiben. Lag den ganzen Tag auf dem Sofa und mir war Hundsschlecht.

Bin heute morgen um viertel vor fünf aufgestanden weil ich ja nach Paderborn fahren wollte. Aber mir war sehr schlecht. Der Kopf glühte förmlich hatte ich das Gefühl. Kurzum .Fieber gemessen. 39.2 zeigte es an. Hab daraufhin freund Michi angerufen und abgesagt. Nicht schlimm ruh dich aus ich komme heute abend noch vorbei. Dann reden wir noch zusammen. Zum reden is mir im moment nicht. Es ist aber auch zum Ko.... Ich hatte mich schon so auf den Tag gefreut. Hatte zwar gestern schon etwas erhöhte temp von 38 . Schob das aber auf die noch vorhandene Bronchitis.Jedesmal wenn ich mir was vornehme was mir spass und freude macht macht mir der Körper ein strich durch die Rechnung. Es sind wohl doch alle A....KARTEN dieser Welt für mich vorgesehen. Muß mich mal umhören an wen ich eine abgeben kann. Mir werden sie langsam zu viel. GRINS. Aber das Jahr 2013 hat es auch ganz schön in sich. Ich ziehe mal Zwischenbilanz. Erst starb im Januar mein Vater (Lungenkr.) , am 3.3.2013 Meine Diagnose Lungenkrebs , am 13.3 erster Klinikaufenthalt , Juni starb ein sehr guter Freund an Herzversagen , ende Juli diagnose Lungenkrebs bei einer guten bekannten die 4 Wochen später nach der ersten chemo verstarb. Dann bekam meine Frau ihre schwere Nierenkolik und Blasenentzündung. Von meiner verschlechterung garnicht zureden. Und das Jahr ist noch noch nicht um.

Ich hab echt gesagt die schn.... voll. Und zu allen überfluss kam meine Tochter (33 J.) heut heulend an und meinte das gestern bei der Mammographie 2 Knoten gesichtet wurden. Mann da muß mann doch Nerven haben wie stahlseile. Ist es da kein Wunder das man Angst und Panikattacken bekommt?. Die Knoten sollen jetzt 4 Wochen beobachtet werden und dann Gewebeproben entnommen werden. Ich versuche sie zu beruhigen und sagte ihr das es sich auch um Zysten handeln kann. Wenn ein konkreter Verdacht bestehen würde würden die Ärzte bstimmt keine 4 Wochen warten sondern sofort handeln. Sie solle nicht das schlimmste annehem und erstmal die 4Wochen abwarten. Hab sie lange im Arm gehalten und ihr gut zugeredet. Das hat geholfen. Sie hat ja auch noch Kinder die sie auf Trab halten und ablenken. Nun warten wir alle die 4 Wochen ab. Dann hab auch ich meinen Termin. Ich hoffe wir beide bekommen gute Nachricht. Es ist zum heulen.

Meine Frau möchte ich jetzt nicht fragen warum sie bei mir blockt und nicht auf mich eingeht. Das wird zu viel jetzt. Aber ich hab darüber nachgedacht warum sie das tut. Vor 4 Jahren starb ihre Mutter. Sie hing sehr an ihr. Dann 1,5 Jahre später starb ihr Bruder einen qualvollen Krebstod.(Speiseröhre, Magen und Hirnmetas.)Er wog zum schluß nur noch 47 Kilo. Das war ihr letzter Angehöriger ihre Familie. Und nun soll sie mich als nächsten verlieren. Sie hatte ganz schön wegen ihrer Mutter und ihren Bruder mitgelitten.Sie ist vielleicht dehalb noch nicht wieder bereit sich auf mich einzustellen. Sie wird schon Angst um mich haben und sie hat Angst mich nun auch zuverlieren. So stelle ich mir das bei ihr vor das sie so handelt.

Du sagst ich solle mich selbst ein wenig wichtiger nehmen. Und auch Gefühle mir selbst gegen über zulassen. Im Moment kann ich mich selbst nicht wichtiger nehmen weil nun meine Tochter wichtiger ist.

Habe auch noch meinen HA angerufen. Er hat mit dem Arzt geprochen aus der Klinik.Dieser meinte es wäre noch zu früh weil die Bestrahlung noch solange nach wirkt. Es würde immer noch Gewebe zerstört werden.Mein HA solle wenn die Schmerzen größer werden wieder die schmerztherapie einleiten. Hab ich ja schon selbst gemacht. Wenn die symptome aber stärker werden sollten solle ich mich in die Klinik begeben. Von meinem Fieber habe ich dann nichts mehr erwähnt. Vielleicht hängt dieses auch mit der Bronchitis zusammen weil der körper jetzt massiv gegen diese ankämpft. Übrigens muß ich noch 10 weitere Tage AB nehmen. Und auf dem EKG von gestern waren auffälligkeiten. Er meinte es ist in der Herzhinterwand. Aber da hab ich ja so wie so eine Minderbelegung sagte ich ihm. Wurde schon vor 2 oder 3 Jahren festgestellt. Er wolle sich mit meinen Kardiolo. in verbindung setzen und mal die EKG's aus der zeit zum vergleich anfordern. Könnte aber dauern. Aber ich mach mir über die Minderbelegung kein Kopf da ich diese ja schon so lange habe.

So jetzt ist schluß. Muß mich wieder in die waagerechte begeben . Ich schwitze wie nach einen 10 kilometer Lauf. Gehe wohl noch duschen.

Liebe Grüsse

Jürgen.

Übrigens würde ich auch mal wieder ein stückchen Kuchen essn. Meide aber Zucker und Kohlenhydrate. Will die Krebszellen ja nicht noch füttern da sie ja Zucker brauchen um sich zu teilen und sich zu vermehren. Den Gefallen tue ich dem Mistkrebs nicht und liefer den auch noch Energie. Bier hat auch Zucker und Kohlenhydrate ich weiß. Aber mehr wie 2 oder höchstens 3 Bier werdens in der Woche ja nicht. Oder ich laß das Bier mal ganz in der Woche weg und geniese mal wie du ein schönes Törtchen mit Sahne beim Kaffee. Viel Fisch , Fleisch , Obst und Gemüse sind bei mir angesagt. Bischen mehr Fett kann es schon mal sein.

C<haq-Txu hat geantwortet


Lieber Jürgen,

meine Güte, bei Euch kommt es aber dicke. Ich wünsche Deiner Tochter, dass es nur eine Zyste ist oder vielleicht sogar nur ein "Fettknötchen", das manche Frauen in der Brust haben, und zwar gar nicht so selten.

Ja, es gibt Jahre, die sind was für die Tonne. "Mein" Horrorjahr war 1995...

Meine Frau möchte ich jetzt nicht fragen warum sie bei mir blockt und nicht auf mich eingeht. Das wird zu viel jetzt.

Ja, das verstehe ich angesichts dessen, wen sie schon alles verloren hat. Andererseits bin ich stets ein Mensch gewesen, der es falsch findet, sich etwas vorzumachen. Dass Ihr beide Deine Krankheit und Deine Ängste so verdrängt, ja irgendwo auch leugnet, halte ich persönlich für mich für falsch. Aber das kann immer nur für mich gelten. Vielleicht ist es für Euch richtig. Ich könnte und wollte das aber nicht, dafür ist mein Leben mit meiner Frau und den wenigen guten Freunden viel zu "offen".

Du sagst ich solle mich selbst ein wenig wichtiger nehmen. Und auch Gefühle mir selbst gegen über zulassen. Im Moment kann ich mich selbst nicht wichtiger nehmen weil nun meine Tochter wichtiger ist.

Es geht nicht um "Jetzt", Jürgen. Du hast Dich all die Jahre und Jahrzehnte wohl nicht sehr wichtig genommen.

Mehr kann ich dazu leider nicht sagen. Die medizinischen Dinge muss man abwarten, da ist ja noch alles unklar. Und dass die Strahlentherapie noch nachwirkt, klingt sehr logisch, finde ich.

Einen lieben Gruss aus Bayern.

Cha-Tu

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