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Betablocker und Nebenwirkungen

L$aur!a7'8 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich nehme seit 2 Monaten tgl 1,25mg Bisoprolol weil mein Puls zu hoch war (zwischen 80-90). Nach etlichen Untersuchungen ist bei mir eine Panikstörung mit Panikattacken festgestellt worden. Da ich es immer noch nicht glauben kann, dass meine Symptome (Herzrasen, Übelkeit, ständige nervöse Unruhe, Nackenschmerzen usw) alle von der Psyche kommen sollen, bin ich immer wieder bei Ärzten um alles abklären zu lassen. Ich war letzte Woche auch das erste mal bei einer Psychiaterin und für eine Psychotherapie stehe ich auf der Warteliste.

Seit ich den Betablocker nehme habe ich kein Herzrasen mehr gehabt, dafür geht der Blutdruck in den Keller (zwischen 90 – 110 oberer Wert) und der Puls ist zwischen 60-70. Also eigentlich alles ok. Nur mir geht’s ansonsten nicht besser. Habe den ganzen Tag kalte Hände, Kribbeln in der Magengegend, Schwindel, Antriebslosigkeit, keine Energie mehr, kriege nix mehr richtig auf die Reihe. Können dass Nebenwirkungen von den Betablockern sein? Ist ja wirklich eine geringe Dosis. Der Internist meint ich soll froh sein, so einen niedrigen Blutdruck zu haben. Na toll. Ich soll sie noch bis Ende Sept. nehmen und dann absetzen.

Habe leider durch die PA´s das Vertrauen in meinen Körper verloren. Ich sollte viel mehr Sport und Bewegung machen (nicht wegen Übergewicht) aber ich schaffe es einfach nicht, weil ich Angst habe, der Puls geht wieder in die Höhe, also Herzrasen. Obwohl ich weiß, dass er bei Sport natürlich höher ist…. Bin das letzte Mal Rad gefahren mit Pulsmesser und Blutdruckgerät im Rucksack. Das ist doch nicht mehr normal… Aber momentan weiß ich nicht wie es schaffen soll... Einfach Zähne zusammenbeißen und durch...

Vielen Dank für Eure Antworten.

Antworten
P>ust)ebluxme65


Aber momentan weiß ich nicht wie es schaffen soll... Einfach Zähne zusammenbeißen und durch...

Exakt, genau so solltet du das machen!

C|ha7-Tu


Hallo, Laura,

mir ist jetzt nicht ganz klar, was Du von uns wissen möchtest. Wenn das alles medizinisch mehrfach abgeklärt worden ist, und es keinen Befund gab, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Angsterkrankung ist, sehr gross. Wirkliche Hilfe wirst Du dann erst durch die Psychotherapie bekommen, die ja angekurbelt ist. Ich hoffe, Du bekommst schnell einen Platz. Übrigens, dieses dauernde zum Arzt Gehen trotz befundloser Untersuchungen, das Mittragen von Blutdruck- und Pulsmesser sind starke Anzeichen für eine Angsterkrankung).

Gruss

Cha-Tu

Lka@uLrax78


Hallo,

irgendwie fällt es mir verdammt schwer zu glauben, dass es eine Angsterkrankung ist. Ich hatte 35 jahre keine psychischen probleme und mein leben ist bisher absolut normal verlaufen. Natürlich gab es stressige Situationen aber man hat alles irgendwie immer geschafft. Und jetzt auf einmal aus dem nichts eine Angsterkrankung? Und das verstehe ich einfach nicht.

Vor allem die körperlichen Symptome sind für mich echt unfassbar. Und ich kann ja nicht mal sagen, vor was ich Angst habe. Ok, klar vor dem Herzrasen, aber das war ja meiner Meinung als erstes da und dann ist ja erst diese Angst gekommen. Teufelskreislauf….

Wahrscheinlich wird mir echt erst eine Psychotherapie helfen. Ich hoffe auch, dass ich schnell einen Platz bekomme, aber die Wartezeiten sind ca. 2-3 Monate.

L3aur7a78


Hier mal ein Update von meinen Ärztemarathon:

Internist: Nebenwirkungen Betablocker sind kalte Hände, Schwindel usw. Wenn es mir besser geht, soll ich sie auch in Zusammenarbeit mit dem Arzt ausschleichen lassen.

Orthopäde (Nacken, Schulter- und Rückenschmerzen): er hat gemeint, eine Krankengymnastik oder Massagen bringen bei mir nichts, weil diese Verspannungen und Schmerzen typisch von der Angststörung sind und von innen kommen und ich erst meine innere Einstellung ändern soll?! Ähm, ja bin ich ja gerade dabei. Er hat mir dann aber Rheasport verschrieben und da muß ich erst noch meine KK fragen, wo ich da hingehen kann.

Kardiologe der 2. : auch wieder alles ohne Befund. Hatte den Termin schon vor Monaten ausgemacht.

Psychotherapie: Ich hatte heute den ersten Termin. Habe ein gutes Gefühl dabei und ich glaube die Therapeutin kann mir echt helfen, diese Angststörung in den Griff zu bekommen. Ich muß damit lernen umzugehen und nicht immer zu verschiedenen Ärzten rennen und jedes körperliche Symptom hundertmal abklären zu lassen. Ob die Störung jemals komplett weggeht, kann sie mir auch nicht sagen, aber wir werden auf jeden Fall daran arbeiten. Ich bin gespannt auf die nächsten Sitzungen.

Gruß,

Laura

sFtark.ertobxak


Der Puls geht bei dauerhafte sportlicher Betätigung runter (selbst wenn er zunächst steigt) – in Ruhe-

lage. Die geschilderten Nebenwirkungen der Betas sind typisch. Ich würde sie weglassen und mit

Sport und Psychotherapie anfangen. *:)

T7exasx79


Hallo Laura

Schön, wenn Du ein gutes Gefühl beim Therapeuten hast @:)

Ich hatte vor 3 Jahren innerhalb von wenigen Wochen erhöhten Puls (80-100) und Blutdruck (135/95) dazu noch nachts, wenn ich im Bett lag, Angstanfälle, kalter Schweiss, Herzrasen, Druckgefühl auf der Brust, Schlaflosigkeit usw.

Meine damalige Ärztin versuchte es zuerst mit Baldrian-Tabletten bei mir, es nutzen nichts. Dann bekam ich Betablocker (Metozerok) und ACE-Hemmer (Lisinopril).

Blutdruck und Puls haben sich gebessert, aber die Angstanfälle blieben. Ich wusste einfach nicht woher ich solche Anfälle, machte ich doch schon immer Sport.

Erst als ich mich Ende 2011 vom damaligen Partner getrennt hatte und ausgezogen bin, hatte ich nie mehr einen Angstanfall und die Medis konnte ich (mit neuem Arzt) auch ausschleichen und habe jetzt einen Blutdruck von 110/70 Puls 55-70

Grösste Nebenwirkung der Medis (im Nachhinein): keine Orgasmen mehr :-(

Bei mir war klar alles psychischer Ursache. Darum finde ich es super, wenn Du zur Therapie gehst. Drücke Dir die Daumen, dass es wieder besser wird :)^

L[ahurKa78


Hallo Leute,

erstmal danke für Eure Antworten.

Wollte mich mal wieder melden wie es mir inzwischen mit meiner Angststörung so geht.

Also:

- Psychotherapie: Diagnose: Angststörung mit Herzneurose. Wir werden jetzt mal versuchen rauszufinden, was die Ursachen sind, welche Abläufe im Körper bei so einer Panikattacke oder ständiger innerer Unruhe stattfinden und wie es zu den körperlichen Symptomen kommt. Ich darf mich nicht immer auf meinen Puls konzentrieren.

- Rückenschmerzen: Mache jetzt Progressive Muskelentspannung. Ich meine es hilft etwas. Habe jetzt aber noch einen Termin bei einer Praxis für Osteopathie.

- Blutdruckmessgerät: Ist im Keller. Habe es wirklich von einen auf den anderen Tag geschafft nicht mehr 20x am Tag zu messen. Ich messe gar nicht mehr. Da war ich wohl echt süchtig….

Weil ich immer noch am Zweifeln bin, ob es rein psychischer Natur ist, habe ich vom Arzt mir mal den Vitamin D Wert messen lassen. Tja, ein massiver Mangel. 12 war der Wert, die Einheiten weiß ich leider nicht mehr. Muss nun Tabletten nehmen und dann wird er wieder kontrolliert. Nach ein paar Tagen habe ich gemeint, ich kann Bäume ausreißen. Keine Unruhe und kein ständiges Denken an meinen Puls/Herz. Ich habe dann tatsächlich einen ganzen (!) Tag im Wald gearbeitet (war vor ein paar Monaten noch unmöglich!) und was soll ich sagen…ich habe es überlebt und ich war voller Euphorie.

Hmm, zusammengefasst muss ich allerdings sagen, ich weiß es nicht ob es wirklich am Vit D Mangel gelegen ist, weil bei der Therapie habe ich gemerkt, dass ich mir viele Sachen zu Herzen (!) nehme und ich öfter meine Ansichtsweise ändern sollte.

Ich bin auch überängstlich erzogen worden und das hat bestimmt auch Auswirkungen ins Erwachsenenalter. Die Unruhe kommt noch ab und an, verbunden mit einer Antriebslosigkeit und Verspannungen, aber sie wird weniger.

Die Angststörung ist nicht weg, aber ich bin auf den richtigen Weg und ich hoffe ich kann bald wieder positives berichten.

Gruß,

Laura

L~au:raw7x8


Hallo,

ich wollte mich mal wieder melden, weil ich ein Riesen Problem habe.

Ich bin immer noch in Therapie und mache auch schon viele Fortschritte. Die letzte Panikattacke war Ende November 2013. Aber seit Anfang des Jahres sind meine Symptome weg. Rückenschmerzen, eingeschlafene Hände, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit usw – nichts mehr davon ist da, bzw. ich bringe es mit meiner Angst nicht mehr in Verbindung. Das jeder mal nicht schlafen kann ist normal. Ich habe wieder mehr Energie und bin nicht mehr so antriebslos.

Was mir auch wirklich sehr geholfen hat, ist nicht mehr ins Forum zu gehen (hat mir meine Therapeutin gesagt). Und ich muss sagen, sie hat recht. Ok, am Anfang meiner Krankheit wusste ich überhaupt nicht was los ist und das Forum mit den Menschen, welche die gleichen Anzeichen wie ich haben, hat mir in den schwersten Stunden sehr geholfen. Aber später besteht die Gefahr, dass es einen runterzieht. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es toll, dass es sowas gibt, aber manchmal ist es besser sich nicht zu viel damit zu beschäftigen. Vor allem als Angstpatient :-)

Nun zu meinen Problem: Betablocker. Nehme tgl. abends 1,25 mg Bisoprolol und möchte diesen ausschleichen. Mein Internist und Hausarzt sagen schon lange, ich soll ihn endlich absetzen/ausschleichen. ABER: Ich schaffe es nicht! Ich habe ihn schon geteilt, damit ich eine Woche 0,6 mg nehme, aber ich kann mich nicht dazu überwinden. Ich nehme immer 1,25 mg. Es ist so schrecklich und belastet mich sehr. Anscheinend besteht bei mir eine Abhängigkeit. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es wahrscheinlich wirklich lächerlich sich so anzustellen aber ich kann nicht anders….

Meine Therapeutin hat mich gefragt warum ich so eine Angst habe:

- Dass ich wieder eine Panikattacke bekomme

- Herzrasen, mehr Unruhe

- Herzstolpern

Sie meint die Tabletten in so kleine Einheiten wie möglich teilen und dann jeden Tag weniger nehmen.

Kann mir irgendjemand meine Angst nehmen?

M0ajxa27


Hallo,

leider kann ich dir keine hilfreichen Tips geben. Aber ich stehe vor dem selben Problem. Ich hab auch eine Angst- und Panikstörung mit Herzrasen und hohen Blutdruck. Seitdem ich Antidepressiva nehme, sind meine Werte völlig okay und ich soll meine Betablocker absetzen. Ich hab auch schon von 3, 75 mg auf 1,25mg reduziert. Aber ich schaffe es einfach nicht den Rest auch noch wegzulassen. Einerseits will ich sie echt loswerden, weil es das Gefühl verstärkt ein Herz-oder Blutdruckproblem zu haben, wenn man jeden Tag seine "Herztablette" nehmen muss. Aber andererseits hab ich auch Angst, dass es ohne nicht geht. Und ein ganz kleiner Restgedanke, dass doch nicht nur alles psychisch ist und ich die Betablocker doch brauche ist eben geblieben.

Ich werd mir jetzt auch die Tablette teilen und versuchen erstmal nur ein ganz kleines Stück abzubrechen und so gaaanz langsam die Dosis zu reduzieren. Ich hoffe es klappt.

Ich wünsche dir auch viel Erfolg beim absetzen.

Lg

Maja

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