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Fragen zur QT-Zeit

M1ajaK2*7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe ein paar Fragen zur qt-Zeit.

Ich würde gerne das Medikament Cipralex nehmen. Allerdings verlängert das die qt-zeit und kann so Torsade de pointes auslösen. Deshalb hab ich mir mal einen EKG Ausdruck von mir angesehen und fand die qt-Zeit recht hoch. Herzfrequenz war 141, Qt 282 und QTc 433.

Ab 440 besteht ja schon ein Risiko für lebensgefährliche Herzrythmusstörungen und mit 433 bin ich da doch recht nah dran.

Kann ich jetzt überhaupt ein Medikament nehmen, dass die qt-zeit noch mehr verlängert?

Und wie aussagekräftig ist der qt-wert wenn ich gerade eine Tachykardie hatte?

Würden Betablocker in Kombination mit Cipralex dann das Risiko noch erhöhen? Ich hab zumindest gelesen, dass beim durch Medikamente erworbenen long-QT-syndrom Betablocker kontraindiziert sind.

Danke schonmal.

LG

Maja

Antworten
M4ichxalik hat geantwortet


Hallo Maja,

Automatische EKG Interpretationen sind häufig fehlerhaft, schlussendlich zählt die Meinung des behandelnden Arztes. Zudem sind die verwendeten Formeln für die Berechnung der QTc bei Frequenzen über 100/min nur bedingt anwendbar.

Zu deiner Frage bezüglich BB kann ich nichts sagen, wenn es dich beruhigt vllt. nochmal deinen Kardiologen danach fragen.

Lg michi

Jban7x4 hat geantwortet


Auch auf die Gefahr hin, als Laie Blödsinn zu schreiben, aber ich denke, Dein QT-Wert ist noch nicht besorgniserregend hoch, aber "an der Grenze zu lang". Insofern wäre ich eher vorsichtig mit Medikamenten, die das noch weiter verlängern.

Bei einer Herzfrequenz von 141 sind die Korrekturformeln in der Tat wenig Aussagekräftig, aber ich habe diese Tabelle hier gefunden (etwa in der Mitte der Seite):

[[http://de.wikibooks.org/wiki/Elektrokardiographie:_T-Welle_und_QT-Zeit]]

M0ajax27 hat geantwortet


Danke für eure Antworten.

Der Link ist super, danke Jan.

Ja, ich hatte auch befürchtet, dass qt-verlängernde Medikamente eher nicht so gut sind. Leider gibts wohl kaum Psychopharmaka die keine Auswirkung auf die qt-zeit haben.

tohqe-gcavexr hat geantwortet


Du wirst ja sicher nicht immer eine Herzfrequenz von 140 haben – wiederhole das EkG einfach mal. Ansonsten ist der Wert ja auch immer noch normal – ich gebe bei solchen Werten ohne Bedenken SSRI. Wenn's grenzwertig ist, kann man ja mal nach ein paar Tagen ein Kontroll-EKG machen und schauen, was sich tut. Das Risiko steigt übrigens erst ab 500 halbwegs an – der einzige Fall von TdP den ich kenne, lag bei über 600 (und das waren keine Psychopharmaka – und ich war's auch nicht *g*).

Wenn Du Dich wirklich gründlich reinlesen willst: [[http://www.aerzteblatt.de/archiv/108561/Psychopharmakaassoziierte-QTc-Intervall-Verlaengerung-und-Torsade-de-Pointes]]

J[an7x4 hat geantwortet


Jo, stimmt eigentlich echt, Langzeit-EKG machen, irgendwann werden da auch Phasen bei sein wo der Puls bei 70-80 liegt und dann kann man daraus viel besser die tatsächliche QT-Zeit berechnen. An sich gibts zu diesem Vorgehen keine Alternative. Und dann kann man immer noch über die SSRI entscheiden.

d6kexst hat geantwortet


Ich habe auch einige EKGs zu Hause und habe QT-Zeiten von 385 bis 438, wie schon erwähnt ist vor allem bei der automatischen Auswertung der Wert immer anders, also würde ich nicht von einem EKG aus entscheiden.

MJa[jax27 hat geantwortet


Vielen Dank für die weiteren Antworten!

Auf vielen Internetseiten steht, dass schon ab einer Qt-Zeit von 440 die Gefahr von TdP und plötzlichen Herztod stark ansteigt. Ich will einfach kein unnötiges Risiko eingehen.

Ich denke nicht, dass mein Internist nochmal ein EKG macht. Als ich das letzte Mal danach gefragt habe, meinte er nur mein Herz sei gesund und ich brauche kein EKG:( Aber ich wüsste natürlich schon gerne, wie meine qt-Zeit bei einer normalen Herzfrequenz ist...bisher gibts von mir nur EKGs mit Tachykardien.

Gäbe es denn ein SSRI, das keinen Einfluss auf die QT-Zeiten hat?

Jmanw7#4 hat geantwortet


Ich finde, es ist ein berechtigter Wunsch von Dir an den Hausarzt, ein EKG mit Ruhepuls zu machen, um die QT-Zeit wirklich bestimmen zu können. Gerade wenn so ein Medikament im Raum steht, ist es doch absolut ok, sowas explizit einzufordern. Ich würd daher nochmal mit ihm eindringlich reden, wenn er sich da weigert. Und lass Dir einen Ausdruck vom EKG mitgeben. Die QT-Zeit kann man da ja auch relativ einfach manuell nachmessen.

Spontan fällt mir als Medikament ansonsten Johanniskraut ein.. soll bei leichten bis mittleren depris genauso gut oder schlecht wie ein SSRI wirken, und hat soweit ich weiss keinen EInfluss auf Herz und co.

Mlajar2x7 hat geantwortet


Hey,

ich habe gestern mal meinen Internisten wegen dem Langzeit-EKG gefragt und die Antwort war wie von mir erwartet negativ. Wenn man mal als Angstpatient abgestempelt wird, ist es schwer noch wirklich Hilfe zu bekommen.

Würde auch ein normales Ruhe-EKG reichen? Eventuell könnte ich meine Hausärztin davon eher überzeugen.

Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian hab ich schon ausprobiert, aber leider ohne Erfolg.

Ich brauche es auch nicht gegen Depressionen sondern gegen meine Angststörung und mittlerweile auch Panikattacken.

Lg

Maja

C)ha-Txu hat geantwortet


Hallo, Maja,

meines Wissens wird es erst bei einem QTc von MEHR als 500 ms risikoreicher in Bezug auf ein Torsades des Pointes Ereignis.

Citalopram in sehr hohen Dosierungen kann tatsächlich die QTc-Zeit verändern, meines Wissens nach gilt das aber nicht für die heute festgesetzte Maximaldosis von 40 mg (bis vor einigen Monaten galten 60 mg noch als Maximum).

Wichtig ist auch, dass KEIN ARZT sich auf den Computer-Ausdruck verlassen würde, sondern selbst mit einem EKG-Lineal nachmisst. Hast Du Deinen Arzt mal gefragt, ob er das getan hat. Falls er da weiterhin nicht kooperativ ist, würde ich den Arzt wechseln. Egal, ob ein Patient Angstpatient oder nicht ist, der Arzt hat seine Bedenken ernst zu nehmen und ihm wenigstens zu erklären, warum er einen Computerausdruck nicht so sinnvoll findet und ob er nachgemessen hat.

Gruss

Cha-Tu

tGhe-2cavVe*r hat geantwortet


ich habe gestern mal meinen Internisten wegen dem Langzeit-EKG gefragt und die Antwort war wie von mir erwartet negativ.

Natürlich - die QT-Zeit wird ja auch mit einem normalen Ruhe-EKG bestimmt. Deine ist normal und es besteht kein Grund zu der Befürchtung, dass Du mit einer normalen Citalopram-Dosierung Rhythmusprobleme bekommst.

Wenn es schon mehrere EKGs von Dir gibt, ist es auch nicht sinnvoll, noch weitere zu machen - wenn Deine Herzfrequenz immer zu hoch war, ist das ja vermutlich angstbedingt und wird beim nächsten EKG genauso sein.

Angststörungen behandelt man nicht mit unnötigen Untersuchungen, das ist bewiesenermaßen nicht sinnvoll.

Und wenn man das ohnehin minimale Risiko noch weiter minimieren will, kann man ja auch Escitalopram nehmen, das macht noch weniger an der QT-Zeit.

J-a5n74 hat geantwortet


Ich seh das gar nicht so wie mein Vorschreiber. Einmal (!) die QT-Zeit aus einem normalen EKG (natürlich reicht so eins) zu bestimmen, ist doch völlig in Ordnung, speziell wenn solche Medikamente im Raum stehen. Und wenn, angstbedingt, es nicht möglich ist, ein nicht-tachykardes EKG zu machen, geht halt nur noch ein Langzeit-EKG (in der Hoffnung, das die Pulsfrequenz da irgendwann zwischendurch mal normal ist).

C1ha1-Tu hat geantwortet


kann man ja auch Escitalopram nehmen, das macht noch weniger an der QT-Zeit.

Hallo, The Caver,

schön, Dich hier mal hin und wieder zu lesen.

Es geht ja um Escitalopram (Cipralex), genau dieses Mittel will Maja nehmen. Ich wusste gar nicht, dass es in Bezug auf die QT-Zeit sogar positiver ist als Citalopram. Danke für die Info.

Gruss!

Cha-Tu

C\ha-Txu hat geantwortet


Jan, siehe PN.

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