» »

Fragen zur QT-Zeit

J'anz74 hat geantwortet


*Daumen drück

Ich muss sagen, das ich einige Standpunkte hier allerdings wirklich merkwürdig finde.

Maja hat eine Angststörung und die Frage, ob man bei einem verlängerten QT ein solches Medikament nehmen soll, ist durchaus nicht völlig abwegig; zumindest führt die Einnahme eines solchen Medikamentes, wenn schon ein Verdacht auf verlängertes QT besteht, welches aber NICHT wirklich abgeklärt wurde, doch zu einer massiven weiteren Verunsicherung (was wohl auch das ist, was dkest meinte) und düfte in der Tat eher kontraproduktiv sein. Trotzdem wird davon ABGERATEN, die QT-Zeit EINMAL wirklich vernünftig mit einem nicht-tachykarden Ruhe-EKG zu untersuchen (was ja die Unsicherheit nehmen und Klarheit in diese ganze Sache bringen würde). Mir will das wirklich absolut nicht einleuchten.

Natürlich kann man da jetzt Thesen wie "Angstpatienten müssen lernen, Unsicherheiten auszuhalten!" formulieren, aber das kommt mir in diesem Fall völlig am Thema vorbei vor. Die Unsicherheit darf doch nicht in "es könnte sein, dass der Patient irgendwas hat, weswegen das Medikament kontraindiziert ist, aber das ist eine Unsicherheit, die er ertragen muss, das klären wir nicht ab" bestehen!?

Oder versteh ich da irgendwas nicht richtig? Mir kommt das irgendwie so trivial vor das ich mich wundere das da überhaupt drüber diskutiert wird.

Mlaj a2x7 hat geantwortet


Danke Jan:)

Ja, ich seh das auch so wie du. So abwegig ist meine Angst ja diesmal nicht. Aber anscheinend zählt das nicht, wenn man einmal als Angstpatient abgestempelt ist. Vielleicht hätte jeder andere zur Sicherheit ein EKG bekommen, aber ich nicht, weil ich halt mit der Angst leben muss? Diese Logik ist mir auch nicht ganz klar.

C!ha-hTu hat geantwortet


Mir ist diese Logik schon klar, Maja.

Angstler fordern oft mehrere EKG pro Jahr, sie sind jedes Quartal dreimal in der Praxis, diverse EKG, Ultraschall, alles durch, und der Kardiologe kann nichts finden. Irgendwann bekommt er da auch Probleme mit der Krankenkasse, und ein verantwortungsvoller Arzt sagt irgendwann auch mal NEIN, denn man hilft einem Angstkranken nicht mit EKG und Herzkatheter, sondern mit Psychotherapie. Das ist die "Logik".

In so einem Fall wie dem Deinen, wo ggfs. ein EKG sinnvoll sein könnte, zeigt sich dann eine alte Wahrheit, die auch in Märchen und Fabeln schon oft niedergeschrieben wurden: Wenn jemand immer wieder "Feuer!" ruft und es ist jedes Mal "falscher Alarm", dann wird ihm irgendwann nicht mehr geglaubt. Nicht zuletzt deswegen plädiere ich auch in diesem Forum immer wieder dafür, nicht ständig zum Kardiologen und/oder Arzt zu rennen, weil der einem irgendwann nicht mehr glaubt. Und wenn man dann WIRKLICH was hat, sitzt man ganz blöde in der Patsche.

Was Du noch machen könntest: Zu irgendeinem anderen Arzt gehen und als Privatpatientin ein EKG machen lassen. Das ist nicht so teuer wie man vielleicht denkt, ein Belastungs-EKG mit Interpretation dürfte zwischen 30 und 50 Euro kosten, je nach Arzt. Ein Ruhe-EKG ist noch preiswerter.

Aber ob ich Dir das empfehle, weiss ich nicht. Ich kann Dich da noch nicht einschätzen. Manchen Angstlern hilft das wirklich, andere wiederum werden eher noch kränker (seelisch).

Generell aber: Solche QT-Veränderungen sind bei Frauen sehr häufig und bei jüngeren Frauen noch häufiger.

Gruss

MSajxa27 hat geantwortet


Danke für deine Antwort ChaTu:)

Ich muss sagen, ich bin eigentlich nicht jemand der ständig zum Arzt rennt. Ich war wirklich nur dort, wenn gerade etwas akut war (hoher Blutdruck, sehr hoher Puls) oder mich mein Hausarzt zum Kardiologen überwiesen hat und das auch nur bevor mir der Arzt gesagt hat, dass es nur psychisch ist.

Der Witz ist ja, dass ich Privatpatientin bin und der Arzt sich trotzdem quer stellt. Und Ärzte bei denen man zeitnah (also nicht erst in 3 Monaten ) einen Termin bekommt, sind hier Mangelware.

Meinen Termin beim Psychiater hab ich z.B. erst im Januar bekommen und das auch nur 60 km entfernt.

CDha-T!u hat geantwortet


Hallo, Maja,

vielleicht kannst Du dem Arzt klar sagen, Du wünscht ein solches EKG, auch ausserhalb Deiner Privatversicherung, d.h. Du zahlst "cash". MEISTENS machen die Ärzte das dann, sie sind ja auch Serviceleister.

Ich kenne solche Situationen, ich wohne auch auf dem Land, und habe im Juli (!) meinen Kardio-Kontroll-Termin gemacht, und einen Termin für den 20.12. (!) bekommen. Allerdings käme ich schneller dran, wenn ich ein akutes Problem hätte, aber bei mir ist es nur die jährliche Kontrolle.

Ansonsten weiss ich leider keinen Rat mehr für Dich. Gegebenenfalls auch im Umkreis von 100 km suchen.

Schönen Gruss

Cha-Tu

P.S. Ich mag jetzt nicht mehr alles nachlesen, aber war diese QT-Verlängerung eine vom Arzt GEMESSENE oder eine Computer-Auswertung?!

Mlajla2x7 hat geantwortet


Danke!

Ja, der Ärztemangel in den ländlicheren Gebieten hier ist auch extrem. Die meisten Fachärzte nehmen keine neuen Patienten an. Vielleicht probiere ich es wirklich mal in weiteren Umkreis.

Der Qt-Wert war eine Computer-Auswertung. Der Arzt hat nicht nachgemessen, weil seiner Meinung nach der Computer sehr genau wäre.

LG

Maja

Cvha3-Tu hat geantwortet


Der Arzt hat nicht nachgemessen, weil seiner Meinung nach der Computer sehr genau wäre.

DAS ist allerdings kein gutes Zeugnis für diesen Arzt. War das ein Kardiologe? Ich kenne keinen Arzt, der sich auf eine Computer-Auswertung verlassen würde, die meisten Ärzte sind der Meinung, diese Auswertungen seien was für die Mülltonne.

Gruss

Mpaja2x7 hat geantwortet


Ja, war ein Kardiologe. Tja, dann weiß ich jetzt, warum man bei ihm eher schneller einen Termin bekommt, während man bei allen anderen 6 Monate warten muss ;-)

dJkexst hat geantwortet


Hinzufügen sollte man noch dass du *keine* verlängerte QTc-Zeit hattest, sondern lediglich in Richtung des oberen Grenzwerts gehst.

Dass dein Arzt sogar bei dir als Privatpatientin kein normales EKG schreibt, versteh ich auch nicht, aber ich denke grundsätzlich mit der Strategie in 10 Tagen eins zu bekommen fährst du gut.

Vllt interessiert dich noch, warum ich weiß was eine QTc-Zeit ist: Ich habe Citalopram bekommen und bei meiner Recherche ein EKG von mir mit QTc 438 ms gefunden. Hab dann auch mit dem Psychiater gesprochen (er ist ein guter Freund von uns, ich hab das Citalopram "nur" zur Ausschaltung des Schmerzgedächtnisses nach LE und Rippenfellentzündung bekommen) ob ich jetzt was zu befürchten habe wenn ich Citalopram nehme. Wollte es erst gar nicht nehmen, aber hab dann auch ein EKG nach 3 oder 4 Wochen bekommen und siehe da QTc war 394ms.

Bei dir wirds sicher auch so sein :)

J!an7x4 hat geantwortet


Es ist doch eigentlich unumstritten, dass bei Krankheitsängsten eine einmalige, keine mehrmalige, aber auch keine nullmalige, definitiv angebracht ist. Und ein nicht-tachykardes, daher für QT brauchbares EKG, gibts ja offenbar bisher nicht.

J\anx74 hat geantwortet


Abklärung *Wort hinterherreich

tthe<-ca]vexr hat geantwortet


Ich kenne keinen Arzt, der sich auf eine Computer-Auswertung verlassen würde

Naja, Zeiten sind schon etwas, was der Computer ganz gut kann (zumindest, solange keine U-Welle dazwischenfunkt bei der QT-Zeit).

ich hab das Citalopram "nur" zur Ausschaltung des Schmerzgedächtnisses nach LE und Rippenfellentzündung bekommen

Hat jetzt zwar mit dem eigentlichen Thema nix zu tun, aber eigentlich sollten auch Psychiater wissen, dass Citalopram in dieser Indikation sinnlos ist, weil die noradrenerge Komponente fehlt...

@ jan74:

1. Es besteht eben *kein* Verdacht auf eine verlängerte QT-Zeit

2. Du behauptest immer wieder, es gebe keine für die QT-Messung brauchbares EKG. Das ist schlicht weg falsch: Es gibt mehrere EKGs mit einer normalen QTc-Zeit. Nur die Genauigkeit leidet bei Werten über 100/min etwas. ABER: Hohe Herzfrequenzen führen zu einer *Über*korrektur des QT-Wertes, d.h. der "wahre Wert" (den es bei der QTc eh nicht gibt), liegt niedriger als der auf dem EKG ausgegebene.

Die QTc ist in Ordnung, und da werden auch weitere 5 EKGs (warum sollten die eigentlich plötzlich *nicht* tachykard sein?) nichts ändern. Und wie die von maja verlinkte Literaturstelle zeigt, haben ihre Ängste auch wenig mit der Realität zu tun. Die nächste Angst wird sein, dass die vom Computer berechnete QT-Zeit nicht stimmt. Bei handgemessener QT (was übrigens ein geringeres zeitliches Auflösungsvermögen hat) wird die Angst auftauchen, der Arzt habe nicht richtig gemessen. Wenn ein zweiter Arzt misst, wird sie sich darüber beunruhigen, dass es auch Fälle von Problemen bei normaler QT im Ruhe-EKG gibt (den entsprechenden Fallbericht hat sie ja schon gefunden). Wie weit willst Du es noch treiben?

Jlan7x4 hat geantwortet


Na, wenn das so ist wie Du schreibst, und man auf Basis der vorliegenden Messungen eine solche sichere Ausage treffen kann, ist doch alles ok. Ich war nur bisher davon ausgegangen dass das nicht der Fall ist. Wenn es doch der Fall ist, gebe ich klein bei und stimme Dir zu.

MGajax27 hat geantwortet


Hey,

ich war nun gestern zum Kontroll-EKG und meine QT-Zeit ist auf 451 angestiegen (Herzfrequenz 84). :(v

Was soll ich nun machen? Ich nehm die Cipralex ja erst seit kurzem, also wird die Qt-Zeit sicher noch weiter ansteigen, oder? Mein Hausarzt kennt sich damit nicht wirklich aus und beim Internisten würde ich erst in 3 Monaten einen Termin bekommen.

Sollte ich die Cipralex absetzen? Ich bin echt verzweifelt, weil ich das Gefühl habe, dass sie gerade anfangen zu wirken und eigentlich will nicht darauf verzichten. Aber anderseits will ich mir auch nicht ständig Gedanken machen müssen, ob ich jeden Moment Kammerflimmern bekommen kann :-(

Viele Grüße

Cihax-Tu hat geantwortet


Es bedeutet keineswegs, dass das weiter ansteigt. Und es ist auch nicht sicher, dass das eine mit dem anderen zu tun hat. Was sollen WIR Dir da raten, Maja? Ansetzen, absetzen, das sollte nur der Arzt, zusammen mit dem Patienten, entscheiden.

Wer hat das denn kontrolliert? Der Hausarzt, der eigentlich damit nichts anfangen kann? Seltsam. Ich würde da einen Termin bei einem Arzt machen, der damit etwas anfangen kann.

Gruss

Cha-Tu

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH