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Blutdruckentgleisungen/ Tachykardien (trotz kard. Behandlung)

gcustazv3x3 hat geantwortet


Hallo,

Wie sind ihre blutwerte sonst so? Ich denke da an schilddrüse und leberwerte

pnupxap hat geantwortet


Meine Blutwerte sind so weit in Ordnung. Bei meinem letzten Blutbild im Mai war nichts zu beanstanden und der Endokrinologe (der ausgiebig Blut abegezapfte) hat jetzt auch nichts gefunden, und die Schilddrüse gehört ja zu seinem Metier. Also gehe ich davon aus, dass in dieser Hinsicht alles OK ist.

gquDstavx33 hat geantwortet


Also eine panikattacke kann das schon machen, da muß aber erst die panik da sein und dann die kreislaufreaktion, nicht umgekehrt...und für ein tumor der nebenniere sind die entgleisungen bei ihnen zu selten

C_ha-Txu hat geantwortet


da muß aber erst die panik da sein und dann die kreislaufreaktion, nicht umgekehrt...

Doch, das geht auch umgekehrt. Es können unbewusste Reaktionen so schnell ablaufen, dass man oft gar nicht weiss, was Ursache und was Wirkung ist. Diese unbewussten Reaktionen machen es einem ja manchmal so schwer, eine zügige Diagnose zu stellen, sowohl dem Arzt als auch dem Psychotherapeuten.

@ pupab,

ich halte von einer rein pharmakologischen Behandlung einer Angststörung nicht viel. Leider tun das Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie sehr gern. Ich würde Dir empfehlen, einen psychologischen Psychotherapeuten aufzusuchen (wer das bei Dir in der Nähe ist, erfährst Du von einer Liste, die Deine Krankenkasse hat, auf der stehen alle Therapeuten, die mit der Kasse vor Ort zusammen arbeiten), mit dem Du eine richtige Psychotherapie machst, 1-2 Sitzungen pro Woche, über einen gewissen Zeitraum. Das bringt deutlich mehr als eine alleinige Pharmakotherapie. Allerdings kann (kann!) es hilfreich sein, parallel dazu einen Angstlöser zu nehmen. Escitalopram ist ein sehr gutes Mittel mit weniger Nebenwirkungen als z.B. die älteren Antidepressiva, und vor allem wirkt es schneller als die früheren Mittel.

Schönen Gruss

Cha-Tu

m=nef hat geantwortet


Nur habe ich jetzt im Beipackzettel des Escitalopram etwas von QT-Intervall Verlängerung gelesen, was mich als Herzneurotiker natürlich wieder grübeln lässt.

Als eine mögliche Nebenwirkung, die auch von der Dosis abhängt. Welche bekommst du denn?

da muß aber erst die panik da sein und dann die kreislaufreaktion

Das nimmt man aber nicht unbedingt auch in dieser Reihenfolge wahr.

g^usta1v33 hat geantwortet


...Ich kannte jemanden der hatte die gleichen symptome wie sie. Er hatte eine candidose wie sich das rausstellte, die macht aber normalerweise erhöhte leberwerte...will damit sagen verborgene infekte können so was auch

p&upa\p hat geantwortet


Vielen Dank für die Antworten.

Wie gesagt, in einer Psychotherapie bei einem Therapeuten bin ich ja, mit wöchentlichen Sitzungen. Mein Problem ist nur, dass ich herzmäßig ja nicht 100% unbefleckt bin und ja sogar eine Ablation hatte. Und sobald ich irgendwie körperlich belastet bin (bspw. Reifen wechseln), ist direkt wieder Alarm: Schwindel, gefühltes Herzjagen usw. Und wenn dann im Beipackzettel von Escitalopram steht, es solle nicht genommen werden, wenn Herzrhytmusmedikamente genommen werden (das sind Betablocker ja im weitesten Sinne auch) bzw. mal Herzrhytmusstörungen vorlagen (was eine AVNRT ja auch irgendwie ist), dann irritiert mich das enorm. Die angepeilte Dosis sind 20 mg.

Clhax-Tu hat geantwortet


Hallo, pupab,

ich denke, Du solltest mit dem Therapeuten als Ziel anpeilen, die Angst anzunehmen. Natürlich hat man Angst, wenn man mal was am Herzen hatte. Aber es darf nicht dabei bleiben. Ich habe zwei Infarkte hinter mir, und entwickelte nach meinen Herzinfarkten eine schwere Angststörung. Die habe ich behandeln lassen, aber ich bin dadurch nicht "angstfrei", sondern ich kann mit Ängsten gut umgehen. DAS ist das Ziel einer Therapie. Das war auch mein Ziel, und das war auch das Ziel meiner früheren Patienten.

Und wenn dann im Beipackzettel von Escitalopram steht, es solle nicht genommen werden, wenn Herzrhytmusmedikamente genommen werden (das sind Betablocker ja im weitesten Sinne auch) bzw. mal Herzrhytmusstörungen vorlagen (was eine AVNRT ja auch irgendwie ist), dann irritiert mich das enorm. Die angepeilte Dosis sind 20 mg.

Du wurdest doch abladiert. Besteht die AVNRT noch? Falls nein, dann hast Du keine HRS mehr. Und Betablocker sind mit Antiarrhythmika NICHT gemeint, sondern ganz andere "Hämmer".

Mir scheint, Du willst absolute Sicherheit (wie viele Menschen mit Angststörung), aber die gibt es nicht. In keinem Bereich des Lebens. ich selbst habe damals Citalopram genommen (quasi der Vorgänger von Escitalopram) und auch meinen Betablocker (zuerst Metoprolol, später Neviprolol), den ich bis heute nehme. Und mein Herz war und ist massiv vorgeschädigt. Trotzdem habe ich das riskiert, obwohl es gar kein Risiko war, denn der Nutzen war bedeutend grösser als das MÖGLICHE Risiko.

Gruss

J an7h4 hat geantwortet


Ich denke, wenn geklärt ist, dass Deine Symptome lediglich die harmlosen Erscheinungen bei Panikattacken sind (die man ja subjektiv als höchst bedrohlich empfindet, es aber nicht sind), und sie Dir, abgesehen davon das sie zweifellos keinen Spaß machen, nicht weiter schaden, ist es unsinnig, deswegen Medikamente zu nehmen. Im Gegenteil, es schürt ja sogar die Angst (nach dem Motto – wenn ich ein Medikament dagegen nehmen soll, ist es ja offenbar behandlungsbedürftig). Es geht ja viel eher darum, es auszuhalten zu lernen und die Angst vor diesen Phasen zu verlieren. Zumal die Medikamente zwar durchaus verträglich, aber ja nun auch keine Smarties sind und gewisse Nebenwirkungen haben (können).

p^upxap hat geantwortet


Vielen Dank für die Antworten.

Ich weiß ja, dass es Sinn machen würde, sich die Gedanken über das Escitalopram nicht zu machen. Aber jetzt ist es im Kopf und zirkuliert dort. Habe meinen Kardiologen befragt: meine QT Zeit sei bei 446ms ("bei 116%" – also denke ich mal es ist die QTc Zeit). Er sagte, das sei OK, bis 500ms müsse man sich keine Sorgen machen. Ich soll das Zeug nehmen und in 2,3 Wochen zum EKG vorbeikommen, zur Kontrolle. Das finde ich gut, allerdings beruhigt es mich nicht wirklich.

@ Cha-Tu:

Gab es nennenswerte Wechselwirkungen zwischen dem Citalopram und den Betablockern? Und ja, die AVNRT ist seitdem nicht mehr so aufgetaucht bzw. sie konnten sie ja nicht mal wirklich während der EPU triggern, sondern nur die Physiologie, die AVNRT möglich macht, finden und weglöten. Das Problem des sehr langsam sinkenden Pulses nach Belastung habe ich immer noch, aber das wird sich wohl so schnell ohne Sport auch nicht ändern.

@ Jan:

Ja, ich bin auch kein Freund von diesen Medikamenten. Allerdings hatte mein Leben in den letzten Wochen eine recht unerträgliche Form angenommen. D.h. kaum noch Aktivität, Angst vor jeglichem Verlassen des Hauses usw.

Und, wie sieht es eigentlich mit Alkohol während SSRI aus? Ich weiß ja, der Beipackzettel sagt, man solle es lassen. Aber das sagen sie im Prinzip immer. Er sagt aber auch, es gebe keine Indikationen für Wechselwirkungen. Ich trinke nicht viel, will nur ab und an mal auf einem Geburtstag (bspw. am Wochenende) o.ä. ein paar Bier trinken. Mit 26 wollte ich vielleicht noch das ein oder andere Festchen feiern...

Besten Gruß

CPhas-Tu hat geantwortet


Gab es nennenswerte Wechselwirkungen zwischen dem Citalopram und den Betablockern?

Nein, gar keine.

Und ja, die AVNRT ist seitdem nicht mehr so aufgetaucht bzw. sie konnten sie ja nicht mal wirklich während der EPU triggern, sondern nur die Physiologie, die AVNRT möglich macht, finden und weglöten.

Dann hast Du keine Rhythmusstörung mehr, dann bist Du herzgesund.

Das Problem des sehr langsam sinkenden Pulses nach Belastung habe ich immer noch, aber das wird sich wohl so schnell ohne Sport auch nicht ändern.

Ja, das sehe ich auch so. Durch Deine Schonung und Vermeidung des Sports schadest Du Deinem Herzen auf Dauer mehr als Escitalopram das könnte. Denn Bewegungslosigkeit ist GIFT fürs Herz, auch fürs gesunde Herz.

Gruss

d[ozibxal hat geantwortet


Nochmal zum Thema Panikattacke: Rechtfertigen denn Panikattacken solche Entgleisungen bis über 200/100 und den dazugehörigen Symptomen, die erst wieder

durch den Arzt gesenkt werden? Worauf ich hinaus will: Sind die "Entgleisungen" Panikattacken, oder tatsächliche Entgleisungen und die Panik das

Nebenprodukt?

Hallo,

Ich selbst hatte Panikattacken wegen Herzrhythmusstörungen. Ich konnte da mit nicht leben weshalb man mich in die Psychiatrie überwiesen hatte, ich bekam dort Trevilor (Venlafaxin) und diverse Therapien. Nach kurzem Aufenthalt dort wurde ich entlassen und seit dem ist Ruhe, die Herz Rhythmusstörungen sind natürlich geblieben. Mir wurde dort erklärt das Herzrasen eine normale Erscheinung bei diesen Attacken sei und der Blutdruck könne schon mal dabei kurzfristig auf 160-170 hoch gehen. Medikamentös wurden die Symptome nicht behandelt, da es hieß nach einpaar Minuten gehe das von selbst runter, was bei mir auch immer der Fall war. Hoffe das hilft.

Gruss

pyupxap hat geantwortet


Vielen Dank nochmals für die hilfreichen Antworten. Ich habe in ein paar Tagen eh einen Termin bei der Neurologin, die mir das Escitalopram verschrieben hat. Würde es nicht Sinn machen, sie einfach nach einer Alternative zu fragen? Ich bekomme den Gedanken an die möglichen Nebenwirkungen fürs Herz einfach nicht los und weiß, dass meine QT Zeit sowieso schon Richtung obere Grenze schielt. Sie sagte damals sinngemäßg, es gäbe so und so einen großen Pool an möglichen Medikamenten und wenn ich es nicht vertragen sollte, gäbe es ausreichend Alternativen. Ich habe noch nicht ein mal so sehr Angst vor der möglichen Herzrhytmusstörung, sondern davor, dass ich sobald das nehme nur darauf warte, dass irgendwas herzbezogenes schiefgeht und diesen Zustand würde ich gerne vermeiden. Ich weiß, dass das übertrieben scheint, aber Angst vor dem Medikament zu haben, dass die Angst bekämpfen soll, scheint mir irgendwie auch nicht so gut zu sein.

Grüße

CLhHa-Txu hat geantwortet


Natürlich gibt es Alternativen, aber die gehören entweder auch zu den SSRI (wie Escitalopram) und haben ähnliche Nebenwirkungen oder sie gehören zu den veralteteren trizyklischen Antidepressiva und die können auch auf den Herzrhythmus einwirken, z.B. massive Bradykardien. Es gibt keine wirkenden Mittel, die nicht auch Nebenwirkungen haben...

Und vielleicht wäre es für Deine Psychotherapie sogar sinnvoll, diese Angst mal auszuhalten und das Mittel "trotz Angst" zu nehmen. Das würde ich z.B. einem Patienten vorschlagen, zumindest dann, wenn der Kardiologe sein OK gegeben hat, und das hat er ja. Man wird nicht "einfach so" geheilt von einer seelischen Störung, man muss da auch mal ein "Risiko" eingehen (das meiner Meinung nach minimal ist).

Gruss

Cha-Tu

mOnexf hat geantwortet


Sie sagte damals sinngemäßg, es gäbe so und so einen großen Pool an möglichen Medikamenten und wenn ich es nicht vertragen sollte, gäbe es ausreichend Alternativen.

Damit meint sie aber nicht, dass die Alternativen unbedingt besser sind (denn sonst hätte sie dir die als erstes verschrieben).

Ich habe noch nicht ein mal so sehr Angst vor der möglichen Herzrhytmusstörung, sondern davor, dass ich sobald das nehme nur darauf warte, dass irgendwas herzbezogenes schiefgeht und diesen Zustand würde ich gerne vermeiden.

Das lässt sich nie vermeiden. Ist leider so. Damit muss man umgehen lernen. Sicherheit gibt es bei fast nichts im Leben. Wie Cha-Tu schreibt können sich im Prinzip auch alle Alternativen auf dein Herz auswirken.

Ich weiß, dass das übertrieben scheint, aber Angst vor dem Medikament zu haben, dass die Angst bekämpfen soll, scheint mir irgendwie auch nicht so gut zu sein.

Nehmen musst du es nicht, es ist deine Entscheidung. Aber meinst du selbst, dass es dir dann besser ginge?

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