» »

Von 2007 zu 2013, meine Geschichte

Alias 670182 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr *:)

Erstmal muss ich etwas erklären.

Heute möchte ich meine Krankengeschichte öffentlich machen. Ich kann nicht mehr, ich bin an einem Punkt an dem ich reden muss, ich will andere finden mit einer ähnliches oder gleichen Erkrankung. Ich möchte einfach nur mal wissen, wie es anderen in dieser Situation ergangen ist bzw. ergeht und vielleicht ist jemand ja auch so verzweifelt, wie ich es lange war und weiß nicht wo er Hilfe bekommt.

Deswegen habe ich einen Aliasnamen gewählt, damit ich offen reden kann. Den ganzen Balast von den letzten Jahren sechs um genau zu sein ein wenig los zu bekommen.

Manche werden diese Geschichte aus Pn´s kennen oder flüchtigen angedeuteten Beiträgen, und mich deswegen erkennen, was ich nicht schlimm finde, denn dieser Aliasnamen soll mir als Schutz dienen, dass Freunde, Bekannte und Verwandte, die hier auch lesen, nicht gleich meine anderen Gedanken und Beiträge kennen.

Deswegen möchte ich, sofern hier überhaupt jemand schreiben möchte, dies zu akzeptieren und mich nicht in dieser Hinsicht in eine unangenehme Lage bringt @:)

Vor 6 Jahren bekam ich Zwillinge, die zu früh auf die Welt kamen. Die Schwangerschaft war heftig und komplikationsreich.

In der Schwangerschaft habe ich unbemerkt eine Vena-Cava-Thrombose entwickelt, die weiterwuchs eine Woche nach Entbundung.

Die Kleinen kamen also beinahe 8 Wochen zu früh auf die Welt und da wir im Nachbarbundesland entbunden haben, bekamen wir dort ein Zimmer im Ronald Mc Donald Haus. So hatte man es nicht weit, und man konnte trotzdem stillen, was mir damals sehr wichtig war. Da auch der eine Zwilling eine schwere Infektion entwickelte, waren wir eh Rund um die Uhr in der Kinderintensiv.

Allerdings erging es mir schon nach dem Kaiserschnitt, den ich eigentlich wunderbar verkraftet hatte nicht gut. Mir wurde ständig schwindelig, ich fühlte mich krank. Ich bekam jeden Abend Fieber und kein Arzt entdeckte was es war.

Nur meine Hebamme hatte keine Ruhe gegeben und geahnt, dass da ein wenig mehr dahinter stecken musste. Da fing es auch schon an, ich konnte abends nicht mehr laufen, mir war elend, hatte hohes Fieber. Kreuzschmerzen. Aber da war nichts dick, nichts blau oder rot. Ich dachte, ich hätte die Nerven entzündet von der Spinalanesthäsie, oder eine Nierenentzündung. Ich ging in der Klinik zum Arzt, der machte ein MRT und fand nix ":/

Es wurde immer schlimmer, abends bekam ich keine Luft mehr, mir war übel, ich könnte nicht mehr essen, die Milch versiegte, meine Hebamme lies nicht locker.

Ich ging zum Hausarzt, konnte da schon nicht mehr laufen, hatte Fieber und mir war anzusehen, dass es mir nicht gut ging.

Diagnose: Überdehnte Mutterbänder im Kreuz. Ich soll Paracetamol nehmen und viel abpumpen, das wäre alles normal.

Okeeee

Abends konnte ich gar nicht mehr aufstehen.

Wir riefen in der Gyn an, die nur drei Schritte neben dem Ronals Mc Donald Haus war und sagten was Sache ist, ich bräuchte dringend einen Arzt, könnte nicht mehr aufstehen, Schmerzen und hohes Fieber.

Wortlaut der Schwester "Einen Krankenwagen gibt es nicht, und ein Arzt kommt nicht, Sie können sich gern einen Rollstuhl holen, wie Sie sie rüber bringen ist ihr Problem, ansonsten Pech gehabt".

Mein Mann ging also einen Rolli holen und fand Gott sei Dank noch andere Väter die wach waren. Zusammen trugen sie mich im Rollstuhl die Treppe runter, denn einen Fahrstuhl gab es nicht und mein Mann karrte mich dann in die Klinik. Die Aktion hatte eine Stunde gedauert.

Im Krankenhaus holte man Blut und lies mich in einem Untersuchungszimmer sitzen. Der Arzt war im Op und ich musste 4 Stunden warten bis er kam. Er vermutete, dass ich in meinem Körper wohl ein Thromböschen hätte und das wäre so schlimm nicht....

Nun, nach ungefähr 3,5 Stunden konnte ich nicht mehr, mein Mann machte Theater bei der Nachtschwester und nach dem sie die Blutwerte sah ]:D kam der Arzt auch schon gerannt.

zuerst durfte ich in der Frauenklinik liegen bleiben, bis man die passende Klinik gefunden hätte :)= Opti :)^

In dieser Zwischenzeit, bekam ich Clexane und strenge Bettruhe. Einmal gabs in der Angiologie einen Ultraschall und da hieß es, Oberschenkelthrombose. Da ich nicht aufstehen durfte, was total toll ist im Wochenbett {:( musste ich eben öfter die Schwester herklingeln.

Einmal haben sie mir die Beine so fest gewickelt, dass sie Zehen blau wurden (die waren es ja eh, weil wirklich kein Blut mehr durchkam, aber das wussten die damals noch nicht ]:D ) ich merkte also nichts mehr, da sie aber so kalt waren, fragte ich die Schwester ob sie so nett wäre, es mal lockern zu können, da ich den Unterschied nicht merke, aber irgendwas stimmt da nicht.

Nun, darauf hin wurde sie total frech, beschimpfte mich und fing an im Bett die Verbände von meinen Beinen zu reißen und zu zerren, dabei kratzte sie mich und der Unterleib wurde gezerrte, was angesichts der KS-Narbe sehr schmerzhaft wurde und der Katheter, den sie (besagte Schwester, die an mir zerrte) mir gelegt haben, da ich wegen der Cava-Thrombose keinen Harndrang mehr hatte, reibte auch sehr schmerzhaft. Ich musste losheulen. Bisher konnte ich mir das noch gut verkneifen, aber ich fühlte mich so gedemütigt. Daraufhin sagte ich ihr, dass auch andere Stress haben und nicht so unfreundlich wäre, ich sie ja nur gebeten habe, später wenn Luft ist zu schauen und dass sie das eben nicht sofort hätte machen müssen. Daraufhin meinte sie, dass sie sehr wohl freundlich wäre, da sie mir ja einen Katheter gelegt habe, damit ich nicht auf die Bettpfanne muss.

Beschwert habe ich mich nie, aber mein Mann erteilte ihr ein Zimmerverbot ]:D

So nach vier Tagen Ungewissheit kam ich auf die Innere Medizin, besser gesagt auf die Intensivmedizinische Klinik für Nierentransplantierte und Dialysepatienten.

Man machte dann mal am 13 Tag nach Entbindung war mein CRP im Bereich der Blutvergiftung, ich hatte jeden Abend 40 Grad Fieber und mein behandelnder Arzt sagte mir schon schonend, dass kein Antibiotika anschlägt, sie den Keim nicht finden und auch keine Ursache wissen, ich müsste damit rechnen, dass das auch anders ausging und wir nur noch abwarten können.

Ich hatte mich schon verabschiedet innerlich von der Welt, meine Kinder sah ich eh schon zwei Wochen nicht mehr und es war als würde mein Mann zu Hause ein anderen, mir fremdes Leben führen. Man steckte mich in die Gyn, da erlebte ich auch wieder die dollsten Dinge, da ich nicht aufstehen durfte und nicht duschen oder mich waschen durfte, war das natürlich nicht so toll. Die Schwestern kümmerten sich darum nicht genügend. Die Ärztin schimpfte mich, dass ich unsauber wäre und ich mich mal duschen soll. In meinem Leben habe ich mich noch nie so geschämt. zurück auf Station machte ich aber mal Stunk, da ich zu dem Zeitpunkt einfach nicht mehr wollte :(v ab da kümmerte man sich auch endlich um mich und ich wurde gewaschen. Ich bekam auch endlich eine Milchpumpe, dass ich abstillen konnte.

Man kam dann mal auf die glorreiche Idee ein CT zu machen. Toller Einfall :)= man karrte mich also ins CT.

Und da kam endlich herraus was los war nach 13 Tagen Räzelspielchen :)=

Es war eine ausgedehnte Vena-Cava-Thrombose mit Einmündung der Nierenvenen, man befürchtete, dass sie sich auch noch zusetze. Beidseitig eine Beckenvenenthrombose, Oberschenkelthrombose und Knievenenthrombose, eine beidseitige Lungenembolie und eine spetische Ovarialvenenthrombose, die es nur 1:50000 Geburten gibt und man normalerweise daran verstirbt.

Aber diese Erkrankung war in anderen Unikliniken nicht unbekannt, sodass aus einem anderen Bundesland (auch die Klinik in der ich meine Operation später bekam) passende Antibiotika genannt wurden und so war ich die nächsten drei 5 Wochen angestöpselt.

es gab insgesamt drei Mittel, welche ich heute aber nicht mehr weiß, ich weiß nur von einer Sorte, die die Schwestern immer als VIP-Zaubermittelchen bezeichneten, weil sie drei Einheiten (also drei Falschen) 500€ kosten sollen (angeblich) und das in einem Zeitraum von 21 Tagen, viel Geld also ]:D

Ich will ja nicht gehässig sein und bin einer einzigen Ärtzin sogar sehr dankbar. Aber meiner Meinung nach hätte man dieses Ausmaß verhindern können.

Immerhin ist das Problem familär und kein Arzt (die heute nicht mehr meine Ärzte sind) hatte auch nur einmal an eine Heparinprophylaxe gedacht, und das obwohl ich nur Bettruhe hatte in der SS.

Ich durfte da auch wieder aufstehen, da ich aber nicht laufen konnte, bekam ich einen Rollstuhl. Es war jedes Mal ein Kampf und ein Tagesausflug (Ironie!) wenn ich zur Toilette musste, da es dort keine auf dem Zimmer gab.

Die Zeit ging rum, mir ging es aber nicht gut. Die Medikamente waren aggressiv und zerstörten alle Schleimhäute, sodass ich überall Pilz bekam. Ich durfte in den 5 Wochen insgesammt drei Mal für zwei Stunden nach Hause um meine Kinder zu sehen. Die mir so fremd waren, dass ich nicht mehr wusste, wer wer war. Das brach mir das Herz und es erloschen alle Muttergefühle die ich hatte.

Ich weiß noch, wie sie da lagen in ihren Tagesbettchen und schrien und ich meinte zu meinem Mann, warum sie denn weinten, denn immerhin hatte er sie zwei Stunden vorher gefüttert....

Antworten
Alias 670182


....

da meinte er zu mir, "Hallo vor zwei Stunden" die haben vielleicht Hunger!?

Da kamen mir die Tränen, ich kannte meine eigenen Kinder nicht mehr.

Nachts nahm ich sie mit ins Bett, damit ich mich an sie gewöhne, und weil ich zu schwach war, ständig aufzustehen.

Das war ok, aber zu mir gehörten sie immer noch nicht. Ich wusste nicht warum sie weinten, wann sie gewickelt werden müssen. Und bei jedem Schluckauf dachte ich sie ersticken |-o

Nach 6 Tagen kam das Fieber zurück, mein Knie lies sich nicht mehr bewegen.

Also ab zurück ins Krankenhaus. Die Blutvergiftung war zurück und die Thrombose ist trotz Heparin und Marcumar mit einem INR von 4,1 weitergewachsen.

Drei weitere Wochen musste ich dort bleiben.

Konnte dann aber endlich nach Hause.

In der Zwischenzeit sah ich meine Kinder kein einziges Mal.

Ich kam als zurück zu meinem 8Wochen alten Neugeborenen und war innerlich noch distanzierter.

Teilweise habe ich nachts geheult, weil ich überfordert war :°( Mit 14 Wochen schliefen die beiden durch, hatten aber Schreitouren, bei denen sie nur getragen werden wollten. Ich war manchmal so überfordert, dass ich meine Babies anschrie und einfach mal 10 Minuten schreien lies :°(

Ich werfe mir das heute noch vor, dass ich damals so lieblos zu den Beiden war. Dass da nichts war.

Ich war aber alleine, ich bekam keine Hilfe, keine Reha, die Klinik hat mich nicht entlassen mit Informationen wo ich mich hinwenden könnte. Hebamme kam schon nicht mehr. Mein damaliger Hausarzt überfordert, so war ich alleine mit meinen Problemen. Innerlich war ich tot. Mein Mann überfordert, da er arbeiten ging, die Kinder alleine hatte und sich um mich kümmern musste.

Ich nahm sie mit ins Bett, legte sie weiter an, damit irgendwie eine Bindung entstand. Und nach einem Jahr war es dann besser. Mein Mann bekam einen Bandscheibenvorfall, mit Nervenkanalverengung, musste operiert werden, er wurde dann arbeitslos und berufsunfähig. Eine schwere Zeit fing an, da er eine Umschulung machen musste, wir lebten von Harz IV und manchmal war das Geld extrem knapp. Meine Familie hat uns viel geholfen, aber mit ihr war es auch nicht immer einfach |-o aber ohne sie wären wir heute wohl nicht da, wo wir jetzt sind.

Als die beiden dann zwei waren kamen sie in den Kiga und ich dachte ich könnte wieder arbeiten gehen. Es war zwar immer noch schwer auf den Beinen und Treppen wurden zu meinem persönlichen Feind aber probieren wollte ich es.

Ich fing als Pflegehelferin an und es war toll x:)

Nach drei Wochen im Spätdienst, der extrem anstrengend war, sollte ich im Frühdienst angelernt werden, der erste Morgen war schon schwer, alles musste schnell schnell gehen. Am zweiten Morgen, wollte gerade eine Bewohnerin ins Bad führen, passierte es, ich kippte um, konnte sie grad noch aufs Klo setzen.

Mir war wieder nicht gut.

Also ab zum Arzt, ein MRT zeigte dann, dass sowohl die Vena Cava, als auch das Becken komplett verschlossen waren. Da ging gar kein Blut mehr durch. Es haben sich überall im Bauchraum, an der Blase, auf, um die Gebärmutter im Douglasraum, an den Eierstöcken und zwischen Blase und Eierstöcken ganze Geflechte von Kolleralen gebildet, also Umgehungskreisläufe.

Ich wurde arbeitslos und bekam eine Umschulung (allerdings 1,5 Jahren nach langen Kampf) genehmigt. In dieser Zeit traten sehr viele Probleme auf. Ich wurde ohnmächtig, wenn ich Treppen rauf musste, ich hatte 24 Stunden Dauerschmerzen, die Beine waren schwer, das Blut versackte, ich war ständig krank. Ich baute null Kondition mehr auf, konnte mich nicht mehr bücken oder hocken. Laufen war die Hölle :(v

Die Umschulung war zu anstrengend, die musste ich aufgeben.

Danach war es nicht besser geworden, die Schmerzen immer schlimmer 2012 kam ich dann in eine Schmerztherapie, ich hatte einen Antrag auf Schwerbehinderung und Erwerbsminderungsrente gestellt.

Beides bekam ich nicht bewilligt.

Da ich keine Katalogskrankheit habe ]:D

Meine Ärzte kennen nur meinen Fall und keinen anderen. :-(

Ging den Sachbearbeitern wohl genauso.

Man beruf sich darauf, dass nicht nachzuweisen ist, dass meine Beschwerden von diesem Krankheitsbild kämen. Und sie können diesen Zustand (da nicht oft nach Thrombose) auch nicht als krankhaft bezeichnen, denn immerhin sind meine Beine nicht abgestorben ]:D

Daran sieht man mal, dass es nicht darauf ankommt, was man hat und wie schwer die Auswirkungen sind, sondern wie es funktioniert und so lange etwas noch funktioniert ist es kein Zustand :(v

(Ich war zwischenzeitlich ständig wegen Schmerzen stationär, oder zur Beratung in anderen Krankenhäusern, was aber jedes Mal eine Enttäuschung war).

Nunja, im selben Jahr fing ich eine Therapie an, weil ich einsehen musste, dass es so auch nicht weiter gehen kann. Damals gab es noch keine Möglichkeit einer Behandlung.

Aber die Therapie gab mir Kraft weiter zu machen und so ging ich in Uniklinik, die mir damals schon mit der Diagnose geholfen hat und stellte meinen Fall vor.

Das war sehr ernüchternd, da ich da auch hörte, dass man es so nicht kennt, noch nie gesehen hat und selbst auch nichts machen kann. Aber man hat mir versprochen im Ausland zu schauen und den Kollegen meinen Fall vorzustellen und das war mein Glück.

Im März 2012 stellten sie meine Fall in die Schweiz einem Professor vor, der einige Erfolge in der Forschung verbuchen konnte und nach einem Verfahren oder eine Verbesserung eines Verfahrens gesucht hatte, wie man alte Thrombose eröffnen könnte.

Damals hätte man in dieser Klinik Bendlungsmöglichkeiten gehabt, dass die Verschlüsse vorgebeugt hätte oder zumindest gleich operieren hätte können.

Er hatte mir eine Erfolgschance von 70% zugesagt :)^

So, ein Jahr stand ich auf Abruf, ich wurde immer nervöser und immer wieder vertröstete man mich. Sie wollten noch ander Fälle finden, damit sich die Anreise auch wirklich lohnt. Das verstand ich auch. Nach einem Jahr war es dann soweit, man hat mit mir noch einen Mann gefunden mit ähnlichen Problemen :)^ wir lagen also da und warteten auf unsere Op. Er war noch schlimmer dran, sodass er einen Zugang durch die Knievene brauchte und nicht wie ich, durch die Leiste, deswegen entschied man sich auch gegen eine Narkose und machte das praktisch mit dem Verfahren eines Herzkatheters.

Leider war diese Op das schlimmste, was ich erlebt habe, denn es ist unglaublich schmerzhaft. Ich kann heute nur schwer darüber reden, aber ich hab gebettelt wie Hund und das obwohl ich echt viel ertragen kann. Man wusste es aber einfach nicht besser. Die Uniklinik wurde angelernt und wird wohl denke ich in Zukunft dieses Verfahren auch anbieten natürlich würde ich bei Interesse die Kontaktdaten herausgeben..

Ich bin dieser Klinik kein Stück böse, dass das so verlaufen ist. Manchmal passiert sowas und ich war trotz der für mich schlimmen Op in guten Händen und keiner von den Herzen hat die Nerven verloren, obwohl ich um mich schlug und schrie |-o und stehen mir heute noch mir Rat zur Seite. Und was soll ich sagen? Es war ein großer Erfolg und beendete meine Leidensgeschichte in einem Zeitrahmen von drei Tagen.

Man setze in einem Balonverfahren (soweit auch bekannt) einen Katether in besagtes Gebiet, dieses wird aufgedehnt, sodass sich die Verschlüsse öffnen (sehr schmerzhaft) diese wird mit Hilfe von Kontrastmittel sichtbar gemacht (für mich extreeeeeem schmerzhaft) dann wird der Stent gesetzt (tut auch weh). Das ganze wurde drei Mal wiederholt. Leider kann ich den Vorgang nicht 100% widergeben, da ich da wirklich keine Nerven hatte genau zuzuschauen und zu Fragen (es standen andere Ärzte und Niedergelassene und Interessenten der Klinik dabei und schauten zu). Sodass ich mir nicht sicher bin, wie genau die vorgehen und welche Instrumente genutzt werden.

Auf jeden Fall ist nun die komplette Vena Cava (auch die gesunde Stelle) mit einem Stent implantiert, das gleiche gilt für die Achse im Becken. Ach Himmel die Namen fallen mir nicht ein.

Mir kommen heute noch die Tränen so überwältigt bin ich davon.

Menn man 24 Stunden nur ein dumpfer Schmerz verspürt, nichts mehr essen kann, da alles was im Magen war, noch zusätzlich auf die GM gedrückt hatte, dann ist das wirklich eine ganze Welt die man geboten bekommt.

Leider kamen aber Rückschläge, ich bekam wieder eine Thrombose und da mir das Kontrastmittel so sehr auf die Nieren schlug, auch noch extreme Koliken.

Wahrscheinlich war eine Lungenembolie dabei, aber man konnte mich nicht ins CT stecken.

Nach drei Wochen wollte ich nicht mehr, ich fühlte mich trotz der nachfolgenden Komplikationen wie ein neuer Mensch. Als ich das erste Mal die Treppe hoch kam, ohne umzukippen, hab ich einen Heulanfall bekommen. Da blieben die Krämpfe aus, der Schwindel, die schweren heißen Beine und die Atemnot x:) das war das schönste Geschenk seit der Geburt meiner Kinder x:)

Also ging ich arbeiten, als Putzfrau, das war nicht so schlau. Denn es war zu viel. Da dachte ich, ich gehe lieber nochmal in die Pflege, *Hüstel* war auch nichts.

Irgendwie bin ich nachwievor nicht belastbar. Und psychisch ist es auch noch nicht ok....

Aber ein Rehantrag ist nun gestellt und ich hoffe, diesmal habe ich genug Diagnosen und Qualen hinter mir, dass ich sie genehmigt bekomme.

......

Alias 670182


....

Mittlerweile wurde festgestellt, dass irgendwas mit meinem Herzen nicht stimmt, nichts schlimmes, aber es reicht um mich umzuhauen.

Ich will nämlich nicht mehr, ich will und kann kein Krankenhaus, Arztpraxis oder Untersuchungen über mich ergehen lassen.

Mir scheint als hätte die letzte Aktion meine restliche Energie weggesaugt %:|

Mein Mann muss nun auch wieder ins Krankenhaus, zwar auch nichts Dramatisches, aber die Menge an neuen Problemen die aufkommen, reichen um mich aus der Bahn zu werfen.

So, das war die Kurzversion der letzten 6 Jahre und es tat gut, endlich mal den Scheiß von der Seele zu reden.

Im Nach hinein hat man nie eine Diagnose gestellt. Immer nur zusammenhängende Zustandsbeschreibungen ;-D

Aber ich hoffe, es hilft vielleicht irgendwem, der auch extreme Venenverschlüsse hat mit difusen und diversen Symptomen, Einschränkungen, auf die keiner einen Rat hat oder eine Erklärung

Dann würde ich liebendgern die Kontaktdaten der Klinik und der Ärzte rausgeben, damit man vielleicht auch selbst erlebt wie schön es sein kann, wenn man geholfen bekommt.

Und es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, wenn man wieder etwas kann, was vorher nicht ging @:)

Und

Alias 670182


So heute Morgen geht es weiter mit dem Gedankensortieren.

Heute Nacht habe ich von dem Faden geträumt. Dass meine Familie dahinter kam und mich beschimpft hätte, dass man solche Sachen nicht ausspricht.

Ich hör öfter von meiner Mutter, dass meine Probleme nicht groß genug sind, dass ich darunter "leiden" könnte. Dass Vergangenheit, Vergangenheit ist und dass es nur darauf ankommt, was heute ist.

Ich hatte ja immer Hilfe im Haushalt, und das ist keine Arbeit.

Ja, im Kern stimm das wohl. Aber wie soll ich denn vergessen, wenn ich nie Zeit für mich hatte?

Meine Mutter ist da der falsche Ansprechparnter, sie ist ein herzensguter Mensch und war für mich immer da in der Zeit, hat mir immer geholfen mit den Kindern, wo sie konnte. Kümmert sich selbst um ihre Mutter, muss einiges selbst verkraften Pfelge der Oma, Scheidung, finanzielle Probleme Aber sie bezieht immer von sich auf andere.

Da sie selbst Krebs hatte vor Jahrzenten Und ihre Probleme schon seit meiner Kindheit gingen, ist sie in dieser Hinsicht "abgestumpft". Wenn ich mal einen Versuch starte (heute ist es ja nicht anders) mit ihr zu reden, dann fällt das Gespräch immer gleich aus. Meistens sagt sie prompt "Was soll ich dazu sagen? Mir gehts nicht anders und in dieser Hinsicht bin ich noch am schlimmsten dran". Ich denke, dass meine Mutter das sagt, aus Selbstschutz, weil sie selbst nicht mehr weiß, was sie sagen soll.

Aber solche Sprüche tun weh und es kommt nicht einfach mal vor, sondern immer.

Sie ist trotzdem eine tolle Mama.

Was ich aber eigentlich schreiben wollte:

Eine Frage an Menschen, die mal eine Thrombose hatten.

Wie ging es euch damit? Seht ihr es auch, dass eine Thrombose gar nicht so gefährlich ist, wie sie dargestellt wird?

CWor>nelia5x9


Wow! :-o

Das ist ja mal ne richtig heftige Geschichte! Laß dich mal virtuell drücken! :)_

Was Thrombosen angeht, kann ich dir nur die Geschichte von meinem Vater erzählen. Zwei Herzinfarkte hatte er zu dem Zeitpunkt (Dezember 1992) schon hinter sich, und dann kam er mit einer schweren Oberschenkelthrombose ins Krankenhaus. Die haben ihn 2 Wochen dabehalten, die ganze Zeit an so einem speziellen Tropf (keine Ahnung mehr, was das war) und dann als geheilt entlassen, kurz vor Weihnachten.

Am 20. Februar 1993 (Karnevalssamstag) ging er dann in einem Schwimmbad in unserer Nähe schwimmen, was er gerne samstags tat. Nach ein oder zwei Bahnen (haben wir später rekonstruieren können) ist er aus dem Becken gestiegen, weil ihm wohl komisch war, und er hat sich in der Ruhezone des Bades auf eine Liege gesetzt. Und dann ist er einfach umgefallen. Tot, von einer Sekunde auf die nächste. :°(

Es stellte sich heraus, daß es eine Lungenembolie war, von der Thrombose, die eben doch nicht weg war! Das zur Gefährlichkeit von Thrombosen!

Alias 670182


Hallo Cornelia, Danke ich freue mich rießig, dass du meinen Faden gefunden hast.

Auch wenn die Umstände alles andere als schön sind. Es tut mir unglaublich leid, was deinem Papa passiert ist :°_ Mein herzliches Beleid an dich, es war sicherlich keine einfache Geschichte zu verkraften.

Ich hab schon öfter davon gehört, das ältere Menschen an Lungenembolien versterben. Ich denke das Risiko ist auch da. Wenn ich aber mittlerweile glaube, dass junge Menschen dahingehend etwas robuster sind.

Ich denke auch, es kommt immer drauf an, wie stabil der Körper selbst ist und bei älteren Menschen spielen oft andere Krankenheiten eine Rolle.

Es stellte sich heraus, daß es eine Lungenembolie war, von der Thrombose, die eben doch nicht weg war! Das zur Gefährlichkeit von Thrombosen!

Natürlich sollte man die nicht unterschätzen.

Man sagt oft, dass frische Thrombosen ein höheres Risiko birgen, dass sie "springen". Und je älter sie werden, das Risiko weniger wird, wenn auch nicht unmöglich. Manchmal kann man machen was man will und die Thrombose löst sich trotzdem ab. Wurde denn geklärt, wie sich der Thrombus lösen konnte?

C_orn{elyiaW5x9


Leider nicht, eine Obduktion in dem Sinne gab es nicht. Danke für deine lieben Wünsche. Inzwischen ist es 20 Jahre her, ich habe es verarbeitet, aber es war schon schrecklich damals.

Man hat damals vermutet, daß der Temperaturwechsel durch das Wasser im Schwimmbad den Thrombus gelöst hat. Genaue Klärung hat es wie gesagt leider nicht gegeben. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt übrigens 63 Jahre alt und recht sportlich, obwohl übergewichtig.

EVhexmalriger Nut*zer (#x325731)


Da ich weiß wer sich hinter dem Alias verbrigt:

alles Gute und weiterhin gute Besserung. Es kann nur eine Richtung geben: aufwärts :)* @:)

Alias 670182


:)_ Dir hab ich eh viel zu verdanken liebe Mellimaus @:)

Alias 670182


Man hat damals vermutet, daß der Temperaturwechsel durch das Wasser im Schwimmbad den Thrombus gelöst hat. Genaue Klärung hat es wie gesagt leider nicht gegeben. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt übrigens 63 Jahre alt und recht sportlich, obwohl übergewichtig.

Vielleicht ist es dir ein kleiner Trost, dass sowas damals auch gar nicht möglich war.

Selbst heute haben viele Ärzte gar keinen Plan, was so eine Thrombose mit sich zieht.

Sie gehen oft nach einem klassischen Fall aus und dazwischen gibt es nichts.

Ich denke, dass in diesem Gebiet noch viel Aufklärung erfolgen muss und vor allem weniger Schwarz/weiß denken.

Elhemalige^r Nurtzer (#325x731)


|-o danke dir.

Aber vieles hast du dir vor allem selber zu verdanken, du bist derjenige der nicht locker gelassen hat und sich selber an den Haaren aus dem Sumpf gezogen hat. Und darauf kannst du sehr stolz sein :)=

Das kann nicht jeder :|N

SKpee0dy}se


*:) :)_ :-x

Auch ich wusste sofort, wer Du bist und ich muss sagen, ich finds super, dass Du Dir die Sache vom Herzen schreibst :)_ :)*

Du kennst mich ja, weißt, was ich durchhabe ,auch in punto Embolie und ich kann verstehen, was in Dir vorgeht, denn die Angst ist allgegenwärtig.........Aber Du bist auf dem richtigen Weg :)_ Schone Dich , erfreu Dich an den kleinen Dingen des Lebens.....

Nichts wird wieder gut, aber alles wird besser ;-) :)* :)* :)* :-x

Alias 670182


|-o Noch bin ich nicht ganz draußen, aber ich denke den Rest schaffe ich auch noch.

Gekämpft habe ich wirklich, es war nicht einfach eine Klinik zu finden. Aber mit 27 (und das ganze fing mit 20 an) kann es nicht weiter gehen. Wie soll es dann werden mit Mitte 30? :(v

Wenn die Psyche sich noch stabilisiert und ich endlich auch eine Arbeit durchhalten kann ohne dass ich bei jedem Kleinsten Problem einen Nervenzusammenbruch bekomme, dann habe ich es geschafft |-o

Aber ich denke das größte und vor allem das Schlimmste liegt hinter mir.

Alias 670182


Hallo Speedyschatzi x:) ach hab ich heute einen Glückstag?

Ich freu mich rießig, dass du mal wieder online bist.

Ich hoffe dir gehts gut soweit :)_

Ja, vom Herzen schreiben musste ich mal |-o

SWpheedyyse


:)_ ja Kleines, danke, mir gehts gut x:) und ich freu mich für Dich, dass Du die kraft und den Mut hast, allen ballast niederzuschreiben @:)

Es wird alles besser, Kleine, aber gib Dir Zeit dafür :)_ :-x

p.s.hab meinen Führershein geschafft gleich beim ersten mal und bin unsagbar stolz

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH