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Prinzmetal Angina, noch jemand hier?

Gtraufamsexl hat geantwortet


Danke Cha-Tu - genau SO ist es! *:)

C7ant1 take it& withyoxu hat geantwortet


Liebe Mrs. Sternke,

ich habe Ihre Beitraege im med1-forum als Selbst-Betroffener mit Interesse und Anteilnahme verfolgt.

Ihre Aengste kann ich gut nachvollziehen, die Erfahrungen mit Allgemeinaerzten, Internisten und Kardiologen in Deutschland und anderswo sind fast deckungsgleich. Leider ist dass Gesundheitswesen mittlerweile schon so extrem kommerzialisiert, dass kaum noch ein Mediziner Lust und Zeit hat, sich mit aussergewoehnlichen Faellen wie diesem zu befassen; nur so viel: Das von Ihnen beschriebene Krankheitsbild ist absolut nicht so selten. In Italien gibt es Studien die bei Koronaren Herzkrankheiten einen Anteil von fast 20% Prinzmetal’s Angina vermuten. Schaetzungen in den USA gehen in die gleiche Richtung. Dass sich in Deutschland ein Institut mit med. Studien ueber diese Form der Angina Pectoris befasst konnte ich leider bisher nicht ausmachen.

Nebenbei bemerkt sind die meisten umfassenderen Studien zur Prinzmetall’s Angina in englischer Sprache verfasst und deshalb Interessierten und Betroffenen in Deutschland schlecht zugaenglich, wenn sie sich in der Sprache und der med. Fachterminologie nur unzureichend auskennen.

Wie bei anderen Krankheiten, wie z.B. Migraene, Fibromyalgiesyndrom ist auch die Variant Angina bzw. Prinzmetal’s Angina noch nicht in allen Einzelheiten erforscht.

Bei vielen Mitbetroffenen kommt jedoch noch eine KHK (Koronare Herz Krankheit) hinzu, die letzendlich erst zur Diagnose "Prinzmetal’s Angina" fuehrte und oft von einen MI (myocardial infarction) wie anscheinend auch bei Ihnen begleitet war.

Die Faelle mit Arteriosklerose sind besonders kritisch, weil die im Inneren sklerotischen Herzkranzgefaesse bei Krampfanfaellen dazu neigen Plaque von den Gefaesswaenden abzustossen, der anschliessend die Gefaesse teilweise oder ganz verstopft. Dann ist Holland in Not und wenn dann nicht ganz schnelle Hilfe kommt ist der MI schon da.

Die Kraempfe koennen bei Vorliegen dieser Form der Angina medikamentoes ausgeloest und im Rahmen eines Angiogramms relativ sicher diagnostiziert werden. Man muss aber darauf hinweisen, dass eine Herzkatheteruntersuchung nicht ohne Risiko ist. Statistisch liegt das Risiko, diese Untersuchung nicht zu ueberleben, bei ca. 1:100. Wenn obige Komplikationen mit einer Arteriosklerose dazukommen, ist die Gefahr einen MI davonzutragen aus meiner Sicht so stark erhoeht, dass eine solche Untersuchung fuer einen verantwortungsbewusst arbeitenden Kardiologen nicht infrage kommen kann, wenn es mehr oder weniger nur um eine sichere Diagnose der PA geht und nicht primaer darum, dass wegen einer Stenose zb. ein Stent gesetzt werden muss.

Nach von Ihnen beschriebenen Diagnosen der Kardiologen ist Ihr Herz bzw. sind Ihre Herzkranzgefaesse noch O.K. und die Funktion Ihres Herzens ist auch nicht ueber das Vorliegen einer variant angina hinaus erheblich weiter betroffen, sodass letztgenannte Gefahr fuer Sie hoffentlich nicht bestehen duerfte und Ihr MI, wenn es eine dauerhafte Schaedigung gegeben hat, eher durch einen laenger anhaltenden Krampf eingetreten ist.

Ich moechte Ihnen Mut machen: Ich lebe mit dieser Krankheit schon mehrere Jahre, trotz einiger MIs und trotz ab und zu gluecklicherweise aber nur selten autretendem Kammerflimmern. Aus meiner Sicht ist es allerdings notwendig, sich mit dieser Krankheit abzufinden (es gibt wohl bisher keine Heilung und man kann nur hoffen, dass die Anfaelle in grossen Abstaenden auftreten) und sich auf diese besondere LEBENS-Situation einzustellen. Mein Rat deshalb: Haben Sie Ihr Nitro-Spray immer dabei, denn Sie koennen die Anfaelle nicht vorausberechnen oder vorausplanen. Setzen Sie es rigoros, aber genau nach Dosierungsvorschrift rechtzeitig ein. Dann bleibt immer genug Zeit bzw. der Krampf loest sich dauerhaft. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Medikamente regelmaessig einnehmen und nicht vergessen. Tun Sie alles, um Ihren Blutdruck zu stabilisieren, essen Sie gesund und regelmaessig. Vermeiden Sie Stresssituationen im Berufsleben. Lernen Sie Atementspannung und ueben sie solange, bis Sie die Entspannung tatsaechlich fuehlen. Lernen Sie progressive Muskelentspannung bis Sie den Erfolg in Ihrem Koerper spueren und Sie sich wieder von Ihrer Anspannung erholen koennen.

Kein Mensch kann Ihnen verwehren, zum Arzt zu gehen, wenn Sie das Gefuehl haben, dass "etwas" nicht stimmt. Wenn Sie thorakale Schmerzen haben, wird ein verantwortungsbewusster Mediziner immer ein EKG machen und gegebenenfalls Ihr Blut untersuchen, denn durch eine entsprechende Blutanalyse kann man schon nach wenigen Stunden feststellen ob tatsaechlich ein MI vorgelegen hat und Sie weiterer Hilfe und Behandlung beduerfen. Wenn Sie diesen Service nicht erhalten, wechseln Sie den Arzt.

Herzrhythmusstoerungen sind eine absolut ernstzunehmende Geschichte, koennen aber im gewissen Umfang auch tolerierbar sein. Sie muessen letzendlich selbst (natuerlich zusammen mit Ihren Kardiologen) beurteilen, ob sie die Implantation eines Schrittmachers benoetigen oder nicht.

Aber wichtig ist in allen Situationen: Ruhig bleiben, keine Panik, gleichmaessig atmen; Sie haben nur dieses eine Leben und ich wuensche Ihnen, dass Sie es noch moeglichst lange behalten. Ich wuensche Ihnen besonders auch einen verstaendnisvollen Partner, der Ihnen Aengste nehmen und Sicherheit durch ein fachgerechtes Eingreifen geben kann.

Kind regards and all the best

C_ant1 taVke int wFithysou hat geantwortet


Liebe Mrs. Sternke,

ich habe Ihre Beitraege im med1-forum als Selbst-Betroffener mit Interesse und Anteilnahme verfolgt.

Ihre Aengste kann ich gut nachvollziehen, die Erfahrungen mit Allgemeinaerzten, Internisten und Kardiologen in Deutschland und anderswo sind fast deckungsgleich. Leider ist dass Gesundheitswesen mittlerweile schon so extrem kommerzialisiert, dass kaum noch ein Mediziner Lust und Zeit hat, sich mit aussergewoehnlichen Faellen wie diesem zu befassen; nur so viel: Das von Ihnen beschriebene Krankheitsbild ist absolut nicht so selten. In Italien gibt es Studien die bei Koronaren Herzkrankheiten einen Anteil von fast 20% Prinzmetal’s Angina vermuten. Schaetzungen in den USA gehen in die gleiche Richtung. Dass sich in Deutschland ein Institut mit med. Studien ueber diese Form der Angina Pectoris befasst konnte ich leider bisher nicht ausmachen.

Nebenbei bemerkt sind die meisten umfassenderen Studien zur Prinzmetall’s Angina in englischer Sprache verfasst und deshalb Interessierten und Betroffenen in Deutschland schlecht zugaenglich, wenn sie sich in der Sprache und der med. Fachterminologie nur unzureichend auskennen.

Wie bei anderen Krankheiten, wie z.B. Migraene, Fibromyalgiesyndrom ist auch die Variant Angina bzw. Prinzmetal’s Angina noch nicht in allen Einzelheiten erforscht.

Bei vielen Mitbetroffenen kommt jedoch noch eine KHK (Koronare Herz Krankheit) hinzu, die letzendlich erst zur Diagnose "Prinzmetal’s Angina" fuehrte und oft von einen MI (myocardial infarction) wie anscheinend auch bei Ihnen begleitet war.

Die Faelle mit Arteriosklerose sind besonders kritisch, weil die im Inneren sklerotischen Herzkranzgefaesse bei Krampfanfaellen dazu neigen Plaque von den Gefaesswaenden abzustossen, der anschliessend die Gefaesse teilweise oder ganz verstopft. Dann ist Holland in Not und wenn dann nicht ganz schnelle Hilfe kommt ist der MI schon da.

Die Kraempfe koennen bei Vorliegen dieser Form der Angina medikamentoes ausgeloest und im Rahmen eines Angiogramms relativ sicher diagnostiziert werden. Man muss aber darauf hinweisen, dass eine Herzkatheteruntersuchung nicht ohne Risiko ist. Statistisch liegt das Risiko, diese Untersuchung nicht zu ueberleben, bei ca. 1:100. Wenn obige Komplikationen mit einer Arteriosklerose dazukommen, ist die Gefahr einen MI davonzutragen aus meiner Sicht so stark erhoeht, dass eine solche Untersuchung fuer einen verantwortungsbewusst arbeitenden Kardiologen nicht infrage kommen kann, wenn es mehr oder weniger nur um eine sichere Diagnose der PA geht und nicht primaer darum, dass wegen einer Stenose zb. ein Stent gesetzt werden muss.

Nach von Ihnen beschriebenen Diagnosen der Kardiologen ist Ihr Herz bzw. sind Ihre Herzkranzgefaesse noch O.K. und die Funktion Ihres Herzens ist auch nicht ueber das Vorliegen einer variant angina hinaus erheblich weiter betroffen, sodass letztgenannte Gefahr fuer Sie hoffentlich nicht bestehen duerfte und Ihr MI, wenn es eine dauerhafte Schaedigung gegeben hat, eher durch einen laenger anhaltenden Krampf eingetreten ist.

Ich moechte Ihnen Mut machen: Ich lebe mit dieser Krankheit schon mehrere Jahre, trotz einiger MIs und trotz ab und zu gluecklicherweise aber nur selten autretendem Kammerflimmern. Aus meiner Sicht ist es allerdings notwendig, sich mit dieser Krankheit abzufinden (es gibt wohl bisher keine Heilung und man kann nur hoffen, dass die Anfaelle in grossen Abstaenden auftreten) und sich auf diese besondere LEBENS-Situation einzustellen. Mein Rat deshalb: Haben Sie Ihr Nitro-Spray immer dabei, denn Sie koennen die Anfaelle nicht vorausberechnen oder vorausplanen. Setzen Sie es rigoros, aber genau nach Dosierungsvorschrift rechtzeitig ein. Dann bleibt immer genug Zeit bzw. der Krampf loest sich dauerhaft. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Medikamente regelmaessig einnehmen und nicht vergessen. Tun Sie alles, um Ihren Blutdruck zu stabilisieren, essen Sie gesund und regelmaessig. Vermeiden Sie Stresssituationen im Berufsleben. Lernen Sie Atementspannung und ueben sie solange, bis Sie die Entspannung tatsaechlich fuehlen. Lernen Sie progressive Muskelentspannung bis Sie den Erfolg in Ihrem Koerper spueren und Sie sich wieder von Ihrer Anspannung erholen koennen.

Kein Mensch kann Ihnen verwehren, zum Arzt zu gehen, wenn Sie das Gefuehl haben, dass "etwas" nicht stimmt. Wenn Sie thorakale Schmerzen haben, wird ein verantwortungsbewusster Mediziner immer ein EKG machen und gegebenenfalls Ihr Blut untersuchen, denn durch eine entsprechende Blutanalyse kann man schon nach wenigen Stunden feststellen ob tatsaechlich ein MI vorgelegen hat und Sie weiterer Hilfe und Behandlung beduerfen. Wenn Sie diesen Service nicht erhalten, wechseln Sie den Arzt.

Herzrhythmusstoerungen sind eine absolut ernstzunehmende Geschichte, koennen aber im gewissen Umfang auch tolerierbar sein. Sie muessen letzendlich selbst (natuerlich zusammen mit Ihren Kardiologen) beurteilen, ob sie die Implantation eines Schrittmachers benoetigen oder nicht.

Aber wichtig ist in allen Situationen: Ruhig bleiben, keine Panik, gleichmaessig atmen; Sie haben nur dieses eine Leben und ich wuensche Ihnen, dass Sie es noch moeglichst lange behalten. Ich wuensche Ihnen besonders auch einen verstaendnisvollen Partner, der Ihnen Aengste nehmen und Sicherheit durch ein fachgerechtes Eingreifen geben kann.

Kind regards and all the best

CLha\-Tu hat geantwortet


Hallo, Cant take it withyou,

danke für den Text, der das Ganze noch einmal aus der Sicht eines Betroffenen zeigt.

Aber solche Zahlen wie

Statistisch liegt das Risiko, diese Untersuchung nicht zu ueberleben, bei ca. 1:100.

machen nur Angst, wenn man sie nicht erklärt. In diesen Zahlen sind ALLE Koronarangiographien enthalten, auch die, die man an sehr alten, schwachen, oft schwer herzkranken Menschen durchführt. Bei einem jüngeren Menschen (also unter 55 Jahre), der keine weiteren Risiken hat, dürfte die Zahl bei 1:500 bis 1:1000 liegen, bei schwer herzkranken, geschwächten alten Menschen bei 1:50 oder schlechter.

Alles Gute

Cha-Tu

CCant $take_ it w#ithyoxu hat geantwortet


Hi Cha-Tu,

alles richtig, die Zahlen sind nach meiner Kenntnis ehedem relativ grobe statistische Werte und Herzkatheteruntersuchungen je nach Herz- oder sonstigem Gesundheitszustand einem minder hohen oder hoeheren Risiko unterworfen, je nach Patient. Man muss bei Komplikationen auch nicht gleich unbedingt das Zeitliche segnen.

Selbst wenn bei einem Herzpatienten eine KHK vorliegt und er schon aelter ist, kann ein Angiogramm mit anschliessender Stent Implantierung durchaus sinnvoll und lebensverlaengernd, vielleicht sogar lebensrettend unvermeidbar sein. Es kann sich dabei sogar herausstellen, dass an einer Bypass – OP kein Weg vorbeigeht, wenn eine unguenstige Stenose vorliegt. Die Katheteruntersuchung war ganz sicher ein Riesenfortschritt in der Kardiologie und Herzchirurgie.

Und nein, ich wollte keineswegs meine Mitforisten verschrecken, nur halte ich es persoenlich bei derartig ernsten Erkrankungen fuer viel besser, sich mit den Realitaeten auseinanderzusetzen und sich nichts vorzumachen. Das kann naemlich dazu beitragen, dass man sich – wie in meinem eigenen Fall – erstmals ernsthaft mit seiner Gesundheit auseinandersetzt und gleichzeitig auch selbst darueber nachdenkt, was man noch alles zum eigenen Besten besser machen koennte.

Kind regards

Cxha-xTu hat geantwortet


nur halte ich es persoenlich bei derartig ernsten Erkrankungen fuer viel besser, sich mit den Realitaeten auseinanderzusetzen und sich nichts vorzumachen.

Das sehen wir vollkommen gleich...

:-)

Gruss

sqter5nke hat geantwortet


nur halte ich es persoenlich bei derartig ernsten Erkrankungen fuer viel besser, sich mit den Realitaeten auseinanderzusetzen und sich nichts vorzumachen.

Das sehen wir vollkommen gleich...

:-)

Gruss

Das ist wohl so, auch wenn es anfangs unglaublich schwer fällt.

Ich sage nur trotziges Kind will sein altes Leben zurück.

GqrauaNmsxel hat geantwortet


Ich sage nur trotziges Kind will sein altes Leben zurück.

Oh Sternke, das wird wohl nicht möglich sein - aber im "neuen Leben" wirst Du Vieles anders sehen und anders machen, denn Dir ist (wie mir ja auch) ein NEUES LEBEN geschenkt worden.

@ cant take

zu Deiner PMA-Statistik: in meinem Land leben - grob geschätzt - 8 Mio. Menschen. Davon sind 50% irgendwie von einer Herz-Kreislauf-Krankheit betroffen - das sind 4 Mio. Davon haben ca.20% eine PMA - das wären 800000 Leute. Ich selbst wohne im Einzugsgebiet von einem der zwei grössten Universitäts-Herzzentren. Die Professoren, die dort arbeiten, wechseln zwischen den beiden Zentren hin und her, weil jeder Spezialist auf einem Spezialgebiet ist. Somit haben sie Übersicht über "alle" schweren Herzerkrankungen im Land.

Ich hatte also meinen Infarkt und kam in eine der beiden Uni-Kliniken. Während des Herzkatheter-Untersuchs sagte der Professor zu einem Arzt: -Rufen Sie alle Kardios zusammen, die gerade im Haus sind, es wird richtig interessant. Und dann dozierte er unter anderem: -Meine Damen und Herren Kollega, ich bin nun bald 30Jahre "im Geschäft" und sehe meinen zweiten Patienten mit dieser ganz extrem seltenen Krankheit. Wissen SIE, woran die Frau Grauamsel leidet? Sehen Sie sich diese Stelle da genau an, und diese hier... -Nach Lehrbuch müsste dieses krampfende Gefäss auf eine PMA hinweisen, sagte einer der Ärzte. -SO ist es, sagte der Professor!

Gäbe es in meinem Land 800000 Leute mit PMA hätte der Professor diese Krankheit schon öfters gesehen und nicht das ganze Kardioteam deswegen zusammen getrommelt.

Und weil die Krankheit so selten ist, gibt es ja auch keine speziellen Medis dafür.

Vor nunmehr 8 Jahren, als ich mich hier registrierte, suchte ich (auf Anraten meines Kardio) bei med1 "Leidensgenossen" für einen Gedankenaustausch und fand KEINEN. Aber jetzt ist da Sternke und auch DU bist mit im Boot, da sind wir ja schon ein "Grüppchen" und der liebe Cha-Tu besucht uns hier auch und erklärt uns in Ruhe das, was uns die Ärzte nicht erklären wollen/mögen.

sFter{nkxe hat geantwortet


Liebe Grauamsel,

Oh Sternke, das wird wohl nicht möglich sein – aber im "neuen Leben" wirst Du Vieles anders sehen und anders machen, denn Dir ist (wie mir ja auch) ein NEUES LEBEN geschenkt worden.

Ist schon klar, aber ich tu mir da zeitweise echt schwer mit. Ich bin immer die Starke gewesen in der Familie. Und auch jetzt versuche ich die Stärke zumindest nach außen hin zu zeigen. Und dann kommen die Momente in denen man so verzweifelt wünscht es möge alles ungeschehen werden. Wo die Angst so greifbar im Raum steht.

Ihr Lieben ihr müßt garnicht darauf antworten, ich muss heute abend nur ein bißchen jammern, morgen ist die Welt schon wieder schöner.

Ich drücke euch ganz lieb

sternke

G{ra,uamsxel hat geantwortet


Und dann kommen die Momente in denen man so verzweifelt wünscht es möge alles ungeschehen werden.

Diese Momente hatte ich am Anfang auch oft - ich konnte die Sache noch nicht richtig einschätzen, hatte die Kontrolle nicht mehr über mich.

Als ich die erste Verschlechterung spürte - und später beim Kardio im Ultraschall sehen konnte - beschloss ich, nicht mehr dem Vergangenen nachzusinnieren, sonder mich an dem freuen, was noch ist... es könnte ja erneut schlechter kommen. (In fast 9 Jahren gab es bloss eine bleibende Verschlechterung nach 7 Jahren und seitdem ist alles "wie immer".)

Ja, jammere Du nur, Dir zuzuhören sind wir ja da! Ich werde auch wieder so richtig jammern, im Sommer dann, wenn es 35° sind und ich zwei Monate am Stück halbtot sein werde - wenn's wieder so kommt wie letztes Jahr. Dann hörst DU mir zu und die anderen auch.

s]ternxke hat geantwortet


Ja, jammere Du nur, Dir zuzuhören sind wir ja da! Ich werde auch wieder so richtig jammern, im Sommer dann, wenn es 35° sind und ich zwei Monate am Stück halbtot sein werde – wenn's wieder so kommt wie letztes Jahr. Dann hörst DU mir zu und die anderen auch.

Liebe Grauamsel, ich hoffe der Sommer wird nicht so heiß. Nicht weil ich dir nicht zuhören möchte, sondern weil ich es dir gerne ersparen möchte.

Wie macht sich das denn bemerkbar? Hast du dann vermehrt Anfälle? Oder gleichbleibendes Unwohlsein?

Gestern hab ich einfach nur wieder gemerkt wie eng meine Grenzen gesteckt sind. Ich war körperlich fix und fertig und habe nicht viel gemacht und ganz gemütlich. Erst Arzt und dann ein bißchen bummeln mit meiner Mama, das muss eh gemütlich laufen weil sie garnicht mehr schnell kann. Ich hab aber schon beim Mittagessen gemerkt das ich zunehmend mehr Geplänkel bekommen habe und unendlich müde wurde. Die Nacht vorher hab ich nicht viel geschlafen, ich lag die meißte Zeit wach und hatte Gedankenkarusel, hat sicher auch dazu beigetragen.

Und hier zuhause kam dann eine innerliche Unruhe dazu, die es mir unmöglich machte mich hinzulegen und etwas zu entspannen. Dann fange ich an zu hadern.

Ich wünsche und allen heute einen schönen sonnigen Tag

sternke

CPhoa-Txu hat geantwortet


Liebe Sternke,

Ist schon klar, aber ich tu mir da zeitweise echt schwer mit.

Das verstehe ich sehr gut. So ging es mir auch, und es hat einige Zeit gedauert, bis ich das angenommen habe.

Ich bin immer die Starke gewesen in der Familie.

Ja, ich auch. Das ist übrigens laut Psychokardiologie (ein relativ neuer Zweig der Medizin und Psychologie, der die Zusammenhänge von Psyche, Persönlichkeitsstruktur und Herzkrankheiten untersucht) recht typisch für "unsereins".

Und auch jetzt versuche ich die Stärke zumindest nach außen hin zu zeigen.

Und genau das ist falsch!!!

Ich verstehe das sehr gut, mir ging es zeitweise ähnlich, aber es ist grundfalsch! Es ist niemandem geholfen, wenn Du "spielst" (und es ist gespielt, denn Du BIST ja nicht stark). Sich (und anderen) die eigene Schwäche einzugestehen und zu zeigen, ist der erste Schritt, mit dieser Krankheit auch seelisch fertig zu werden. Weiterhin die Starke spielen, führt Dich nur in die nächste Herzkrise. Klingt knallhart. IST aber so.

Und dann kommen die Momente in denen man so verzweifelt wünscht es möge alles ungeschehen werden. Wo die Angst so greifbar im Raum steht.

Die hatte ich noch Jahre lang. Eigentlich habe ich sie erst nicht mehr, seitdem ich vor 3 Jahren umgezogen bin, auf meinen "Alterswohnsitz", da habe ich dann diese irrationalen Hoffnungen, alles möge wieder "gut" sein, aufgegeben. Denn es IST alles gut. Alles ist gut, so wie es jetzt ist. Daran zu meckern, empfinde ich bei mir als undankbar. Ich habe zwei Infarkte überlebt, von denen jeder für sich so schwer war, dass er meist tödlich abläuft. Besonders der erste war die Härte schlechthin. Und das habe ich überlebt. Und das schon 19 Jahre. Und das ist gut. Und dafür bin ich dankbar.

Dass Du das alles noch nicht so sehen kannst, ist klar. Dafür ist es noch zu frisch. Du darfst auch mit Deinem Schicksal hadern, das ist doch klar. Aber ich setze dem MEINE Erfahrung entgegen, nicht als "Beispiel, das Du Dir nehmen sollst", sondern als Ermutigung.

Übrigens habe ich vor 2 Jahren, als bei mir die COPD festgestellt wurde, auch einige Monate gehabt, in denen ich gehadert habe. War auch in Ordnung! Man darf das. DU darfst das! Und DU darfst auch schwach sein (darin kann eine Stärke liegen!).

Liebe Grüsse

Cha-Tu

s8tLernkxe hat geantwortet


Lieber Cha-tu,

jetzt sitze ich hier mit Tränen in den Augen. Danke für deine Worte, hier und auch per PN.

Ich glaube man muss es oft gesagt bekommen, eh man es annehmen kann.

Ich wünsche dir einen wundervollen Tag heute :-x

sternke

C\ha-6Txu hat geantwortet


:)_

s+tqernkxe hat geantwortet


Hallo ihr Lieben,

ich habe übers Wochenende schon ein paarmal angefangen hier zu schreiben, dann aber doch wieder alles gelöscht.

Mir geht es grad psychisch garnicht gut und ich schramme immer ganz knapp an einer Panikattake vorbei.

Demnach ist mir garnicht nach schreiben :°(

Wahrscheinlich ist es jetzt auch mit die Anspannung bis ich einen Termin habe.

Ich drücke euch ganz lieb

sternke

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