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Herz-Bypass-OP bei meinem Vater

lgatitu&d|eX


latitudeX,

vielleicht erwartest Du ja auch zu viel. Von Dir!!! Irgendwie bist Du ja die letzten Wochen gar nicht recht zu Ruhe gekommen. Ich würde diesen "leeren" Zustand jetzt erst einmal so hinnehmen wie er ist...

Ja, vielleicht hast du recht. Heute fühle ich mich den ganzen Tag so "leer" und bin müde und K.O., meine Gedanken sind im KH. Habe heut Nachmittag kurz mit meinem Dad telefoniert, er ist extrem müde und kaputt, weil er Nachts nie zur Ruhe kommt, dazu natürlich noch die Schmerzen von der OP, der Tabletten-Cocktail täglich, die tatsache im KH zu sein, all das macht ihn momentan sehr fertig, und er tut mir wirklich leid :(

Ich kann ihn gut verstehen, er sagt, er will einfach nur nach Hause und sich ausschlafen und seine Ruhe haben, er klang so verzweifelt am Telefon, und ihn so zu erleben macht mich auch fertig, weil er sonst immer so stark ist. Klar, kann ihm keiner verübeln, dennoch ein komisches Gefühl. Hoffentlich darf er Dienstag nach Hause, ich glaub, dann würde er sich auch besser fühlen und ich vllt. auch. Ich hoffe, diese leere in mir wird bald besser :-/

CTha-xTu


Liebe latitudeX,

vielleicht solltest Du und Ihr als Familie wissen, dass es nicht selten ist, dass Herzoperierte nach einigen Tagen so etwas wie einen depressiven Zustand bekommen.

Warum das so ist, weiss man noch nicht so ganz, das Phänomen ist aber bekannt.

Vielleicht würde es helfen, Deinem Vater ein GANZ leichtes Beruhigungsmittel zu geben, sprich/sprecht einfach mal ganz offen mit ihm und mit den Ärzten.

Ich habe dieses Phänomen bei vielen Herzoperierten selbst erlebt, ich habe es bei meiner Mutter erlebt und auch schon sehr oft darüber gelesen. Selbst bei meiner "kleinen" Herzoperation (Dilatation) trat es in milder Form auf.

Ich interpretiere das so, dass nach anfänglich euphorischer Stímmung, das Ganze überlebt zu haben, dann der Absturz in das Gefühl/Wissen kommt, schwer krank zu sein oder gewesen zu sein, und auch die Frage, wie es weiter geht, immer bewusster wird.

Aber das ist meine rein psychologische Interpretation; Ärzte meinen aber, es könnte auch eine organische Ursache dafür eine Rolle (mit-)spielen, was ich durchaus auch für möglich halte.

Und wenn dann noch Schlaflosigkeit hinzukommt, sieht ja alles noch viel düsterer aus...

LG

Cha-Tu

liatit&udkeX


Ja, das habe ich auch schon oft gelesen, dass Depressive Verstimmungen oft auftreten. Gestern war es irgendwie schlimm. Mein Dad hat auch gestern Abend dem Pfleger gesagt, dass das gerade alles gar nicht mehr geht, er hat wohl auch ein bisschen geweint :-( dabei ist er ganz tapfer, und ich bin ganz stolz auf ihn! Der Pfleger war aber sehr nett und hilfsbereit, und ist sofort losgegangen, um etwas für ihn zu holen, er bekam dann gestern Abend eine Schlaftablette und einen "Kurzen Balla-Balla-Saft", so konnte er runter kommen und ein paar Stunden schlafen.

HEUTE hingegen sieht alles schon soooo viel besser aus. War heute auch im Krankenhaus, da saß er auf seinem Bett, hat in Zeitschriften geblättert, meine Mom war auch grad da, die Sonne hat richtig schön und warm ins Zimmer geschienen, was er noch immer für sich allein hat (und gut findet). Er war auch gar nicht mehr depressiv, er meinte, er hatte gestern einfach so ein Tief, aber heute würde er sich wieder gut fühlen, aber seine Stimmung wirkte auch gut. Ich habe auch richtig tief und fest geschlafen letzte Nacht, und beim aufstehen schon fühlte ich mich viel besser. War ein paar Stunden im Krankenhaus, haben uns über alles mögliche unterhalten,als ich dann gehen wollte hat mein Dad mich noch bis zum Krankenhaus-Ausgang gebracht. Das geht mittlerweile auch wieder ganz gut, er ist nicht mehr so schnell aus der Puste, ich glaube, die Lungentabletten muss er nun auch nicht mehr nehmen.

Habe heute mal nachgefragt, was für Tabletten er momentan einnehmen muss (bin halt neugierig :=o ), und zwar Betablocker, Blutverdünner, 1 Magentablette und viele (die gelben Kapseln) *Name hier einfügen*, die sind dazu, dass man keine Herz-Rhytmus-Störungen bekommt. Er hat heut die ganze Zeit gesagt, er will unbedingt nach Hause morgen, aber der Pfleger sagte, das würde wohl erst Dienstag sein, mein Dad war ganz entsetzt ;-D

Ich denke, Dienstag wird er entlassen werden, die Reha geht dann doch erst nächste Woche los, da hat er noch ein paar Tage um zu Hause Schlaf nachzuholen, sich auszuruhen, das ist doch schön.

Und nochmal zu meiner Stimmung: Heut isses sehr viel besser, jetzt gerade fühl ich mich schon erschöpft, aber das ist ok, den Tag über war ich ja gut gelaunt.

Danke Cha-Tu, dass du mir zuhörst. :)_

C*hax-Tu


Guten Morgen, latitudeX.

Ich finde es gut, dass Dein Vater weinen konnte. Das sollte er durchaus noch öfter tun und es auch tun dürfen. Diese Angst, diese Trauer über die eigene Krankheit und die ausgestandenen Ängste dürfen raus! Viele Menschen schlucken dann sofort "Optimismus-Pillen", weil sie das entweder nicht aushalten wollen oder sich ihrer Tränen schämen. Aber ich finde, es tut Herzkranken ganz ganz ganz gut, ihre Gefühle da auch rauszulassen, auch um eine längere Depression gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Alles Liebe weiterhin für Euch.

Cha-Tu

lLat7iturdeX


Heute ist mein Vater seeeeehr stuhr, er sagt, er will heut AUF JEDEN FALL nach hause, und auf GAR keinen fall bis morgen bleiben. Der Pfleger sagte aber, dass die Ärzte nicht sagen, "Sie können heute nach Hause" sondern sowas immer für den nächsten Tag ankündigen.

Er sagt, wenn die Ärzte sagen, er muss bis morgen bleiben, dann wird er sich eben selbst entlassen %-| ....naja, wenn er so drauf ist, gehts ihm offensichtlich ja wieder gut *seuftz* meine Mutter hat schon ausgiebig heut mit ihm telefoniert, und ihm gesagt, er muss bis morgen bleiben, ich konnte nur 5 Minuten mit ihm sprechen, da ich auf der Arbeit bin.

Er sagt, er bleibt auf keinen Fall bis morgen, er weiß nicht, wozu er noch einen Tag die Wand anstarren soll. Hab auch versucht, ihn zur Vernunft zu bringen.... er sagt, er kann nicht länger bleiben, er würde Nachts NIE auch nur 1 Std schlafen können, und er müsse unbedingt nach Hause, damit er wieder eine Nacht durchschlafen kann. %-|

Gegen 11 kommt wohl die Visite, und sagt ihm, wann er EIGENTLICH nach Hause darf, aber er sagt, er will dam Arzt sagen, dass er trotzdem geht. Ich könnt mich so aufregen...

Wahrscheinlich ist es auch für ihn grad nicht gut, dass er sich da so reinsteigert, oder? Man soll ja nicht nur sein Brustbein schonen, sondern auch erstmal den Adrenalingehalt, oder? ;-D

C|ha-xTu


Es ist nie gut, wenn man sich aufregt. Und es ist NIE gut, wenn man als erwachsener, lebenserfahrener Mensch plötzlich ganz infantil reagiert ;-) ]:D

Ich sehe da ein wenig schwarz in Bezug auf die Reha, ich weiss nicht, ob er bereit ist, das mitzumachen und sich dort in die Planung einzufügen. Aber das sollte, ja, müsste er machen.

Sturheit ist übrigens oft eine Ursache für den Zustand, in dem er gerade ist. Im Ernst: Sture und engstirnige Menschen haben viel öfter Herzkrankheiten als ruhige, gelassene und kompromissbereite. Ebenso sind arbeitswütige, arbeitssüchtige und solche Menschen gefährdet, die nie Ruhe ertragen können. Ich weiss, wovon ich rede. Ich war auch arbeitswütig, vielleicht sogar arbeitssüchtig und Ruhe war für mich etwas GANZ Bedrohliches...

LG

l7atiyt?udgeX


Er darf übrings doch heute Abend nach Hause, die Ärzte haben es ihm erlaubt ;-)

Er ist einfach immer so der "Macher" Typ, und nicht der Warter/Machen-lasser, und eben genau das muss er im KH ja, wo es ihm nicht gut ging, hat er sich ja auch nicht beschwert, aber da er ja von Tag zu Tag fitter wird, findet er es immer blöder, rumzusitzen ;-D

Naja, aber er darf ja nu doch heut Abend nach Haus... hat er ja doch seinen Willen bekommen. 8-)

Es ist nie gut, wenn man sich aufregt. Und es ist NIE gut, wenn man als erwachsener, lebenserfahrener Mensch plötzlich ganz infantil reagiert ;-) ]:D

Ich sehe da ein wenig schwarz in Bezug auf die Reha, ich weiss nicht, ob er bereit ist, das mitzumachen und sich dort in die Planung einzufügen. Aber das sollte, ja, müsste er machen.

Da hast du natürlich recht, Gelassenheit ist immer besser. Aber mal eine ernst gemeinte Frage: Ist es denn auch schlecht für die neuen Bypässe, wenn er sich nun aufregt? Oder ist das egal? Wirklich aufgeregt hat er sich natürlich nicht, so rumschreien oder so, so schlimm isser auch nicht ;-) ...aber sollte man sowas auch möglichst vermeiden, in den ersten 2-3 Monaten, genauso, wie man in der Zeit das Brustbein schonen muss?

DAS ...frage ich mich auch. Hingehen wird er auf jeden Fall, das hat er gesagt, aber in wiefern er dort mitmachen wird, ist ne andere Frage. Wahrscheinlich sieht er das dann eher als "blödes Gehampel" oder "blödes Gequatsche" an. Wird sich herausstellen, meine Mutter muss sich dann ja damit rumplagen, nicht ich ]:D

Im Ernst: Sture und engstirnige Menschen haben viel öfter Herzkrankheiten als ruhige, gelassene und kompromissbereite. Ebenso sind arbeitswütige, arbeitssüchtige und solche Menschen gefährdet, die nie Ruhe ertragen können. Ich weiss, wovon ich rede. Ich war auch arbeitswütig, vielleicht sogar arbeitssüchtig und Ruhe war für mich etwas GANZ Bedrohliches...

Oh, echt, Ruhe mochtest du gar nicht? Ich kann mir solche Workaholics nie vorstellen, die Freizeit ist doch viel toller und macht mehr Spaß. Zumindest seh ich das so, nach dem Motto: "Arbeiten um zu Leben, und nicht Leben um zu Arbeiten" ;-D

C4hba-Txu


Na, da hat er ja seinen Willen bekommen...

Aber mal eine ernst gemeinte Frage: Ist es denn auch schlecht für die neuen Bypässe, wenn er sich nun aufregt?

Gut ist das auf jeden Fall nicht, weil Aufregung den Blutdruck erhöht, und das ist für die Adern nie gut, weder für die "normalen" noch für die Bypässe.

Oder ist das egal?

Keineswegs.

aber sollte man sowas auch möglichst vermeiden, in den ersten 2-3 Monaten, genauso, wie man in der Zeit das Brustbein schonen muss?

Das sollte man immer vermeiden, aber die ersten 12 Monate sind die heikelsten für einen Reinfarkt und/oder einen erneuten Verschluss der Bypässe.

Oh, echt, Ruhe mochtest du gar nicht?

Ich war dauernd mit den Gedanken in der Praxis, habe oft auch am Wochenende gearbeitet, auch zuhause. Heute kann ich mir das überhaupt nicht mehr vorstellen, das alles hat mich gravierend verändert.

LG

l,atiWtudxeX


Gut ist das auf jeden Fall nicht, weil Aufregung den Blutdruck erhöht, und das ist für die Adern nie gut, weder für die "normalen" noch für die Bypässe.

Na solang es jetzt nicht akut schädigendend ist, isses ja ok... habe halt nur Angst, dass er sich über etwas aufregt, und das schlecht ist. Meine Ma hat ja auch n bisschen Bammel, kann ich verstehen, hätte ich ja auch, wenn er bei mir zu Haus wäre, wahrscheinlich würd ich alle 5 Minuten nach dem rechten sehen und die halbe Nacht wach sein, um zu kontrollieren, ob er auch atmet. Ist aber, denke ich normal, nicht nur der Patient, sondern auch die Angehörigen müssen erstmal "Vertrauen" in das reparierte Herz haben, und merken, dass alles gut ist, und nicht plötzlich etwas passiert.

Das sollte man immer vermeiden, aber die ersten 12 Monate sind die heikelsten für einen Reinfarkt und/oder einen erneuten Verschluss der Bypässe.

Oh, keine Angst machen bitte :°( ! Ich glaub, ich werd die nächsten Nächte ohnehin mies schlafen, und morgens das Befürnis haben, meinen Dad anzurufen, und ihn zu fragen, ob es ihm noch gut geht... bin da glaub ich erstmal ein bisschen ängstlich!

CNhIa-hTu


Na solang es jetzt nicht akut schädigendend ist, isses ja ok...

Da haben wir uns falsch verstanden, oder ich habe mich zu milde ausgedrückt: Es KANN akut werden. Selbst bei Herzgesunden kann eine grosse Aufregung den RR so erhöhen, dass er Gerinnsel abreissen lässt, die einen Infarkt auslösen können. Und die Bypässe sind nun einmal in den ersten 12 Monaten gefährdet, so dass ich nicht empfehlen würde, das einfach mal so auszuprobieren.

wahrscheinlich würd ich alle 5 Minuten nach dem rechten sehen und die halbe Nacht wach sein, um zu kontrollieren, ob er auch atmet.

Wenn sie das die ersten Tage macht, ist das okay, aber dann sollte sie es lassen, auch um ihrer selbst willen. Es gibt nämlich Patienten, vor allem Männer, die dadurch zu richtigen Tyrannen werden können, und ihre besseren Ehehälften damit auch unter Druck setzen. Ich unterstelle das Deinem Vater nicht, er wirkt aus Deinen Berichten auch nicht so, aber selten ist das nicht!

Ist aber, denke ich normal, nicht nur der Patient, sondern auch die Angehörigen müssen erstmal "Vertrauen" in das reparierte Herz haben, und merken, dass alles gut ist, und nicht plötzlich etwas passiert.

Ja.

Oh, keine Angst machen bitte :°( !

Das liegt mir fern, aber es ist weder Dir noch Deinem Vater geholfen, wenn man sagt "Alles supi, kann nur noch aufwärts gehen..." Es KANN auch zu Komplikationen kommen, und das sollte man wissen, weil man nur dann gegensteuern kann. Z.B. dafür sorgen, dass er erkennt, dass Aufregung für ihn nicht gut ist.

Lieben Gruss

l>atiUtudexX


Wenn sie das die ersten Tage macht, ist das okay, aber dann sollte sie es lassen, auch um ihrer selbst willen. Es gibt nämlich Patienten, vor allem Männer, die dadurch zu richtigen Tyrannen werden können, und ihre besseren Ehehälften damit auch unter Druck setzen. Ich unterstelle das Deinem Vater nicht, er wirkt aus Deinen Berichten auch nicht so, aber selten ist das nicht!

Mein Dad war jetzt schon genervt, weil sie im Auto 2x nachgefragt hat. Gut, ich hab ihn auch gefragt, als er ins Auto gestiegen ist, weil er doch fertig aussah (gut, das is ja auch ok ;-D ), da sagte er, sie solle bloß nicht noch mal fragen, er wäre schon jetzt genervt. Kann ich verstehen, kann aber auch meine Mutter verstehen. Im Mai sind sie 33 Jahre zusammen, da ist einem die bessere/schlechtere :-p Hälfte wohl schon ziemlich ans Herz gewachsen (haha...). Zu Haus hat sie ihn dann 2x erinnert, seine Tabletten zu nehmen (er war so müde und hat sich gleich ins Bett gelegt), da war er auch gleich genervt, und meinte, er wisse, wann er die einzunehmen hat. Aber ich denke, die beiden bekommen das schon hin, sie versucht ja auch, ihn nicht aufzuregen, indem sie zu oft irgendwas fragt oder zu besorgt ist.

Ich fühl mich immer noch recht zwiegespalten, einerseits froh, auch, dass er zu Hause ist, weil er sich so unwohl im KH fühlte, und ich weiß, dass es ihm zu Haus besser geht, andererseits etwas nervös, eben weil er zu Hause ist. Aber die Ärzte hätten ihn ja nicht entlassen, wenn nicht alles gut wäre. Alle Werte waren jeden Tag super, und der Blutdruck immer "jungfräulich" :)^

Übermorgen muss er wohl nochmal zum Arzt, um sich die Medikamente abzuholen, die er dann nehmen soll, ansonsten kann er sich jetzt bis zum Reha-Beginn zu Hause ausruhen, mal endlich ordentlich schlafen und auch mal wieder vernünftig essen, im KH hat er ja kaum was angerührt (was natürlich nicht gut ist, klar).

Was mein Dad auch noch sagte, war, dass das ganze eine wirklich, wirklich harte Nummer war/ist, und alle zeine Zimmergenossen/Operierten von der Station waren derselben Meinung, dass sie sowas nichtmal ihrem Feind wünschen würden. Einer sagte, er wäre am Tag nach der OP am liebsten aus dem Fenster gesprungen, so schlecht fühlte er sich. Die Männer waren sich auch alle einig, dass sie sowas auf keinen Fall ein zweites mal machen würden, sondern lieber "auf Risiko" leben, ansatt sich da nochmal aufmachen zu lassen.

Habe auf der Station während der gesammten Zeit auch nur 1 einzige Frau gesehen, die als Patientin da war, ansonsten nur Männer, die so 50+ waren, schätze ich. Ein Mann sah noch recht jung aus, so mitte 30, aber sonst war da irgendwie echt n klarer Altersdurchschnitt.

Mensch, ich bin so froh, dass bei ihm alles gut lief, der eine Zimmernachbar hatte während der OP zB einen Schlaganfall, einem anderen mussten sie so weit auf"stemmen", dass sein Arm ausgekugelt wurde, wodurch er deutlich länger am Sauerstoff hängen musste, und weniger schnell fit war.

...hoffentlich lässt die Anspannung bald nach.

CJha-TTu


Hallo, latitudeX,

nun, das ist nicht selten, dass Herzkranke nach einer OP "schwören", dass sie das "nie mehr" mitmachen werden. Aber erstens sieht es anders aus, wenn plötzlich wieder eine lebensbedrohliche Situation auftritt (was ich Deinem Vater keinesfalls wünsche), und zweitens liegt es nach der OP sehr viel am Patienten selbst, wie es nun weitergeht. Optimale Reha, pünktliche Einnahme der verordneten Medikamente, pünktliche Nachsorge- und Vorsorgeuntersuchungen, moderate, aber regelmässige sportliche Bewegung, gute Ernährung, wenig Stress sind Voraussetzungen für ein optimales Leben mit dem Bypass....

Allerdings sollte Dein Vater etwas verständiger mit seiner Frau sein ;-) Herzkranke sollten nämlich auch mal bedenken, was für schlimme Stunden und Tage ihre Angehörigen mitgemacht haben, und welche Ängste sie durchgestanden haben. Ich musste das auch lernen...

Liebe Grüsse

l=atit^uxdeX


Optimale Reha

Nun, hingehen wird er,ich hoffe, er macht auch mit, und findet das nicht alles doof ;-D

pünktliche Einnahme der verordneten Medikamente

Macht er zumindest momentan brav. Sind jetzt auch nur noch 8 Stück am Tag.

pünktliche Nachsorge- und Vorsorgeuntersuchungen

Die wird er, denke ich, schon wahrnehmen, ansonsten würde meine Ma ihn dazu drängen :D

moderate, aber regelmässige sportliche Bewegung

Hmm ...hmm ... Sport hat er bis Dato (also bis zur OP) nicht gemacht, aber ich hoffe, er wird zumindest etwas auf Radfahren oder Spazieren umsteigen.

gute Ernährung, wenig Stress

Auf die Ernährung hat er auch zuvor geachtet, meine Mutter hat auch immer Salz- und Fettarm gekocht, also er isst schon ausgewogen. Stress kann man ja auch ziemlich ausschließen, da er ja Rentner ist, und sich seinen Tag ja so einteilen kann, wie er möchte. :)z

Tja, und aktuell .... ich rufe morgens immer kurz bei meinen Eltern an, und spreche kurz mit meinem Dad, wie es ihm geht. Er sagt, er fühlt sich eigentlich ganz gut, aber er kann Nachts nach wie vor nicht schlafen, sondern immer nur, 2, 3 Std pro Nacht, und sonst immer nur so ein Dämmerzustand. Dazu ist er tagsüber sehr kaputt und muss selbst morgens beim alltäglichen Ferigmachen eine Pause einlegen, weil er nicht mehr kann. Der Arme, ob das bald besser wird? :-/

Er sagt, dass ihn nervt, dass er noch gar nichts machen kann, und sogar bei alltäglichen Sachen pausieren muss. Kann ich verstehen, sicherlich kommt ja auch dazu, dass er kaum schlafen kann, das ist ja auch Nervenzerreißend und zermürbend. Im KH hatte er sogar mal eine starke Schlaftablette bekommen, und wachte trotzdem Nachts auf.

Mein Dad ist ja eig auch schon positiv eingestellt, und meint, ihm gehts nicht schlecht, er sei nur immer so kaputt, aber dass es ja sicher immer besser wird etc. Das "Problem" für mich ist eher meine Mutter, die findet das alles "so traurig" und "voll der Horror" ..klar, schön ist das nicht, gaaaanz und gar nicht, und niemand möchte so eine OP, aber irgendwie steigert sie sich da so rein... nicht vor ihm, aber mir erzählt sie das dann am Telefon, was mich wiederrum runterzieht. Sicher ist es für sie viel schwieriger als für mich, da sie sich ja den ganzen Tag um ihn kümmern muss, aber trotzdem...

C.hKa.-Tu


etwas auf Radfahren oder Spazieren umsteigen.

Das ist doch gut! Wenn er täglich einen Spaziergang macht, bei dem er sich auch ein wenig anstrengt, ist das in Ordnung. Ich habe das grosse Glück, an einem Hügel zu wohnen, und egal, wo ich auch hingehe, eine Hälfte ist immer abwärts, die andere aber stark aufwärts. Da wird der Spaziergang fast zu Sport...

Er sagt, er fühlt sich eigentlich ganz gut, aber er kann Nachts nach wie vor nicht schlafen, sondern immer nur, 2, 3 Std pro Nacht, und sonst immer nur so ein Dämmerzustand. Dazu ist er tagsüber sehr kaputt und muss selbst morgens beim alltäglichen Ferigmachen eine Pause einlegen, weil er nicht mehr kann. Der Arme, ob das bald besser wird? :-/

Das wird besser, und kann auch durchaus psychisch mitbedingt sein. Eine Öffnung des Brustkorbs ist ein massiver Eingriff in den Körper, den man physisch, aber auch psychisch erst mal verkraften muss. Nicht wenige Patienten haben nach der Bypass-OP eine regelrechte Depression...

Er sagt, dass ihn nervt, dass er noch gar nichts machen kann, und sogar bei alltäglichen Sachen pausieren muss. Kann ich verstehen, sicherlich kommt ja auch dazu, dass er kaum schlafen kann, das ist ja auch Nervenzerreißend und zermürbend. Im KH hatte er sogar mal eine starke Schlaftablette bekommen, und wachte trotzdem Nachts auf.

Nun, die Tugend "Geduld" scheint ja auch nicht auf seiner Agenda zu stehen ;-) Hee, der Mann hat eine OP hinter sich, bei der man vor 20 Jahren noch 6 Wochen im Krankenhaus lag und geradezu todkrank war!

Mein Dad ist ja eig auch schon positiv eingestellt, und meint, ihm gehts nicht schlecht, er sei nur immer so kaputt, aber dass es ja sicher immer besser wird etc. Das "Problem" für mich ist eher meine Mutter, die findet das alles "so traurig" und "voll der Horror" ..klar, schön ist das nicht, gaaaanz und gar nicht, und niemand möchte so eine OP, aber irgendwie steigert sie sich da so rein...

Ich denke, das ist ein Ausdruck ihrer Angst. Und mit der muss sie ja auch irgendwohin. Die Angehörigen von Schwerkranken werden sowieso immer "vernachlässigt", auch von Ärzten und von der Wissenschaft. Es gibt kaum Verständnis, geschweige denn professionelle Hilfen dafür, dass sehr nahe Angehörigen nahezu genauso leiden wie die Kranken selbst.

Dein Vater und Du wollt, dass "alles wieder so ist wie immer". Das ist zu verstehen. Aber mir scheint, Deine Mutter erkennt da eher, dass das nie mehr so sein wird, denn eine solche Krankheit und ein solcher Eingriff sind gravierende Einschnitte in ein Leben und auch in ein Familienleben. Das heisst NICHT, dass es schlechter wird, bitte nicht missverstehen, aber es wird "anders". Ihr müsst mal überlegen, die OP ist gerade erstmal ganze 10 Tage vorbei, da will Dein Papa und Du schon "Normalität" ("ihn nervt, dass er noch gar nichts machen kann"). Hallo?! Seid Ihr da nicht ein wenig realitätsfern (nicht böse sein...) und Deine Mutter, die ihre traurigen und ängstlchen Gefühle ausspricht, viel realistischer?

Liebe Grüsse

Cha-Tu

l3ati3tudeX


Ich habe das grosse Glück, an einem Hügel zu wohnen, und egal, wo ich auch hingehe, eine Hälfte ist immer abwärts, die andere aber stark aufwärts.

Hihi, das ist doch praktisch, dann würd ich so laufen, dass der Rückweg immer einfach ist, und ich mich nur den Berg "runterfallen" lassen müsste ;-D

Nun, die Tugend "Geduld" scheint ja auch nicht auf seiner Agenda zu stehen ;-) Hee, der Mann hat eine OP hinter sich, bei der man vor 20 Jahren noch 6 Wochen im Krankenhaus lag und geradezu todkrank war!

;-D nee, Geduld ist nicht so seine Stärke, das hast du richtig erkannt, aber dennoch scheint er einsichtiger geworden zu sein, wahrscheinlich muss er am Ende, wenn alle anderen Medikamente abgesetzt werden, noch 3 Tabletten täglich für immer nehmen, dagegen hat er nichts einzuwenden, was mich sehr freudig überrascht hat! Gerade, weil er damals nach dem herzinfarkt ja eigenständig abgesetzt hat, sagt er nun, 3 sind ok. :)=

Morgen beginnt ja seine ambulante Reha, und er sagt, er findet auch gar nicht so schlimm, da hinzugehen, weil er sich dort auch mit anderen austauschen kann, sein einer ehemaliger Zimmerkumpane ist auch da, und er hofft auch auf hilfreiche Tipps etc. Auch da ist er echt einsichtig geworden... sehr gut. Was ihn nach wie vor nervt, ist, dass er nicht Auto fahren darf, und das ja auch die nächsten Wochen noch nicht, und er zu der Reha von so einem Auto abgeholt wird, und zum KH gebracht wird, wo die Reha stattfindet, und später wird er wieder heim gebracht. Er sagt, sicher fährt das Auto eeeeewig durch die Stadt, und holt von überall Leute und man wäre pro Fahrt sicher 2 Stunden am fahren und wird im Stau stehen etc. Hoffentlich merkt er morgen, dass das ganze nicht so schlimm ist ;-D

Ich denke, das ist ein Ausdruck ihrer Angst. Und mit der muss sie ja auch irgendwohin. Die Angehörigen von Schwerkranken werden sowieso immer "vernachlässigt", auch von Ärzten und von der Wissenschaft. Es gibt kaum Verständnis, geschweige denn professionelle Hilfen dafür, dass sehr nahe Angehörigen nahezu genauso leiden wie die Kranken selbst.

Dein Vater und Du wollt, dass "alles wieder so ist wie immer". Das ist zu verstehen. Aber mir scheint, Deine Mutter erkennt da eher, dass das nie mehr so sein wird, denn eine solche Krankheit und ein solcher Eingriff sind gravierende Einschnitte in ein Leben und auch in ein Familienleben. Das heisst NICHT, dass es schlechter wird, bitte nicht missverstehen, aber es wird "anders". Ihr müsst mal überlegen, die OP ist gerade erstmal ganze 10 Tage vorbei, da will Dein Papa und Du schon "Normalität" ("ihn nervt, dass er noch gar nichts machen kann"). Hallo?! Seid Ihr da nicht ein wenig realitätsfern (nicht böse sein...) und Deine Mutter, die ihre traurigen und ängstlchen Gefühle ausspricht, viel realistischer?

Das stimmt, die Angehörigen stehen erstmal mächtig "hinten an", denn alles dreht sich um den Patienten, was ja irgendwie auch verständlich ist, andererseits natürlich auch schlecht für leidende Angehörige. Deshalb hatte ich mir ja auch den Faden hier im Forum eröffnet, um meine Gefühle aufschreiben zu können. Ich bin auch nicht mehr so fertig, wie ich es noch letztes WE war, mir geht es wieder relativ gut. Außer, ich denke über all das nach, über die OP, meinen Dad, was er hinter sich und noch vor sich hat, dann wird mir auch wieder ganz anders. Deshalb versuche ich nicht drüber nachzudenken. :=o

Nein, ist schon ok, nach 10 Tagen kann natürlich noch nichts wieder normal sein. Morgen ist die OP genau 14 Tage her, wahnsinn, wie schnell das alles geht, die Zeit rennt. Hoffentlich tut ihm die Reha gut. Blöderweise hat er sich bei meiner Mutter ein bisschen angesteckt und hat nun noch Schnupfen und Halsschmerzen, das ist natürlich blöd, vorallem sagt er, dass niesen ihm sehr weh tut. Heute am Telefon klang er auch ziemlich unglücklich, klar, ist blöd, nun noch ne leichte Erkältung dazu, zu nem eh schon geschwächten Körper ...blöd!

Aber ich denke auch, dass "starke" Gedanken besser sind, als traurige und ängstliche wie die meiner Mutter. Wenn ein Patient "stark" denkt, und sagt, er will schnell wieder normalität, sagt, dass es schon wieder wird, dass er in 2 Monaten wieder fit ist etc, dann ist das ja auch nachweißlich besser für die Genesung des Patienten, als wenn er nur im Bett liegt, die Jalousien runtergelassen hat, und nur jammert, wie schlecht alles ist. Also denke ich wirklich, die Gedanken meines Vaters sind besser :-)

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