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Beginnender Eisenmangel, ab wann sollte man substituieren?

SyevenO.of.^Ninxe hat die Diskussion gestartet


Hier ein Verlauf der Blutwerte meines Sohnes, die unterschiedlichen Referenzwerte in Klammern sind die der jeweiligen Labore:

26.3.13

Ferritin 69,7 (30-400)

CRP 1,1 (bis 5)

Eisen 128 (33-193)

17.7.13

Ferritin 44,2 (28-365)

CRP 0,56 (< 11)

Eisen 902 (33-193)

7.2.14

Ferritin 26,7 (30-400)

CRP < 1 (< 5)

Eisen 57 (33 -193)

Da sowohl MCV als auch MCH schon immer nahe der Untergrenze bzw. die letzen 3 leicht vermindert waren, hatte ich bereits letztes Jahr einen beginnenden Eisenmangel vermutet und deshalb regelmäßig die Werte testen lassen.

Ergänzend muß ich noch berichten, daß sowohl Hämatokrit als auch Hämoglobin sich eher im oberen Bereich befinden, was aber auch daran liegen kann, daß mein Sohn seit 2 Jahren Testosteron zuführen muß. (Diagnose: hypogonadotroper Hypogonadismus). Trotz dieser Substitution fühlt er sich aber seit einiger Zeit selbst nach 12 Stunden Schlaf mittlerweile müde, schlapp und antriebslos.

Nun hat mein Sohn also nicht nur niedrige Werte, sondern auch die passenden Symptome. :-/ Wer von Euch kennt sich damit aus und vor allem, ab wann hat Euer Arzt reagiert und Euch Eisen verordnet?

Gruß

Seven

Antworten
N1aFla8x5


Hallo!

Eisentabletten gibts auch ohne Verordnung und wenn du regelmäßig einen Blick auf die Werte hast würde ich jetzt schon beginnen.

Aber ist ausgeschlossen dass die Symptome noch von anderen Mängeln herrühren können?

Da würde ich mal ein umfassenderes Blutbild machen lassen.

R^io Gxrande


Erythrozytose, Schilddrüsenprobleme?

S\even.o5f.Nxine


Mein Sohn lebt in einem Wohnheim und dort muß er selbst für eine Magnesium-Brausetablette aus dem Discounter eine ärztliche Verordnung haben. Er ist zwar regelmäßig an den Wochenenden zu Hause, aber die paar Tage reißen es ernährungstechnisch gesehen natürlich nicht raus.

Erythrozyten leicht erhöht:

6,4 (4,1-5,7)

Die Schilddrüse habe ich auch unter Beobachtung, eine Untersuchung im letzten Jahr ergab aber keinen Hinweis auf Fehlfunktion. Größe 12 ml, kontrollbedürftiger Knoten, keine Antikörper.

Derzeitige Werte:

TSH 1,67 (0,30-4,20)

FT4: 1,27 (0,9-1,7)

FT3: 3,6 (2,0-4,4)

Das Blutbild ist auf mein Drängen hin so umfassend gemacht worden, wie es nur sein kann, aber nun ist unser Arzt selbst krank geworden und ich kann erst am Montag zu seiner Vertretung.

Da sich mein Sohn sehr einseitig ernährt, habe ich schon die verschiedensten Werte abnehmen lassen:

Zink: 73 (60-120)

Selen: 80 (50-120)

Vitamin B 12: 128+ (35-108)

Die Werte der Folsäure muß ich auch noch irgendwo haben.

Gruß

Seven

R]iFo Gra/nde


Kläre bitte eine Erythrozytose ab, ist die Nebenwirkung vom Testosteron.

lSe sa$ng rexal


In meinen Augen muss dringend Eisen zugeführt werden.

S(even.o(f0.Ninxe


Im Beipackzettel steht das zwar auch, aber ab welchem Wert es bedenklich wird, das sagt einem natürlich wieder mal keiner. >:(

Gleich am Montag werde ich mich deshalb an die Telefonsprechstunde des Endokrinologen wenden.

Vielen Dank Euch allen!

Seven

S}evenC.of.Nainxe


Und schon haben wir das nächste Problem: Der Testosteronspiegel läßt sich auch trotz ausreichender Substitution von Testogel nicht genügend anheben. Mehr als den absuluten Unterwert erreicht mein Sohn nie.

Hat jemand Erfahrungen mit dem Zusammenhang des Eisen- mit dem Testosteronstoffwechsel?

Gruß

Seven

Sneven%.of.+Ninxe


Mein Endokrinologe war doch tatsächlich der Meinung, so lange das Hämoglobin in der Norm bzw. so wie bei meinem Sohn sogar leicht darüber sei, könne es sich gar nicht um Eisenmangel handeln. Außerdem wären Eisenmangel und Anämie doch schließlich genau das selbe und eine Anämie habe er nicht.

:-o :=o :-X

Also werde ich wohl doch wieder meinen Hausarzt bzw. dessen Vertretung bemühen müssen.

Hier eine Seite zum Vergleich – [[http://www.eisen-netzwerk.de/eisenmangel/diagnose.php Diagnose eines Eisenmangels]]

In meinen Augen muss dringend Eisen zugeführt werden.

In meinen auch. Und ich bin sicher, mein Hausarzt wird sich deutlich verständiger zeigen.

Gruß

Seven

S_eanveMtx7or


Wie sieht denn das rote Blutbild aus ?

SReveEn.of!.HNixne


Leucozyten 5,8 (3,7-10,1)

Erytrozyten 6,4 +(4,1-5,7)

Hämoglobin 17,2 +(13,1-16,8)

Hämatokrit 0,53+ (0,38-0,49)

MCV 82 (81-99)

MCH 27 (27-34)

MCHC 33 (32-36)

Thrombozyten 176 (150-361)

Neutrophile 58 (42-76)

Lymphozyten 27 (18-45)

Monozyten 9 (3-14)

Eosonophile 5 (1-7)

Basophile 1 (bis 2)

Hämatokrit/Hämoglobin sind jedoch erst mit Beginn der Testosterontherapie über den Normwert angestiegen, vorher waren sie normal.

Original-Ton der Sprechstundenhilfe: 'Da brauchen Sie den Doktor gar nicht zu fragen, so niedrig ist der Ferritinwert nun auch wieder nicht, daß der Ihnen deshalb Eisen verschreibt'.

Bin ja mal gespannt, was der Doktor am Freitag zu dieser Aussage meint ]:D

Zitat aus [[http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenmangelan%C3%A4mie Wikipedia]]:

Ein erniedrigter Ferritinwert dagegen zeigt immer einen Eisenmangel an.

Wert meines Sohnes 26,7 (30-400)

Ein weiterer Hinweis auf eine Eisenmangelanämie ist eine deutlich erhöhte Größenvariation der roten Blutkörperchen (RDW) im Blutbild (Anisozytose)

Wert meines Sohnes 14% (0-15)

Sicherlich, die Werte sind (noch) nicht so tief im Keller, daß man es als Anämie bezeichnen müsste, aber seine große Müdigkeit passt nun mal exakt zu einem Eisenmangel.

Gruß

Seven

Sweve#n.of.NEine


Ein erniedrigter Ferritinwert dagegen zeigt immer einen Eisenmangel an

Die gleichen Worte benutzte unser Arzt eben auch gerade. Na bitte..... geht doch. ;-D

Daß man die anderen Werte jedoch ebenfalls gut im Auge behalten muß, versteht sich von selbst und er versprach mir, sich darum zu kümmern.

Aber da sieht man mal, wie lange es dauert, bis man jemanden gefunden hat, der sich wirklich damit auskennt.

Gruß

Seven

c{hen`-mexn


Müdigkeit kann SOOO viele Ursachen haben, nicht nur Eisenmangel(-Anämie), sondern auch das Gegenteil (Beispiel [[http://www.med1.de/Forum/Blut.Gefaesse.Herz.Lunge/541359/]] )

Ich beschäftige mich seit mehr als 2 Jahrzehnten mit diesem Themenbereich. Weil ich 1993 auf einen hohen Hb / Hkt-Wert stieß, ließ ich mein Ferritin bestimmen: ca. 300 ng/ml.

Aus bestimmten Gründen wollte ich das gespeicherte Eisen (auf 2,5-3 g geschätzt) loswerden, erreichte eine längere Aderlaßserie und wurde anschließend Dauer-Blutspender.

Mein Ferritin hat sich fast 2 Jahrzehnte lang zwischen ca. 10 und ca. 25 ng/ml bewegt (typisch für GESUNDE Kinder), mein Hb-Wert blieb im normalen Bereich (ca. 14...16,x g/dl), ich konnte weitestgehend auf Blutdrucksenker verzichten (vorher 2er-Kombination) – und ich bin gesundheitlich ungleich besser d'rauf als vor 2 Jahrzehnten.

Was ich damit sagen will: die Vorstellungen über einen Zusammenhang zwischen (vermeintlichem) "Eisenmangel" und Müdigkeit sind durch üble Werbung von "Eisen-Verkäufern" wie Salus usw. krass verzerrt.

Ich habe minimale Eisenspeicher wie noch wachsende Kinder (da wird typisch alles resorbierte Eisen für das Wachstum gebraucht) – und bei mir wie bei gesunden Kindern keine Spur von auffälliger Müdigkeit!

Müde könnte eine Anämie machen – aber genau das ist ja hier nicht der Fall, eher das Gegenteil. Deshalb meine dringende Warnung vor unnötiger Eisenzufuhr! (Die Ärzte haben völlig recht, die das ablehnen.)

Dazu könnte ich dicke Bücher schreiben, unendlich viel zitieren (etwa die Warnungen der BfR Bundesanstalt für Risikobewertung, ca. 2004 und später), beschränke mich aber auf 2 Artikel / Arbeiten, die ich gerade vorhin offen hatte:

[[http://www.medizinauskunft.de/artikel/gesund/Vitalstoffe/15_06_eisen.php]]

[[http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/10_jacobasch.pdf]]

Die wichtigste Literatur zum Thema ist auf Englisch. Ein Beispiel ist das 2012 neu bei Amazon veröffentlichte Buch (ursprünglich 2002) von Francesco S. Facchini, der damals klinische Studien zur (wohltätigen!) Wirkung des ENTZUGS von gespeichertem Eisen bei diversen "Wohlstandskrankheiten" durchführte (über PubMed durch Eingabe von facchini-fs iron zu finden).

Weitere wichtige Autoren: Jerome L. Sullivan, Eugene Weinberg, Jukka T. Salonen (... Tuomainen), Leo R. Zacharski und noch viele andere.

Besonders gut 3 Bücher des früheren Harvard-Medizinchemikers Randall B. Lauffer 1991, 92, 93, die allerdings nur noch aus Bibliotheken oder antiquarisch zu bekommen sind. Bei Amazon.com wird das letzte Buch "Iron and your heart" ab einem US-Cent + 3,99$ Versandkosten antiquarisch angeboten: bessere Information zum Thema ist bis heute, gut 20 Jahre später, meines Wissens nicht zu bekommen.

lSe saZng reaxl


Müdigkeit kann SOOO viele Ursachen haben, nicht nur Eisenmangel(-Anämie), sondern auch das Gegenteil (Beispiel [[http://www.med1.de/Forum/Blut.Gefaesse.Herz.Lunge/541359/]] )

Hast du dafür auch ne andere Quelle, die etwas wissenschaftlicher ist?

Mein Ferritin hat sich fast 2 Jahrzehnte lang zwischen ca. 10 und ca. 25 ng/ml bewegt (typisch für GESUNDE Kinder), mein Hb-Wert blieb im normalen Bereich (ca. 14...16,x g/dl), ich konnte weitestgehend auf Blutdrucksenker verzichten (vorher 2er-Kombination) – und ich bin gesundheitlich ungleich besser d'rauf als vor 2 Jahrzehnten.

Was ich damit sagen will: die Vorstellungen über einen Zusammenhang zwischen (vermeintlichem) "Eisenmangel" und Müdigkeit sind durch üble Werbung von "Eisen-Verkäufern" wie Salus usw. krass verzerrt.

Die Allgemeinheit der Patienten hat aber durch zu niedrigen Ferritin die Müdigkeitssymptome und nicht so wie du umgekehrt.

Müde könnte eine Anämie machen – aber genau das ist ja hier nicht der Fall, eher das Gegenteil. Deshalb meine dringende Warnung vor unnötiger Eisenzufuhr! (Die Ärzte haben völlig recht, die das ablehnen.)

Mein Hb war super, mein Ferritin grottig – müde war ich wie Sau und Eisenzufuhr hat das Problem gelöst. Und nun?

c[hXen-m2e'n


(Tja: einen offensichtlichen Weg zum Erzeugen von Zitaten sehe ich nicht – komische Software...)

Als FRÜH-Symptom der Hämochromatose wird Lethargie genannt – das finden Sie bei Wikipedia usw, in Lehrbüchern und wissenschaftlichen Arbeiten (PubMed) usw. – habe keine Lust, Ihnen die Suche abzunehmen. Das Zitat hier aus dem med1-Forum ist doch sehr passend, finde ich.

Zitat "le sang real": "Die Allgemeinheit der Patienten hat aber durch zu niedrigen Ferritin die Müdigkeitssymptome und nicht so wie du umgekehrt. "

??? ??? ??? ?? Die Allgemeinheit der Patienten hat... ??? Quelle? [...]

Habe ich gesagt, ich sei mit Ferritin ca. 300 ng/ml MÜDE gewesen? Wenn ich damals müde war, dann wegen Schlafmangels, etwa wegen "Überarbeitung" oder Einschlafstörungen (die aber kaum etwas mit meinem Eisenhaushalt zu tun gehabt haben dürften). Nicht auszuschließen, daß ich damals auch Schlafapnoe hatte, aber eher unwahrscheinlich. (Da haben wir schon einige Müdigkeitsursachen von den SOOO vielen.)

"Mein Hb war super, mein Ferritin grottig – müde war ich wie Sau und Eisenzufuhr hat das Problem gelöst. Und nun?"

[...]

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