» »

Ich bekomme bald eine Y Prothese im Bauch...

T|raumfae(nger n5x3 hat die Diskussion gestartet


Ein Hallo an alle...

Seit den 28.01.14 kenn ich den Grund meiner Schmerzen im rechten Bein: Durchblutungsstörungen in der Bauchschlagader, sowie in der rechten Leiste!

Ich hörte was von OP und Krankenhaus, und dachte:

Die Ärztin meint doch nicht mich? Ich bin im verkehrten Film!

Wie betäubt fuhr ich nach Hause. Die danach folgenden weiteren Untersuchungen ergaben:

Ich komme nicht an einer Operation vorbei, ein Stent oder Bypass zu legen ist nicht möglich, da ich zu feine und zu dünne Adern habe.

Bei der Entfernung (Resektion) der erkrankten Aorta wird über einen Bauchschnitt die Bauchschlagader freigelegt und der erweiterte Gefäßabschnitt entfernt. Die Rekonstruktion des Gefäßes erfolgt in der Regel über ein Y-förmiges Kunststoffgefäß (aus Dacron), welches am oberen Ende mit der Hauptschlagader und am unteren Ende entweder an beide Beckenarterien oder an beide Oberschenkelarterien angenäht wird. (Man ist mir schlecht…bin aber zuversichtlich)

Anfang nächster Woche bekomme ich, oder besser gesagt ich und mein Mann, ein Gesprächs Termin beim Chefarzt Dr.med. Jochen Beyer, im Augusta- Kranken- Anstalt in Bochum.

…. mein Mann und ich laufen seit der Diagnose neben der Spur….

Es grüßt euch alle Der Traumfaenger (weibl.)

Ps. Vielleicht kennt ja Jemand eine Person, bei der diese OP schon einmal gemacht wurde.

Danke im voraus.

Ps. 2010 wurde hier danach schon einmal gefragt, es kam nur keine Antwort.

Antworten
CFha-xTu hat geantwortet


Hallo, Traumfänger,

das verstehe ich gut, dass Ihr neben der Spur seid. Das ist auch wirklich keine Kleinigkeit. Leider kenne ich niemanden, der diese Art OP bereits hinter sich hat, aber ich drücke Dir beide Daumen. Ich denke, das Augusta-Krankenhaus hat viele Erfahrungen und ist eine gute Adresse. Meine Cousine wurde damals in der "Filiale" in Hattingen nach einer geplatzten Ader im Gehirn hervorragend operiert und behandelt.

Von Herzen alles Gute

Cha-Tu

TAraum.fabenxger 53 hat geantwortet


Hallo Cha-Tu...

Ich danke dir für deine Anteilnahme, auch wenn sie mir

nicht weiterhilft.

Ich möchte ja auch nur gutes lesen... ach was soll's

es wird schon alles OK sein.

Haben morgen schon ein Gesprächstermin im Krankenhaus.

Danke sagt.... Der Traumfänger.

k(aotha2x6 hat geantwortet


Hallo Traumfänger,

ich hatte vor 4 Jahren eine ganz ähnliche OP. Bei mir wurden der obere Teil der Bauch-Aorta, die beiden Nierenarterien und die obere Mesenterial-Arterie durch Kunststoff-Gefäßprothesen ersetzt.

Was genau möchtest du denn wissen?

Ich kann dir ja mal erzählen, wie es bei mir war. Zunächst einmal hat man sehr lange geplant und ich musste außerdem eine ausführlichere OP-Vorbereitung machen. D. h. zusätzlich zum Lungenröntgen und Blutabnahme noch Lungenfunktionstest, CT von Bauch, Brust und Kopf, Angiographie, Herz-Ultraschall und Gefäßmessungen. Evtl. Beherdungen, z. B. der Zähne, hätte ich vor der OP wegen des Infektionsrisikos sanieren lassen müssen. Außerdem hat man mich vor der OP mit Eisen-Infusionen behandelt und zusätzlich EPO gespritzt um die Blutbildung anzuregen. So ging ich mit einem Hämoglobin-Wert von fast 16 in die OP und habe weder während noch nach der OP Blutkonserven gebraucht (mein niedrigster HB-Wert war 9,4 und den hat man dann innerhalb weniger Wochen genauso wieder mit Eisen-Infusionen nach oben gebracht).

Falls die Zeit noch nicht extrem drängt und du die Möglichkeit hast, eine zweite Meinung einzuholen, würde ich das tun. Nicht, weil vielleicht jemand sagt, dass du die OP nicht brauchst, aber weil es unter Umständen verschiedene Methoden und OP-Techniken gibt. Der Gefäßchirurg, bei dem ich zuerst war, war zwar sehr gut, aber schon ziemlich alt (knapp vor der Pensionierung). Er hätte für die Bypässe aus beiden Oberschenkeln Venen entnommen. Dann habe ich mir auf Empfehlung eines anderen Arztes eine Zweitmeinung bei einem jüngeren Gefäßchirurgen in einem anderen Spital eingeholt, der mich dann letztendlich operiert hat. Er hat mir sehr überzeugend erklärt, warum er die Idee mit den Oberschenkel-Venen für keine gute Idee hält (zu klein, zusätzlich zur Bauchwunde noch zwei große Schnitte an beiden Oberschenkeln, was den Heilungsprozess behindert). Außerdem wählte er eine andere Schnitt-Technik – keinen Längsschnitt, sondern einen bogenfürmigen Schnitt unter dem Rippenbogen. Das wird bei dir wohl nicht in Frage kommen (denn bei mir war ja nur der obere Bauchraum betroffen, während bei dir die gesamte Aorta ersetzt werden muss), ebensowenig wie ein Bypass mit einer körpereigenen Vene in Frage kommt, aber ich wollte dir nur verdeutlichen, dass es oft sinnvoll ist, eine zweite Meinung einzuholen.

Aufgenommen wurde ich zwei Tage vorher, man hat nochmal etliche Blutuntersuchungen gemacht. Blutverdünner muss man natürlich mind. eine Woche vorher (bei mir waren es 10 Tage) absetzen. Ich hatte zwar vorher schon zwei ausführliche Gespräche mit meinem Chirurgen, aber dann fand natürlich noch die "offizielle" OP-Aufklärung ebenso wie das Narkose-Vorgespräch statt. Für die Nacht vor der OP habe ich mir was zum Schlafen aufschreiben lassen. Ich stand gleich als erstes auf dem Plan und der OP war auch den ganzen Tag für mich eingeplant. In der Früh das Übliche: Krankenhaus-Hemd anziehen (in meinem Fall keine Thrombose-Strümpfe – ich habe später gesehen, dass ich auch an den Oberschenkeln voll mit dem orangen Desinfektions-Zeug war. Man hat die vorbereitet, falls es mit der Kunststoff-Prothese Probleme gegeben hätte und man doch auf die Oberschenkel-Venen hätte ausweichen müssen) und LMAA-Pille nehmen, dann wurde ich auch schon abgeholt. Im OP das Übliche – Elektroden, Blutdruck-Messer, Sauerstoffsättigung etc.), dann hat man mir zuerst eine PDA gesetzt und mich dann ins Land der Träume geschickt.

Gedauert hat meine OP ca. 7 Stunden, man hat mich danach aber nicht im OP aufgeweckt, sondern ich kam noch in Narkose mit Beatmung auf die Intensiv-Station. Dort hat man mich dann im Laufe des Abends langsam aufwachen lassen und mich schließlich extubiert. An Schläuchen hatte ich einen zentralen Venenkatheter am Hals, mehrere Zugänge an den Armen (die wehtaten und die sie dann gleich entfernt haben), eine Magensonde (weil es wohl passieren kann, dass Magen und Darm nach der OP sehr träge sind – aber auch die Magensonde wurde am nächsten Tag bereits entfernt), einen Blasenkatheter, eine Sonde zur arteriellen Blutdruck-Überwachung in der Arterie am Handgelenk und zwei Wund-Drainagen. Außerdem einen Schmerzkatheter / PDA mit einer Schmerzpumpe, über die kontinuierlich eine gewisse Dosis Sufentanil abgegeben wurde. Wenn ich trotzdem Schmerzen hatte, musste ich nur einen Knopf drücken und es wurde eine zusätzliche Dosis abgegeben – keine Angst, eine Über-Dosierung ist nicht möglich! So habe ich keinerlei zusätzliche Schmerzmittel, außer hin und wieder ein Paracetamol, gebraucht.

Am nächsten Morgen musste ich noch auf der Intensivstation mit Hilfe von zwei Physio-Therapeuten aufstehen und mich in einen Sessel setzen. Außerdem durfte ich Fernsehen, ein Joghurt essen und eine Packung Fresubin trinken. Danach wurde ich auf die Normal-Station verlegt, wo mein Chirurg den Verband gewechselt und die eine Drainage entfernt hat. Mein Schnitt wurde übrigens nicht genäht, sondern geklammert (mit 54 Klammern). Dort lag ich noch übers Wochenende (meine OP war am Donnerstag) in einem Überwachungszimmer (das ich netterweise ganz für mich allein hatte ;-)). Jeden Tag musste ich aufstehen, ein paar Schritte gehen und in einem Lehnsessel sitzen. Am Dienstag hat man den Blasenkatheter, den Schmerzkatheter die zweite Drainage und den ZVK entfernt und ich war endlich schlauchfrei. Ab dem Zeitpunkt habe ich keine Schmerzmittel mehr gebraucht. Da konnte ich dann im Laufe des Tages endlich auch alleine aufstehen und mit Rollator auch einige Schritte alleine gehen. Dadurch konnte ich auch aufs Klo und hatte endlich den ersten Stuhlgang nach der OP – ich kann auf Bettpfannen einfach nicht "groß" machen, da ist bei mir irgend eine psychische Sperre drin, sodass sich da trotz der Abführmittel, die ich schon prophylaktisch die ganzen Tage bekam, einfach nix tat. Das bedeutete dann auch endlich wieder den Umstieg auf normale Nahrung.

Erfreulich fand ich, dass ich schon nach einer Woche unter der Bedingung, mehrmals am Tag aufzustehen, kein Lovenox mehr spritzen musste, sondern auf Thrombo-ASS und Plavix umgestellt wurde. Plavix musste ich 8 Wochen nehmen, seither nehme ich nur noch Thrombo ASS. Zwei Wochen nach der OP entfernte man die Klammern, machte ein Angio-CT zur Kontrolle und dann durfte ich nach Hause. Ich hatte dann noch ein retroperitoneales Hämatom, das sich aber innerhalb von 3 Monaten von selbst zurückgebildet hat.

Zuhause hatte ich dann vor allem das Problem, dass ich im Sitzen schlafen musste, weil ich sonst aus dem Bett nicht hochkam. Duschen (mit Duschpflaster) ging dafür zum Beispiel sehr gut. Lass dir auf jeden Fall Physiotherapie verschreiben – mir wurde vom Spital diesbezüglich nichts gesagt, ich habe dann bei meinem Hausarzt danach gefragt. Evtl. musst du auch zur Reha? Bzgl. Bewegung oder Sport hatte ich keine Einschränkungen, ich sollte mich nur nicht übernehmen und die ersten 6 Monate nicht Schweres heben. Ich habe wohl so drei Monate gebraucht, bis ich wieder halbwegs fit war und seither ist diesbezüglich alles bestens, habe auch keine Probleme mit der Narbe.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen und dich etwas beruhigen. Ich kann verstehen, dass du Angst hast, ist das denn deine erste große OP? Ich bin ja schon seit meiner Geburt schwer krank und hatte schon so viele OPs, dass diese gar nichts Besonderes mehr war. Falls du einen anderen Beitrag von mir im Forum liest – da steht, dass ich mittlerweile dialysepflichtig bin. Ich kann dir aber versichern, dass mein Nierenversagen nicht in Zusammenhang mit dieser OP steht, sondern durch eine ganz andere Grunderkrankung bedingt ist. Auch wenn es natürlich eines der Risiken dieser OP ist. Man darf halt trotz allem nicht vergessen, dass es eine sehr große OP ist.

Falls du noch Fragen hast, kannst du mich gerne auch per PN kontaktieren.

katha26

TDra;um6faenOger1 5x3 hat geantwortet


@ Hallo katha 26

Habe deinen Bericht nicht nur einmal gelesen, und möchte mich für deine Persönliche Offenheit vielmals bedanken.

Bei "Krankheit" haben wir zwei wohl laut "hier gerufen"

Denn es wäre auch nicht meine erste OP,und seit 2 Jahren habe ich Parkinson.

Aber nun zu einer guten Nachricht:

Ich benötige keine Y Prothese, es reicht ein Stent in der rechten Leiste vollkommen aus.

Gehe nun am Montag ins Krankenhaus, bekomme eine Örtliche Betäubung, und wenn alles gut geht, (…und das geht es, denn ich bin ein sehr positiv Denkender Mensch) bin ich am nächsten Tag wieder zu Hause.

Mit der zweiten Meinung gebe ich dir Recht, hatte schon öfters so etwas erlebt, ich würde auch jeden dazu raten!

Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und Gute…

Der Traumfänger (weibl.)

C9ha-xTu hat geantwortet


Ich benötige keine Y Prothese, es reicht ein Stent in der rechten Leiste vollkommen aus.

Super! :)^

k1athwa26 hat geantwortet


Super, das freut mich für dich!

Stent ist halb so schlimm, ich hab' 4 in verschiedenen Arterien. Der Eingriff selbst tut nicht weh und dauert nicht lang, wenn du sehr aufgeregt bist, kannst du was zur Beruhigung verlangen.

Probleme hat ich immer nur mit dem 24 Stunden Liegen danach, aber normalerweise reichen 6 Stunden, nur leider hält bei mir dieser blöde Gefäßverschluss nie und ich brauche immer einen Druckverband.

Alles Gute für Dich!

Tkraumf%ae}nge.r H53 hat geantwortet


Kurz Bericht von…

Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent) in der Leiste.

Habe am Montag alles gut überstanden.

Aber so nach hinein muss ich gestehen, fand ich den Eingriff, der eine Stunde dauerte, sehr unangenehm.

Hatte vor näher von den Ereignissen zu berichten, lasse es aber doch lieber bleiben, und bin Happy, dass es mir nun wieder besser geht. :)^

Bin gestern und heute mit meinen Mann eine große Runde gelaufen, ohne Schmerzen.

Denen die mir alles Gute wünschten sage ich Danke.

Der Traumfaenger 53

Cgha-TYu hat geantwortet


Weiterhin alles Gute, Traumfänger(in).

Gruss!

Cha-Tu

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH