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Extrasystolen und Sport-also doch gefährlich?

VDatoLsoco hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen

Ich habe mich hier schon ein paar gemeldet und kurz zu mir: Ich bin eine recht ängstliche Person und habe auch Panikattacken. Nebst diesen habe ich seit meiner Jugend aber noch Extrasystolen, was natürlich super ist um noch mehr Angst zu haben :).

Auf jeden Fall geht es darum, dass ich einen Psychiater aufgesucht habe. Er hat mir eine Behandlung mit Cipralex vorgeschlagen, damit ich meine "Grundängste" loswerde. Ob das so gut ist für das Herz wiederum, bezweifle ich ja auch.

Nun, mein Hauptanliegen ist eigentlich, dass meine ES als harmlos eingestuft wurden. Sie konnten in Ruhe per EKG aufgenommen werden: Supraventrikuläre ES. Also harmlos.

Nun hatte ich Herzstolpern aber auch schon beim Sport, unter Belastung. Wenn es ganz streng war, aber auch nach leichterem Joggen. Dann geriet das Herz aber relativ stark aus dem Takt.

Ich hab das meinem Psychiater gesagt, und er meinte, dass ES beim Sport gefährlich sein können. Toll, sehr beruhigend. Vor 3 Jahren hatte ich aber bereits mit Ultraschall mein Herz untersuchen lassen, organisch war alles ok. Kardiologe meinte, sei nicht schlimm wenn das passiert, ausser ich wenn ich Atemnot und Schwindel hätte.

Wer hat denn nun recht ? Auf was kann ich mich verlassen? Soll ich Sport trotz auftretenden ES beim Sport ohne Probleme machen? Oder kann es sein, dass diese dann gefährlich sind und irgendwie ausarten und z.B. ventrikulär sind?

Finde es halt nur komisch, dass mein Psychiater mich ein wenig verunsichert damit. Der Kardiologe vor 3 Jahren hatte damals auch eher abweisend gemeint, ich soll mich da nicht so reinsteigern und sei alles ok. Ich möchte Sport auch nicht meiden deswegen. Soll ich nochmals zum Kardiologen ?

Besten Dank für die Antworten!

Antworten
J:an7x4


Wenn ich eine Frage zu meinen Pflanzen hab, frage ich dann..

a) den Gärtner

b) den Maler

?

Finds etwas skurril, die Aussage des Psychiaters hier über die des Kardiologen zu stellen.

Ventrikuläre ES sind auch genauso harmlos sie SVES, soweit ich weiss sogar noch harmloser.

Aber Du musst doch mal ein Belastungs-EKG gemacht haben, da ist das doch alles bestens sichtbar. Wenn da (unter Belastung) starke Rhythmusstörungen auftreten, hätte der Kardiologe das doch sicherlich bemerkt, oder? Also wenn Dein Herz beim Sport immer stark aus dem Takt gerät, dann würde ich das schon nochmal mit dem Arzt besprechen. Aus Deinem Text geht leider nicht hervor, wie stark die Beschwerden bei Belastung sind. Einzelne ES unter Belastung haben keine Bedeutung, aber sehr viele ES unter Belastung, wenn man in Ruhe sonst kaum welche hat, sind wohl schon ein Gespräch mit dem Arzt wert.

Ansonsten gilt, nach wie vor, wenn das

Herz an sich gesund ist, dann machen die ganzen ES nix, auch nicht wenns mal 10 pro Minute sind.. problematisch sind Rhythmusstörungen dann, wenn sie als Symptom irgendeiner Schädigung auftreten, was der Kardiologe aber sicher festgestellt hätte. ES "für sich" sind keine Krankheit.

C1ha-Txu


Sorry, aber Dein Herr Psychiater sollte in seinem Fach bleiben, wenn er keine Ahnung hat.

Du wurdest herzmässig untersucht, es wurden SVES festgestellt, die niemals gefährlich werden können, und damit ist gut. Selbst VES und Sport sind kein Problem, wenn mal ein EKG gemacht wurde, sie aufgezeichnet worden und von einem Arzt, der sich da auskennt, als harmlos begutachtet worden sind.

Gruss

G(oe rgios


Also ich bin da anderer meinung, ich denke mit extrasystolen sollte man Sport machen, jetzt nicht diese sehr aktiven agressiven sportarten , ich würde mit es nicht boxen oder fussballspielen.

habe gestern in den nachrichten gelesen tae kwon do europameister stirbt mitten im kampf an herzversagen mit 24 , sein arzt hätte, aussage seiner eltern gesagt diese rhythmusstörungen wären kein hindernis für seine sportart, schöne scheisse jetzt ist er tot und den arzt juckt es nicht....

ich würde eher lockere sportarten betreiben wie radfahren o.ä.

J(anS7x4


Der ist bestimmt nicht gestorben, weil er Extrasystolen hatte.. da muss noch mehr gewesen sein.

Soweit ich weiss und denke kann man mit ES alles machen was man auch ohne ES machen kann, zumal eh jeder Mensch ES hat.. bis auf gaaaaanz ganz wenige Ausnahmen wohl.

woinnetiou-deZr-zweiNte


Entscheidend ist ein Langzeit-EKG, wobei in de 24 Aufzeichnungsstunden auch sportliche Belastung, schnelles Treppensteigen enthalten sein sollte, sowie ein Belastungs-EKG unter standardisierten Bedingungen. Supraventrikuläre ES in Ruhe, die unter Belastung verschwinden, sind harmlos. Ventrikuläre ES, die unter Belastung zunehmen oder gar als Salven auftreten, sind potenziell gefährlich, das sind dann auch oft die spektakulären Fälle, wo es beim Sport zum Sekundenherztod durch Kammerflimmern kommt.

Also ES ist nicht gleich ES!

Bei SVES ausschließlich in Ruhe ist Sport Therapie!

J[an074


Auch VES sind ungefährlich!

Etti, lies

[[http://www.aok.de/bundesweit/91267.php?id=3882]]

Muonixka65


Dass ihn das jetzt verunsichert hat, ist verständlich. Psychiater sind so weit ich informiert bin Fachärzte für Psychiatrie, das heißt, sie haben auch ganz normal Medizin studiert, manche auch vorher praktiziert. Ich würde zwar auch eher dem Kardiologen glauben, aber da stehen nun wieder zwei Meinungen widersprüchlich im Raum. Ist ja leider oft so in der Medizin. Aber grundsätzlich ist der Kardiologe eher auf dem aktuellen Wissensstand und in dieser Frage wohl besser ausgebildet.

C%hat-xTu


Dieses Vorurteil, dass VES gefährlich seien, ist aus den Köpfen der Leute nicht zu tilgen!

Da in EXTREM seltenen Fällen VES auf eine andere Rhythmusstörung hinweisen können (z.B. wenn die VES polytop sind), kann es sinnvoll sein, sie mal auf dem EKG aufzuzeichnen, um zu sehen, ob sie polytop oder monotop sind. Falls die polytop sind (d.h. von mehreren Stellen der Kammer ausgehen) sollte man das näher untersuchen, denn da kann (ein drittens "kann"!) es manchmal Probleme geben.

Dass die besagten Sportler, die tot umkippen, an den VES verstorben sind, ist ein himmelschreiender Unsinn! Sie sind meist an einer verschleppten Infektion, die zu einer Herzmuskelentzündung geführt hat, die dann ihrerseits zu Kammerflimmern geführt hat, verstorben und nicht an VES.

Wenn ein Arzt diese VES auf dem EKG gesehen hat und wenn das Herz strukturell gesund ist, sind VES genauso harmlos wie SVES.

J"an7x4


Vermutlich denkt der Laie, SVES, ist ja nur der Vorhof, ist ja nicht so schlimm. Aber VES, Hilfe, direkt die Herzkammer, das kann ja nicht gut sein..

Soweit ich weiss sind VES sogar harmloser und SVES eher mal einen kritischen Blick wert!?

w5inne2tou-der-nzwexite


Cha-Tu

Widerspruch!

Dass VES per se gefährlich sind, habe ich nicht geschrieben!

Und ja, sie können nicht, sie müssen nicht nur durch ein einfaches EKG, sondern durch Langzeit- und Belastungs-EKG abgeklärt werden.

Und sie können eben gerade der Hinweis auf eine strukturelle Herzkrankheit sein, gerade eben auch auf eine Herzmuskelentzündung.

Ventrikuläre ES, die unter Belastung zunehmen oder gar als Salven auftreten, sind potenziell gefährlich,

...dabei bleibe ich, beachte aber: potenziell

Auch VES sind ungefährlich!

...oft, aber eben nicht immer

sind VES sogar harmloser

das wäre mir aber völlig neu!

g4ustaxv33


es spielt keine rolle ob ves oder sves, ausschlaggebend ist ob eine herzschädigung vorliegt. Selbst Kleine schäden am myokard können extrasystolen auslösen. Diese können so klein sein dass sie im ultraschall nicht sichtbar werden. Es gibt zig andere ursachen für extrasystolen, ein gesundes herz kann die aber gut kompensieren.

VAaVtogLocxo


Besten Dank liebe Leute

Ich war beim Kardiologen und habe ein 7-Tage-EKG gemacht. Insgesamt ca. 200 SVES und 7 VES. Der Kardiologe, einer der besten in der Gegend, versicherte mir, dass dies völlig normal ist und ungefährlich. Die SVES und VES sind total normal.

Zudem hat er mein Herz per Ultraschall untersucht, alles gut. Das Belastungs-EKG sah auch gut aus, obwohl ich recht untertrainiert bin und der Puls deswegen bei ca 150, 160 war. Dies jedoch laut Arzt, auch ok.

Mein minimaler Puls war 44 während der Nacht einmal und maximal 178, wegen einer Panikattacke und Belastung. Dies war für den Arzt total normal. Ich könnte auch normal Sport machen. Ich muss sagen, dies beruhigt schon sehr.

Da ich auch an Panikattacken leide, ist es manchmal hart, wenn der Puls rast und minutenlang nicht runtergeht. Da fragt man sich halt schon, ob das Herz das mitmacht.

Der Kardiologe hat mich beruhigt und gesagt, da wird nichts passieren.

So als Update :)

LG

E#hemEaliger LNutzer (-#3939x10)


Also steht dem Sport nichts mehr im Weg. Fang langsam mit Ausdauertraining an und steigere nur in kleinen Schritten. Dann wird das schon.

Gut dass Du es nochmal abgeklärt hast und jetzt auch beruhigter bist. Würde das aber dem Psychiater noch reindrücken.

VRatoQLoc1o


Habe angefangen, leicht zu joggen, schnell zu Gehen, auch steiler rauf und mache bisschen Kraftübungen. Bin eigentlich recht schlank und sehe sportlich aus, nur bin ich es eben nicht (mehr), da ich auch eben durch diese Herzphobie Angst hatte, dieses zu belasten und halt immer noch. Aber arbeite daran und habe einen anderen Psychotherapeuten, da Psychiater meines Erachtens anders an die Sache rangehen.

Mein Ex-Psychiater, der mir unbedingt Cipralex andrehen wollte, wird auf jeden Fall noch aufgeklärt werden.

PS: Was Cha-Tu gesagt hat, hat mir mein Kardiologie auch bestätigt.

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