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Katheterablation bei Rhytmusstörungen, wer hat's gemacht?

C0urxrl hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich habe seit 2 1/2 Jahren Extrasystolen und zwar in extremen Ausmaß. Meine Kardiologin meinte nur noch, dass es auf meinem Langzeit-EKG drunter und drüber geht – unabhängig von Belastung oder Ruhe... Sie sind nicht gefährlich. Ich hab's mit Tromcardin, aber auch mit Betablockern (geringe Dosierung) versucht. Nix scheint zu helfen. Es gibt Phasen, da ist es ok, aber dann gibts Phasen, da bumpert es nur noch extrem....

Mein Hausarzt, der gerade ein EKG geschrieben hat, legt mir jetzt nahe, diese Stellen im Herzen, die so querschießen, veröden zu lassen, damit ich endlich Ruhe habe. Zumal wir gerne noch ein 2. Kind wollen und im Winter damit "anfangen" wollen. Und er weiß nicht, ob die Systolen stärker oder schwächer werden würden. Ich nehme schon Opipramol, weil ich, wenn es ganz schlimm ist, Angstzustände habe. Aber wenn ich schwanger werden will, muss (will) ich zuvor alle Medis absetzen.

Die Vorstellung, dass da was ans Herz geht und da rumgemacht wird, macht mir panische Angst!!!! Zumal es ja immer auch ein Risiko dabei gibt. Habe auch gelesen, dass das nur mit örtlicher Betäubung gemacht wird. NO WAY... Deswegen – wie waren Eure Erfahrungen?

Antworten
LWuMc*iuxss


Hallo, ich habe es vor 2 Wochen machen lassen. Der Eingriff ist gut verlaufen, aber seitdem ist mein Ruhepuls bei über 90.

Da ich immer viel Sport getrieben habe, hatte ich vorher einen Ruhepuls von unter 60. Es wurde gesagt, dass sich das wieder geben würde in ein paar Monaten, es könnte sein das der Sympaticusnerv bei der Ablation verletzt worden wäre, das ist der "Stressnerv", der den Herzschlag beeinflusst. Ich für meinen Teil fühle mich zur Zeit sehr viel schlechter, als mit den Rhytmusstörungen.

Der Eingriff selbst war nicht so schlimm, man schläft dabei und kriegt nichts mit. Hinterher muss man 6 Stunden ruhig liegen und bekommt einen straffen Druckverband um die Leisten, das ist etwas unangnehm.

Vielleicht hat hier jemeand das gleiche Problem mit dem hohen Puls nach der Ablation ??? Ich wäre dankbar für jedes Feedback!

Viel Glück für dich

Gruss Luciuss

nFa)nchexn


Hab auch Last mit ES. Seitdem bekannt ist das meine Schilddrüse nicht in Ordnung ist und das regelmäßig kontrolliert bzw behandelt wird, hab ich weniger Schwierigkeiten mit ES.

Wurde dir Blut abgenommen? AUch bezüglich der Schilddrüse?

CwurrIl


jo, die Schilddrüse is ok

duozibxal


Ich selbst habe 10-20 Tausend Es am Tag. Lasse es nicht abladieren, es kann gut gehen, man kann danach aber genau so gut ganz andere Hrst bekommen, wenn man Pech hat.

DVsch:u-HDscxhu


Ich wäre auch sehr interessiert an weiteren Erfahrungen. Mein Mann soll sich evtl. einer solchen OP unterziehen, wegen Arhythmien und einem zu hohen Blutdruck.

Was ich bisher hier lese, ist alles andere als ermutigend ..

H4ote>maxx


Vielleicht kann ich ja mal was Positives beitragen!

Ich bin 56 Jahre alt und litt viele, viele Jahre unter Vorhofflimmern.

Die Attacken kamen immer häufiger und die Medis konnten sie nicht wirksam verhindern.

Anfangs stand ich der Katheterablation auch sehr skeptisch gegenüber!

Bis ich als Mitglied der deutschen Herzstiftung an einem Vortrag über dieses Thema in der Universitätsklinik Düsseldorf teilnahm. Dort wurde sehr umfassend in allen Einzelheiten informiert.

Ich bekam einen Termin in der sogenannten Rhythmussprechstunde.

Dort wurden mir alle Bedenken genommen und ich hatte sofort Vertrauen zum Arzt gefasst.

Die Aufklärung, auch über die Risiken und das möglicherweise eine zweite Ablation nötig ist, war sehr verständlich.

Nach meiner ersten Ablation kam das Vorhofflimmern leider zurück aber seit dem zweiten Eingriff bin in heute seit genau seit 200 Tagen beschwerdefrei. Ein paar Extraschläge spürt man immer. Die sind als völlig harmlos diagnostiziert worden. Der Puls ist mit 70 bis 80 völlig normal im Sinus.

Zu den Ablationen selber gibt es keine Negativmeldungen. Nach einem lockeren Schwätzchen im Katheterlabor wurde ich in einen leichten Schlaf versetzt und bin erst auf der Überwachungsstation wieder aufgewacht. Absolut nichts gespürt!!!! Die Schluckschalluntersuchungen am Vortag habe ich übrigens genauso verschlafen. Das unangenehmste war das stundenlange Liegen mit den berühmten Sandsäcken auf beiden Leisten!!!

Die Universitätsklinik Düsseldorf und da den Doktor Shin kann ich nur empfehlen und würde es jederzeit wieder machen. Schaut ins Internet. Übrigens Dr. Shin kann man auch anmailen.

Er antwortet immer schnell und beurteilt z.B beigefügte EKGs.

Nur Mut und viele Grüße

D?schu9-Dxschu


Danke für deine in jeder Hinsicht nette Antwort.

Das ist alles schon verwirrend, der Hausarzt sprach jetzt von Herzschrittmacher als nächster Alternative – der Kardiologe möchte die Katheterablation voranschicken. Ich dachte bisher, ein Schrittmacher wird bei zu langsamen Herzschlägen und Arhythmien eingesetzt?

Wir leben in Norddeutschland, und es gibt eine gut bewertete Klinik in Oldenburg, dort würde mein Mann hingehen ...

C(or4njeliax59


Ich habe auch so eine Katheterablation hinter mir, wurde im Dezember 2011 gemacht. Bei mir war's wegen einer AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. Außerdem bin ich während des Katheters komplett wach und nicht sediert gewesen.

Klar war ich auch ziemlich ängstlich, als ich auf den Tisch geklettert bin, aber im Verlauf des Katheters hat sich das immer mehr gelegt, bis ich eigentlich nur noch ganz gelassen zugeschaut habe, was die Ärzte da machen. Das Interessanteste war für mich, wie sorgfältig und filigran die vorgegangen sind, ich konnte auch zwischendrin Fragen stellen und ihrem ganzen Fachchinesisch zuhören (trotz Latein habe ich teilweise nur jedes 3. Wort verstanden, Deutsch ist das jedenfalls nicht gewesen! ;-D ). Wie meine Vorschreiber kann ich nur sagen: das Unangenehmste ist die Liegezeit danach mit dem Sandsack auf der Leiste! Ich habe es mir nicht so unaufgeregt vorgestellt, wie es wirklich war, und vor allem auch nicht so schmerzlos, wie es war!

Desch/u-iDschu


Und wie geht es dir heute?

C[ornelpiea59


Mir geht's hervorragend! Die AVRNT ist weg und hat sich auch nicht wiedergemeldet. Aus dem Krankenhaus konnte ich damals nach einer Nacht schon wieder nach Hause, die Erholungszeit hat natürlich noch eine Weile länger gebraucht, aber alles, was ich davon gemerkt habe, war ein bißchen lautes Herzklopfen (nicht mal zu schnell, nur laut).

D.schu-GDsc(hxu


Ist ja wunderbar, gratuliere!

Bei meinem Mann ist die Arhythmie chronisch geworden, so dass auch zu einer Kardioversion, die das Herz nach einem Anfall von Vorhofflimmern schon 2x wieder in Takt brachte, nicht zugeraten wird.

Durch die Chronifizierung fallen die Aussichten, es könne sich durch eine Katheterablation wieder ein regelmäßiger Rhythmus sowie ein gleichmäßig gesenkter Blutdruck einstellen; so wie ich es gelesen habe, auf nur etwa 60 %. Eine Ablation des AV-Knotens, die bei ihm wohl eher angezeigt wäre, bedeutet, dass der Herzrhythmus danach komplett von einem Schrittmacher übernommen werden muss.

Demnächst steht noch eine gründliche Schilddrüsenuntersuchung an, um festzustellen, ob trotz normaler Werte hier etwas im argen liegen und die Beschwerden beeinflussen könnte.

Alles nicht so berauschend …

C@orrnelixa59


Eine Ablation des AV-Knotens, die bei ihm wohl eher angezeigt wäre, bedeutet, dass der Herzrhythmus danach komplett von einem Schrittmacher übernommen werden muss.

Das sehen die Ärzte erst, wenn sie drin sind. Die abladieren so nahe an den AV-Knoten heran wie möglich, dann versuchen sie, das Herzrasen nochmal auszulösen. Wenn sie es nicht mehr auslösen können, hören sie auf. Ob sie den AV-Knoten tatsächlich spalten, ist dann im Katheterlabor auch eine Absprachesache mit dem Patienten selber.

Bei mir war's damals so, daß sie bis dicht an den Knoten rangegangen sind, und irgendwann hörte ich dann, daß einer der Ärzte sagte: "Block." Das war wohl der Moment, wo es eventuell dem AV-Knoten an den Kragen gegangen wäre, wenn sie weitergemacht hätten.

Wie gesagt, das ist Filigranarbeit, was die da machen, und es wird immer wieder getestet, ob sie noch weiter-abladieren müssen.

D0schu?-Dsxchu


Oh danke, das ist sehr interessant!

Demnächst steht ein Gespräch mit dem Kardiologen an, wobei ich anwesend sein werde; dann weiß ich schon einmal mehr über die Sache.

CYurxrl


@ dozibal

Ich selbst habe 10-20 Tausend Es am Tag. Lasse es nicht abladieren, es kann gut gehen, man kann danach aber genau so gut ganz andere Hrst bekommen, wenn man Pech hat.

was meinst Du mit "Hrst"?

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