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Dreimaliger Herzstillstand im Krankenhaus: Ärztepfusch?

jyammerlalppenx42 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich wende mich hier nun mal mit einem Thema an Euch, was sehr heikel ist, mir aber einfach keine Ruhe lässt weil ich eine Antwort suche :-|

Meine Mutter verstarb leider vor 4 Wochen in einem Wiesbadener Krankenhaus an einem Herzstillstand, welchen sich selbst die Ärzte (plötzlich) nicht erklären konnten. Sie wurde 75.

Ich muss mal etwas weiter ausholen.... :-o

Also....sie wurde vor sechs Wochen mit einer Akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung eingeliefert. Für sie nix neues, hatte sie doch in den letzten 10 Jahren schon ettliche davon, sowie auch schon eine OP an dem Organ.

Anfang des Jahres bekam sie ausserdem in einem anderen Wiesbadener KH einen Herzschrittmacher eingebaut....

Nach zwei Tagen Infusionen waren die Werte schon gut auf dem Weg der Besserung....der Mutter ging es wieder recht gut...da bekommt sie plötzlich einen Herzstillstand...bumm, weg innerhalb einer Sekunde. Die Ärzte holten sie zurück innerhalb 7 Minuten...soweit alles wieder gut. Somit kam sie sofort auf die Intensivstation, sowie weiter Untersuchungen direkt anstanden. Fazit vom Ober-Professor der Intensiv: Das habe mit der Bauchspeicheldrüse nun nix zu tun...Der Herzschrittmacher wäre ja der letzte Müll und müsse so schnell wie möglich ersetzt werden. :(v Angeblich würde der gar nicht zu ihr passen...

Also wurde ein OP-Termin für 2 Tage später gemacht.

Ein Tag nach dem ersten Herzstillstand....Bumm, aus, der nächste. Auch dieses Mal konnten die Ärzte sie zurückholen...dieses Mal nach 15 Minuten. Dieses Mal hatten die Organe schon etwas zu kämpfen....aber sie schaffte es....

Dann der OP-Termin....Mutter wird in den OP gefahren...plötzlich bekommt sie Streß mit den Ärzten wegen einer Blutkonserve die da für sie hing...eigentlich lächerlich...egal jetzt, jedenfalls haben die Ärzte sie wieder aus dem OP geschoben, ihr aber gesagt, so ginge das nicht...die wäre nur für den Notfall und sie würde diese OP dringend benötigen...sie wäre Lebensnotwendig.

Bis die Mutter sich wieder beruhigt und entschlossen hatte, es sich dann doch auch mit Blutkonserve machen zu lassen kam ein Notfall dazwischen...ok...Dickkopf hat somit Pech gehabt. Selber schuld, seh ich auch ein.

Dieser Notfall jedoch benötigte auch noch ihr Bett auf der Intensiv, so das man die Mutter einfach mal schnell auf die normale Herz Station verfrachtet hat. :-/

Ein neuer OP-Termin wurde nun auf wiederum 2 Tage danach angesetzt. Ok dachte ich...wird schon gut gehen, Mutter ging es soweit wieder top, das austauschen des Schrittmachers ist angeblich kein Akt...also positiv denken.

Am Tag der geplanten OP fuhr ich sie Abends nach der Arbeit besuchen...komm ins Zimmer, Mutter sitzt da wie das blühende Leben im Bett....ich denk noch...Prima, war wohl echt kein Akt....erzählt sie mir doch, der Stationsarzt hätte die OP kurzerhand abgeblasen, mit der Begründung, sie würden den Schrittmacher umprogrammieren...und gut wärs ???

Bin dann sofort raus und wollte mir den Arzt schnappen, doch genauso die die Tage davor war der verschollen und egal wen ich Fragte, keiner wusste darüber Bescheid. Also bin ich runter zur Intensivstation bei ihren ersten Arzt...der war auch da und war schockiert darüber, das sein Kollege diese Entscheidung getroffen hätte....der Schrittmacher müsse ganz klar da raus >:( Er würde sich sofort darum kümmern.

So...parallel dazu bekam meine Mutter nun dann auch noch eine Trombose in den linken Arm und dieser wurde fest verbunden stillgelegt.

Am nächsten Tag meinte die Mutter dann, die Ärzte wären wohl bei ihr gewesen und hätten ihr so ein komisches Ding auf die Brust gesetzt....und angeblich den Schrittmacher umprogrammiert. Komisch dacht ich mir...mir war mullmig zumute, aber weder der Stationsarzt noch der der Intensiv war erreichbar :(v

Angeblich wäre nun alles wieder super, die Werte der Bauchspeicheldrüse waren wieder top, Mutter top fit, eine Woche später war schon ihr Rehatermin angegeben.

Samstag abend hab ich noch mit ihr telefoniert....ihr ging es bestens....sie freute sich auf die Reha...Sonntags morgen bekam ich den Anruf...wieder ein Herzstillstand....dieses mal ging nix mehr :(v Ende aus.

Also ich hin und von ihr Abschied genommen...hab vorher noch nie einen Toten gesehen...hab gedacht ich kipp um.

Jedenfalls meinte dann die an diesem Tag Diensthabende Stationsärztin, sie würden gerne meine Mutter opduzieren...weil so richtig erklären können sich nun niemand, warum sie nun so plötzlich starb...und sie bräuchten meine Einverständnis....

Da bin ich explodiert...habe gesagt nix gibts, sie solle sich doch mal lieber Gedanken machen, warum der eine Hüh und der andere Hot sagt....und das ich mir ganz sicher bin, das es sich hier um Ärztepfusch handele....und das DIE MUTTER ZU BLEIBT!!!. OK, das war nicht sehr intelligent von mir, nur was hätte es gebracht? Wiedergekommen wäre sie dadurch nicht und wenn die ihren eigenen Pfusch gefunden hätten, hätte es doch eh keiner zugegeben.

Und jetzt kommts;

am selben Tag noch telefonierte ich mit ihrer Schwester...klar, wollte ja berichten.

Da hat die doch bis genau 10 Minuten vor ihrem Herzstillstand mit meiner Mutter noch länger telefoniert....angeblich wäre alles bestens gewesen...nur der blöde Tromboseverband machte meiner Mutter sorgen....die Schwester hätte den wechseln wollen, hätte den abgewickelt und käme nun nicht mit dem neuen Verband bei....ihr Arm würde so wehtun und würde immer dicker....und geklingelt habe sich auch schon mehrfach....käme einfach keiner :(v

Das ist doch der Hammer oder? Klar hab ich die Mutter nicht obduzieren lassen und somit sind die (vermeintlichen) Beweise futsch....doch werde ich nun die Tage mit meiner Tante als Zeugin an das Krankenhaus herantreten...um eine Antwort zu finden....wieso weshalb warum. Ich bin noch lange nicht fertig mit denen :|N

Was meint Ihr zu der (langen) Geschichte....Meiner Meinung nach hat da einer gepfuscht, ob Ärzte oder Schwester....einer hat die Mutter auf dem Gewissen...und das will ich klären.

LG Markus

Antworten
CvalVamit[as1x2 hat geantwortet


Klar hab ich die Mutter nicht obduzieren lassen und somit sind die (vermeintlichen) Beweise futsch.

verstehe nicht, warum nicht?

MEada:me ChaDren-toxn hat geantwortet


ohne Obduktion sind das reine Vermutungen und du hast absolut nichts in der Hand und auch keine Gewissheit woran sie wirklich starb.

das mit deiner Mutter tut mir leid, ich kann auch deine Wut verstehen, aber du handelst im Moment völlig unbedacht.

A}ho^rnbzlxatt hat geantwortet


Ich glaube immer noch dran, dass unsere Zeit in den Händen von jemandem ganz anderen liegt....

Da es der Mutter zwischenzeitlich auch wieder gut ging, Zitat, blühendes Leben, ist es durchaus auch möglich, dass es mit neuem Herzschrittmacher oder ohne oder mit was auch immer, ihre Zeit abgelaufen war.

Wenn Dir so viel daran gelegen hätte, verstehe ich nicht, warum kein Einverständnis gegeben wurde, zu obduzieren. Bei allem Beileid finde ich es unverständlich.

Manchmal laufen die Dinge so, es ist das Leben und die Ärzte haben ja nun mehrmals versucht, sie zurückzuholen, man kann ihnen wohl kaum unterlassene Hilfeleistung unterstellen.

Was nützt das ganze Lamentieren, der ganze Groll und dann noch die Verweigerung der Obduktion??

Du vergiftest Dir Deine eigene Seele, statt jetzt Frieden zu schließen und der Mutter mit ihrem beendeten Leben Achtung zu erweisen.

BsromVbeerkülchleiin hat geantwortet


Also erstmal mein herzlichstes Beileid zum Verlust deiner Mutter. :)-

Ich habe meinen Vater an seinem 55. Geburtstag verloren. Wir haben um 8 Uhr telefoniert und um 11 Uhr ist er auf arbeit einfach umgefallen und war tod. Diese dinge passieren, so schlimm sie auch sind. Du hast alles recht der Welt wütend zu sein, aber es bleibt dir nichts, als es zu akzeptieren. Wenn du das nicht kannst, hättest du sie obduzieren lassen müssen.Alles andere werden reine Vermutungen sein und da nützt es garnichts, wenn du mit deiner Tante im Krankenhaus aufläufst um antworten zu finden.Die werden sie dir ohne Obduktion nicht geben können.

Schließ Frieden ... trauere ... und akzeptiere was du eh nicht ändern kannst. @:)

j!a?mmerlluappexn42 hat geantwortet


Der Grund warum ich (bzw. Wir , hab ja noch zwei ältere Geschwister auf meiner Seite gehabt) keine Obduktion wollten war ganz einfach der, das unsere Mutter in Ihrem Leben schon so viele schwere Krankheiten mit schweren OP's über sich musste ergehen lassen....ich sag ja selbst und da geb ich Euch ja auch recht....ohne Obduktion keine Gewissheit....aber wir wollten es zu dem Zeitpunkt einfach nicht. Das war eine Moralische Frage...und wir wollten uns das einfach nicht vorstellen müssen, das sie da jetzt ein weiteres Mal aufgeschnippel wird....In der Situation muss man auch erst mal stecken....da ist es nicht umbedingt leicht einen sinnvollen Gedanken zu finden :-/

Sicher, das wir da im Krankenhaus gegen Windmühlen laufen ist uns auch klar....hier geht es ja auch nicht um eine Entschädigung (nur falls dieser Eindruck aufgekommen sein sollte), nein, keinen Cent will irgendwer von uns haben, es geht nur darum, das sich der ein oder andere ruhig mal seine Gedanken macht.

Ich selbst habe letztes Jahr auch beinnahe den Löfel abgegeben (Blinddarmdurchbruch, ich berichtete) weil ein Super Oberarzt eine Fehldiagnose stellte (Darmverschluß) und nicht auf die Meinungen seiner Kollegen hören wollte :(v Sorry, aber da kann man dann schon mal etwas sensibel werden :-o

Und wenn ich daran zurückdenke, mit welcher Lockerheit und mit welchem Witz dieser Arzt dann tags drauf nach der OP bei mir das ganze überspielen wollte....da geht mir der Hut hoch.

Tatsache ist und bleibt, du bist in so einem Fall den Ärzten ausgeliefert. Ich zumindest habe mittlerweile Schiss vor diesem "ausgeliefert" sein....

B0romb3ee>rküchxlein hat geantwortet


Tatsache ist und bleibt, du bist in so einem Fall den Ärzten ausgeliefert. Ich zumindest habe mittlerweile Schiss vor diesem "ausgeliefert" sein....

Davor könnte zum Beispiel eine Patientenverfügung schützen ...

j[aJmmerglapjpenx42 hat geantwortet


Ähmm....@Brombeerküchlein....ich meinte damit nicht erst im Moment des Todes, sondern in jeglicher Situation zu Lebzeiten "ausgeliefert" zu sein.

Bzrombee.rküchleixn hat geantwortet


Oh ja sorry ... |-o

DwieKIruexmi hat geantwortet


es geht nur darum, das sich der ein oder andere ruhig mal seine Gedanken macht.

In sehr vielen Krankenhäusern finden regelmäßig sog. M&M-Konferenzen statt, in denen jeder Todesfall aufgearbeitet wird um zu klären, ob es vermeidbar gewesen ist bzw an welchem Punkt eine andere Entscheidung den Verlauf verändert hätte. Dazu ist es natürlich hilfreich, wenn die genaue Todesursache bekannt ist, denn ansonsten kann man nur spekulieren, WAS tatsächlich zum Tod geführt hat.

ByaHmbi-ene hat geantwortet


@ Hallo jammerlappen42

das deine Mutter gestorben ist, tut mir für dich sehr leid. Herzliches Beileid.

Meine Meinung: du solltest das Ganze ruhen lassen, denn ganz gleich was du unternimmst, deine Mutter bringt es dir nicht mehr zurück.

Manches ist einfach auch Schicksal. Ganz gleich ob uns oft sugeriert wird, das Ärzte "Götter in weiß" seien, sie sind es nicht. Sie sind Menschen die ihrer Arbeit mal besser mal schlechter machen. Wenn du Freunde oder Bekannte im Gesundheitswesen hast, wird man dir bestätigen wie dünn die Personaldecke ist und wie oft die Leute dort am Limit arbeiten.

Ich hatte vor Jahren mal irgendwo gelesen, dass das Durchschnittsalter von Ärzten in der Herzchirurgie unter 60 Jahren liegt. Wenn es denn stimmt, hat das bestimmt mit dem sehr "stressigen" Beruf zu tun.

Mach deinen Frieden mit den Ärzten. Sie wollen weder dir noch jemand Sonstwen mutwillig "um die Ecke bringen".

Alles Gute und ein gesundes Leben :)*

D^ieKFruemei hat geantwortet


dass das Durchschnittsalter von Ärzten in der Herzchirurgie unter 60 Jahren liegt.

meinst du die durchschnittliche Lebenserwartung? oder dass die Ärzte tatsächlich durchschnittlich sooo alt sind?

jlammerlgappexn42 hat geantwortet


Hallo Bambiene,

was den Streß der Ärzte und der Schwestern angeht hast Du 100% recht....unabhängig von dem was jetzt mit meiner Mutter passierte (oder auch mit mir).

Das ganze Problem beginnt doch schon bei unserem Gesundheitsdenken der Politiker...immer weniger Geld für Krankenhäuser...für unser Gesundheitssystem...aber das ist ja bekannt. :(v

Ich behaupte ja auch nicht das jemand die Mutter absichtlich ums Eck gebracht hätte. ;-)

Aber auch ich, sowie bestimmt auch andere hier haben einen schweren, streßigen Job den wir dennoch bewältigen müssen. Oder guck mal als Beispiel ein Maurer oder Strassenbauarbeiter...die haben auch keine sonderlich hohe Lebenserwartung wenn sie täglich im Teer stehen. Ist halt so. Daher möchte ich die Ärzte jetzt nicht umbedingt "bedauern"...zumal das ja auch kein Beruf ist, den man mal so nebenbei wählt...da ist man sich eigentlich klar was auf einen zukommt %-| Der ein oder andere Bauarbeiter dagegen arbeitet vielleicht nur als Hilfskraft und macht das nicht weil er es gelernt hat, sondern weil er und seine Familie überleben will :-/

Aber wahrscheinlich habt ihr alle Recht....wie auch immer, lebendig wird sie dadurch nicht mehr...

B#aPmbiexne hat geantwortet


@ DieKruemi

pardon..... die durchschnittliche Lebenserwartung natürlich. Hatte mir vor Jahren als mein Sohn im PJ drei Monate in der Herzchirurgie war eine Freundin zum lesen gegeben.

AWhor9nblaxtt hat geantwortet


Mit dem gleichen Aufwand kannst Du hier aber sagen: die Mutter war schon ewig mit irgendwas krank. Schwer krank. So krank, dass sie einfach so eben schon Herzstillstände hatte. Wäre sie nicht im Krankenhaus gewesen sondern zu Hause und vielleicht nachts, wäre sie bereits Stunden, Tage vorher auch gestorben.

Nur weil bei Dir mal eine falsche Diagnose gestellt wurde, überträgst Du das hier ganz eindeutig, sonst bliebe Deine Geschichte hier unerwähnt. So geht das aber nicht. Bloß weil mal ein Autofahrer bei rot über die Ampel fährt, tun das nicht alle anderen auch.

Das Leben ist endlich.

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