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Herzinfarkt, Lungenentzündung und Nierenversagen

H@udi"pfuppf1 hat die Diskussion gestartet


Hallo

Mein Vater wurde Heute Morgen per Notfall eingeliefert. Er ist 84 Jahre alt und erfreute sich bis vor einer Woche bester Gesundheit. Er wurde letzte Woche durchgecheckt mit EKG und all sowas.

Er hatte nur einen hartnäckigen Husten, der immer schlimmer wurde.

Heute dann der Zusammenbruch. Als wir bei ihm waren haben die Nieren wieder gearbeitet.

Jetzt meinte der Arzt, man könne am Herz nichts machen, da die Nieren das Kontrastmittel nicht verkraften würden.

Er ist auf der Intensivstation und das Herz wird Medikamentös behandelt, auch die Lunge.

Irgendwie sehe ich schwarz, in dem Alter.

Hat er noch eine Chance?

Antworten
I*ceL#adyx_50


Guten Abend.

Zunächst einmal tut es mir leid, dass Du bzw. er/Ihr so etwas erleben müsst.

Jetzt meinte der Arzt, man könne am Herz nichts machen, da die Nieren das Kontrastmittel nicht verkraften würden.

Damit ist wohl die Koronarangiographie gemeint. Dabei benutzt man Kontastmittel, um die Gefäße darzustellen. Wenn das nicht geht, kann man ggf. ein Cardio-MRT machen.

Die zentrale Frage ist jedoch, welchen Nutzen der Patient davon hat. Denn, wenn die Engstelle nicht gestentet oder dilatiert (geweitet) werden kann, bleibt nur noch eine Bypass-Operation. Diese ist aber dann abhängig vom Zustand und der Prognose des Patienten.

Er ist auf der Intensivstation und das Herz wird Medikamentös behandelt, auch die Lunge.

Ja, das ist dann die Alternative bzw. die Konsequenz aus siehe oben.

Irgendwie sehe ich schwarz, in dem Alter.

Hat er noch eine Chance?

Nun, das kann man pauschal so nicht beantworten ohne den genauen Befund zu kennen.

Aber manchmal kann das Alter auch ein Vorteil sein. Der Infarkt resultiert aus einem Gefäßverschluss. Das Gefäß verschließt sich, das umliegende Gewebe wird nicht mehr durchblutet und infarziert. Nun ist es so, dass das nicht immer plötzlich, sondern - grade im Alter - manchmal sukkzessive geschieht. Dabei gibt es ein Phänomen, nämlich dass der Körper so genannte Kollateralen bildet. Das sind feine Gefäße, die die Blutzufuhr und somit die Sauerstoffversorgung halbwegs gewährleisten. Das passiert häufiger, wenn der Patient älter ist und über Jahre sich der Verschluss durch Gefäßplaques (Kalk) gebildet hat.

Demnach bitte erst einmal ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt führen. Vielleicht ist noch nicht alles verloren.

Alles Gute für Euch!

H_udipsfupf1


Der Arzt sagte etwas von einem Ballon. Für die Lunge bekommt er Physiotherapie.

Die Nieren scheinen wieder zu arbeiten.

Lyol~a201x0


Natürlich kann er noch eine Chance haben. Mein Opa ist jetzt 89 Jahre alt und ist seit Oktober letzten Jahres nach akutem Nierenversagen an der Dialyse. Dann hat er auch noch einen Herzschrittmacher bekommen, da die hohen Kaliumwerte in den letzten Jahren das Herz sehr mitgenommen haben. Im Januar hat er eine Grippe bekommen, danach Bronchitis und daraus ist aufgrund seines momentan angeschlagenen Immunsystems eben auch eine Lungenentzündung geworden. Kommt schnell mal vor unter solchen Umständen. Mittlerweile hat er sich an das 3x die Woche an die Dialyse gehen einigermaßen gewöhnt-er schimpft halt immer noch, weil ihm da anscheinend soviel Zeit verloren geht ;-). Die hat er aber eigentlich-aber er hat schon immer gern wegen z. B. Wartezeiten beim Arzt genervt-ist so seine Art. Seinen Shunt am Arm hat er immer noch nicht bekommen, da er eben momentan auch noch ziemlich geschwächt ist und jeder weitere Eingriff erst mal verschoben wird. Er bekommt die Dialyse über die Brust. Davor hat er sie nach dem akuten Nierenversagen im Krankenhaus (da war er allerdings auch ganze 3 Monate) über die Halsschlagader bekommen. Er hat also auch ganz schön was mitgemacht, ist aber sehr zäh. Alter Herren sind oftmals sehr zäh, deswegen Kopf hoch :-).

I;ceL~adxy_50


Der Arzt sagte etwas von einem Ballon.

Ok, dann meinte er wohl eine "Ballondilatation". Dabei wird im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung ein Katheter mit einem Ballon in das Gefäß eingebracht. An geeigneter Stelle wird Luft in den Ballon gegegeben. Durch sein Aufblähen wird das Gefäß geweitet (dilatiert) und damit die Engstelle (hoffentlich) zunächst beseitigt.

Für die Lunge bekommt er Physiotherapie.

Das ist sehr gut und sehr wichtig, damit er keine Pneumonie bekommt!

Die Nieren scheinen wieder zu arbeiten.

Es kann sein, dass im Rahmen des Infarktgeschehens auch die Nierenfunktion in die Knie ging.

Nur die Ruhe erstmal :-)

Ist er denn wach und ansprechbar?

H=udipf5up/f1


Ja,er war ansprechbar und ich glaube er hat auch verstanden was er hat. Sie mussten ihn in ein anderes Krankenhaus verlegen, da die Intensivstation in unserem völlig überlastet ist. Er hatte einfach große Mühe beim Atmen, war aber voll da.

Offenbar hatte das Herz eine sehr schwache Pumpleistung, daher die Nieren.

Er ist ja am Morgen noch selber mit dem Taxi zum Arzt gefahren, nachdem er ihn angerufen hatte.

Ich selber wurde dann auch gleich noch dabehalten, da ich einen Zusammenbruch hatte. Ich war auch krank diese Woche und die Diagnose hat mir dann den Rest gegeben. Sie haben mich eine Stunde lang durchgecheck, mit ekg und allem. Ich merke erst jetzt wo ich überall aufgeschlagen bin beim Umfallen. Aber eben, das EKG sagt gar nichts aus. Er hatte ja vier Tage vor dem Infarkt eines ohne Befund.

Lola, dein Opa scheint ein Kämpfer zu sein. Was der alles mitgemacht hat. Weiter so! Das lässt mich auch hoffen.

Morgen gehen wir ihn wieder besuchen und ich hoffe es geht ihm besser. Er scheint ja gut betreut zu sein.

Es ist einfach viel auf einmal....

HOudipYfupxf1


Ich lese überall im Netz von künstlichem Koma und Beatmung.

Das ist bei ihm nicht der Fall. Er ist wach und atmet selber, wenn auch sehr rasselnd. Ich nehme aber an, dass er zusätzlich Sauerstoff bekommt. Starken Husten hatte er schon vor dem Infarkt.

IpceLa`dy_x50


Aber eben, das EKG sagt gar nichts aus. Er hatte ja vier Tage vor dem Infarkt eines ohne Befund.

Es kommt drauf an. Wenn das Infarktgeschehen bereits passiert ist oder akut ist, sieht man es im EKG. Einen Thrombus etc. aber natürlich nicht.

Aber ich denke, bei Dir war es ein Kollaps aufgrund der Erschöpfung. Mach Dir da nicht noch zusätzliche Sorgen. Aber Du solltest gut auf Dich achten in dieser Zeit jetzt :-)

Ich lese überall im Netz von künstlichem Koma und Beatmung.

Ja... das Lesen im Netz... das sollte man nur dann tun, wenn man wirkliche Diagnosen und Fakten hat, die man hier checken kann. Alles andere verunsichert doch nur.

Man kann Infarktpatienten in ein künstliches Koma versetzen, zusätzlich werden sie dann noch gekühlt (Hypothermie), weil das schonender für den Körper ist.

Das ist bei ihm nicht der Fall. Er ist wach und atmet selber, wenn auch sehr rasselnd. Ich nehme aber an, dass er zusätzlich Sauerstoff bekommt. Starken Husten hatte er schon vor dem Infarkt.

Das hört sich nach Pneumonie an (aber mir fällt grade ein, das schriebst Du ja). Dann bahnte sich die Lungenentzündung schon vor dem Infarkt an bzw. war schon manifest.

Dafür wird er sicher eine Antibiose bekommen.

Wenn Du mal eine genauere Diagnose oder einen Kurzbericht hast, kannst Du ihn mir gerne per PN schicken. Ich helf Dir dann gerne, das zu verstehen :)z

HJudi>pfupZfx1


So, wir waren jetzt bei ihm. Ein netter Pfleger hat uns den Stand der Dinge erklärt. Offenbar ist sein gesamtes metabolisches System zusammengebrochen. Jetzt versuchen Sie das wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Werte von der Notaufnahme Gestern seien zu hoch gewesen und hätten nicht gestimmt.

Sein Blut war dick wie Sirup und er war völlig dehydriert. Sie haben ihm dann drei Liter Flüssigkeit gegeben und die Nierenwerte sind jetzt wieder fast normal.

Es sei nicht einmal sicher ob er überhaupt einen Infarkt hatte, denn so ein Zusammenbruch könne dieselben Werte erzeugen wie ein Infarkt. Sicher kann man erst sein, wenn man mit dem Kontrastmittel untersuchen kann.

Die Lunge ist noch nicht besser, aber er sei ja noch nicht einmal 24 Stunden da und das Problem habe er ja schon einige Tage mit sich herumgeschleppt.

Auch geben Sie ihm sehr viel Insulin, weil der Zuckerwert schlecht ist.

Er meinte auch, der Codein haltige Hustensaft, der ihm von seinem Hausarzt hochdosiert verschrieben wurde, habe dann den Supergau ausgelöst, da der bei Verschleimung der Lunge eine Lungenentzündung auslöst.

Der Besuch beim Hausarzt vor einer Woche war nötig, weil Gestern eine Biopsie an der Blase geplant war. Daher auch der starke Hustensirup.

Atmen macht ihm Mühe, aber es rasselt nicht mehr so wie gestern.

Er sitzt die ganze Zeit im Stuhl, weil es ihm wohler ist als liegen.

Er soll jetzt viel trinken, was er aber nicht will. Er ist stur wie ein Kind.

Er ist sehr schwach und zitterig, sprechen strengt ihn an und sein Hals ist verschleimt.

Der Pfleger meinte, jetzt sei es wichtig, diesen Infekt wegzubekommen und die Lunge Schleim frei.

Jetzt heißt es abwarten, dass sie alles wieder ins Lot bekommen. Sollte es dann doch kein Infarkt gewesen sein, wäre das ja positiv.

H}ud$iWpfuVpfx1


Er hatte aber genug Energie, meiner Mutter Anweisungen zu geben. Ist also völlig klar im Kopf.

HKudipIfkupf1


Achja nach dem Check letzte Woche musste er die Blutverdünner absetzen, wegen der Biopsie.

I~ceLadOy_5x0


Sein Blut war dick wie Sirup und er war völlig dehydriert.

Das heißt, dass er viel zu wenig trinkt daheim.

Auch geben Sie ihm sehr viel Insulin, weil der Zuckerwert schlecht ist.

Das heißt, dass er seinen Diabetes nicht im Griff hat. Kann aber auch sein, dass der Glucose-Wert aufgrund der massiven Infektion entgleist ist.

Wenn er nicht trinken will, sollte man ihm klar sagen, welche Konsequenz das hat. Er kann daran versterben. Vielleicht rüttelt ihn das wach.

Insgesamt macht es den Eindruck, als bräuchte er einfach daheim mehr Pflege. Einen Pflegedienst mit ggf. Pflegestufe 1 zum Beispiel wäre schonmal was.

Das er insgesamt so entgleist ist, bedeutet, dass er mehr Supervision braucht. Wenn man allem entgegenwirkt, kommt es erst gar nicht soweit.

Ggf. solltest Du darüber mal mit Deiner Mutter sprechen.

H%u8dipfupxf1


Er hatte bis jetzt keine Diabetes und war alles andere als Pflegebedürftig.

Er fuhr noch Motorrad...

Sie kennen im Moment die genaue Ursache für den schlechten Zuckerwert nicht.

Eben das metabolische System sei entgleist und vermutlich haben verschiedene Faktoren dazu geführt.

Er musste vor zwei Wochen die Blutverdünner absetzen, wegen der Biopsie. Vermutlich hat er dann zusätzlich zu wenig getrunken.

Das war für die Nieren natürlich schlecht.

Wegen dem Zucker hätte er zum Arzt gemusst, hat dann aber selber gemessen und sich so davor gedrückt.

Dann bekam er noch diesen Infekt und der Hustensirup hat dann die Lungenentzündung ausgelöst.

Wegen dem Trinken ist er stur, er sagt er kann einfach nicht, er muss sich übergeben, weil der Hals verschleimt ist.

Ich nehme an sie geben ihm viel Flüssigkeit intravenös.

So ca drei Liter im Tag.

Ich bin auch überzeugt, dass man ihn ärztlich besser betreuen muss. Die Urologin sieht halt nur die Blase und will ihre Biopsie machen. Da wird einfach mal kurz der Blutverdünner abgesetzt.

Der Hausarzt verschreibt so ein Teufelszeug gegen Husten und will ihn nicht nach zwei Tagen Wiedersehen. 30 Tropfen sind die Dosierung, er musste täglich 50 nehmen.

Sie können auch nicht sagen, wie lange er dort bleiben muss, weil die Werte immer noch schlecht sind. Sie probieren jetzt halt einiges aus und warten ab.

Er tut mir so leid. Sitz wie ein Häufchen Elend im Stuhl und zittert.

H(udipHfupfx1


Alles in allem hast du recht! Es hätte nicht so weit kommen müssen.

IcceLa-dy_5x0


Ok, aber mach Dir keine Vorwürfe - es ist sein Leben.

Er hatte keinen Diabetes, hat aber selber Zucker gemessen, der zu hoch war??

Mir stellt sich die Frage ob er Euch alles so wirklich ehrlich erzählt. Weißt Du, Patienten neigen dazu, sich Dinge zurechtzubiegen oder auch mal Dinge in Erzählungen wegzulassen, weil sie unangenehme Konsequenzen haben könnten... ;-)

Eine Pflegstufe bedeuet keineswegs, pflegebedürftig zu sein - das bitte nicht verwechseln! Auch nicht, dass er das falsch versteht.

Auf Stufe 1 käme beispielsweise täglich jemand morgens in Haus und schaut nach der Medikation, ob diese richtig dosiert und eingenommen wird. Misst mal den Bltudruck und den Zucker. Macht Anreichungen beim Baden etc, falls nötig.

Das ist aber keine Pflege, sondern eher Supervision. Das wäre für ihn vielleicht hilfreich. Zumal man von anderen manchmal Dinge besser annehmen kann, als von Nahestehenden ;-)

Vielleicht war das jetzt ein hilfreicher Schock für ihn, dass er zukünftig Hilfe und Untestützung besser annehmen kann. Manchmal hat etwas Schlechtes auch was Gutes.

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