» »

Herzinfarkt, Lungenentzündung und Nierenversagen

ICcgeLady_x50


Ich denke schon, Ihr dürft Euch da auch klare Worte erlauben.

Wenn er weiterhin keine krankengymnastischen Übungen machen möchte, alles besser weiß, das ihm serverierte Essen ablehnt und im Konsens dann nicht nach Hause kann, muss er eben in die Kurzeitpflege.

Spätestens dort wird ihm aufgehen, was ihm blüht.

Für ihn ist es selbstverständlich dass er noch lebt.

Ja, weil er sich mit Krankheit, Sterben und Tod nicht befassen will. Verdrängung pur. Vielleicht braucht er da noch ein wenig Zeit, um das aufzuarbeiten.

Das mit dem Aufschreiben finde ich eine sehr gute Idee - und zwar in erster Linie für Dich, zu Deiner Verarbeitung. Ich finde, Du machst das sehr gut.

HBudip4fupf1


Die Idee mit dem Aufschreiben kam von ihm und ich merke jetzt, dass mir das gut tut.

Vor allem weil ich auch schreibe, wie sich das alles für mich und meine Mutter angefühlt hat und immer noch anfühlt.

Auch sein Verhalten im Moment.

Auf der Reha bekommt er jetzt normales Essen, wie ich gehört habe. Das isst er jetzt auch viel besser.

Ums Turnen kommt er nicht herum, was er halt nicht macht, sind die Übungen die er als "Hausaufgaben" bekommt.

Wir haben ihm schon gesagt, je mehr er sich querstellt, umso länger kann er nicht nach Hause.

Gestern ist er böse gestürzt und hat sich am Hinterkopf eine blutige Wunde zugefügt.

Vielleicht ist das wie bei einem Kind, das erst dann glaubt, dass die Herdplatte heiss ist, wenn es sich daran verbrannt hat.

Jetzt ist er selber Verantwortlich für sein Weiterkommen.

Huudipfu1pf1


Mein Vater macht täglich Fortschritte. Er kann mit dem Rollator schon ganz gut laufen, wenn auch noch sehr langsam. Audi die Toilette kann er auch selbstständig, er hat keinen Katheter mehr. Ab Montag beginnt dann das intensive Therapieprogramm. Seine Stimme klingt immer noch etwas dünn.

I?ceLad&y_5a0


Grade wollte ich nach Deinem Thema hier schauen und lese nun Deinen Beitrag :-)

Das klingt doch gut. Vielleicht hat er auch etwas kapiert, so ganz für sich innen drin.

Die Stimme kann noch durch die lange Intubation beeinträchtigt sein, das gibt sich wieder.

H{udigpfupxf1


Im Moment befindet er sich in einem Teufelskreis. Er will nicht essen, was man ihm gibt. Die Schwester sagte meiner Mutter, dass er spezielles Essen bekommt, welches viel Nährstoffe hat. Weil er nicht isst friert er immer und es ist wohl eine Frage der Zeit, bis er sich wieder erkältet.

Sein Mund ist trocken und entzündet, daher schmeckt ihm das Esen nicht. Sie müssen ihm immer wieder Insulin spritzen und die Entzündung im Mund kommt auch vom Zucker. Der Arzt sagt, wenn er endlich essen würde, könnte sich alles wieder einpendeln, auch der Zucker.

Er hat auch Verstopfung, sie haben ihm etwas dagegen gegeben und er hat es ins Waschbecken gekippt, weil es nicht gut schmeckte, also hat er halt weiter Vestopfung und sitzt stundenlang auf dem Klo.

Wie kann man nur so stur sein. Schlimmer wie ein Kind. Es ist echt mühsam mit ihm. Er meckert an allem herum.

Mein Bruder meinte nur: du kannst den Gaul zum Brunnen führen, saufen muss er selber.

IPceLaxdy_50


Da hat Dein Bruder absolut Recht.

Wichtig hier ist auch, dass Ihr Euch entsprechend abgrenzt. UND darüber hinaus ihm klar und unmissverständlich zu verstehen gebt, dass er in diesem Zustand auf gar keinen Fall nach Hause kommt, sondern allenfalls in eine Kurzzeitpflege, aus der bei Bedarf auch eine ständige Pflegstelle werden kann.

Das ist hart und das kostet Kraft, aber es ist meiner Meinung nach wichtig, denn ansonsten macht Euch die Situation unnötig fertig. Es wird noch anstrengend genug, wenn er mal nach Hause kommt und Ihr braucht Eure Kraft, die auch Grenzen hat.

HJudi&pfuxpf1


Das werden wir tun. Er hat noch fünf Wochen Zeit auf der Reha, dann kann ihm Pflegeheim drohen, sollte er nicht vorwärts machen.

Ich werde ihm auch sagen, dass es seine Entscheidung ist, wenn er stundenlang auf dem Klo sitzen muss. Er müsste das Abführmittel halt schlucken, anstatt es ins Waschbecken zu kippen. Auch dass er immer friert hat er selber zu verantworten, weil er keine Reserven mehr hat, würde er essen würde er nicht frieren.

Die Schwester sagte gestern zu meiner Mutter zwar, sie hätten einige Patienten auf der Station, die nach der selben Aufenthalts-Zeit viel weniger weit sind, wie mein Vater.

Bis auf das Essen macht er offenbar im Gegensatz zu anderen sehr schnell Fortschritte.

Ich werde Heute meine Schulfreundin anrufen, die auf der Reha arbeitet. Ich möchte, dass sie ihn bei der Mundpflege mehr unterstützen, auch wenn er sagt, dass er es selber macht, tut er es doch nicht.

Ich habe nämlich gehört, dass es vom Zucker Pilz im Mund gibt und denke, dass er das hat und ihm daher das Essen weh tut.

Am Mittwoch bringen wir ihm Apfelkuchen mit, den er so mag, mal schauen ob er den isst.

I%ceLa*dy_5x0


Nun ja, wie gesagt, er wird auch Zeit brauchen, die für ihn neue Situation erst einmal anzunehmen. Ihr hattet ja viel mehr Zeit - in dem Zeitraum, in dem er quasi "nicht bei sich war".

Er wird eben auch seine Position in der Familie verlieren (in seinen Augen) und wird das lernen müssen.

Alles braucht seine Zeit....

Ihr macht das doch sehr gut, wie ich finde.

H*udip(fupxf1


Danke dir.

Gestern Abend war ich schnell bei ihm. Er schien über Nacht geläutert...

Er hat gut gegessen, nicht einmal gemeckert.

Was mich am meisten verblüfft hat, er sagte dass er, wenn er das alles hinter sich hat, ein Hörgerät anschaffen will.

Er, der immer behauptet hat, er höre exzellent, es sprechen nur alle undeutlich.

Ich hatte den Eindruck, als nehme er die Chance an und möchte seine verbleibende Zeit mit allen Sinnen wahrnehmen.

Geistig scheint er jetzt wirklich voll da zu sein und auch wenn ihm die Turnübungen stinken, er macht wacker mit und kann es nicht fassen, dass ihn die einfachsten Übungen so sehr anstrengen.

Telefonieren kann er auch selbstständig.

Sein Mund ist auch besser, er hat jetzt ein Mittel zum spülen. Ich habe ihm gestern gezeigt wie er das machen muss.

Meine Schulfreundin hat auch speziell ein Auge auf ihn.

Ich glaube langsam, er ist nur so gereizt wenn Mutter dabei ist, bei mir war er ganz brav und einsichtig.

Ich fürchte man geht sich einfach auf den Wecker, wenn man bald 60 Jahre zusammen ist.

Hwudipf(upfx1


Meine Mutter behauptet ja schon lange, dass er auf mich besser hört als auf sie.

Sie meinte immer: Sag du's ihm, auf dich hört er...

ICceLaday_x50


Ich hatte den Eindruck, als nehme er die Chance an und möchte seine verbleibende Zeit mit allen Sinnen wahrnehmen.

Ja... ganz generell prägt einen Menschen dieses Beinahe-Tod-Erlebnis - egal, wie er vorher war. Ich meinte ja auch, dass man ihm diese Zeit einräumen muss, denn so ein Erlebnis will auch psychisch verdaut werden.

Umso schöner, wenn für Euch zu der psychischen Belastung, der Trauer, durch sein Kranksein nicht noch die aufreibenden Diskussionen kommen.

Das freut mich für Euch!

H"udbip fupfx1


Puuh. Gestern kündigte er schon an, dass er diesen Sommer mit meiner Mutter viel reisen möchte, natürlich mit dem Auto- :-o

Jetzt kommt er mir vor, wie in dem Film, the bucket List mit Jack Nicholson und Morgan Freeman.

Jedenfalls läuft er mit dem Rollator schon schön flüssig, macht richtige Schritte, einfach ein wenig langsam.

In der Nacht auf Gestern ist er aus dem Bett gefallen, weil er mit der Bewegungsmatte, die vor dem Bett liegt, ausgerutscht ist.

Die Schwestern sagen, er dürfe nicht alleine aufstehen und aufs Klo und er macht es halt trotzdem.

Zum Glück ist nichts weiter passiert.

Die Nierenwerte sind noch nicht optimal und er hat Wasser in den Füssen. Insulin müssen sie ihm auch noch spritzen und er hat zu viele weisse Blutkörperchen.

Vorgestern hat er oft gehustet und es wurde die Lunge geröntgt, Gestern war der Husten aber wieder besser.

Zugenommen hat er auch.

IBce1Ladyx_50


Puuh. Gestern kündigte er schon an, dass er diesen Sommer mit meiner Mutter viel reisen möchte, natürlich mit dem Auto-

Ach, lass ihn reden - vielleicht braucht er das als Ziel. Wenn es soweit ist, könnt Ihr das immer noch verweigern.

Jetzt kommt er mir vor, wie in dem Film, the bucket List mit Jack Nicholson und Morgan Freeman.

Ja, das kann unbedingt sein - ihm ist seine Endlichkeit bewusst gemacht worden.

Die Schwestern sagen, er dürfe nicht alleine aufstehen und aufs Klo und er macht es halt trotzdem.

Tja, dann kann man ihm nur sagen, dass, wenn er sich jetzt noch nen Oberschenkelhalsbruch holt, es wohl nix wird mit dem Heimkommen. Ansonsten hat er halt Pech, wenn er sich verletzt. Scheinbar braucht er das noch, diese Erkenntnis.

Die restlichen Dinge (Ödembildung, erhöhte Leukozytenzahl) sind halt noch "Nachwehen" und werden ja engmaschig kontrolliert. Sicher, es kann immer zu einem Rückfall kommen, aber davon sollte man sich jetzt nicht verrückt machen lassen.

H8udipJfupxf1


Ich habe schon den Eindruck dass er sehr zäh ist. Allein schon, dass er diese Krankheit überhaupt überlebt hat. Er ist jetzt schon zwei mal umgefallen und hat sich nichts getan. Vielleicht ist es eben doch gut für die Knochen, wenn man das ganze Leben lang Milch trinkt wie ein Kalb.

Auf der Reha sagen sie, er macht extrem schnell Fortschritte. Er sei schon viel weiter als andere, die zur gleichen Zeit wie er auf die Station gekommen sind.

Ein Bekannter von ihm, der im selben Alter ist, hatte "nur" eine Lungenentzündung und liegt jetzt im Sterben. Der hat aber auch bis jetzt zwei Pakete Zigaretten pro Tag geraucht. Ich denke das macht dann schon viel aus in der Situation.

Mein Vater hat vor 30 Jahren mit rauchen aufgehört und fast nie Alkohol getrunken.

Ja er wird täglich kontrolliert und als er gehustet hat, haben sie sofort die Lunge gecheckt. Der Arzt meinte auch zu ihm, dass das Wasser weggehen wird und auch der Zuckerwert besser werden wird wenn alles wieder im Lot ist.

Heute wird der Dialyse-Katheter entfernt, auch hier also Entwarnung. Dann sind alle Fremdkörper, Schläuche, Infusionen etc. weg.

Eigentlich passt er schon gut auf, wenn er aufstehen und laufen will. Er macht alles ganz langsam und vorsichtig.

Haudipvfupfx1


Ich habe vorhin mit ihm telefoniert, er sagte, Heute geht es ihm so gut wie schon lange nicht mehr. Er hat super geschlafen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH