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Herzinfarkt, Lungenentzündung und Nierenversagen

C=oorne)lia5/9


Hallo, auch von mir alles Gute und gute Besserung für deinen Vater! :)*

Wir hatten eine fast identische Situation, die im Juni 2013 begonnen hat, bei uns war es unsere Mutter (heute 86), die mit einer schweren Lungenentzündung auf Intensiv gelandet ist, dann auch sehr schnell intubiert und ins künstliche Koma gelegt wurde, in dem sie 5 Wochen bleiben mußte. Sie hat es überlebt, aber damals eher schlecht als recht. Heute hat sie sich so weit erholt, daß sie von Pflegestufe 3 auf 1 zurückgestuft werden konnte, und es geht ihr aktuell recht gut.

Seither schläft er. Irgendwie weiß ich nicht, ob ihm Besuch etwas bringt.

Selbst im künstlichen Koma nehmen die Patienten durchaus Dinge wahr, die um sie herum vorgehen, unterschätz das nicht. Meine Mutter hat hinterher von wilden Träumen erzählt, und auch davon, daß sie vertraute Stimmen wahrgenommen hat. Und die beruhigende Wirkung der Anwesenheit von Angehörigen am Bett kann sehr groß sein, das haben wir dann im Aufwachstadium festgestellt, da können die Patienten sehr unruhig sein, aggressiv um sich schlagen, versuchen aufzustehen, all sowas. Meine Mutter war laut Aussage der Pfleger viel ruhiger, wenn sie mit ihr beschäftigt waren und wir dabei waren und einwirken konnten. Es tut dem Patienten wirklich gut, wenn man ihnen leise und ruhig Sachen erzählt, irgendwelche Geschichten, Blödsinn, der einem passiert ist, was die Kinder/Enkel wieder gemacht haben, vorlesen geht auch wunderbar. Möglichst nicht weinend mit ihm sprechen, das kriegt er mit und wird dann eher unruhig! Wir haben uns während des gesamten künstlichen Komas unserer Mutter an ihrem Bett praktisch in Schichten abgewechselt, wenn uns die Pfleger nicht gerade rausgeschmissen haben wegen Pflegearbeiten oder so, war immer einer von uns da, stundenlang.

Es kommt noch dazu, dass meine Mutter und ich immer noch krank sind und ob ein Besuch eher gefährlich für ihn sein könnte und das, ohne dass er etwas davon hätte...

Das ist natürlich ganz blöd, daß ihr krank seid. Fragt mal auf IS nach, ob die Schutzkleidung und die Desinfektion der Hände ausreicht oder ob ihr euch doch besser so lange fernhalten sollt.

Die Aerztin sagte, wir machen kleine Schritte....

Genau das ist es. Geratet nicht in totale Euphorie, weil es ihm an einem Tag viel besser geht, und fallt nicht in totale Verzweiflung, wenn es wieder einen Rückschlag gibt! Die gesamte Zeit auf Intensivstation wird eine emotionale Achterbahnfahrt, das habt ihr vermutlich im Ansatz schon festgestellt, oder?

IuceLCady5_5x0


Ich gebe Dir völlig Recht, in dem, was Du über Patienten im (künstlichen) Kona schreibst.

Ich hatte nur den Eindruck, dass sie sich sehr unter Druck setzt und unter einem latent schlechten Gewissen leidet, weil sie nicht für ihn aktuell so sei kann, wie sie gerne möchte, da sie selber krank ist und noch schwächelt. Ich finde an dieser Stelle immer sehr wichtig, dass die Angehörigen sich selber im Auge behalten und sich nicht völlig verausgaben.

C0orn[eliax59


Stimmt, IceLady_50. Wir haben damals auch einer nach dem anderen irgendwann am Rad gedreht. Die anderen Geschwister haben es als das verstanden, was es war - Überforderung, blankliegende Nerven - und haben das aufgefangen. Da es zum Glück nicht bei uns allen gleichzeitig passiert ist, sondern schön brav zeitversetzt nacheinander, konnten wir uns dann mal ein paar Tage "freinehmen" und wieder einigermaßen zur Ruhe kommen. Der Druck und die emotionale Anspannung sind natürlich immer noch da, aber so ließ sich das einigermaßen auffangen.

IXceLadxy_50


Oh weia....

Kona

Koma

weil sie nicht für ihn aktuell so sei kann

... weil sie nicht für ihn aktuell so da sein kann....

HIud^ip|f:upfx1


Habe soeben Nachricht bekommen.

Es scheint ihm Heute wieder ein wenig besser zu gehen. Er hat Heute deutlich weniger Schleim auf der Lunge.

Die Lungenentzündung ist aber noch nicht besser, was ich eigentlich auch verstehen kann. Wenn man bedenkt, wie lange so eine Lungenentzündung dauern kann.

Sie wollen ihn jetzt noch weiter schlafen lassen, aber weniger tief. Er kann noch nicht selber atmen.

Es ist zu vermuten, dass er keinen Infarkt hatte.

Ich bin jetzt doch etwas zuversichtlicher, es hat uns jedenfalls bis jetzt noch keiner gesagt, wir sollen uns auf alles gefasst machen, oder was man sonst so zu hören bekommt.

Mir geht es viel besser und meine Mutter ist auch auf bestem Weg.

Ich habe ihr jetzt vorgeschlagen, dass wir ihn Morgen, spätestens übermorgen besuchen werden. Wir werden sicher Mundschutz tragen.

Sie hat die Ärztin gefragt, wegen dem Besuchen und die meinte, sie solle doch Morgen wieder anrufen, dann sähen wir weiter.

Vielleicht nimmt er es auch besser wahr, wenn er nicht mehr ganz so tief schläft.

Ich danke euch so sehr für euer Mitgefühl, das tut wirklich gut.

Cornelia 59, danke für deine Wünsche.

Es freut mich sehr, dass es deiner Mutter wieder so gut geht.

5 Wochen Narkose, sie scheint wirklich eine Kämpferin zu sein. Chapeau!

Ich hoffe sie hat noch ein langes gutes Leben vor sich und geniesst das Frühlingserwachen.

Vielleicht kann mein Vater auch bald die Sonne wieder sehen.

Die Ärzte, die an seinem Zustand schuld sind, würde ich am liebsten auf den Mond schiessen, oder im Hustensirup ertränken! Aber sein Hausarzt vergnügt sich ja momentan in den Ferien und wird wohl keinen Gedanken an ihn verschwenden.

C)ornleli~ax59


Die Lungenentzündung ist aber noch nicht besser, was ich eigentlich auch verstehen kann.

Das braucht seine Zeit, das siehst du ganz richtig.

Es ist zu vermuten, dass er keinen Infarkt hatte.

Wenn er einen Herzinfarkt gehabt hätte, dann wäre das auf seinem EKG, das ja die ganze Zeit auf dem Monitor neben ihm mitläuft, sichtbar geworden. Und der Monitor hätte lauthals Alarm geschlagen, die Ärzte wären gerannt gekommen!

Ich bin jetzt doch etwas zuversichtlicher, es hat uns jedenfalls bis jetzt noch keiner gesagt, wir sollen uns auf alles gefasst machen, oder was man sonst so zu hören bekommt.

Die sagen einem eher so Sachen wie "ist noch nicht über den Berg" oder auch "kritisch aber stabil". Frag mal nach Blutwerten, wenn ihr dort seid! Die Entzündungswerte, also Leukozyten und CPR, sind die, die euch am besten Auskunft geben, wie die Aktien stehen. Wenn die fallen, ist das auf jeden Fall ein gutes Zeichen.

Es freut mich sehr, dass es deiner Mutter wieder so gut geht.

5 Wochen Narkose, sie scheint wirklich eine Kämpferin zu sein. Chapeau!

Ich hoffe sie hat noch ein langes gutes Leben vor sich und geniesst das Frühlingserwachen.

Interessanterweise ist sie eigentlich nicht die große Kämpferin, jammert schon mal gerne. Aber irgendwie hat sie diese schreckliche Zeit geschafft, und die Reha, die fast noch schlimmer war, auch. Gerade letzte Woche ist sie 86 geworden, und zur Zeit genießt sie wirklich den Frühling!

Die Ärzte, die an seinem Zustand schuld sind, würde ich am liebsten auf den Mond schiessen, oder im Hustensirup ertränken! Aber sein Hausarzt vergnügt sich ja momentan in den Ferien und wird wohl keinen Gedanken an ihn verschwenden.

Das kann ich auch über die damalige Hausärztin meiner Mutter sagen. Die hat eine Woche vor der Krankenhauseinweisung den Husten meiner Mutter als harmlos abgestempelt, obwohl mein Bruder, der mit dabei war, schon große Bedenken hatte. Ich bin dann, als meine Mutter aus der Reha zurückkam, zu der Ärztin, um Rezepte für bestimmte Hilfsmittel zu holen und habe der Arzthelferin ganz nebenbei :=o ]:D erzählt, daß meine Mutter ja schon lange nicht mehr dagewesen wäre zu ihren regelmäßigen Pflichtterminen... und dann habe ich ihr erzählt warum und auch, daß das an einer von ihrer Chefin nicht erkannten Lungenentzündung gelegen hat. Der fiel das Gesicht runter. ]:D

HQudipfOuxpf1


Wenn er einen Herzinfarkt gehabt hätte, dann wäre das auf seinem EKG, das ja die ganze Zeit auf dem Monitor neben ihm mitläuft, sichtbar geworden. Und der Monitor hätte lauthals Alarm geschlagen, die Ärzte wären gerannt gekommen!

Er wurde am Freitag mit Verdacht auf Herzinfarkt und Lungenentzündung eingeliefert.

Aber uns wurde am Samstag gesagt, dass bei so einem Supergau, wie er ihn hatte, die Werte wie bei einem Infarkt seien und es sei nicht sicher ob er wirklich einen hatte.

Sicher könne man das erst mithilfe von Kontrastmitteln nachweisen.

Das würde im Moment aber die Nieren zu sehr belasten.

Er ist ja die ganze Zeit an die Geräte angeschlossen und die Herzlinie sah sehr regelmässig aus, als ich es gesehen habe.

Bin natürlich kein Arzt, aber bei meiner Mutter, damals nach ihrem Infarkt, sah es anders aus.

Die Blutwerte werde ich erfragen. Ich weiss nur, dass sie vom Sonntag auf Montag besser waren.

und dann habe ich ihr erzählt warum und auch, daß das an einer von ihrer Chefin nicht erkannten Lungenentzündung gelegen hat. Der fiel das Gesicht runter.

Da musstest du dich sicher beherrschen.... ]:D

I7ceLa|dy_5x0


Er ist ja die ganze Zeit an die Geräte angeschlossen und die Herzlinie sah sehr regelmässig aus, als ich es gesehen habe.

Das sagt leider nichts bzgl. eines Infarktes aus.

Aber wie gesagt, mach Dir darüber nicht so einen großen Kopf. Das ist offensichtlich aktuell sein geringeres Problem, selbst wenn es ein (nicht allzu großer) Infarkt gewesen sein sollte.

Weißt Du, ich denke, er wird zukünftig besser auf sich achten müssen und - wie gesagt - vielleicht ist dieser große Schuß vor den Bug heilsam für ihn.

H-u dei7pfuipfx1


Ja, das wird er müssen und dafür sorge ich!

Ab jetzt werde ich die Medikamente überprüfen, die er verschrieben bekommt.

Weshalb die Urologin erst eine Biopsie am Harnleiter machen wollte um dann in einem weiteren Schritt die Zubildung entfernen wollte und das nicht in einem mal hätte gemacht werden können, ist mir auch schleierhaft.

Aber das ist ja jetzt sowieso in weite Ferne gerückt.

Schlimm würde es für ihn, wenn er nicht mehr Motorrad fahren könnte. Aber jetzt muss er erst einmal wieder auf die Beine kommen.

S.chvntattDi-8


Mein Vati hatte damals eine Lungenentzündung, da hat er nur noch Blut gespuckt. Die haben ihm in Krankenhaus extra einen Eimer neben das Bett gestellt und meinten, dass er die Nacht nicht überleben wird. Da war ich 10. Die Lunge war komplett verklebt. Und dennoch haben sie es wieder hinbekommen, auch wenn er jetzt nur noch 50% Lungenvolumen hat.

Ich drücke die Daumen, das wird schon.

Csornel^iax59


Da musstest du dich sicher beherrschen.... ]:D

]:D

Ist mir ganz gut gelungen, das war ja schließlich nur die Arzthelferin, unschuldig an dem ganzen Schlamassel. Außerdem war das große Desaster zu dem Zeitpunkt schon 3 Monate her, ich war relativ ruhig und gelassen. Ich habe aber schon sehr deutlich merken lassen, wem ich die Verantwortung dafür zuweise!

I&ceLa,dy_x50


Guten Morgen :-)

Ab jetzt werde ich die Medikamente überprüfen, die er verschrieben bekommt.

Ja, aber er muss sie auch regelmäßig und zuverlässig einnehmen. Daher mein Vorschlag mit der Pflegestufe 1, wo dann eben täglich jemand kommt, die Medikation prüft, mal den Blutdruck misst, Zucker misst etc. und dann nen schönen Tag wünscht und wieder geht.

Das lässt ihm sein autarkes Leben total, ist nur eine Art Support und kann dann auch frühe Vorwarnzeichen aufzeigen.

H)udipkfupfx1


Habe mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat vorhin im Krankenhaus angerufen.

Diesmal hatte sie den "netten" Pfleger am Telefon.

Er sagte, es gehe meinem Vater gut und in dem Moment sagte er: "Oh, er sitzt grad auf dem Bettrand!"

Da fragte meine Mutter: "Ja ist er denn wach?"

Dann meinte der Pfleger: "Nein, noch nicht so ganz, die Augen fallen ihm immer wieder zu, aber er möchte gern...."

Dann musste er aufhängen um nach ihm zu sehen. Offenbar lassen sie ihn jetzt wach werden.

Naja, wie es mit der Lungenentzündung steht, ob er noch beatmet wird und den Tubus noch hat, weiss ich alles nicht.

Das hat sie dann nicht mehr gefragt.

Ich kann dort nicht anrufen, da sie nur eine Kontaktperson wollen und das ist meine Mutter.

Sie will ihn auch Heute noch nicht besuchen, weil es ihr nicht gut geht und alleine möchte ich auch nicht hin.

Morgen gehen wir auf jeden Fall am Nachmittag als Familie, inkl. mein Bruder und ich schreibe mir alle Fragen auf, die ich stellen möchte.

Über die Entzündungswerte, Lungenfunktion, Herzleistung, Nierenwerte etc.

Vielleicht fällt euch auch noch etwas ein, was ich fragen sollte.

H?udijpfuxp#f1


Ich habe jetzt selber nochmal angerufen. Man sagte mir, er ist soweit wach dass er die Augen öffnet wenn man ihn anspricht. Er hilft gut mit beim atmen ist aber immer noch intubiert. Das Antibiotika hat bis jetzt nicht angeschlagen und wurde gewechselt. Den Schleim hustet er selber nach oben und dann saugen sie ihn ab. Die Lungenentzündung ist also nicht besser bis jetzt, aber er arbeitet gut mit und alles kn allem geht es ihm etwas besser als vor zwei Tagen. Ich bin so fertig und habe Angst was mich Morgen erwartet wenn wir ihn besuchen...

I6ceDLa@dy_50


Ok, verstehe... Was genau macht Dir am meisten Angst vor der Situation morgen?

Wir kriegen das hier schon hin :)z

Quatsch Dich einfach aus.

Aus medizinischer Sicht ist Deine Erzählung absolut schlüssig. Dass er auf dem Bettrand saß, obwohl er intubiert und noch ein wenig sediert ist, zeigt einfach, dass er alte Strukturen abruft. Das geht auch Demenzkranken so, die dann an der Bushaltestelle sitzen, um zur Arbeit zu fahren, obgleich sie nicht einmal wissen, wo sie wohnen oder wo sie sind...

Dass er gut mitarbeitet ist ein sehr gutes Zeichen, weil das gegen eine cerebrale (Hirn-) Schädigung spricht. Denn die "Befehle", zu atmen, kommen aus dem Hirn - mal so ganz vereinfacht gesagt.

Die Menschen bewerten die Situation auf Intensivstationen unterschiedlich - manche sind verängstigt aufgrund der vielen Apparate und auch der Geräusche. Andere wiederum - und dazu gehöre ich - empfinden diese Umgebung als extrem beruhigend bei dem Wissen, was man alles Gutes damit anstellen kann.

Es ist eine Art geschützter Raum, in dem man alles Erdenkliche für den Menschen tun kann, der wiederum sich ganz in Ruhe erholen bzw. eben in Ruhe sein kann.

Vielleicht hilft Dir das ein bisschen :-)

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