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Brustbein von Keim zerstört / Brustbeinverplattung nach Herz-OP

tst912x3 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob hier irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, oder Tipps hat, wo man jemanden finden kann. Aber ich möchte hier einfach mal die unendliche Leidensgeschichte meines armen Vaters niederschreiben – vielleicht findet sich ja doch jemand im WWW der hier was zu berichten weis…

Part 1 --> Bypass-OP (Operation 1)

Angefangen hat alles mit einer Bypass-OP im Juni 2014 in einer Uniklinik in Deutschlands Mitte… Es wurde die Brustwandarterie verwendet, da mein Vater noch recht jung ist (Mitte 60) für solch eine OP und die Arterie länger hält als Adern aus Bein/Arm. Der Nachteil der Brustwandarterie ist allerdings, dass die Durchblutung im Brustbereich vermindert wird.

Part 2 --> Keiminfektion (Operation 2 - 4)

Nach 2 Wochen wollte die Wunde einfach nicht schließen und es kam immer weiter Sekret heraus, weshalb er nochmal operiert wurde und ihm eine VAC-Pumpe mit Schwamm eingesetzt wurde. Anschließend 1 x Schwammwechsel unter Vollnarkose, danach bei der insgesamt 4. OP wurde die Wunde wieder verschlossen. Es handelte sich dabei um einen Darmkeim (NICHT antibiotikaresistent).

Part 3 --> Weiterhin Keiminfektion (Operation 5 – 7)

Weitere 2 Wochen später wollte die Wunde auch diesmal nicht schließen -> erneute OP und nochmal VAC-Therapie (diesmal mit Spülfunktion). Das Brustbein wurde vom Keim stark angefressen :( Neuverdrahtung der Fragmente. Anschließend wieder 1 x Wechsel des VAC-Schwammes und mit der insgesamt 7. Operation wurde die Wunde wieder verschlossen mittels Omentumlappenplastik (Gewebe aus Darmgegend wurde hochgezogen, um die Versorgung im Brustbereich zu verbessern, um den Nachteil aus Nutzung der Brustwandarterie für Bypass auszugleichen). Der Brustmuskel wurde dabei zur Stabilisierung der Fragmente des Brustbeins verwendet und darüber genäht.

Zwischenzeitlich gab es noch weitere schwere Komplikationen wie Lungenentzündung und Pneumothorax (Luft unter der Lunge), weshalb dringend eine Lungendrainage notbehelfsmäßig geschoben werden musste. Selbst das Antibiotika ging mal aus (sowas passiert einer Uniklinik --> lächerlich)… Nach 10 Wochen Uniklinik war der Spuk nun vorerst vorbei…

Part 4 --> Brustbeinfragmente zerfallen weiter

In den kommenden Monaten stellte sich allerdings heraus, dass die Wunde nicht wieder verheilen wird. Es kam immer häufiger zu Knacken und stärkeren Schmerzen im Brustkorb. Nach 6 Monaten kam bei einer Untersuchung durch die Uniklinik die Aussage "Das Brustbein kann nicht zusammenwachsen – es ist nichts mehr da, was zusammenwachsen kann…". Nett, dass man uns das nach einem halben Jahr hoffen auch mal mitteilt. Man riet aufgrund der Verletzungsgefahr von Organen (Rippe bohrt sich in Lunge, etc.) zu einer erneuten OP.

Part 5 --> Operation 8: Titanplatten auf 3 Rippenpaare

Bei der erneuten OP wurden 3 Titanplatten auf 3 Rippenpaare aufgesetzt und mit den Rippen verpresst. Die Operation kommt alle 4 Jahre mal vor in der Uniklinik – meist wegen Knochenkrebs am Brustbein  meist erfolgreich… Vor nun ca. 6 Wochen lies mein Vater auch diese OP über sich ergehen. Allerdings anschließend mit starken Schmerzen. Nun kamen auch noch Opioide zum Einsatz Oxycodon 40 mg, worauf er starke Schwindelanfälle und Verstopfung bekam. Leider sieht es aktuell eher danach aus, als würden die Schmerzen eher stärker werden, als dass sie nachlassen :( Nach 6 Wochen alles andere als ein gutes Zeichen. Eine Stelle der Wunde schmerzt offenbar besonders stark bei gewissen Bewegungen. Ist auch ein bisschen verhärtet. Rötung ist allerdings keine Vorhanden. Knachken tut's immer noch in der Brust. Nun kommende Woche erneuter Termin in der Uniklinik zur Untersuchung. Wir befürchten weitere schlechte Nachrichten :(

Part 6 --> ???

Was tun die meinem Vater noch alles an in dieser Uniklinik? Erst sorgen sie für eine Keiminfektion, dann kollabiert die Lunge fast, dann löst sich das Brustbein auf, dann bekommen sie auch noch die Stabilisierung der Rippen nicht auf die Reihe! Ganz davon zu schweigen, dass das Ganze fürs Herz wohl auch nicht gerade gut ist… Nach 8 Operationen am Brustkorb sieht sein Oberkörper aus wie ein Schlachtfeld mit 2 großen Narben in Kreuzform, schief hängende Brustwarzen, etc. :‘O

Viele Grüße

MrT

Antworten
S:unflKower_x73 hat geantwortet


KEINE Klinik freut sich über eine Keiminfektion! Es ist nun mal ein Risiko, welches bei JEDER OP vorhanden ist, und manche Menschen haben Pech, so tragisch es im Einzelfall ist.

Die Folgen eines solchen Infekts zu beheben, ist schwierig und oft komplikationsbehaftet. Und das Brustbein ist nun mal speziell und der Eingriff eher exotisch. Das erhöht das Risiko von negativen Folgen. Ggf. hätte eine Aufklärung darüber deutlicher sein müssen. "Ersatzteile" sind nun mal nicht mit Original-Körperteilen gleichzusetzen. Es ist eine Notlösung, die im Keim-Kontext umso schwieriger ist.

Es steht Euch frei, die Klinik zu wechseln, wenn Ihr Euch dort nicht gut behandelt fühlt und die Behandlung nicht als Behandlung, sondern "dem Vater etwas antun" empfindet. Grundsätzlich ist in solchen Fällen eine Zweitmeinung NIE ein Fehler.

SFunflyower%_73 hat geantwortet


Nach 8 Operationen am Brustkorb sieht sein Oberkörper aus wie ein Schlachtfeld mit 2 großen Narben in Kreuzform, schief hängende Brustwarzen, etc.

Das ist tragisch, aber der Preis dafür, dass man bspw. die Infektion in den Griff bekommen hat (ist er eigentlich wirklich keimfrei im OP-Gebiet)?

Mit allem Verständnis und allem Respekt (und als jemand mit über 20 OP's in den letzten 15 Jahren): Das ist einfach so. Schönheitspreise gewinnt man nach OP's eher nicht und erst recht nicht nach wiederholten Eingriffen mit Komplikationen und v.a. VAC_Pumpe!

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