» »

Nach 5 Ablationen und unter Amiodaron noch immer Flimmern u. Ves

T[oUrsteQn xG. hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich schreib Euch mal meine Geschichte auf, finde einfach keine Ruhe mehr:

Ich bin 49 Jahre, männlich, 85 kg.

Hatte 2008/ 2009 drei Ablationen (2mal Pulmonalvenen und einmal Isthmus wg. Flattern),

Nach gut 5 Jahren ohne größere Rhythmusprobleme nun zw. Ende April 2015 und Ende Mai 2015 erneut zwei Ablationen (sollte atypisches Vorhofflattern sein), dazwischen Mitte Mai eine Kardioversion zwischen den Ablationen. Diese Kardioversion hielt nur Stunden, wurde 18.00 aus dem KH entlassen und 21.00 war der Rhythmus wieder weg.

Zum Entlassungs-EKG nach der 2. Ablation begann ein Vorhofflimmern.

Die Ärzte strömten nach den Ablationen geradezu Begeisterung aus, man hatte alles gemappt, die alten Ablationen nachkontrolliert, wäre alles noch in Ordnung und gegen das atypische Flattern eine Dachline gezogen, wobei man aber auch den linken Vorhof musste.

Sicherheitshalber wurde ich auf Amiodaron eingestellt, nehme täglich eine (200mg). Bisoprolol sollte ich absetzen, da zeitweise (NAchts) Bradykard.

Soweit so gut. Seit den Ablationen habe ich teilweise heftige Extrasystolen (meist VES) unter Bewegung zunehmend. Leider auch anfänglich mal kurze Phasen (so bis 3min) in denen der Puls wieder sprang. Nun aber, ca. 4,5 Wochen nach Ablation hatte ich vorgestern für ca. 3,5 Std. (ich hatte 2 Std. vorher 20min Rasen gemäht und war 5min im See baden) wieder Ruhepuls zwischen 130 und 150. Heute war ich einkaufen, habe 2 Getränkekisten ins Auto geladen und hatte anschliessend ca. 40 min einen ständig springenden Puls zwischen 85 und 165. Nun "nur" noch etliche VES, bis nachts dann besser. Geht aber mit dem Aufstehen wieder los.

Ich habe seit ich wieder zu Hause bin (27.05.) keinen Kaffee, keinen Alkohol, keinen grünen Tee getrunken, lebe möglichst ruhig und stressfrei. nehme 300mg Magnesium pro Tag. Leide nervlich sehr stark durch die vielen Erlebnisse und Rückschläge binnen der kurzen Zeit und die ständigen VES.

Es kann/ darf doch nicht sein, dass ich mit 49 nicht mehr 20 min Rasen mähen oder 2 Getränkisten ins Auto heben darf? Bin ansonsten laut Kardiologen herzgesund.

Frage 1: Hat jemand einen Tip was ich tun kann, geht es jemandem ähnlich mit hartnäckigen Rhythumsstörungen?

Frage 2. Können meine aktuellen Störungen (Flimmern, Flattern, ES) noch Nachwirkungen der Ablationen sein?

Danke und Gruß

Torsten

Antworten
Cnorn[eliax59 hat geantwortet


Was ich dir sagen kann: sieh zu, daß du von dem Amiodaron wegkommst! Meine Mutter hat das auch über Jahre genommen. Bewirkt hat es fast nichts.. ach ja, doch, es hat was bewirkt! Nämlich eine schwere Lungenentzündung, die ihr 5 Wochen künstliches Koma auf der Intensivstation eingebracht hat! Seitdem lebt sie trotz ihrer massiven Herzrhythmusstörungen (und sie ist auch sehr häufig bradykard) viel besser mit einem Betablocker. Das Amiodaron war übrigens nachweislich schuld, das Zeug hat als Nebenwirkung Lungenschäden, wir haben eine Gewebeuntersuchung veranlaßt, als der Verdacht damals zur Sprache kam.

B>ate!rx W. hat geantwortet


Das Amiodaron kann - meiner Info nach - die Schilddrüse belasten, was wiederum zu Herzrhythmusstörungen führen kann, und kann auch sonst diverse Nebenwirkungen verursachen.

Müsste alles in der Packungsbeilage stehen.

Ich würde die Packungsbeilage genau mit dem Arzt durchsprechen, der das Amiodaron verschrieben hat, und abklären, ob Du es unbedingt musst oder man dir etwas anderes verschreiben kann.

BCater rW. hat geantwortet


ob Du es unbedingt einnehmen musst...

TLorsteqn Gx. hat geantwortet


Danke für Eure Antworten.

Die Risiken des Amiodaron sind mir relativ bekannt. Der Plan ist eigentlich nur der, um wieder Ruhe hinein zu bekommen nach den heftigen Wochen im April/ Mai das Amiodaron für 3 Monate zu nehmen und dann wieder weg damit. Als es mir in 2008-2010 ähnlich ging haben wir das ähnlich gemacht, nur damals hat es funktioniert und ich war nach der Aufsättigungsphase ziemlich beschwerdefrei, übrigens für knapp 5 Jahre.

Gruss Torsten

IKceLa{dyx_50 hat geantwortet


Sprich Deinen Kardiologen (besser als den Hausarzt bei einer solch spezifischen Frage) auf Dronedaron an.

Es gibt noch mehr Antiarrhythmika außer Amiodaron, aber das muss der Kardiologe in Zusammenhang mit den anderen kardialen Befunden entscheiden.

T!orst`enN Gx. hat geantwortet


Ich hatte gelesen/ gehört dass Dronedaron doch nicht so wirksam ist, wie erwartet. Zwar deutlich weniger Nebenwirkungen, aber es soll auch schon zu Leberausfällen geführt haben.

Ist eben ein schwieriges Thema.

Ich hoffe ja, demnächst wieder ohne Amiodaron auszukommen. Wie gesagt sind nach 5 Ablationen (bin 49) die Optionen wohl nicht so zahlreich. Auf jeden Fall sollte erstmal das akute Problem gestoppt werden, ich war z.B. Ende April für 5 Tage bei Ruhepuls 150-160, das hätt ich nicht mehr lange ausgehalten.

IAceLad5yx_50 hat geantwortet


Ich hatte gelesen/ gehört dass Dronedaron doch nicht so wirksam ist, wie erwartet. Zwar deutlich weniger Nebenwirkungen, aber es soll auch schon zu Leberausfällen geführt haben.

Kann man so pauschal nicht sagen.

Und das Lesen im Netz fördert nicht immer das Zutrauen ;-)

Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben und wenn man sich überlegt, welche Tonnen an Paracetamol die Leute sich mal einfach so sehr leichtfertig einverleiben, muss man immer Kosten und Nutzen/Risiken abwägen.

Es gibt jedenfalls Alternativen zu Amiodaron und diese solltest Du mit Deinem Kardiologen besprechen.

T/ors\ten xG. hat geantwortet


Hallo,

ich ergänze noch mal.

Die Risiken des Amiodaron sind mir ziemlich bewusst.

Aktuelles Problem bei mir war binnen kurzer Zeit (1 Monat) mehrere Flatter- und Flimmerattacken, über Tage. Diese konnten nur gestoppt werden durch 2 Ablationen und eine Kardioversion binnen dieser kurzen Zeit. In dieser kurzen Zeit bin ich drei Mal über Rettungsstelle eingefahren. Das bringt (jedenfalls für mich) im Moment extreme psychische Belastung mit sich (Unruhe- und Angstzustände, Kliniktrauma). Um mich eventuell kurzfristig erst mal zur Ruhe zu bekommen (ich bin auch selbständig) der Plan mit dem Amiodaron für 3-4 Monate. Eine weitere Ablation in nächster Zeit ist nicht drin, wär dann auch die Nummer 6. Wenn sich bei mir alles beruhigt, wird das Amiodaron wieder abgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Moment mit anderen Medi's als Alternative probieren sollte, weil wenn das nix bringt, was dann?

Meine Frage ging eigentlich mehr in die Richtung, ob es hier jemanden gibt, der ähnliche Erfahrungen mit hartnäckigem Flimmern/ Flattern hat. Ich bin erst 49 und brauch eine Perspektive, die mich beruhigt.

Weitere Frage war, ob jemand Erfahrung hat, dass meine aktuellen Probleme (fast den ganzen Tag VES, mit stundenweisen Ausnahmen) und mehrere kurze Flimmerattacken noch nachfolgen von den Ablationen sein können, die letzte ist jetzt einen Monat und zwei Tage her.

Gruss Torsten

I~ce(Lad~y_50 hat geantwortet


Wenn sich bei mir alles beruhigt, wird das Amiodaron wieder abgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Moment mit anderen Medi's als Alternative probieren sollte, weil wenn das nix bringt, was dann?

Dann gibt es noch weitere Mittel. Und nochmal: sowas kann man nicht hier Forum entscheiden, sondern nur im Gespräch mit dem Kardiologen, weil dazu essentielle Vorkenntnisse bzgl. weiterer Erkrankungen etc. erforderlich sind. Warum sprichst Du nicht mit dem Arzt?! Warum teilst Du ihm nicht Deine Probleme - auch bzgl. der Ängste - mit?

Wenn Du auch fachlichen Rat willst und nicht nur von Betroffenen, so darf ich Dir sagen, dass es durchaus öfter vorkommt, dass nach einer Ablation noch solche Attacken auftreten. Hilfreich wäre eine Kombination mit Betablockern, die aber aufgrund Deiner nächtlichen Bradycardien abgesetzt wurden. An dieser Stelle könnte man überlegen, ob die Einnahme eines niedrig dosierten Mittels morgens nicht eine Alternative wären. Denn wenn ich Dich richtig verstehe, nervt Dich der Zustand vor allen Dingen tagsüber.

Jedoch solltest Du auch für entsprechende Entspannungsmaßnahmen sorgen. Du schreibst, Du seist selbständig beruflich; ich gehe davon aus, dass Du ziemlich "unter Dampf" stehst dadurch. Stress, zu wenig Schlaf usw. kann durchaus solche Episoden triggern. Am Wochenende oder in der Freizeit Dinge einsetzen, die Dir gut tun. Keinen Leistungssport, sondern Bewegung, die dann auch dafür sorgt, dass Du die ES bzw. Palpitationen nicht so stark wahrnimmst.

TMorstenx G. hat geantwortet


Danke IceLady :)^ ,

ein paar aufbauende Worte (egal ob Fachleute oder Betroffene) sind schon sehr wichtig für mich und helfen mir.

Den Gedanken mit dem Biso 2,5 morgens hatte ich auch schon. Hab in zwei Tagen Termin zum nächsten EKG, da sprech ich das mal an.

Ansonsten weiss meine Kardiologin, dass ich massig ES habe, waren auf dem LZ-EKG vor 10 Tagen auch drauf. Ich weiss, dass diese im Prinzip nicht gefährlich sind, nur mein VHF fing immer genauso an und ignorieren der ES schaffe ich deshalb nicht.

Meinen beruflichen Stress halte ich in Grenzen, mache nur das notwendigste (täglich 2-3 Stunden).

Mit Bewegung bin ich sehr vorsichtig (ängstlich?) geworden. Nach der Ablation Ende April habe ich Mitte Mai für ca. 3,5 Stunden Rasen gemäht, an dem Abend ging Vorhofflattern los bis es drei tage später per CV gestoppt werden konnte. Und meine "bescheidenen Bewegungen" letzte Woche hab ich ja schon beschrieben.

Hab morgen endlich auch einen Termin beim Psychologen. Der sagte, er könnte mir Übungen zeigen, damit ich die Erregungen besser in den Griff bekomme.

Danke nochmal und Gruss Torsten

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Blut, Gefäße, Herz, Lunge oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sportmedizin · Lungenkrebs


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH