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Frühe Entlassung normal?

KQJL2x005 hat die Diskussion gestartet


Hey ihr,

Ich hab da mal ne Frage.

Meine Schwester kam heute ins Krankenhaus wegen brust schmerzen.

Es wurde EKG gemacht und ein Blutbild.

Die Werte waren soweit ok bis auf erhöhte

Leuko, erhöht GTT und etwas erhöht Kalium.

Damit durfte sie wieder nach Hause.

Jetzt habe ich gelesen dass bei Verdacht auf Herz Geschichten die Werte erst nach einiger Zeit ansteigen.

Hätte sie also nicht entlassen werden dürfen?

Antworten
f/reefYaKlOl1


Hallo!

Also ich bin kein Arzt, aber in der Ausbildung zur Rettungssanitäterin & zufällig haben wir letztens darüber gesprochen.

Bei Herzgeschichten sind bestimmte (Herz-)Enzyme erhöht, u.a auch das Troponin.

Wurde das denn abgenommen?

Ansonsten wäre für mich persönlich das erhöhte Kalium (wie sehr erhöht?) und die Leukos definitiv ein Grund, sie ein paar Tage zu behalten um auch andere Dinge auszuschließen. Aber das denk halt ich persönlich..

wie wird sie denn weiter behandelt?

Ich hoffe, dass sie einen guten Hausarzt hat, der sie zumindest ambulant weiter betreut..vielleicht hat sie ja auch nur nen harmlosen Infekt, aber das weiß man halt nie und als Außenstehender schon gar nicht..

wünsch euch auf jeden Fall alles Gute!

LG

K)JL20x05


Danke für die Antwort.

Ja, die Enzyme wurden abgenommen, alle im Normbereicht. Nur habe ich gelesen dass sie bei einem frischen Infarkt zum Beispiel erst später in die Höhe schießen.

Das Kalium ist minimal erhöht 0,2 mehr als "normal" aber auch noch unter 5.

Sie ist täglich bananen :-)

Der arzt hat zu ihr gesagt sie soll entzündunghemmende mittel zum beispiel ibo nehmen und dann das blut nochmal kontrollieren lassen. wird der schmerz in einigen tagen nicht besser soll sie zum HA.

H4absc3hAua


Hätten sie also nicht entlassen werden dürfen? - Jein.

Grundsätzlich kann man zwar sagen, dass man das EKG und die Blutwerte nach einem Zeitfenster von 6-8 Stunden wiederholen muss, um sicher zu sein, dass kein Herzinfarkt vorliegt.

Bei den Infarktmarkern kommt es auf den jeweiligen Typ und die Aussagekraft an (so steigen z.B. Myoglobin und GPBB innerhalb der ersten Stunde). Ein "neuer" Troponin-T-Hochsensitiv Test kann innerhalb der ersten Stunde einen Myokardschaden nachweisen (wird in relativ vielen Kliniken verwendet).

Erhöhtes Kalium und unter 5 mmol/l - eher in Richtung hoch normal. Erhöhte Leukozyten können vielerlei Ursache haben, ich gehe davon aus, dass man in der Notaufnahme die Temperatur gemessen hat, auch kein zwingender Grund.

GTT sagt mir jetzt nichts, vielleicht GOT, oder GPT

KIJL2E005


HabschAua

von Myoglobin und GPBB steht auf dem Zettel nichts .

IN der Notaufnahme wurde keine Temperatur gemessen.

GTT habe ich mich verschrieben, ist GGT, glaube das ist Leber, leicht erhöht.

Also kann man jetzt nicht ausschließen dass sie einen Infarkt hatte und hätte dableiben müssen?

Hqabsch\Aua


Ja - GGT, oder Gamma-GT ist der Leberwert, kann durch vieles erhöht sein (Alkohol, Übergewicht, Hepatitis usw.)

Wenn Sie jetzt immernoch Beschwerden hat, dann könnte sie nochmal vorstellig werden, ansonsten kann ich das nicht beurteilen.

Steanet%7or


In so eine entscheidung fließen viele Faktoren ein, prä-test Wahrscheinlichkeit, Risikoprofil, klinische Präsentation und Laborwerte.

Hier jetzt zu spekulieren, bringt nichts, dafür gibts zu wenig Infos.

Gruß

KwJL2F00x5


Ich schreibe euch einfach mal den Text ab, vielleicht könnt ihr damit was anfangen.

Vorstellung mit 4 Tagen bestehenden, stechenden linksthorakalen Schmerzen. Lageabhängig sowie bei tiefer Inspiration. Diffuse Ausstrahlun, keine AP, keine Dyspnoe, kein Husten. In der körperlichen UNtersuchung leichter Druckschmerz li Thoraxpertur. Cor rhytmisch, rein. Pulmo frei. Im EKG kein Hinweis aud eine myokardiale Ischämie oder rechtsherzbelastung. Laborchemisch leuchte Leukozyten, kein CRP, Trop. unauffällig..

Die Beschwerden scheinen a.e. im Rahmen einer PLeuritis erklärt, differentialdoagnostisch bliebe eine muskuloskelettale Genese zu bedenken. Wir empfehlen eine analgetische Therapie mit Iboprofen für einige Tage und empfehlen eine Kontrolle der Infektparameter im Verlauf.

Bei Befundverschlechterung kann eine Wiedervorstellung jederzeit erfolgen.

HlabvschAuxa


Ok - gehen wir den Befund nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip durch. Deine Schwester stellt sich mit stechenden, linksthorakalen Schmerzen vor, welche seit 4 Tagen bestehen - standardmäßig EKG und Blutwerte (einschließlich Troponin, hier kann man sagen, dass eine Kontrolle reicht, da die Beschwerden schon älter sind) - das EKG und die Blutwerte zeigen keine Auffäliigkeit hinsichtlich einer Beteiligung des Herzens - dann bleiben noch andere Organe übrig. Kein Husten, eine Luftnot und auskultatorisch (durch Abhören) kein Hinweis auf eine Lungenembolie (deswegen auch explizit "...kein Hinweis auf eine...Rechtsherzbelastung" erwähnt), kein Hinweis auf eine Bronchitis usw. Die Schmerzen enstehen, oder werden schlimmer bei der Inspiration, also kann man davon ausgehen, dass es entweder direkt, oder indirekt mit der Lungen zusammenhängt, hier kann man sagen, da das CRP (C-Reaktives Protein, Entzündungsmarker) negativ kann man davon ausgehen, dass kein fulminanter bakterieller Entzündungsherd vorhanden ist, demnach könnte man eine bakterielle Lungenentzündung ausschließen, bleibt also noch die Muskulatur, das Skelettsystem, oder das Pleura - beachtet man jetzt die Erhöhung der Leukozyten kann man an der Theorie der Entzündung (vermutlich viral bedingt) ausgehen und stellt die Verdachtsdiagnose Pleuritis (da keine CRP vorhanden ist, jedoch die Leukos erhöht, erhärtet das den Verdacht einer viralen Pleuritis, hier wird analgetisch (schmerzlindernd), antiphlogistisch (entzündungshemmend) und antipyretisch (fiebersenkend) therapiert; Ibuprofen trifft auf alle drei zu) - da man sich natürlich nicht 100% sicher sein kann, bleibt ein Restverdacht auf eine muskuloskelettale Ursache - Es wird vorgeschlagen beim Hausarzt die Infektparameter (Leukos / CRP usw.) weiterhin zu kontrollieren.

HQabscVhAua


Korrektur: *keine Luftnot* / *der Lunge* / - Gibt es eine Editierfunktion?

BGeniHtaB.


... und ein erhöhter Kaliumwert kann auch dadurch entstehen, dass bei der Blutabnahme bei vielleicht auch einer schlechten Vene gequetscht wurde. Manche Röhrchen sind nach dem Schleudern so hämolytisch, dass der Wert glattweg von jemandem stammen könnte, der längst tot sein müßte.

Mit anderen Worten: Abnahmefehler wäre auch noch möglich. Man müßte die Abnahme wiederholen.

Und nach 4 Tagen Herzinfarkt sähen die Werte auch anders aus....

Und wenn man beim Atmen Schmerzen hat, kann das auch durch einen blockierten Wirbel kommen. Da denkt man, man hat einen Herzinfarkt pur. Ganz gemeiner Schmerz....

Erhöhte Leukozyten (wieviel den überhaupt) können auch durch was anderes ausgelöst werden. Erkältuung, NNH etc.

Einfach die Blutabnahme wiederholen lassen beim Internisten oder Hausarzt, vielleicht mal den Orthopäden aufsuchen.

tVhe-ca%ver


Vorstellung mit 4 Tagen bestehenden,

Trop. unauffällig

4 Tage Beschwerden ohne Enzym- bzw. Troponinanstieg schließt einen Herzinfarkt oder eine instabile AP aus.

stechenden, linksthorakalen Schmerzen vor

Infarkt oder Angina-pectoris-Schmerz ist normalerweise eben *nicht* stechend

Lageabhängig sowie bei tiefer Inspiration

spricht ebenfalls nicht für einen Herzinfarkt. Die Atemabhängigkeit hat man zwar auch bei einer Lungenembolie, aber

keine Dyspnoe, kein Husten

und

Im EKG kein Hinweis aud [...] rechtsherzbelastung

schließt eine Lungenembolie weitgehend aus.

Im EKG kein Hinweis aud eine myokardiale Ischämie

Also auch das unauffällig.

Das erhöhte Kalium wird nicht mal erwähnt, weil der Kollege es zu Recht als unbedeutend eingestuft hat (erhöhtes Kalium bei normaler Nierenfunktion ist praktisch immer ein Abnahme- bzw. Transportfehler, von bestimmten Sonderfällen mal abgesehen).

Mit anderen Worten: Eine Frau mit Schmerzen im Brustkorb kommt ins krankenhaus. Weder klinisch noch labortechnisch noch EKG-mäßig spricht irgendetwas dafür, dass es vom Herz kommen könnte. Also geht sie wieder heim. Völlig normal und Alltag in jeder internistischen Notaufnahme. Es ist weder nötig noch möglich, die Leute alle stationär aufzunehmen, das sind nämlich ziemlich viele.

K`JL2j005


Erstmal danke für eure Antworten.

Leider wurden ihre Schmerzen am Freitag schlimmer so dass sie erneut ins Krankenhaus kam und diesmal stationär aufgenommen wurde.

Der Oberarzt der am Samstag für die Neu Zugänge zuständig war, geht von keiner Pleuritis aus.

Allerdings hat er auch keine Vermutung.

Er hat Langzeit und Belastungs EKG angeordnet, aber das startet alles erst ab morgen.

So langsam mache ich mir doch schon Gedanken was sie denn haben könnte.

Man hat ja leider schon ab und an gelesen dass Leute unauffälliges Labor und EKG hatten, aber trotzdem ein Herzinfarkt oder ähnliches vorlag.

tyhe-camver


Ich würde bei diesem Beschwerdebild ja eher einen Physiotherapeuten konsultieren als einen Kardiologen...

KtJLW200x5


@ the-caver,

sie hat ja keinen Kardiologen konsultiert, sondern ihr Arzt hat gesagt sie soll damit ins Krankenhaus

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