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Welches Mittelchen darf´s denn sein? Blutgrinnungshemmer gesucht

M_otzoenderZHund hat die Diskussion gestartet


Servus!

Also, mein Hausarzt möchte mich von Marcumar auf Padaxa umstellen.

Mein INR schwangt seit beinahe einem Jahr sehr stark und ich bekomme ihn eher selten höher als 2,4. Ich muss deutlich mehr Tabletten schlucken, oftmals eine Einzeldosis von 1,5-2 Tabletten um ihn hoch zu kriegen.

Ist er mal oben, bleibt er es nicht lange. Und rutscht oft wieder auf 1,7 oder auch mal 1,4.

Auf Dauer keine Lösung.

Jetzt sitz ich hier und hab meine erste Packung und einen bomben INR von 2,8 (mein Zielwert und sicher schon gute 8 Wochen nicht erreicht).

Ich bin sehr unsicher. Mein Hausarzt weiß um meine Bedenken.

Ich habe Angst vor Medikamenten und es fällt mir schwer, welche zu nehmen.

Wenn mein INR unter 2 fällt, soll ich mit der Einnahme von Pradaxa 2x 150mg (m/a) beginnen und mir geht jetzt schon die Klammer.

Ich habe Angst vor Nebenwirkungen.

Angst, davor nicht zu wissen, was es in meinem Blutgerinnungssystem so anstellt und ob ich auch geschützt bin. Ich seh die Wirkung ja nicht und woher weiß ich, dass das Mittel seine Arbeit gut macht, oder ob etwas passiert?

Ich hab in der Apotheke nachgefragt, leider hatten die keinen Plan. Was darf ich mit Pradaxa nicht nehmen? Darf ich wieder alle Medis nehmen oder ist es auch wie bei Marcumar, dass ich aufpassen muss?

Brauch ich für dieses Mittel ebenfalls einen Ausweis in meiner Brieftasche?

Wer nimmt Pradaxa und kann mir berichten wie die Eingewöhnung war? Bekommt man auch Haarausfall, Übelkeit, Magenprobleme?

Weiß jemand, wie dieses Mittel wirkt?

Antworten
B:ateZr W.


Nebenwirkungen, Risiken und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind der Pradaxa-Packungsbeilage zu entnehmen.

M"otzernderHuxnd


Nützt mir nix.

Da steht nicht dabei, wie es einem damit ergangen ist.

M'otzJe}nderHxund


Nimmt niemand Pradaxa?

kUatha>2x6


Hallo,

mein Vater nimmt seit mittlerweile zwei Jahren Pradaxa. Er wurde von Marcumar umgestellt, da er Probleme mit der Leber hat und Pradaxa da besser verträglich sein soll.

Er hat davon - außer einer Menge blauen Flecken - keine Nebenwirkungen, auch keine Magenprobleme, die er mit Marcumar sehr wohl hatte. Zum Haarausfall kann ich nix sagen, mein Vater hatte schon lange bevor er mit Pradaxa begonnen hat keine Haare mehr ;-)

Wie es wirkt, kann dir sicher dein Arzt erklären, ganz kurz gesagt: es blockiert die Wirkung des Thrombin, sodass Fibrinogen nicht mehr in Fibrin umgewandelt wird, außerdem hemmt es die Thrombozytenaggregation, also die Verklumpung der Blutplättchen.

Der größte Komfort ist natürlich, dass keine ständige Kontrolle der Gerinnung notwendig ist und die Dosis immer gleich ist. Mir wäre auch nicht bekannt, dass es Menschen gibt, bei denen Pradaxa nicht wirkt, also darauf kannst du dich schon verlassen. Auch fallen bei Pradaxa die Essensregeln weg.

Der größte Nachteil ist, dass es im Gegensatz zu Marcumar kein Gegenmittel für Pradaxa gibt. Zwar ist das Blutungsrisiko bei Pradaxa nicht höher als bei Marcumar, aber durch das fehlende Antidot kann es im Falle eines schweren Unfalls zu unstillbaren Blutungen kommen und zum Tod führen. Daher musst du auch nach wie vor einen Ausweis in der Brieftasche dabei haben. Wenn du z.B. eine Sportart ausübst, wo das Verletzungsrisiko eher hoch ist (Mountainbiken, Skifahren, alle Kontaktsportarten etc.), solltest du nochmal mit deinem Arzt darüber sprechen, ob das Risiko zu vertreten ist, wenn du nicht bereit wärst, darauf zu verzichten.

Wichtig ist, dass vor Beginn und laufend während der Einnahme die Nierenwerte überprüft werden, da man bei einer verringerten Nierenfunktion Pradaxa nur sehr vorsichtig und in reduzierter Dosis einsetzen darf. Niereninsuffizienz kann bei EInnahme von Pradaxa das Blutungsrisiko massiv erhöhen, da Dabigatran über die Nieren ausgeschieden wird und es zu einer Anreicherung des Wirkstoffs im Körper kommen kann.

Bei Medikamenten musst du natürlich aufpassen, das hätten die dir in der Apotheke aber auch eigentlich erkären muss, wenn du danach fragst. Insbesondere darfst du nichts nehmen, was zusätzlich noch eine gerinnungshemmende Wirkung hat, also kein Aspirin, aber auch kein Ibuprofen oder Voltaren, weil diese sehr auf den Magen schlagen und die Gefahr von Magenblutungen steigt. Paracetamol ist okay. Auch darfst du kein Johanniskraut nehmen. Das ist das, was freiverkäufliche Arzneimittel betrifft, es gibt noch mehr Medikamente, die wechselwirken, die sind aber verschreibungspflichtig und dein Arzt weiß ja Bescheid über das Pradaxa.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.

TmorRyx80


Mein Vater hatte mit Marcumar angefangen, wurde dann von einem anderen Arzt auf Pradaxa umgestellt, und dann von wieder einem anderen Arzt sofort wieder auf Marcumar.

Die Argumente des aktuellen Arztes waren einmal, wie katha26 auch schon schrieb, dass es kein Gegenmittel gibt. Was, wenn man aus irgendeinem Grund (Unfall z.B.) sehr stark blutet und die Blutung nicht stoppen kann?

Des weiteren war Pradaxa dem Arzt zu heikel, weil es noch zu neu sei und es keine Langzeiterfahrungen gebe. Da sei Marcumar einfach erprobter.

Vom Befinden her ging es meinem Vater unter beiden Medikamenten gut. *:)

MFotzpende+rHunxd


:-D Vielen Dank an euch.

Ein bisschen beruhigter bin ich schon :-D

Also ich muss lebenslang Gerinnungshemmer nehmen. Marcumar war da das Mittel der Wahl, ich vertrag es aber nur einigermaßen gut. Ich hab viele Magenprobleme damit, Blauflecken, die teilweise nicht mehr verschwinden. Haarausfall nach jedem Absetzen und es schwankt stark. Zwar bekomme ich nur selten Thrombosen, bei schlechten Werten, aber unter Marcumar bekam ich sie trotzdem schon.

Es gibt übrigens seit dem 25.9 ein Antidot, deswegen stellt mich mein Hausarzt auch um. Es wirkt innerhalb von Minuten und eigentlich kommt es schon zum Einsatz, laut seiner Aussage.

[[http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55153]]

Hier mal einen Artikel dazu.

Ich vertrau ihm da blind, aber er weiß auch, dass ich sehr ängstlich bin.

Eine wirkliche Langzeitstudie gibt es ja nicht wirklich und was sind schon drei Jahre Einnahme? Ich nahm Marcumar nun 5 und hatte davor überhaupt keine Probleme mit dem INR.

Für mich ist es ein Graus nicht zu wissen, wie es wirkt. Sprich die Erfahrung, beim Marcumar konnte ich anhand vom INR ja abschätzen was "gefährlich" ist und was nicht. Und bei Marcumar wusste ich auch, dass es so schlimm gar nicht blutete, wenn ich mich geschnitten habe. Auch wenn ich meine Probleme damit habe, konnte ich mich drauf verlassen. bei Pradaxa ist mir alles zu neu. Ich weiß nicht mit was es sich beißt. bei Marumar vertrug ich manche Lebensmittel einfach nicht mehr, dann hab ich sie nicht gegessen und gut. Da muss ich wieder ausprobieren, aber als Angsthasse eine schwer zu ertragene Situation für mich, deswegen sind mir eure Erfahrungswerte so wichtig. Einfach, dass ich ungefähr weiß, was auf mich zu kommt.

Mein INR steigt aktuell, weil ich eine Erkältung ausbrüte, jedes Mal wirkt es stärker, aber er bleibt nicht lange stabil. Ich rutsch gern mal über 3, sodass ich pausieren muss, leider ist er dann instabil und rutscht innerhalb 2 Tagen, dann oft unter 2. Es ist eben wie es ist momentan.

Geht nicht mehr so weiter. Nur, kann ich mich drauf verlassen, dass nichts die Wirkung von Pradaxa verstärkt? Das ist ja das was ich meine. Eine Erkältung lässt den INR steigen, verstärkt eine Erkältung auch Pradaxa? Da bekomme ich es ja nicht einmal mit.... %:|

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