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Künstliche Beatmung? Grenzen?

ozska9rosk%ar hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum,

Ich habe eine Frage. Ich thematisiere zur Zeit die künstliche Beatmung.

Natürlich ist die künstliche Beatmung eine tolle medizinsche Entwicklung, aber natürlich wird auch oft Kritik laut.

Meine Frage findet ihr diese Kritik gerechtfertigt? Wo liegen für euch Grenzen?

Von meiner Seite aus gibt es von der Technologie aus keine Grenzen. Aber wie seht ihr es moralisch oder ethisch?

Antworten
DEasWalrWoxhlNix hat geantwortet


Also ich bin der Meinung, dass man sowas, auch um den Willen der Angehörigen, vorher abklären sollte. Meine Frau weiß ganz genau, wie ich zu dem Thema denke und es gibt auch ein Dokument, dass meinen Willen für einen solchen Fall klar darlegt. Die Problematik liegt nicht in soll man oder soll man nicht, die Problematik liegt eher in will die Person das oder will die Person das nicht. Daher finde ich, sollte man das bevor ein solcher Fall eintritt klar abregeln. Es ist ein scheiss gespräch und niemand macht sich gerne Gedanken hierüber, aber gerade für die Angehörigen ist das eine große Belastung die abgenommen wird. Ich erinnere mich hierzu an den Tod meines Großvaters, als die Kinder gefragt wurden, was jetzt passieren soll. Ich habe für mich abgesteckt, dass wenn die Ärzte sagen, dass es sowieso nixmehr wird, dass abgeschaltet wird, spätestens aber nach zwei Wochen, sollten die Ärzte keine Ansage machen, dass ich definitiv wieder aufwache...

Was ich moralisch nicht vertretbar finde ich Menschen über Monate oder Jahre wie ein Gemüse hinvegetieren zu lassen. Das ist aber nur meine Meinung und kein "mach das so oder du bist ein böser Mensch".

b2eetloejVuic\e2x1 hat geantwortet


Kannst du das näher einschränken?

Bei Koma etc sähe das für mich ganz anders aus als bei ner muskelatrophie z.b.

ovskParosgkgar hat geantwortet


Ich rede davon, wenn man über längere Zeit beatmet wird (also auch künstliches Koma,ist ja klar) und jede Aussicht auf Besserung nicht gegeben ist. Also nicht Kurzzeitbeatmung sondern Langzeitbeatmung. Und dazu stehe ich auch sehr kritisch gegenüber. Ich denke auch,dass gewisse Kritik bzw. es gewisse Grenzen gibt, jedoch würde man diese umgehen, wenn man vorher mit der Familie abklärt, was mit einem im Ernstfall passiert. Patientenverfügungen etc..

bAeetlePjuicxe21 hat geantwortet


Was ist zb mit Krankheiten. . Da wird nix besser es ist immer schlimmer aber zb ist man geistig fit, würde nur ersticken. Das ist ja völlig anders als Koma und eh nichts mehr mitkriegen.

Ich finde daher eine pauschale Aussage schwer. Ich hab ne patuentenverfügung. Das finde ich wichtig denn ich möchte für keinen diese Entscheidung fällen.

PEla;cekbo0x90x6 hat geantwortet


Als Tipp für Patientenverfügungen.. macht die bitte nicht mit eurem Hausarzt, sondern wenn möglich mit einem Arzt aus dem Intensivmedizinischen Bereich.. bzw. besprecht zumindest die für euch wichtigsten Szenarien mal mit einem Intensivmediziner durch..

Hausärzte dürfen zwar solche Patientenverfügungen mit euch ausfüllen sowie euch eben gewisse Fragen beantworten, allerdings sind sie eben oft im Intensivmedizinischen Bereich nicht wirklich up to date, und so können Situationen für Laien nochmal schwerer einzuschätzen sein, und werden vl. falsch beurteilt.

spätestens aber nach zwei Wochen, sollten die Ärzte keine Ansage machen, dass ich definitiv wieder aufwache...

Das ist für mich ein Beispiel, dass hier (sorry wenn Ichs jetzt mal so ausdrücke), mit sehr wenig Informationen darüber nachgedacht wurde, wann welche Maßnahmen noch Sinn machen oder nicht.. innerhalb von 2 Wochen nach einem schweren Trauma, gerade zb mit Hirnblutung etc. wäre es fahrlässig von einem Arzt würde er eine Aussage dahingehend treffen ob du definitiv wieder aufwachst oder nicht ;-)

da spielen so viele Faktoren eine Rolle, und jede Situation ist da sehr individuell…

Prinzipiell find ich Patientenverfügungen gut, seh sie aber dennoch kritisch weil das System wie sie momentan verfasst und gültig werden einfach zu wenig informativ ist..

ogskahrioskxar hat geantwortet


Ich finde Patientenverfügungen einerseits gut. Allerdings denke ich nämlich auch,dass Patientenverfügungen meist sehr oberflächlich verfasst werden. Zudem ist es auch notwendig seine Verfügungen immer wieder zu erneuern. Allgemein denke ich, dass Vorverfügungen ausschlaggebend sein können ,um ggf. Kritik bzw. Konflikten aus dem Weg zu gehen. Eines ist für mich aber klar. Die Technologie setzt der Medizin keine Grenzen. Zumindest in der Beatmungsmedizin. Allerdings bin ich der Auffassung, dass die Technologie die Ursache dafür ist, dass man sich mit diesem Dilemma auseinandersetzt. In der Medizin ist eben nicht alles vertretbar, was möglich ist. Ethische und moralische Aspekte sind nicht von der Hand zu weisen. Ich positioniere mich definitiv so, dass die Beatmungsmedizin sehr positiv zu bewerten ist. Die Möglichkeiten, die es mittlerweile gibt, sind bewunderswert und bereichern die medizinische Versorgung.

Zum Thema Grenzen positioniere ich mich eben so, dass es eine allgemeine Antwort nicht möglich ist. Es ist eine Fallbetrachtung unumgänglich. Verfügungen und Verantwortungsübernahme innerhalb der Familien sind dabei von großer Relevanz. Man kann nicht in irgendwelche Fälle hineindiskutieren, wenn man nicht selbst betroffen ist. Das ist für mich eher eine ethische bzw. moralische Grenze die man überschreitet.

Ist meine Auffassung dazu gerechtfertigt bzw. nachvollziehbar?

P=l,acebso090x6 hat geantwortet


Das ist für mich eher eine ethische bzw. moralische Grenze die man überschreitet.

Auch da würde ich wieder sagen, kann man nicht klar definieren ob und wann man diese Grenzen überschreitet..

Auch ethische und moralische Grenzen finde ich sind für jeden Fall individuell neu zu bewerten und zu ziehen, wenn man sie denn überhaupt ziehen kann (meisten liegt da ja eben das Problem)

Aber das siehst du ja selbst auch so, dass keine allgemeine Antwort möglich ist.

Was stimmt, die Technologie per se setzt der Medizin erst mal wenig Grenzen, bis keine.. (nicht nur in der Beatmungsmedizin)

Rein theoretisch wäre es ja möglich einen Menschen ewig zu beatmen.. wenn man mal nur von der technologischen Seite ausgeht.. Praktisch gesehen funktionierst halt so einfach dann auch wieder nicht und gerade Viren, Bakterien und Pilze schränken dann die theoretischen Möglichkeiten wieder ein ;-) und wenns keine "externen" Organismen sind, ist ja auch der Menschliche Körper irgendwann doch "endlich"..

Ist aufjedenfall ein schwieriges und sehr individuelles Thema, aber auch sehr interessant ;-)

bzeeGtlejuqicex21 hat geantwortet


Auch beatmung hilft in vielen Fällen nicht wenn der Körper einfach kaputt ist... es gibt Lungen da geht nix mehr rein oder wenn doch dann funktioniert der gasaustausch nicht mehr... mit ner rein maschinellen pumpe ist da nichts gewonnen.

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