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Generalvollmacht vs. Betreuer

N acxty hat die Diskussion gestartet


Ich hoffe, dass ich hier richtig bin mit meinem Thema.

Ertmal kurz zur vorgeschichte.

Meine Mutter (60) hatte letztes Jahr im April einen Herzinfarkt. Das war so schrecklich. Sie hatte glück im unglück. Sie war in der Klinik weil sie dort einen Termin beim Pneumologen hatte (da geht sie alle paar monate zur Lungenfunktionsprüfung hin). Jedenfalls war die Untersuchung fertig und sie hat im Wartebereich auf ihre Papiere gewartet. Und dann plötzlich wird sie Bewustlos und hat einen Herzstillstand. Sie wurde vorher gründlichst untersucht, und ihre Blutwerte waren. topp..

Ich hatte zwei Tage vorher mit ihr gestritten und bin zwei tage nicht ans telefon gegangen wenn sie angerufen hatte. Dann kam plötzlich der Anruf von meiner Schwester dass meine Mutter kanpp 40 min reanimiert wurde und nun im KOma liegt. Ich dachte wirklich das wär ein böser scherz. Ich wurde dann in die klinik gefahren weil ich keine Kraft in den Beinen hatte um selber zu fahren.

Dort angekommen sagte man uns dass man nicht weiss ob meine Mutter überleben wird. Sie hatte einen hinterwandsinfarkt der sehr stark war und man hat keinen Druck aufbauen können. Dann bekam sie am selben Tag noch ein Stand. Und nochmal herzstillstand, nochmal kurze reanimation... Dann wieder keinen Druck aufbauen können... Nach zwei Tagen hatte sie ein komplettes Organversagen. Man hörte keine Darmgeräusche... und sie musste notopperiert werden weil sie einen Ilius hatte... Dann begannen die zwei härtesten wochen meines lebens... Ein auf und ap erlebten wir (meine drei geschwister und ich) ... dann endlich hatte sie nach zwei wochen konstanten Druck, man holte sie vom koma raus. Sie brauchte bis sie wieder bei sich ist. hatte zwischenzeitlich ein Durchgangssymdrom (Dachte mein Bruder wäre Jesus) und jetzt nach einem Jahr ist sie wieder fast die alte... naja fast ist relativ. Sie ist ziemlich vergesslich.. aber körperlich hat sie nichts.. das ist wirklich ein wunder...

Jetzt zu meiner Frage. Ich habe seit dem sie aus dem Koma raus ist all ihre sachen erledigt. Bank/ Miete, usw... hab dann als sie zur kur entlassen wurde eine Generalvollmacht die ich aus dem Internet habe unterschrieben lassen. Und damit arbeite ich bis heute all ihre sachen ab.

Hab aber gleichzeitig einen Betreuer antrag den ich dann übernehmen werde ausgefüllt.

Jetzt sagt das Betreueramt dass ich ja eh die Generalvollmacht hätte und diese eigentlich stärker vom gewicht ausmachen würde wie einen Betreuerschein. Auserdem müsste ich als betreuer jedes Jahr einen Bericht schreiben (was mir bewusst ist und eigentlich kein Poblem für mich darstellt)

Jedenfalls meinen die ich soll den Betreuer nicht machen.

Jetzt kommt noch hinzu dass viele Ämter einen Notariell beurkundete Vollmacht von mir haben möchte.. ABER meine mutter zählt nur noch teilweise als geschäftsfähig... Es wurde jetzt ein Einwilligungsvorbehalt beantragt. Dh. sie wäre Geschäftsunfähig... Das klingt schrecklich ich weiss aber sie macht geschäfte was ihr wirklich schadet.

Und das geht nur wenn sie einen Betreuer hätte.

Jetzt ist die Überlegung ob nur dieser Vertragsteil an mich als Betreur abgegeben wird und der rest mit der Generalvollmacht abgedeckt wird..

Langer Text sorry ich hoffe wirklich dass jemand sich damit auskennt und mir vielleicht einen Rat geben kann.

Antworten
tihe-c!avexr


Nein, das ist nicht das richtige Unterforum - das ist ja eine Frage zur Betreuung und nicht zum Herzinfarkt. Aber ich versuchs trotzdem mal:

Eine Vollmacht muss nicht notariell beurkundet sein (wenn ich mich richtig erinnere, gibt es Ausnahmen nur bei Grundstücksgeschäften). Aber möglicherweise hat mal jemand aufs Datum der Vollmacht geschaut und bezweifelt jetzt deren Wirksamkeit - und zwar zu Recht. Denn:

hab dann als sie zur kur entlassen wurde eine Generalvollmacht die ich aus dem Internet habe unterschrieben lassen.

ABER meine mutter zählt nur noch teilweise als geschäftsfähig...

Deine Mutter ist momentan also nicht in der Lage, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Dann vermute ich mal, dass es vor der Reha nicht unbedingt besser war. Mit anderen Worten: Möglicherweise hat sie nicht in vollem Ausmaß begriffen, was sie da unterschreibt. Zumindest wird das jeder behaupten können, der irgendwann mal mit einer Entscheidung von dir nicht einverstanden war. Gerade falls es irgendwann mal um finanzielle Dinge geht (Wohnungsauflösung, wer kriegt was, wie wird Geld angelegt oder irgend so was) kann es ja auch mal juristische Auseinandersetzungen geben. Und ich vermute stark, dass ein gegnerischer Anwalt das Problem mit dem Zeitpunkt der Vollmacht sehen und deren Wirksamkeit bestreiten wird.

Natürlich hat der Mensch vom Gericht erst mal Recht, wenn er sagt, dass die Vollmacht weitreichender ist als die Betreuung (bei der Betreuung musst du ja manche Dinge immer noch vom Gericht genehmigen lassen). Aber speziell wenn es auch um finanzielle Dinge geht, würde ich in diesem Fall für die Betreuung plädieren - meiner Meinung nach steht diese Vollmacht auf wackligen Füßen...

LWiEan-LJilxl


hab dann als sie zur kur entlassen wurde eine Generalvollmacht die ich aus dem Internet habe unterschrieben lassen. Und damit arbeite ich bis heute all ihre sachen ab.

Ich sehe das wie the-caver. So lange niemand vorher die Geschäftsfähigkeit überprüft oder attestiert hat, ist so eine privatschriftliche Generalvollmacht ein nahezu wertloses Stück Papier.

F#izEzlqypuzzxly


Ein Betreuer wird von Amts wegen über das Amtsgericht offiziel eingesetzt. Das kann ein vollkommen fremder Mensch sein, wenn es keine Angehörigen gibt. Es können aber auch die Kinder sein oder sonstige Verwandte. Hier muss dem Amtsgericht allerdings ein Gutachten der Ärzte vorgelegt werden. So kann die Betreuung sich z. B. nur auf die Pflege beziehen, wenn die zu Betreuenden geistig in der Lage sind selbst Rechtsgeschäfte zu erledigen.

Eine Generalvollmacht muss vom Notar beglaubigt werden. Der Notar ist verpflichtet, den zu Betreuenden den gesamten Inhalt vorzulesen und auf die Nachteile aufmerksam zu machen. Auch die Unterschrift muss im Beisein des Notars abgegeben werden. Ansonsten hat die Generalvollmacht für die Betreuenden keinen Wert. Auch eine beglaubigte Vollmacht durch den Notar muss nicht generell alle Bereiche umfassen. So ist es mir jedenfalls bekannt.

Das Du die Angelegenheiten deiner Mutter regelst ist für sie sicherlich eine Erleichterung. Aber wer hat die teilweise Geschäftsfähigkeit/-unfähigkeit attestiert?

t1hey-cavexr


So lange niemand vorher die Geschäftsfähigkeit überprüft oder attestiert hat, ist so eine privatschriftliche Generalvollmacht ein nahezu wertloses Stück Papier.

Im Normalfall reicht die privatschriftliche Vollmacht völlig aus. Aber in diesem Fall gibt es eben Zweifel an der Geschäftsfähigkeit der Vollmachtgeberin.

Lcian-Jxill


Im Normalfall reicht die privatschriftliche Vollmacht völlig aus.

Ich habe jetzt leider in diesem Zusammenhang nur Erfahrung mit Generalvollmachten hinsichtlich Grundstücksgeschäften, und da ist ja eine notarielle Vollmacht erforderlich. Da muss sich der Notar von der Geschäftsfähigkeit überzeugen und/oder die Geschäftsfähigkeit wird im Zweifel durch ein ärztliches Attest untermauert.

Muss sich z.B. eine Bank nicht ebenfalls über die Geschäftsfähigkeit im Klaren sein, wenn jemand mit einem privaten Zettel kommt, der als Generalvollmacht betitelt wird?

ornodisxep


The -caver hat alles richtig erklärt. Deine Vollmacht reicht um Brot und Butter zu kaufen, für sonst nichts.

tZhe-;cavxer


Eine Generalvollmacht muss vom Notar beglaubigt werden.

Und nochmal: Nein, muss sie nicht. Nur für Grundstücksgeschäfte ist die Beglaubigung nötig. Kannst du in jedem beliebigen Ratgeber über Vorsorgevollmachten lesen. Beglaubigen kann übrigens nicht nur der Notar, sondern z.B. auch das Betreuungsgericht.

Manchmal verlangen auch Banken eine beglaubigte Vollmacht, wobei sie das eigentlich meines Wissens nach nicht dürften - aber ich bin ja kein Jurist.

Eine Generalvollmacht muss vom Notar beglaubigt werden. Der Notar ist verpflichtet, den zu Betreuenden den gesamten Inhalt vorzulesen und auf die Nachteile aufmerksam zu machen.

Du verwechselst die notarielle Beglaubigung (damit wird nur die Echtheit der Unterschrift bestätigt, was ausreichend ist) und die notarielle Urkunde. Bei letzterer gibt's Beratung, Formulierungshilfen u.s.w. - kostet aber auch entsprechend.

L]ian-^Jill


Nur für Grundstücksgeschäfte ist die Beglaubigung nötig.

Ich will nicht haarespalten, aber dafür ist eine notariellle Beurkundung notwendig.

Lkian{-Jilxl


Sorry, hatte nicht zu Ende gelesen ;-) .

Dwer kleDin9e Prinz


Eine Vorsorgevollmacht kann ALLE Lebensbereiche abdecken oder auch nur einige. Wenn sie alle Lebensbereiche abdeckt, ist für manche eine notariell erstellte notwendig, während andere den Notar nicht erfordern würden. Wenn sie notariell erstellt/beglaubigt ist und für alle Bereiche gilt, ist sie jeder Betreunung weit überlegen, völlig rechtssicher und total unanfechtbar.

Eine Betreuung kann wirksam nur gerichtlich angeordnet werden, sie wird nur angeordnet, wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt. Wenn eine vorliegt, geht diese immer vor.

NYacxty


wow soviele Berichte, ich danke euch erstmal im Voraus...

Also folgendes seit gestern bin ich die Betreuerin meine Mutter aber nur in der Finanziellen ebende, denn wir haben vor eine Einwilligungsvorbehalt vom Amtsgericht zu fordern.

Ich habe sehr lange mit dem Notar geredet, er meinte dass die Generalvollmacht vom Gewicht her schwerer wiegt wie die Betreuung (hoffe man versteht was ich meine) und er meinte auch dass diese auch weiterhin gildet... er musste aber die Betreuung in der Finanziellen ebende für mich einrichten weil wir sonst keinen Eigentumsvorbehalt bekommen können. Das ist sozusagen Pflichtvoraussetzung.

Jedenfalls bin ich froh das ich das jetzt habe denn, ich wollte neulich in der Bank eine info haben was Zahlungen meiner Mutter betrifft. Plötzlich sagt die Frau dass meine Mutter mich gesperrt hat und ich keine Infos mehr bekommen kann.

War dann persönlich bei ihr, meine Mutter meinte sie möchte nicht dass ich weis für was sie ihr Geld ausgibt weil ich sie sonst anschimpfe ... Hört sich blöd an denke ich ...

Ich musste einen Dauerauftrag einrichten, und die Bänkerin meinte dass meine Mutter jeden Tag mind. 50 € abhebt... ich hab meine Mutter lediglich nur gefragt wohin das Geld geht. Mich geht es nichts an aber ich muss nach den Finanzen schauen dass alle Rechnungen bezahlt werden... und nur das Wegen hat sich mich gesperrt.. naja seit gestern hab ich ja da wieder einen Zugang begkommen.

Ich hab auch gefragt ob man die Generalvollmacht die ja in allen anderen Bereichen gildet notariell Beurkunden kann. Er meinte wird wohl nicht gehen weil wir ja zeitgleich der Antrag zum Amtsgericht geschickt wurde (wegen der Eigenentumsvorbehalt Geschichte)

Bin mal gespannt wie so ein Jahresbericht auszusehen hat.

Achso ja ich weiss das man eine Notarielle Beurkundung für Grundstücksgeschäfte gebraucht wird, das brauch ich aber nicht weil meine Mutter nichts besitzt...

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