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Aortenklappen OP- Durchgangssyndrom

LPeesla78 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich glaub, ich bin hier nicht ganz richtig, trotzdem hoffe ich auf eine Antwort.

Meine Mutter wurde letzte Woche Dienstag unter Einsatz der Herz Lungen Maschine am Herzen operiert.

Grund der OP war eine Aortenklappenstenose mit Undichtigkeit.

Unter der OP wurde festgestellt, das die Klappe schon seit Geburt an einen Klappenfehler hatte (meine Mutter ist 74 und der Befund war eher ein Zufallsbefund).

Sie wurde am Dienstag am frühen Abend nach einem CPAP komplikationslos extubiert.

Am Mittwoch dann war sie sehr durcheinander.

Sie bekam Haldol und war tw. am Bett festgemacht, da sie wohl sehr unruhig gewesen ist.

Donnerstag war augenscheinlich alles ok, keine Verwirrtheit etc.

Nun ist es so, das diese Zustände immer schwanken- heisst sie ist einen Tag super drauf- am nächsten dann wieder sehr verwirrt, sieht Dinge die nicht da sind etc.

So wie gestern.

Sie war zwar zur Person und zum Ort orientiert, sagte dann aber das auf der Station (sie liegt auf der IMC) ein Baby zur Welt gekommen wäre (was ja unmöglich sein kann) und das die ganze Decke voller feiner Spinnweben wäre.

Ist das normal, das dieses Durchgangssyndrom mal besser und mal schlechter ist?

Also das die Patienten mal gut drauf sind und dann im nächsten Moment wieder irgendwo "feststecken"?

Wie lange hält sowas an? Kann man das was sagen?

Vor der OP hatte sie keine großmächtigen Erkrankungen.

Eine COPD Gold Stadium 2, eine mit Medikamenten behandelte Hypertonie.

Klar war sie mal ein bisschen vergesslich, aber das ist doch in dem Alter normal, oder?

Ich hab totale Angst, das sich das nicht wieder zurückbildet.

Danke für die Antworten

LG

Antworten
pXinknxico75


Liebe Leela78

mein Vater hatte Anfang des Jahres auch eine Herzklappen OP, auch er mit COPD und mit Medikamenten behandelte Hypertonie.

Auch er hatte exakt den gleichen Verlauf, allerdings einiges an Komplikationen während der OP. Er war 5 Wochen auf der Intensivstation, teilweise intubiert.

Auch er litt am Durchgangssyndrom. Ist sehr schwer, dies mit anzusehen. Es ging aber langsam wieder aufwärts. Die Verwirrtheit hielt sich schon 2 Wochen ungefähr, auch schwankend.

Mittlerweile ist er über dem Berg, zwar ziemlich geschwächt aber wieder klar. Er ist ab und an ein wenig depressiv und an die Träume und Angstzustände kann er sich noch gut erinnern. Ihm hat es sehr geholfen, sich anschließend erklären zu lassen, was Wirklichkeit war und was nicht real war.

Mein Vater ist jetzt 63.

Alles Liebe für Euch, ich drücke Deiner Mama die Daumen, dass es ihr bald wieder besser geht.

:)_

L_eBelDa78


Hallo,

lieben Dank für Deine Antwort.

Weisst du, ich bin früher im Rettungsdienst gefahren.

Jemanden beatmet zu sehen "kenn" ich ja.

Das war auch kein schlimmer Anblick für mich.

Nur eben dieses verwirrte- ich kann da ganz schlecht mit umgehen.

Klar weiss ich, das man nicht mit Sicherheit sagen kann, das es wieder weg geht.

Aber die Ärzte klingen sehr positiv.

So war bei der OP nichts gravierendes. Den OP Bericht möchte ich aber trotzdem haben.

Darf ich fragen, wie lange die OP bei deinem Papa her ist?

LG

pNinkn+icro75


Für mich war diese Beatmung schwer zu ertragen.

Mir war aber auch nicht bewusst, dass er noch dazu eine COPD hat und er hatte sich dann auch noch eine Lungenentzündung eingefangen. Äußerst unschön und es war lange nicht klar, ob er das übersteht.

Gerade aufgrund seiner fortgeschrittenen COPD (Stadium III) kam es während der OP zu Komplikationen.

Die OP dauerte 11(!) Stunden.

Die OP war im Februar d. Jahres. Jetzt geht es ihm etwas besser. Die Reha hat viel gebracht.

L6eel,a7x8


11 Stunden? :-o Oh Gott :-(

Bei ihr wurde wahrscheinlich gegen halb acht/ acht angefangen und das ITS Protokoll startet um 10:30 Uhr.

Der Oberarzt sagte auch, das es sehr schnell war.

Die neue Klappe wurde aber nicht eingenäht, sondern eingelegt.

Ich hoffe, das sich das Durchgangssyndrom wieder legt....

Liebe Grüße an dich

p3in}knic\o7x5


Ja diese Verwirrtheit ist auch schlimm.

Ich habe das aber nur von meiner Schwester berichtet bekommen. Ich selbst habe ihn in dem Zustand nicht gesehen.

Aber für meine Schwester war es schwer. Er hat sie z. B. beschuldigt ihn beraubt zu haben um mehrere 10T€ und er hat uns für älter gehalten, als er es ist usw...

An manchen Tagen war es dann etwas besser aber dann war er wieder sehr unruhig und hat mehr phantasiert.

Wie gesagt, das ging so rd. 2 Wochen (nachdem er wieder selbst geatmet hat und "wach" war).

Ich glaube er hat aber auch Morphin erhalten...

L<ewelxa78


Am Tag nach der OP schaute sie mich an und sagte zu mir

"wenn du mich umbringen willst, dann sag es"

Sie sagte, sie bekäme nichts zu trinken (das Wasser stand auf dem Nachtschrank) und der Arzt habe sie verprügelt.

Sie hatte wohl versucht an den Kathetern zu ziehen- deshalb wurde sie zwischendrin an den Händen fixiert.

Am Tag drauf wusste sie, das sie operiert wurde und das mein Sohn am Tag der OP auf einem Geburtstag war.

Gestern dagegen redete sie wieder hauptsächlich wirres Zeug :-(

p}inkniYco7x5


11 Stunden? :-o Oh Gott :-(

Ja übel.... das Herz wollte einfach nicht mehr schlagen, dann mussten sie alles wieder aufmachen und dann hat es nachgeblutet....

und er hatte dann noch einen Schlaganfall.....

alles übelst ABER: er hat den ganzen Schlamassel überstanden.

Er muss aber nun vieles neu lernen.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Mutter bald wieder "klar" ist. Das wird auch bei ihr wieder. Ganz bestimmt.

Ich weiß, es ist schwer diese Geduld zu behalten.

L+eelwa78


Ja, die Geduld ist auch mein Problem :-(

Ich hoffe, das alles gut wird

pYinxknicUo75


Wenn Deine Mum in den 5 Tagen aber auch schon bessere Momente hatte, ist das bestimmt ein gutes Zeichen, dass es wieder ganz gut wird.

Es ist schwer ins Krankenhaus zu kommen und nicht zu wissen, was einen heute erwartet. Und wenn der Angehörige dann auch noch böse ist, dann ist es ganz schlimm. Es ist glaube ich wichtig, dass man dem Patienten nicht immerzu widerspricht sondern ihm gut zuredet.

Hab noch Geduld, die OP ist ja so lange noch nicht vorbei. Ich hoffe, Deiner Mutter hat die OP aber geholfen und sie kann jetzt gut mit Ihrer Herzklappe leben.

L0eJela7x8


Hey.

Am Nachmittag rief mich das kh an ob ich kommen kann.

Sie wurde von der IMC auf normal Station verlegt und ist da wohl komplett durchgedreht.

War wohl auch aggressiv und hat sich das EKG abgerissen.

Als ich kam lag sie weinend im Bett.

Sie hat total wirres Zeug geredet. Von einer Tanzveranstaltung wo sie gestern war.

Ich habe es hinbekommen das sie die Geräte wieder anschliessen lässt.

Warum ist das so?

Alles war so gut... :(

R?hel@ixa


Verschiedene Studien belegen, dass der Einsatz einer Herz-Lungenmaschine gewisse Folgen für den Patienten haben. Man diskutiert Mikroembolien, die z.B. neurologische und psychiatrische Symptome hervor rufen. So z. B. ein Durchgangssyndrom, aber auch Depressionen. Wenn du googelst, kannst du einiges finden.

Ich wurde mit Mitte 20 am Herz operiert und war ganz schön durch den Wind danach. Ich habe meine Familie teilweise nicht erkannt, wurde auf ITS auch fixiert, weil ich wohl sehr widerspenstig war ]:D Erinnern kann ich mich nur an wirklich schräge Träume.

Danach hatte ich mehrere Wochen ein schönes depressive Tief. Aber das mag auch der Umstand gewesen sein, dass ich aus heiterem Himmel verschiedene Diagnosen hatte.

Es hat mehrere Monate gedauert, bis ich wirklich wieder überwiegend die "Alte" war.

Die Verwirrtheit hielt bei mir so 3--4 Tage an. Einige bekannte Gesichter kann ich auch heute, fast 20 Jahre später, nicht richtig zuordnen. Aber ob ein Zusammenhang mit der OP besteht kann ich auch nicht mit Gewissheit sagen.

Im hohen Alter kann ein Durchgangssyndrom durchaus auch mal länger dauern. Das muss aber nicht so bleiben. Gib deiner Mutter einfach noch Zeit und sei für sie da. Bekannte Gesichter geben viel Sicherheit.

L8eelxa78


Guten morgen.

Sie ist immer noch verwirrt und war in der Nacht wohl auch aggressiv. :-(

Vielleicht reagiere ich über... aber ich hab angst dass das nicht besser wird

pGinPknico7x5


Liebe Leela78,

wie geht es Deiner Mama heute?

Ich denke an Euch und drücke fest die Daumen, dass es ihr bald besser geht. :)_

LWeeNla7x8


Hallo.

Danke für die Nachfrage.

Seit 3 Tagen ist sie klar. Nun hat sie seit gestern einen Perfusor mit Nitro liegen da ihr Druck seit gestern sehr hoch ist. War systolisch über 200 :-(

Der Arzt sagte heute das die schauen wollen wo das herkommt :-(

So ist alles okay.

Reha will sie auch machen. Nun macht mir der Druck aber Sorgen.

War vorhin unter Nitro bei 150/70

Liebe Grüße

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