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Herzneurose? / seelisch total fertig

Mlarvo$lxo hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

In meinem ersten Thread hier beschrieb ich meine Angst bzw. meine wahrscheinliche Herzneurose. Ich hatte immer mal wieder so komische Palpitationen, würde es nicht als Stolpern oder Extrasystolen bezeichnen, denn der Schlag ist scheinbar immer regelmäßig, aber dann kurze Zeit halt mal sehr spürbar in der Brust. Da "fährt es mir" dann so in die Brust rein, wie als wenn man beim Trepp-Abgehen eine Stufe verpasst. Das ist das komische Gefühl, was ich meinem Kardiologe versucht habe zu beschreiben. Ich spüre ansonsten allerdings keine Stolperer oder Rasen oder dergleichen. Nur eben dieses komische Palpitationsgefühl, oft bei Anspannung und Stress.

Ich war deswegen vor gut 3 Wochen auch schon in der Uniklinik/Notaufnahme. Dort hatten sie Blutanalyse gemacht, Thorax geröntgt (wegen meiner gefühlten Enge/Atemnot, die dazu kam) und auch zum Schluss ein kleines Ultraschall vom Herz. Befund scheinbar alles unauffällig.

Es hat mir aber keine Ruhe gelassen und die Symptome haben nicht nachgelassen, deswegen habe ich letzten Dienstag einen Termin bei meinem Kardiologe gemacht. Habe ihm gesagt, dass ich durch meine ständige innere Anspannung und Angst in den letzten Wochen einen erhöhten Puls gehabt habe. Er wollte dann eine Reihe von Tests machen: Belastungs-EKG, Blutprobe, Echo und Lungenfunktionstest.

Lungentest und Belastungs-EKG hat er gemacht, Belastungs-EKG war scheinbar (Gott sei Dank!!) alles in Ordnung. Das Echo konnte er aber scheinbar nicht machen, da mein Puls (noch) so hoch war und er meinte, da wären zur Zeit keine Aussagen möglich, wenn der Puls so hoch wäre. Er fragte mich dann, ob der in der letzten Zeit dauernd so hoch gewesen sei. Habe ihm dann meine Blutdrucktabelle gezeigt, wo ich die letzten Woche gemessen habe - da war der Puls meistens zwischen 70 und 90. Ganz selten (als ich mal eine Panikattacke hatte), war er bei 98.

Ich bin da dann natürlich schon fast in Ohnmacht gefallen, als ich merkte, dass es diesmal nicht so läuft, wie sonst und er meinte, er könne grade kein Echo machen. Ich hatte so Angst, irgendwas stimmt nicht.

Was mir allerdings erst hinterher zuhause aufgefallen ist: die Arzthelferin hat mich direkt nach dem Belastungs-EKG gleich in den Raum zum Ultraschall, da war nicht so viel Zeit dazwischen um wieder etwas herunterzukommen und dann war ich ja ohnehin noch nervös, was den Puls zusätzlich etwas nach oben getrieben hat?!

Er meinte dann, ich solle nochmal ins Wartezimmer, etwas trinken, bisschen ausruhen, dann wolle er mal noch ein Ruhe-EKG machen zur Sicherheit. Das war dann, laut seinen Aussagen, schon wesentlich besser und ich bin da dann schon wieder etwas runtergekommen.

Jetzt hat er mir Neurexan und einen sehr leichten Betablocker aufgeschrieben und nächste Woche soll ich nochmal zur Kontrolle kommen, da will er dann das Echo nachholen und die Blutwerte besprechen.

Den Betablocker nehme ich nicht, weil ich erst 26 Jahre bin und vorher noch nie irgendwas nehmen musste. Auch weiß ich bzw. hoffe/vermute ich, dass der hohe Puls wohl durch meine innere Unruhe und Angst / Herzangst kommt - also psychisch bedingt. Die Neurexan habe ich aber schon öfter genommen und nehme ich jetzt wieder und auch ohne Betablocker bin ich mittlerweile ziemlich runtergekommen.

Ich habe ihn mehrmals gefragt, ob denn alles in Ordnung wäre und er meinte nur, vom Belastungs-EKG her wäre alles OK, das Echo hätte er jetzt halt nicht machen können, aber auch da gehe er davon aus, dass alles OK ist. Das hat mich dann soweit beruhigt, dass ich seither diese Palpitationen von oben kaum noch gespürt habe - vereinzelt noch, aber nicht mehr so oft wie in den Wochen davor.

Jetzt geht die Angstspirale aber leider wieder weiter, denn war es vorher ein zu hoher Puls, hatte ich gestern beim Messen (allerdings im Liegen im Bett nach längerer Zeit Ruhe) einen von unter 60. Teilweise sogar nur 53.

Da ging dann sofort wieder eine Angst durch mein Körper, weil ich gelesen hatte, der Ruhepuls sollte zwischen 60-80 liegen. Ich bin ja froh, dass der Puls nicht mehr so rast wie in den Wochen davor, aber jetzt empfinde ich ihn als zu niedrig und habe wieder Angst, irgendwas könnte nicht stimmen. Dazu dann noch dieses leichte Schwindelgefühl, was ich allerdings auch schon die Wochen davor immer mal wieder hatte. Ich ging davon aus, dass das wohl auch von der inneren Unruhe käme?

Und eine Sache, die mir seit gestern wieder Übelkeit bereitet: ich zeichne weiterhin den Blutdruck auf, hauptsächlich um den Puls im Auge zu behalten.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die Differenz zwischen Systolischem und Diastolischem Wert meistens mindestens 55, manchmal auch bis zu 63 beträgt.

Der diastolische Wert liegt dabei meistens immer unter 80 (zwischen 65 und 80 schwankend), der systolische hat sich, seit ich nun vom Kardiologe daheim war und mich wieder etwas gefangen habe, zwischen 122 und 132 eingependelt (schwankt halt).

Ich weiß ich soll nicht Googlen, aber konnte es nicht lassen und da hieß es, die Differenz zwischen den beiden dürfe nicht zu groß werden, bei manchen Seiten hieß es nicht größer als 50. Das wäre bei mir aber schon der Fall... :°(

In den Wochen vorm Arztbesuch am Dienstag, als ich noch etwas unruhiger war, war der systolische Wert manchmal schon bei 140 bei einem diastolischen von nur 80.

Jetzt ist die ganze Beruhigung, die ich zweitweise vom Dienstag bekommen habe, nachdem doch das Belastungs-EKG gut verlaufen sei, wieder weg und ich habe wieder Sorge, irgendwas stimmt nicht.

Habe jetzt richtig Angst vor nächster Woche, wenn das Echo gemacht werden soll. Was meint ihr, kann ich mich wieder beruhigen oder gibt es wirklich Grund zur Sorge?

Das Belastungs- und Ruhe-EKG waren aber scheinbar total in Ordnung. Und das Echo der Uniklinik vor 3 Wochen war auch ohne Befund. Aber mein Kardiologe meinte, weil ich fragte, ob dann überhaupt nochmal ein Echo gemacht werden müsse, dass das in der Notaufnahme ja nur "Notuntersuchungen" seien, die nur das wichtigste abdeckten? Das hat mich natürlich auch gleich wieder verängstigt. Oder ist das nur Geldmacherei von ihm, damit er die Untersuchung trotzdem nochmal durchführen und verbuchen kann?

Die Blutdruckwerte der letzten Wochen habe ich ihm am Dienstag gezeigt - er hat allerdings nicht groß was dazu gesagt. Wenn die Differenz zu hoch gewesen wäre, hätte er doch sicher was gesagt dazu, oder?

Dieser leichte Schwindel bzw. das Gefühl des Schwindels war in den Wochen vor dem Kardiologenbesuch auch schon vereinzelt da - da ging ich, wie gesagt, davon aus, dass es vom Kopf und der inneren Unruhe, Angst käme. Aber auch nach dem Kardiologenbesuch am Dienstag, wo ich dachte, ich hätte mich nun etwas gefangen, trat dieses komische leichte Schwindelgefühl vereinzelt mal wieder auf. Ich habe einfach so Angst, dass irgendwas nicht stimmt. Will am liebsten gar nicht nächste Woche hin zum Echo. :-(

PS:

und als wäre das alles nicht schon nervenaufreibend genug zeigte gerade das Blutdruckgerät (beim allerersten Mal bei mir) das Herzsymbol an - muss wohl für Rythmusstörung stehen.

Hatte ich bislang noch gar nie - selbst in den letzten Wochen der Unruhe und Ängste nicht. War es vielleicht nur eine fehlerhafte Messung?

Hatte nach ner halben Stunde erneut gemessen, da kam das Symbol nicht mehr.

Das Gerät ist ein älteres, gut 10 Jahre alt. Omron M5 Professional.

Bitte gebt eure Meinungen. Ich will endlich wieder aus diesem Angststrudel raus!

Antworten
PHAspo*rts


Du brauchst Psychologische Betreuung, du hast eine Herzneurose wie sie im Buche steht und einen total bescheuerten Kardiologen.

Eine Notaufnahme ist sicherlich für Notfälle gedacht, wenn die aber ein Herzecho machen dann tun die das auch vernünftig denn das ist gerade dort wichtig.

Man kann auch ein Herzecho machen wenn das Herz tachykard ist, wurd bei mir schon häufig gemacht und das bei nem Ruhepuls von 130 - 140.

Ich frag mich auch wieso er das Herzecho nicht gemacht hat als im Ruhe EKG alles in Ordnung war. Ich bin mir sicher dein beschleunigter Puls kommt von der Angst.

Betablocker würd ich auch nicht nehmen wenn dein Herz Gesund ist, wozu auch? Wenn du an deiner Herzneurose arbeitest verschwindet auch die Tachykardie.

Mit 26 wirste auch nicht an ner Herzerkrankung leiden, das ist sehr sehr selten.

Der Puls durchschnitt von 60 - 80 ist sicherlich nicht in Stein gemeisselt. 53 ist auch ok, es kommt auch immer darauf an was du zu der Zeit gemacht hast und zu welcher Uhrzeit.

Wenn es am späten Abend war und du zuvor ruhig auf der Couch gelegen hast dann ist es klar das der Ruhepuls verringert ist weil der Körper langsam runterfährt und sich auf die Schlafphase vorbereitet.

Lass deine Ängste behandeln, umso eher du dich um eine Therapie bemühst umso eher hast du Ruhe.

M#ar|vo?lo


Vielen Dank, PAsports,

du hast mich gerade wieder richtig beruhigt. Ich dachte auch, dass wenn das Echo in der Uniklinik OK war, dann kann doch nichts mehr gefunden werden, oder?

Allerdings hat es ein noch ziemlich junger Arzt gemacht, vielleicht frisch von der Uni. Ein Internist und er ließ nebenbei auch fallen, dass die Geräte beim Kardiologe irgendwie präziser seien, seines war so ein schiebbares. Das beim Kardiologe bei mir hat zwar auch Rollen, ist aber insgesamt größer.

Aber ich vertrau einfach darauf, dass das in der Uniklinik alles OK war.

Was mir nur Sorgen macht ist der immer mal wieder eintretende Schwindel. Besonders im Sitzen nach einer Weile (also in Ruhe) ist mir immer, als wär mir leicht schwummrig im Kopf. Bei Belastung nicht oder beim Laufen/Gehen.

Seit ich gestern Abend den niedrigen Puls gehabt habe, projiziere ich den Schwindel natürlich da drauf. Dass ich in Ruhe ein zu niedrigen Puls habe.

Der Schwindel war allerdings auch in den Wochen davor, wo der Puls noch eher erhöht war zeitweise da - jedenfalls fühlte es sich für mich so an.

Ich lass jetzt noch das Echo beim Kardiologe über mich ergehen und dann hoffe ich, dass es mich soweit beruhigt und stabilisiert, dass ich damit abschließen kann.

Aber wenn du auch schon sagst, dass ich nichts zu befürchten habe, wenn in der Uniklinik schon nichts rauskam, dann beruhigt mich das natürlich sehr!

LMuc~ix32


Du hast kein zu niedrigen Puls! 53 ist völlig normal. 60-80 sind Durchschnittswerte und keine feste Regeln. Gleiches gilt für Blutdruck. Ein Abstand von 60 ist nichts außergewöhnliches zudem beide Werte sich im Normalbereich befinden.

Ein 2. Herzecho ist völlig überflüssig.

Lieber dich an einen Psychotherapie kümmern.

M>arv+olo


Ganz lieben Dank, Leute!!

Ihr beruhigt mich gerade wirklich und das ist das, was ich brauche in diesen Phasen!!

Manchmal, in naiven, dummen Momenten kommt dann zwar immer dieser dumme Gedanke "Was, wenn die in der Uniklinik mit dem "kleinen Echogerät" doch was übersehen haben und nicht alles sehen konnten?"

Aber ich weiß selber, dass das idiotisch ist so zu denken. Das sagt die rationale Seite meines Kopfes. Leider überwiegt aber viel zu oft die irrationale... :°(

M|ajax27


Du hast definitiv eine Herzneurose. Und jede weitere Untersuchung bringt dir nur kurzfristig Beruhigung, treibt dich aber eigentlich nur tiefer in die Angststörung. Ich spreche da leider aus Erfahrung.

Du wurdest komplett durchgecheckt und dein Herz ist gesund. Ein Puls von 53 ist absolut okay, vorallem in Ruhe. Auch dein Blutdruck ist normal. Ein Abstand von 60 ist nicht schlimm, insbesondere weil gerade bei psychischer Anspannung vorallem der systolische Wert steigt, sodass der große Abstand schon damit zu erklären ist.

Pack am besten dein Blutdruckmessgerät in den Schrank und hör auf zu messen. Dein Herz ist gesund, also vergiß den Mist. Häufiges Blutdruckmessen tut uns Phobikern nicht gut!

M}ar>voxlo


Danke euch allen!! @:)

Ich vergaß allerdings zu erwähnen, in der Uniklinik teilte man mir nach den Bluttests mit, dass der Eisenwert etwas niedrig sei. Ich habe daraufhin allerdings zuhause dann Eisen-Schüssler-Salze genommen.

Mein Kardiologe meinte allerdings, dass solche Tabletten nicht viel helfen würden. Er meinte da seien weniger als 10% Eisen drin und wenn, dann müsste das per Infusion angegangen werden...

Er hat mir letzten Dienstag nochmals Blut abgenommen für einen Bluttest. Meinte, der Bluttest in der Uniklinik wäre nicht so ausführlich und in der Tat war im Arztbefund nur eine kleine Auflistung der Blutwerte. Beim Kardiologen gibt's dann immer 2 ganze Din A4-Seiten mit Werten...

Vielleicht hat er in dem Punkt Recht?! ???

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