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Probleme mit Herz und Angst

Bzreymxja hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich bin 23, BMI nur knapp unter 40 und ich habe seit Ende letztem Jahr nach einer durchaus stressigen Zeit diverse Probleme. Unter anderem mit diffusen Schmerzen und Missempfindungen, zu Beginn vor allem mit Angst und Benommenheit.

Mittels Physiotherapie, Ostheopath und leichtem Sport konnte ich das meiste in den Griff bekommen. Leider mache ich mir immer noch Sorgen um mein Herz, weil die Probleme dort nicht weggehen und für mich nicht erträglich sind.

Es geht schon damit los, dass ich einen stark schwankenden Blutdruck habe - zwischen 130/60 und 160/110 ist alles dabei - und zwar unabhängig von Ruhe oder Belastung. Zu Spitzen komme ich auch mal auf 180/90. Dies ist aber leider nicht Belastungsabhängig. In stressigen (selbst leichten) oder sehr konzentrierten Momenten fühle ich mich seit damals immer sehr unwohl und muss mich hinlegen - einen Blutdruck über 150/100 konnte ich aber gerade in diesen Momenten nie messen. Ich habe ein Blutdruckmessgerät bekommen um den Arzt zu unterstützen, die Situationen zu kennen. Aktuell habe ich Langzeitblutdruck an und das wird diesmal definitiv Hochdruck bescheinigen. Das letzte im Dezember war mit 140/90 im Durchschnitt okay. Es wurde zweimal Langzeit EKG gemacht, jedes Mal alles okay, nur Ectrasystolen und nachts Bradykardie mit 39 Puls. Herzecho war ebenfalls okay, nur vergrößertes Herz.

Puls ist in Ruhe etwa 70, neigt aber zu spontanem Rasen mit 100 bis 125. Nach dem Essen spüre ich meinen Herzschlag extrem. Ebenso aussenstehende sehen und spüren ihn dann deutlich.

Ectrasystolen spüre ich extrem aber nur selten. Mit einzelnen komme ich gut klar. Heute hatte ich aber eine Stunde Stolperfestival und hatte Angst. Nach 1,5 Liter Wasser auf EX hat sich das stabilisiert. Leider trinke ich sehr viel und auch der Doc hält Flüssigkeitsmangel und eine Verbindung dessen zu Extrasystolen fur ausserst unwahrscheinlich.

Ich war zu Beginn in psychiatrischer Betreuung die nach den Probesitzungen seitens Therapeut wegen mangelnden Bedarfs beendet wurde. Eine relevante Angststörung konnte er nicht feststellen. Eine Herzneurose bestünde, wäre aber nicht behandelbar ohne Medikamente. Er hat gesehen, dass ich normal bin, bis ich entsprechende Stolperer habe und dass mir diese aufgrund der starken Spürbarkeit eine völlig normale Angst machen, hier müssten die Stolperer behandelt werden und ich mir eben weiterhin klar machen, dass diese ungefährlich sind. Das klappt gut, bis ich mittendrin bin. Das halte ich dann aber einfach nicht aus.

Ich vermute, Betablocker könnten bei mir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. (Blutdruck, Stolpern und Unwohlsein) Diese senken aber den Puls und ich weiß nicht ob das bei meinem nachts niedrigen Puls gut oder gar gefährlich wäre? (Vermutlich durch Schlafapnoe verursacht)

Antworten
W"illehs_nur_vJerstxehen


Hey,

Erstmal kann (muss nicht!) das Herzrassen nach dem Essen vom Magen kommen ([[https://www.dr-gumpert.de/html/herzrasen_nach_dem_essen.html)]]

Zweitens:

Der Ruhepuls von 39 ist höhstwahrscheinlich auf dein vergrößertes Herz zurück zuführen. Herz groß-> Blutdruck hoch-> Puls niedrig.

Ansich gilt (meistens):

Blutdruck niedrig= (meist) kompensatorisch hoher Puls

Blutdruck hoch= kompensatorisch niedriger Puls

Drittens:

Wie sieht es bei dir mit abnehmen aus? Ich denke mal deine Probleme kommen zu 99% daher. Was haben dir die Ärzte dazu gesagt?

Viertens: Betablocker wären hier eher unangebracht meiner Meinung nach, aus folgenden gründen:

Betablocker hemmen das "herauskommen" der Fettsäuren aus den Fettzellen, wodurch du schlechter abnehmen kannst.

Betablocker hemmen deinen Puls und Blutdruck. Dein Puls sollte aber nicht wirklich gehemmt werden. Ein Ruhepuls von 70 ist bei (entschuldige @:) ) deinen "verhältnisen" ziemlich gut.

Es gibt effektivere Methoden deinen Blutdruck zu hemmen. Vielleicht wird dadurch dein Puls auch höher. Ich bin mir nicht sicher, aber ACE- Hemmer sollten eigentlich keinen Einfluss auf deine Schlafapnoe haben. Diese kommen ja eher auf einen Blockierung der Atemwege durch die Zunge und dem Übergewicht.

Das alles MUSST du leider mit einem ARZT durchsprechen. Das du selbst verstehen möchtest was mit dir "los" ist verstehe ich, aber solche medizinischen Angelegenheiten kann nur ein Arzt klären, da verschiedene Aspekte beachtet werden müssen.

Alles Gute und halt mich auf dem laufenden was rauskommt :) :) :)

B=reyxmja


Hallo,

Danke für deine Antwort.

Dass das vom Magen kommen kann, ist mir bekannt. Ich habe mir allerdings eine Arztsperre auferlegt, da ich zu Beginn der Sache sehr viele Ärzte besucht habe und das wie Googlen nur meine Angst geschürt hat. Das sollte ich auch laut Therapeut tun. Der Hausarzt hat bisher auch trotz meiner Schilderungen von häufigem Durchfall (aber schon seit Jahren, war mir nur nie unangenehm) keine Indikation gesehen. Nur bei Blutungen bei Ibuprofen hat er kurz darüber nachgedacht, aber gemeint, da das Blut sehr hell war, würde es nichts schlimmes sein. Der Puls von 100 stört mich übrigens nicht, sondern dass er extrem stark ist, trotz 140/90 nach dem Essen. Ich habe auch Rasen ohne diese Stärke - dann bemerke ich es auch nicht, wenn ich nicht aktiv darauf achte. Und das habe ich mir als erstes abgewöhnt. Nach dem Essen schlägt es aber so extrem, dass ich das selbst bei Ablenkung stark spüre. Ähnliches Problem habe ich mit Extrasystolen, nur dass diese Schmerzen im Brustkorb und heftiges Schreck und unwohlgefühl verursachen. Und zwar aus dem Nichts, zuletzt nach einem Ausflug mit meiner Mutter im Auto als wir uns herrlich amüsiert haben - ich wurde plötzlich still dadurch und hielt mir die Brust. Es war recht warm und unangenehm für mich zu der Zeit, aber ob das einen Zusammenhang hat?

Den Puls von 39 habe ich nur 19 mal in der Nacht, bei normalem Blutdruck in der Nacht (120/65). Das weist zusammen mit gemessenen Atemaussetzern auf Schlafapnoe hin. Die Erklärung mit dem vergrößerten Herz ist einleuchtend. Ich dachte bisher aber, daß gälte nur durch von Sport erreichten Vergrößerungen. Probleme hab ich mit dem Puls nicht. Höchstens ein Unwohlsein direkt nach dem Aufstehen, weil mein Herz etwas braucht (oder es manchmal auch unterlässt) um die Frequenz von 45 auf zumindest 60 zu steigern.

Puls und Blutdruck sind gerne beide anfallsweise erhöht. Ich habe häufig bei Stress und Konzentration einen mir bisher unbekannten Tunnelblick und komisches Gefühl in der Brust was sich nach Ruhe beruhigt.

Abnehmen hatte ich vor Beginn der Ereignisse aktiv betrieben, ich war bereits bei BMI 35. Und war schon weit über 40. Leider kann ich mit diesen Stolperern nur leichten und kurzen Sport machen, da beim Auftreten von längeren Anfällen ich eigentlich nur noch unfähig bin, irgendwas zu tun.

Ich erhoffe mir durch die Betablocker nicht nur einen gesunden Blutdruck beim Sport sondern auch eine Beruhigung der HF und Unruhe sowie der Extrasystolen. Damit wären perfekte Voraussetzungen geschaffen, mein Abnehmen fortzuführen und daher nicht lange auf die Blocker angewiesen zu sein. Ich nehme ungern Medikamente, aber über die würde ich mich fast freuen. Eine erhöhte Müdigkeit oder Mundtrockenheit wäre weniger ein Problem - das habe ich bereits.

Ich suche eigentlich nur nach Erfahrungen. Mein Arzt kann mir weniger helfen und würde am Montag wohl auch Betablocker verschreiben, um Alternative zu besprechen muss ich die auch kennen. Mein Arzt ist echt super, will aber AD verschreiben um die Extrasystolen weniger spürbar zu machen. Da ich aber weder depressiv bin noch die Angst außerhalb von Anfallen habe, ist mir das zuviel für die Nebenwirkungen.

Das mein Puls und mein Gesundheitszustand für meine Verhältnisse sehr gut ist, habe ich auch schon gehört, nur hilft mir das im konkreten Leidensfall auch nicht weiter. Ich denke rein logisch und etwas unlogisches wie schmerzhafte Extrasystolen mit Unwohlsein passt mir gar nicht in den Kram. Wenn das Herz in der Brust explosionsartig gegen die Brust schlägt, sich darin verkrampft oder verzwickt dann ist mir das zuviel. Ich kenne auch die normaleren Empfindungen bei Extrasystolen - nur im Hals, kurzer Schauer, leichtes elektrisches Gefühl. Damit käme ich klar. Das spüre ich aber leider nur bei einzelnen ES und nicht bei den Anfällen.

Ich bedanke mich sehr bei dir und freue mich über jede Erfahrung, jede Empfehlung und auch über jede Blume.

B]rey.mja


Noch ein Nachtrag:

In meiner Familie bestehen anscheinend keine genetischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Vater und Mutter (50/40) beide starke Raucher und übergewichtig haben mir unverständlicher Weise eher zu niedrigen Blutdruck. Meine Mutter hat aber auch Extrasystolen - aber nur vereinzelt.

Mein Opa (80) hat zwei überlebte Schlaganfälle, die auf Alter und Krebsmedikamente zurückzuführen sind. Er hat schwarzen Hautkrebs und an einer US-Studie teilgenommen. Er ist weltweit der am längsten überlebende Patient mit seiner speziellen Krebsart. Hierzu bin ich daher jährlich im Hautkrebscheck, da meine Kasse das schon jetzt zahlt. Die Familie besteht also irgendwie eher aus zähen Hunden, wobei Opa aber nie geraucht hat und sportlich war (Pilzsammler).

Ich habe von 18-20 geraucht und bin danach auf E-Zigarette umgestiegen, bei der ich seit damals das Nikotin von 24 auf heute 3 mg reduziert habe. Meine Atmung hat es mir extrem gedankt.

Gerade da ich meinem Körper aber viel gutes tun will bin ich verwirrt und enttäuscht dass ich gerade trotzdem solche Probleme bekomme. Das ist natürlich nicht gerade vertrauenserweckend hinsichtlich Belastung.

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