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Vergrößerte Aorta, vergrößerter Herzmuskel links

E~ph+ial4thes hat die Diskussion gestartet


Servus....

ich bin männlich, 47 Jahre "jung", selbständig und sitze zu viel vor dem Rechner, als das ich Sport treibe. Ich habe "vegetative" Herzrhythmus Störungen seit meinem 20ten Lebensjahr. Sprich, im Ruhezustand spüre ich Aussetzer und/oder Extraschläge. Geht allerdings nur 1-2 Sekunden, dann ist oft für Tage, Wochen oder Monate Ruhe. Mehr, wenn ich Stress habe, weniger, wenn ich im Kopf frei bin.

Aber das ist nicht meine aktuelle Sorge.

Dadurch das ich fast kaum Sport mache, geht mein Puls bei kleinsten Anstrengungen recht hoch. Ruhepuls ist dann allerdings meistens um die 60 bis 70. Mein Blutdruck ist selten unter 130... der Normalfall ist bei mir 130-135 zu 90. Wenn ich mich anstrenge natürlich in der Phase höher.

Rauche nicht.

Trinke ab und zu mal das berühmte Bierchen oder Glas Wein.

Kein Diabetes.

Keine Schilddrüsen Probleme.

In den letzten Wochen hatte ich extrem viel Stress - was viele Rhythmus Störungen bedeuteten. Dazu kam ein hoher Puls und Schweißausbrüche. Dachte - gehe mal zum Doc ob alles ok ist mit Dir. Wollte mich eh durch checken lassen - da meine KV mir Vorsorge Schecks zugesendet hatte. Also auch mal ab zum Kardiologen.

Diagnose. (Fast) alles bestens. Nur halt komplett untrainiert.

Und nun kommen wir zum "fast". Denn dieses "fast" lässt mir seit Tagen keine Ruhe. Dummerweise bin ich beruflich bedingt viel im Web unterwegs, daher habe ich viel zu viel über die 2 Diagnosen gelesen, dass es mir nun Angst & Bange ist.

"Echokardiografisch zeigt sich eine normale Linksherzfunktion ohne Wandbewegungsstörungen und ohne relevantes Vitium, mit bereits jedoch einer grenzwertigen Muskeldicke.... etc.... einer nebenbefundlichen Ektasie der Aorta ascendens, wobei bei aktuell 4,0cm noch kein Handlungsbedarf besteht...."

Zum einem die Aorta. Ich soll in einem Jahr wieder zur Untersuchung kommen. Dabei sollte kein Zuwachs von >0,3cm / Jahr erfolgt sein. Bei meinen Risikofaktoren ist es anscheinend laut neuen Richtlinien so, dass erst bei 5,5cm operiert wird. Die Berichte im Web über vergrößerte Aorten und den Operationen haben mich schon geschockt. Zum Anderen natürlich der Herzmuskel.

Lange Rede, kurzer Sinn.

- Muss ich mir nun wirklich Sorgen machen? Ich weiß, genau das wäre ja wiederum kontraproduktiv. Und trotzdem sagt sich das so leicht - man macht sich mit dem vielen Halbwissen aus dem Internet eben doch verrückt.

- So oder so, werde ich natürlich aktiv etwas verändern. Ernährung, Stress Abbau und vor allem Sport. Eine Ursache der Aorta und Herzmuskel kann / könnte ja erhöhter Blutdruck sein. Ich würde jetzt gerne wieder mehr Wandern, Radfahren... ich laufe im Winter begeistert Langlauf. Darf / sollte ich solchen Sport machen - auch mich mal beim Radfahren / Langlaufen verausgaben? Denn das treibt den Blutdruck doch auch in die Höhe und wäre das nicht wieder schädlich? Oder sehe ich das falsch?

- Könnte es sein (ich weiß, das kann niemand sicher sagen), dass ich nie Probleme bekommen werde mit der Aorta und/oder dem Herzmuskel? Oder ist eine vergrößerte Aorta / vergrößerter grenzwertiger Herzmuskel dann jetzt nur noch eine Frage der Zeit und so oder so, ich kann es nur heraus zögern aber auf kurze Zeit nicht verhindern? Gibt es Menschen mit vergrößerter Aorta bzw. Herzmuskel, die das zwar hatten, aber es nie dann ein Thema wurde?

Sorry. Kann sein, dass Ihr denkt, der hat ja noch nichts, was stellt er sich denn da jetzt so an?! Aber hätte ich mal nicht die ganzen Berichte im Internet gelesen. Daher Danke für Eure Hinweise und Meinungen.

Antworten
M/onivka6x5


Dein Blutdruck ist nicht wirklich hoch. Sind die Herzklappen untersucht worden? Ansonsten ist grenzwertig eben grenzwertig. Ich kann deine Sorge aber verstehen, weil man dazu neigt, bei Grenzwerten zu viel hinein zu interpretieren.

Exphial4thves


Ja die linke ist mini-mini-mini "Undicht" anscheinend. Aber extremst wenig anscheinend.

Ich weiß, grenzwertig ist eben grenzwertig. Aber man versucht sich halt irgend an etwas zu klammern. Sowas wie - ja grenzwertig kann man auch aufhalten und grenzwertig muss auch nicht unbedingt später soweit kommen, dass Grenzwerte überschritten werden. So was in der Art :) ....

Mich würde auch interessieren, ob nun Sport (Ausdauer) eher hilfreich oder kontraproduktiv ist.

P8edxdi


Bevor du dich weiter verrückt machst frage deinen kardiologen

p<elVztierx86


Wenn kein erhöhter Blutdruck als mögliche Ursache der grenzwertigen Hypertrophie vorliegt, dann könnte man ein Kardio-MRT machen, um zum einen die LV-Wanddicke und die LV-Masse (besser) bestimmen zu können und zum anderen nach einem veränderten KM-Verhalten schauen. Das kann eine hypertrophe Kardiomyopathie, sie sich auch erst in einem späteren Alter erstmals bemerkbar machen kann, ausschließen.

Außerdem solle man im Echo, falls noch nicht geschehen, die diastolischen Parameter bestimmen (vor allem E/A und E/E'). Manchmal meint Linksherzfunktion nämlich nur die EF (Parameter der systolischen Funktion/Pumpkraft).

P edxdi


Wie gesagt nicht verrückt machen lassen. Wurde schon ein Echo gemacht? Es liest sich so. Ein vergrößertes Herz haben auch Sportler. Und eine kardiomyopathie ist sehr selten . Also wie gesagt stell die Frage deinem kardiologen.

pSeMlztiferW86


Und eine kardiomyopathie ist sehr selten

Das kann man so pauschal nicht sagen. Bestimmte Formen einer Kardiomyopathie sind selten, ja. Wie die restriktive Kardiomyopathie, oder sekundäre Kardiomyopathien im Rahmen von seltenen genetischen Syndromen, systemischen Muskelerkrankungen etc pp. Aber die dilatative und die hypertrophe Kardiomyopathie sind zumindest im Erwachsenenalter (und bei der dilatativen CMP im forgeschrittenem Alter) nicht selten. Eine dilatative CMP entsteht nämlich sehr oft infolge von ischämisch bedingten Schäden des Herzmuskels, sie kann aber auch in jüngerem Alter durch Herzmuskelentzündungen verursacht werden.

Die Prävalenz der hypertrophen Kardiomyopathie liegt bei 1:500 - das ist häufig! Es gibt nur sehr viele Gendefekte, die eine HCMP auslösen können, und einige davon sind häufig, andere wiederum selten.

Und natürlich soll er sich nicht verrückt machen lassen, aber abklären sollte man es vll doch, weil er auch neue Symptome angegeben hat.

psealzt{ier86


Eine CMP bei Kindern ist dagegen deutlich seltener...

L<avazLzZa1981


ich versteh dein problem nicht.

was wurde gemacht? routine ist ruhe ekg, ergo, echo und blutcheck - wenn der arzt sagt alles paletti nur etwas mehr sport machen, wo liegt das problem?

wurde ein 24h ekg gemacht wegen deiner stoplerer? auch die sind meistens ungefährlich, aber sollten abgeklärt werden!

dein rr ist nicht erhöht!

meiner meinung nach bist du gesund nir etwas neurotisch - wenn du angst hast lass nen komplett check machen inkl 24h rr.

LNava*zzaL1981


sorry vergessen :-) u wie es schon steht.... vergrösserte hm haben einige....

ich persönlich würde dir allerdings raten auch mal deinem lp(a)wert zu bestimmen wenn du solche angst hast ....

generell würd ich mich da echt nichr so stressen, du entwickelst sonst noch eine richtige neurose! klär die fragen mit einem fachmann, dem kardio deines vertrauens!

der hat dich untersucht u kann noch weitere untersuchungen machen um dich zu beruhigen!

alles gute

o0nodisxep


Dein verstärkter Herzmuskel und Aorta wird allgemein erhöhtem Blutdruck zugeordnet. Weil Sport dafür als Ursache ja bei Dir ausscheidet und obwohl Du bislang dafür keine erhöhten Werte hast. Da musste man ein 24 Stunden Blutdruckmessen machen.

Nun ja, Sport könnte Dir schon helfen, ich würde da aber langsam mit einem Hometrainer anfangen, bevor Du durch die Einsamkeit auf Skiern rennst.

Ich habe seit 50 Jahren eine Sinustachykardie links mit Extrasystolen (die man nur auf dem EKG sieht, nicht aber am Puls höhrt).

EtphDialthxes


Servus....

Danke erst einmal für Eure ganzen Antworten. Inzwischen bin ich reif für "die Klappse". Ich weiß, berechtigt, denkt der Eine oder Andere, Mensch steigere Dich doch nicht so rein. Aber das Problem ist, dass ich sowas noch nicht hatte und irgendwie schon jetzt eine psychische Herzphobie entwickle.

Liegt an mir, aber sorry, auch an den Ärzten (nicht alle).

Natürlich habe ich auf Euer Anraten nochmals meinen Kardiologen kontaktiert. Ich möchte ja wissen, woher kann so etwas kommen (Aorta, Herzmuskel), damit ich Verschlimmerungen vermeiden kann. Bzw. was soll ich tun, was weniger, was ist angebracht.

Die Antwort war - sie müssen alles daran setzen, dass es nicht schlimmer wird!

Super. Nicht nur eine sehr schwammige Aussage, auch noch eine Antwort, die einem noch mehr Grübeln lässt.

Und so habe ich noch mehr "Angst" bekommen und höre jetzt noch mehr in meinen Körper (Herz) rein. Am Freitag vorgestern habe ich wieder schnelles Walken gemacht und ziemlich geschwitzt. Gestern am Samstag habe ich dann auf einmal stechende Schmerzen zwischen den Rippen vorne bekommen und dazu noch Schmerzen im Rücken - genau in der Mitte an der Wirbelsäule - welche nach links und rechts hoch auf die Schulterblätter gestrahlt haben.

So. Vor Monaten hätte ich noch gesagt - klar - geschwitzt - unterkühlt - verspannt.

Jetzt bin ich vor lauter Phobie gestern in die Notfallpraxis gerannt aus Angst vor einem Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod.

EKG lieferte aber keine Hinweise. Aber der nächste Arzt der ne Aussage hin wirft (als einfach nichts zu sagen, wenn es doch anscheinend nichts ist). Die Aussage - also kein Hinweis auf einen Herzinfarkt. Alles eigentlich ok. Nur bei III seien präterminale T Wellen. Aber das muss nichts bedeuten, meinte er.

Ja was nun? Muss nichts bedeuten?

Kann bei meiner Situation doch was bedeuten?

Und schon fängt man wieder an zu googeln und liest so Sachen wie Herztod und Co. Aber auch Dinge wie, dass bei III präterminale T Wellen auch bei völlig gesunden Menschen auftreten. Ja was denn nun? Der Arzt haut was raus, diffus, aber Erklärung gibt's nicht dazu.

Ärzte mögen wirklich sehr kompetent sein. Aber bringen einfach oft es nicht hin es für den Laien zu erklären. Plan ist auf Empfehlung eine/n Kardiologen/in zu besuchen und das genau zu untersuchen lassen und zu bereden. Ich muss das. Ich drehe gerade völlig am Rad. Bin total verunsichert und höre andauernd in mich rein. Fühle mich, als würde ich gleich verrückt werden.

In meinem Kopf ist gerade Engelchen und Teufelchen. Auf der einen Seite bin ich ein sehr rationaler Mensch und der versucht gerade klar zu denken. Rückenschmerzen und Rippen kommen von dem Schwitzen und Auskühlen. Dein Herzmuskel ist grenzwertig aber noch lange nicht drüber. Deine Schmerzen und dein schneller Puls kommen vom Adrenalin weil du dauernd in dich rein hörst. Und das Teufelchen... na ja Ihr wisst ja... das wirft alles rationale über den Haufen.

Eine Frage noch. Ist das normal, dass man an manchen Tagen sich ok fühlt und es kein Problem ist 1 Stunde schnelles walken ganz normal zu schaffen und an anderen Tagen da muss ich nur von der Couch aufstehen um einen Puls von 90-100 zu haben - und das geht den ganzen Tag so? Vor 1 1/2 Wochen habe ich ja beim Kardiologen ein Belastungs EKG gemacht mit 200 Watt und der meinte alles sauber.

M.onyikax65


Zum letzten Absatz, ich finde es normal, weil ich es auch habe :-D und schon länger damit lebe. Mein Herz ist generell unruhig, viele Extraschläge und reagiert auf alles mögliche mit schnellem Puls. Besser geworden ist es, seit ich niedrig dosiertes Ramipril nehme (Blutdrucksenker), das hat für mehr innere Ruhe gesorgt.

Ich bin sehr tagesformabhängig, beim Sport und bei der Arbeit, aber generell wird es durch regelmäßige Bewegung besser. Das wird bei dir sicher auch der Fall sein, also bleib dran, schnelle Gehen reicht da völlig, aber regelmäßig. Übrigens ist es normal, dass der Blutdruck bei Bewegung höher wird (allerdings gibts auch da Grenzen) und je trainierter man ist, umso weniger schnell er hoch. Entscheident ist aber der Blutdruck längerfristig in Ruhe, wenn er erhöht ist, dann merkt man das auch (ich merke es zumindest), weil das Herz dann nicht einfach nur schneller schlägt, sondern irgendwie härter.. schwer zu erklären.

Was wirklich ganz blöd ist, auch bei mir, viel Stress in Verbindung mit Ärger, Hetze, und Sorgen machen. Das merke ich auch sehr am Puls und dann auch Bluddruck. Ich würde dir dazu raten, den Blutdurck zu senken, auch wenn er jetzt nicht so exorbitant hoch ist, aber meine Erfahrung ist einfach, dass man dann generell etwas ruhiger wird, und das ist ein Selbstläufer. Ruhigerer Puls, dann weniger Sorgen, weniger Stress dadurch, ein positiver Kreislauf.

Grundsätzlich hast du ihm moment zu wenig Vertrauen in deine Körperfunktionen, das kenne ich auch sehr. Was hat denn der erste Arzt gemeint, mit "alles daran setzen"? War das alles, was er dazu gesagt hat?

p e1lztixer86


Präterminal negatives T kann bei gesunden auftreten, kann aber auch im Zusammenhang mit (d)einer (leichtgradigen) Hypertrophie stehen. An einen Herzinfarkt bzw. ischämisches Geschehen würde ich dagegen nicht denken.

Bei einem derartigen Befund muss man sicher keine Panik schieben - es ist kein dramatischer Befund. Aber eine Abklärung in Bezug auf eine hypertrophe Kardiomyopathie hielte ich für angebracht. Wenn man weiß, was es ist, sollte es sich besser handeln lassen, physisch wie mental.

pgeslIzRtiexr86


..bei Gesunden...

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