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Morgen Termin im Schlaflabor, noch wichtige Fragen dazu

M6elepkuxsh hat die Diskussion gestartet


Hallo :-) , mein Freund hat morgen einen Schlaflabor-Termin, vor allem wegen Schlafapnoe und nächtlichem Blutdruck-Hoch;

ich habe mich mit dem grundlegenden Ablauf beschäftigt, wollte aber noch etwas dazu fragen;

dazu vorab, nein, wir sind nicht paranoid oder grundsätzlich überdurchschnittlich besorgt ;-) , aber mein Freund ist Afrikaner und hat selbst schon eine mehr als heftige Erfahrung mit einem Arzt gemacht, sowie auch von ein paar Bekannten (ganz normalen, patenten Leuten) Dinge gehört, die einen zumindest nachdenklich werden lassen. Es wäre daher sehr nett, wenn einfach Leute, die sich wirklich auskennen, wertungsfrei die Fragen beantworten könnten. (Es ist auch klar, dass man auch als Afrikaner/sonstiger Ausländer im Normalfall im Krankenhaus oder bei einem Arzt nichts zu befürchten hat, aber man sollte trotzdem gut informiert sein)

Ich würde gern wissen:

- Ob es zu irgendeinem Zeitpunkt/unter irgendwelchen Umständen beim Schlaflabortermin nötig sein könnte, der Person etwas zu spritzen oder dergleichen?

- Gäbe es irgendwelche Möglichkeiten, z.B. über die Elektroden, etwas zu tun, was demjenigen schaden könnte?

- Ist es theoretisch möglich, irgendetwas zu erforschen/zu experimentieren (ich weiß, wie es sich anhört :=o ), was dem Patienten schaden könnte, ohne dass er etwas davon mitbekäme?

- Und kann ich meinen Freund begleiten und über Nacht mit im Zimmer bleiben? (es ist eine Uniklinik)

Vielen Dank schon mal...

Antworten
PVauli_}Reverxe


Ich antworte dir mal, obwohl ich kein Arzt bin und vermutlich nicht auf alle deine Antworten die präziseste Antwort geben kann. Und zwar, weil der Termin ja schon morgen ist und die Fragestellung ja doch schon recht speziell. Bevor du also sonst in Gefahr läufst gar keine Antworten zu bekommen:

- Ob es zu irgendeinem Zeitpunkt/unter irgendwelchen Umständen beim Schlaflabortermin nötig sein könnte, der Person etwas zu spritzen oder dergleichen?

Wenn deinem Freund wirklich jemand etwas Böses will, dann wird sich derjenige einen für den Laien halbwegs plausiblen Vorwand einfallen lassen können.

Ich kann dir allerdings sagen, dass mir noch nie etwas im Schlaflabor gespritzt werden musste. Auch nicht bei Ein-, oder Durchschlafproblemen. Damit möchte ich aber nicht ausschließen, dass es dennoch tatsächlich gute Gründe gibt.

- Gäbe es irgendwelche Möglichkeiten, z.B. über die Elektroden, etwas zu tun, was demjenigen schaden könnte?

Man wird in der Regel an ein EEG, EKG und ein Pulsoximeter (man korrigiere mich, wenn ich falsch liege) angeschlossen. Damit kann man niemandem schaden, auch wenn es mit den ganzen Kabeln etwas gruselig ausschaut.

- Ist es theoretisch möglich, irgendetwas zu erforschen/zu experimentieren (ich weiß, wie es sich anhört :=o ), was dem Patienten schaden könnte, ohne dass er etwas davon mitbekäme?

Es ist durchaus üblich Blut abzunehmen und Kontrollen durchzuführen, auch zur Genuntersuchung (welche in gewissen Fällen zur Diagnosestellung wichtig sein können). Würde jemand diesbezüglich, oder auch anhand der sonstigen Untersuchungen seine Schweigepflicht massivst verletzen, könnte natürlich ein Schaden entstehen.

Aber ganz ehrlich: Das ist nun wirklich paranoid.

- Und kann ich meinen Freund begleiten und über Nacht mit im Zimmer bleiben? (es ist eine Uniklinik)

In den Schlaflaboren, in denen ich bisher war wäre das nicht möglich gewesen: Schlaflabore bieten in der Regel Einzelzimmer an, die auch nur Platz für ein Bett bieten. Ganz einfach deswegen, weil der Patient ungestört schlafen soll. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass das in anderen Kliniken anders ist.

Ganz ehrlich: Ich denke du machst dir da unnötig Sorgen.

L\uc(i32


Experimentieren ohne Genehmigung geht nicht! Man braucht eine schriftliche Einwilligung- auch wenn jemand sich aktiv für eine Studie bewirbt. Fehlt die Einwilligung- man müsse die Daten löschen.

Nein, du darfst dort nicht in der Nacht da sein.

Falls es dich beruhigt: wo ich gearbeitet habe, war unserer Schlafmediziner Afrikaner...

S\unfllowerx_73


Kurz und knapp:

1. Gabe von Medikamenten: Bestimmt nicht. Man will ja Deinen Schlaf komplett unbeeinflusst erforschen. Du hast oder wirst doch eine Aufklärung unterschreiben; da steht nichts von Medikamentengabe. Und jenseits einer akuten Notfallsituation unabhängig vom Schaflabor DARF man niemanden gegen seinen Willen Medikamente verabreichen.

2. Die Elektroden SENDEN nicht, sondern zeichnen div. Dinge auf: Hirnströme, Augenbewegungen, Atmung, Herzschlag, Puls,...

3. Forschung: Man kann natürlich Deine Daten inkl. der Videoaufzeichnung von Dir im Schlaf (die i.d.R. gemacht wird) zu Forschungszwecken einsetzen, indem man die Daten in einen Pool eingibt von Patienten mit derselben Diagnose, um mehr Einzelinfos zusammenzutragen. Aber AN DIR DIREKT forschen: Nein. Und selbst wenn Deine Video zu Lehrzwecken verwendet werden soll (ich habe im Rahmen meines Studiums/Weiterbildung durchaus einige z.T. faszinierende Videos aus dem Schlaflaobr gesehen), erfordert das Dein explizites Einverständnis. In so einen Datenpool (der immer anonymisiert ist!) können auch Blutwerte einfließen. Einer Genanalyse müsstest Du aber ebenfalls explizit zustimmen. Aber diese Datenverwendung ist vermutlich nicht das, was Du meinst. Deine Frage zielt vermutlich mehr darauf ab, dass man DIREKT AN DIR etwas vornimmt. Dazu: Klares NEIN.

4. Übernachtung des Partners: Hier auch ein klares Nein. Leider. Aber die Räume sind i.d.R. zu klein; nicht darauf eingerichtet - und man will Störfaktoren einfach weitestgehend minimieren.

Fazit: Es ist NUR eine Übernachtung in einer Uniklinik, bei der Du an best. Messgeräte angeschlossen wirst. Dir droht nichts - außer ein paar nervigen Kabeln und ggf. einer hilfreichen Diagnose.

M\elekxush


Vielen Dank für eure netten und ausführlichen Antworten! (sorry, dass ich jetzt so verspätet schreibe) So hatte ich doch schon mal noch mehr genauere Informationen, und z.B., dass die Elektroden ohnehin nur Dinge aufzeichnen können, hat uns dann schon etwas beruhigt. Ich durfte wider erwarten dort übernachten, es war sowieso ein zweites Bett daneben (im Normalfall dafür gedacht, wenn ein Kind im Schlaflabor untersucht wird, so dass auch ein Elternteil dabeibleiben kann); und es waren zwei sehr nette Studenten, die sich um die Verkabelung :-D und so gekümmert haben

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