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Vorhofflimmern nach Pfo-Verschluss per Katheter

Dfrea!m9s2x015 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Nachdem mein angeborener Herzfehler (Foramen Ovale, Vorhofseptumdefekt) per Katheter-Eingriff mit einem Amplatzer-Okkluder (Schirmchen) komplikationslos geschlossen wurde, kamen eine Woche später heftige Vorhofflimmern.

Der Kardiologe verschrieb mir Beta-Blocker in der geringsten Dosis, die auch nun nach einigen Tagen scheinen zu wirken.

Nun meine Frage: können die VHF Folge des Schirmchens sein? Wenn ja, wieso kamen sie erst 1 Woche später? Mein Kardiologe meint nämlich, dass sie nichts mit dem Verschluss zu tun haben können. Im Krankenhaus sagte man mir, dass das durchaus vorkommen kann und sich wieder gibt. Mein Herz braucht wohl Zeit, sich nach 33 Jahren falscher Funktion an die richtige Funktion zu gewöhnen, das kann bis zu 3 Monaten dauern. Auch ist das Loch riesig und der Schirm entsprechend groß (3 cm).

Hat jemand Erfahrungen? Ich habe nun unterschiedliche Aussagen der Ärzte, logisch scheint mir aber die Eingewöhnungstheorie.

Wie lange könnte so was dauern? Im Moment ist es ziemlich ätzend, sobald mein Herz schneller schlägt (kurz Treppen gestiegen oder so, bin noch ziemlich kurzatmig nach dem Eingriff), rast es dann mit 150, bis ich mich hingelegt habe. Ich bin mir nicht mal sicher, dass gerade das Hinlegen hilft, wirkt auch nicht immer. Bin ziemlich verzweifelt.

Solche Eingriffe sind im Erwachsenenalter so selten, dass ich nirgends im Net was dazu gefunden habe - nur die allgemeinen Informationen zum Eingriff selbst und Aussage, dass Herzrhythmusstörungen als seltene, aber mögliche Komplikation auftreten können.

Vielleicht meldet sich jemand, der was gehört hat. Liebe Grüße

Antworten
wGintYersoLnnex 01


Einen Tag nach der OP schon entlassen ":/ und dann mit allen Fragn alleine zu Hause zu sein.

Ich würde echt im KH anrufen und versuchen, einen Termin zu bekommen um dort meine Fragen den Ärzten, die dich operiert haben zu stellen. Vielleicht haben die ja eine Sprechstunde dort.

Zumindest als Zweitmeinung zu dem niedergelassenen Arzt wäre das doch eine Alternative.

Bpo1


Ich habe letztes Jahr auch einen Gore Occluder implantiert bekommen im DHM München.

Bei mir hat man Ursprünglich VHF mal vermutet aber nie nachweisen können, Deshalb habe ich schon seit langer Zeit einen Eventrecorder implantiert (ein permanent EKG, welches Anomalien sofort aufnehmen und über nacht an die Klinik senden würde). Jedenfalls hat man bei mir das PFO dann zugemacht und ca. 4 Wochen später bekam ich das erste mal kräftiges VHF und Herzstolpern was ich so zuvor noch nie gehabt habe. Zusätzlich Eliquis genommen (Gerinnungshemmer) und das Schirmchen 6 Monate lang einwachsen lassen und während der Zeit den Gerinnungshemmer genommen (sonst nix).Dieses VHF hatte ich auch nur dieses eine mal, aber bis ca. 4 Monate nach dem Verschluß noch hin und wieder Extrasystolen.

6 Monate nach dem PFO verschluß war ich zur Folgekontrolle (mit wunderschönem Schluckecho :-o ). Alles dicht und weder Extrasystolen noch VHF. Mein Kardiologe sagte mir das dies nach der OP schon vorkommen kann, da es ja ein Fremdkörper im Herzen ist und die Reizleitungen dann ggf. überreizt werden und sich erst an diesen Umstand gewöhnen müssen. Nach 6 Monaten sei das Implantat aber soweit eingewachsen, dass es keine Probleme mehr geben dürfte.

Ich aknn das nur bestätigen, ich habe den Schirm seit Juli 2015 drin und nehme seit Februar 2016 keine Blutverdünner, Gerinnungshemmer etc. mehr, da die lt. meinem Kardiologen nach der Verlaufskontrolle nicht mehr nötig sind.

Ich habe diesbezüglich keine Probleme mehr gehabt (auch keine unbemerkten, sonst hätte der Eventrecorder angeschlagen).

Ich würde es jederzeit wieder machen, besser als lebenslang Gerinnungshemmer zu schlucken.

Also cool bleiben und lass deinem Herzen 6 Monate Zeit sich daran zu gewöhnen. Aber während dessen solltest Du schon was zur Trombose Vorbeugung einnehmen. :)^

D.reaAms20S15


Hey Wintersonne,

Ja, dass ich am nächsten Morgen schon entlassen wurde, hat mich auch gewundert, ist wohl eine gängige Praxis bei diesem Eingriff. Der Schirm wird ja per Katheter durch die Vene in der Leiste reingeschoben, zählt nicht einmal als eine OP.

Mein Kardiologe war sogar der Meinung, dass nicht einmal eine Krankschreibung notwendig ist!

Im Krankenhaus war ich schon deswegen, dort hatte ich ebenfalls zwei Meinungen zu VHF: die Ärztin in der Ambulanz verneinte den Zusammenhang mit dem Schirm, der Arzt, der bei mir das Schluck-Echo gemacht hat, sagte, das Herz kann gereizt sein, es braucht Zeit, gibt sich wieder.

Also allein im gleichen Krankenhaus herrschen unterschiedliche Meinungen dazu.

Und ich sitze hier, Kämpfe mit dem niedrigen Blutdruck. Eine geringere Dosis Beta kommt wahrscheinlich nicht infrage, ist die geringste. Früher wäre ich mit Turnübungen und hohem Puls gegen Blutdruck-Absacken vorgegangen, im Moment habe ich Angst, dass das zu einer VHF-Attake führen wird. Teufelskreis vom Feinsten.

Bxo1


und ja, ich war auch nur 2 Nächte drin, hatte aber zuvor ein ausführliches Gespräch mit dem Oberarzt, der mir alle Fragen beantwortet hat und mir alles erklärt hat.

Ihn konnte ich sogar aus dem Ausland anrufen, da ich im Auslang war als ich das VHF hatte.

Bei VHF muss man Gerinnungshemmer nehmen, da man sonst Schlaganfall gefärdet ist !!!

Ob man das VHF durch Betablocker sicher unterdrücken kann, weiß ich nicht bin kein Kardiologe, falls nicht auf jedenfall Gerinnungshemmer (Marcumar oder ähnliches) --> Frage Deinen Kardiologen.

BFo1


... das beim Schirmchenverschluss verschriebene Clopedogrel (was man in der 6 Monatigen Einwachsphase nehmen soll) ist zu schwach und schützt bei VHF nicht ausreichend gegen Schlaganfall !!!

DXrweamws2015


Hey Bo1,

Auch Dir danke ich für die Antwort!

Es tut sehr gut, zu hören, dass es durchaus geben kann! Ja, ich soll jetzt 1 Jahr lang Gerinnungshemmer nehmen und zusätzlich noch Aspirin lebenslang! Zumindest brauche ich unter dieser Therapie keine Angst vor Schlaganfall unter VHF zu haben!

Und, wie fühlst Du Dich mit dem Schirm? Ist Deine Leistungsfähigkeit gestiegen?

Ich hatte vorher keine Symptome wie Atemnot und hielt mich für sehr leistungsfähig. Im Miment habe ich eher das Gefühl, Kurzatmig geworden zu sein, aber das soll sich geben laut Arzt. Meine Rechtsherzbelastung war schon enorm (das Loch ist an die 3 cm groß). Trotzdem habe ich zumindest in Ruhe das subjektive Gefühl, mehr Sauerstoff einatmen zu können.

Magst du erzählen, wie groß das PFO bei Dir war und in welchem Alter und weshalb Du das diagnostiziert und geschlossen bekommen hast?

Bei mir sind im Alter von 32 Extrasystolen aufgetaucht, das HerzEcho zeigte ein Loch. Wobei ursprünglich von 7 mm die Rede war. Nun ja, ein Schluck-Echo ist halt genauer als eines durch die Brust.

Oh ja, das schluck-Echo! Ich kann ein Lied davon singen. Hatte gestern wieder, habe mich gegen Schlafspritze entschieden. Was sind denn schon die 5 Minuten Untersuchung gegen 24 Stunden Benommenheit welche ich letztens nach der Kurznarkose hatte!

@:)

DTrenams2s0x15


oh! Dass Clopidogrel nicht schützt, wusste ich nicht, ich frage mal den Kardio-Dok! Hatte bis eben aber noch zusätzlich Heparin gespritzt für 10 Tage, das hielt man bei mir für angeraten, daher bislang ist alles gut. Danke für den Hinweis!

D{rKeams23015


Achso, und den Eventrekorder hast Du immer noch? Oder ist der jetzt lebenslang notwendig bei Dir?

Bxo1


ich (männl. 43) hatte 2 kleinere TIA's (Minischlaganfälle) und da hatte man mich auf den Kopf gestellt und eigentlich nichts auslösendes gefunden und deswegen VHF vermutet daher der Recorder. Bei einem Schluckecho hat man dann doch das PFO entdeckt, es sind mehrer kleine Löcher (ca. so 1-2mm groß) die auch nur bei Anstrengung aufmachen, daher habe ich keinerlei Leistungseinbußen gehabt und man war sich nicht sicher ob die für die TIA's in Frage kommen zumal ich auch regelmäßig Aspirin genommen habe. Eine lebenslange Einnahme von Antikoagulantium kommt für mich als Privatpilot nicht in Frage (wg. Verlust der Flugtauglichkeit).

Den Eventrecorder (wie ein kleiner USB Stick unter der Haut) lasse ich noch so lange drin, wie die Batterie hält (noch ca. 2 Jahre), da er ja nicht schadet (nimmt ja nur auf) und habe somit immer ein Vollzeit EKG für den Fall der Fälle. Brauchen tue ich ihn nicht mehr da das pathogenes VHF als Ursache aufgrund der langen unauffälligen Dauer nun ausgeschlossen wurde.

Alles Gute

BAo1


... ach ja, während ich diese sporadischen Extrasystolen (Herzstolperer) hatte, habe ich auch in diesem Zeitpunkt einen Leistungseinbruch verspürt. Aber nach den 6 Monaten des Einwachsens war da gar nix mehr und ich fühle mich gut und leistungsfähig (wie auch schon zuvor). ;-)

m?a_ttSeuTsel


Hallo,

es tut gut zu hören, dass es anderen ähnlich geht wie mir.

Ich hatte im Mai 16 einen leichten kryptogenen Schlaganfall. Nachdem die klasischen Risikofaktoren bei mir nicht greifen wurde weiter gesucht und ein PFO in Kombination mit einem Vorhofseptumaneurysma diagnostiziert. Um Vorhofflimmern auszuschliessen wurde mir ein Eventrecorder implantiert. Nachdem bei der Auswertung nach 6 Monaten kein Vorhofflimmern nachweisbar war, wurde am 08. Dezember 16 das PFO mit einem Schirmchen verschlossen. Am 26.12. hatte ich das erste mal zwei Stunden lang und am 28.12. für 8 Stunden lang Vorhofflimmern. Die Anzahl der vorkommenden Extrasystolen hat sich seit dem PFO Verschluss deutlich erhöht und ich hab öfters ein leichtes Druckgefühl und leichtes Stechen in der Herzgegend.

Seit dem Vorhofflimmern erhalte zusätzlich zu Clopidogrel und Eliquis noch Bisoprolol (Betablocker). Da es mir im Moment sehr schlecht geht (Übelkeit, Schwindel, manchmal in stark verminderter Form die Symptome wie beim Schlaganfall) habe ich den Betablocker vor 4 Tagen wieder abgesetzt aber so richtig verbessert hat sich meine Situation noch nicht.

Nach dem ich eure Beiträge gelesen habe hoffe ich jetzt, dass meine Herzprobleme mit dem Einwachsen des Schirmchens und der Gewöhnung des Herzens an die neue Situation zusammenhängen und irgendwann wieder verschwinden.

LG

Matthias

D(reaxms20x15


Hey Matthias,

Lustig, du hattest Deinen Eingriff drei Tage später als ich!

Du, mittlerweile bin ich sehr zuversichtlich, dass das wird. Und ich bin mir sicher, der Betablocker tut zwar dem Herzen insgesamt gut, wird aber wohl nicht von jedem vertragen. Übelkeit kann sehr gut vom niedrigen Blutdruck kommen, das hatte ich auch. Ich hatte unter Beta den Puls von 50 und Blutdruck von 90 zu 60. mein Kardio meinte aber, dass der Blutdruck erst in den ersten 1-2 Wochen der Einnahme reagiert, danach nicht mehr.

Und wie geht es Dir jetzt, ein paar Tage später? Es müsste nun raus sein, das Zeug hörte bei mir erst einige Tage später auf zu wirken. Hattest du ausgeschliechen oder einfach abgesetzt?

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine, meine Anfälle haben aufgehört. Von jetzt auf gleich. Ich habe immer nioch stundenweise vermehrte Extrasystolen, aber seit ca. 1 Woche kein VHF mehr. Ich bin natürlich noch ganz skeptisch, ich warte regelrecht, bis es wieder da ist. Habe auch wieder Sport gemacht (leichte Gymnastik-Übungen) und am Samstag 10 km. gewalkt. Ach, einfach herrlich, dieser Sauerstoff (kann viel besser atmen, seitdem mein PFO zu ist)!

Ich habe nun von mehreren gehört, dass VHF wegen geänderter Druckverhältnisse auftreten kann. Das Herz muss sich erst umstellen, das sind höchst sensible Bereiche, die auch ohne so eine Umstellung mal Spinnen können.

Und Herzstechen hatte ich ca. 2 Wochen lang nach dem Eingriff, jetzt nicht mehr.

Wie groß war denn Dein PFO? Und wie alt bist Du, wenn ich fragen darf?

@:)

Dmream.s2m01x5


Achso, vor ein Paar Wochen bin ich fast umgekippt - hatte eine VHF - Attake (so ca. 200 Schläge pro Minute), mir ist schwarz vor Augen geworden, hatte Druck und Rauschen im Kopf, als wäre das ganze Blut in den Kopf gestiegen. Zum Glück saß ich auf dem Bürostuhl. Nach ein Paar Minuten war der Spuk wieder vorbei, und ich habe davon abgesehen, den Notarzt zu rufen. Ist das das was Du meinst mit den abgeschwächten Schlaganfall -Symptomen? Das hatte ich so noch nie in meinem Leben gehabt (und hoffentlich werde auch nicht haben). Kaum zu glauben, dass ich nun fast nichts mehr habe. Es erinnert mich so auch nichts mehr an den Eingriff, außer wenn ich ganz genau meinen Puls fühle, schlägt es manchmal leicht unregelmäßig. Das wird aber bestimmt auch wieder.

mwat[teusexl


Hallo,

meinem Herzen gehts mittlerweile wieder richtig gut. Das Absetzen des Betablockers in Kombination mit täglicher 30 minütiger leichter sportlicher Belastung hat mein Herz wieder dahin gebracht wo ich es haben wollte.

Die andere Poblematik hat sich leider nicht verbessert, im Gegenteil. Ich war heute nochmal zur Kontrolle in der Neurologie, da ist aber alles unauffällig. Ich werde morgen mit meinem Hausarzt Möglichkeiten zur Umstellung der Medikation erörtern. Falls das nicht zum Ziel führt werde ich am 1. Februar noch mal stationär aufgenommen.

Ich bin 53 Jahre alt, sehr sportlich und körperlich eigentlich topfit. Das PFO hatte einen Shuntgrad III und das Schirmchen war 25mm groß.

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