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Kreislaufprobleme, Herz aber unauffällig?

wOider@porxst hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich (22/m) hatte am Sonntag vor vier Tagen über eine halbe Stunde mehrmals das Gefühl, dass ich fast ohnmächtig werde. Mir war sehr schwindelig, alles hat geflimmert, ich habe verwaschen geredet und mein Puls hat sich sehr schwach angefühlt. Seitdem habe ich auch leichte Brustschmerzen. (Ähnliche Schmerzen hatte ich aber vor ein paar Wochen schon mal, darauf wurde ein EKG gemacht, das war aber unauffällig. Daher vermute ich den Rücken als Übeltäter.) Zudem ist mir seit Sonntag recht kalt, insbesondere Hände und Füße sind ziemlich eisig.

Seitdem ist es nicht noch einmal so schlimm aufgetreten, aber ich habe dennoch immer wieder mal solche Schwindelattacken und dazu ein komisches Gefühl in der Herzgegend. Daher war ich Montag gleich beim Hausarzt. Vor zwei Monaten wurde ein MRT des Herzen gemacht, da man ein Herzgeräusch bei mir festgestellt hatte, dieses war aber ohne Befund. Deshalb und da ich in den letzten Monaten öfter mal wegen diffuser Beschwerden dort war, sagte mir mein Hausarzt, dass das einfach Panikattacken seien und dass diese ungefährlich seien, mein Herz sei gesund. Als mir dann nochmal ganz ungut wurde, bin ich in eine Arztpraxis geplatzt, die gerade in der Nähe war, dort wurde ein EKG gemacht und dieses war wieder unauffällig.

Nun scheint es mir eigentlich unwahrscheinlich, dass ich tatsächlich etwas am Herzen habe, da es ja vermutlich nicht viel genauer als ein MRT geht. Allerdings haben sich vor allem die Schwindelanfälle am Sonntag nicht angefühlt wie Panikattacken sondern wie ein wirklicher Sauerstoffmangel im Blut, da ich wie gesagt verwaschen geredet habe und da alles geflimmert hat.

Wie seht ihr das? Sollte ich vielleicht nochmal zu meinem Hausarzt gehen oder können Panikattacken auch solche Symptome auslösen?

Antworten
BSenietaBU.


Ich hatte seit Tagen Druck auf der Brust und unregelmäßigen Herzschlag.

War heute bei meinem Hausarzt, der meine Wirbelsäule abklopfte. Er fand eine Blockade in der Brustwirbelsäule und hat die gelöst. Knackste furchtbar, tat auch 10 Sekunden weh, aber seitdem kann ich wieder gut schnaufen.

Vielleicht würde es Dir auch helfen?

Und Panikattacken können natürlich auch mit Hyperventilation einhergehen. Dann kribbelt es überall. Es hilft, dann in eine Tüte zu atmen.

H[yperxion


nd da ich in den letzten Monaten öfter mal wegen diffuser Beschwerden dort war, sagte mir mein Hausarzt, dass das einfach Panikattacken seien und dass diese ungefährlich seien, mein Herz sei gesund.

EKG's waren ja alle ohne Befund. Dein Arzt sagt dein Herz ist in Ordnung.

Sollte ich vielleicht nochmal zu meinem Hausarzt gehen

Warum?

Herz ist gesund.

können Panikattacken auch solche Symptome auslösen?

Ja. Die Psyche kann eine Vielzahl an Beschwerden auslösen, auch Herzbeschwerden.

Hast du viel Stress?

Sorgen?

Probleme?

w*iderpoFrst


Danke für eure beruhigenden Worte. :-)

War heute bei meinem Hausarzt, der meine Wirbelsäule abklopfte. Er fand eine Blockade in der Brustwirbelsäule und hat die gelöst. Knackste furchtbar, tat auch 10 Sekunden weh, aber seitdem kann ich wieder gut schnaufen.

Habe ohnehin einen Termin beim Orthopäden nächste Woche und werde mal nachfragen. Danke für den Hinweis.

Und Panikattacken können natürlich auch mit Hyperventilation einhergehen. Dann kribbelt es überall. Es hilft, dann in eine Tüte zu atmen.

Wie sich Panikattacken anfühlen weiß ich. Gerade deshalb achte ich bei diesen Schwindelanfällen auch immer darauf, ruhig zu atmen, das hier fühlt sich aber einfach anders an.

EKG's waren ja alle ohne Befund. Dein Arzt sagt dein Herz ist in Ordnung.

Eigentlich sollte ich glücklich darüber sein und das so akzeptieren, ja. Allerdings hatte ich ja nur kurze Ruhe-EKGs und diese Schwindelanfälle habe ich nur ein- oder zweimal am Tag. Daher stelle ich mir die Frage, ob es nicht vielleicht irgendetwas gibt, was man nur auf einem Langzeit-EKG sehen würde.

Ja. Die Psyche kann eine Vielzahl an Beschwerden auslösen, auch Herzbeschwerden. Hast du viel Stress?

Aktuell nicht, aber ich neige allgemein zu Angst. Das weiß mein Hausarzt auch, deshalb hat er damit die Diagnose "Panikattacke" recht schnell gestellt. Wie gesagt bin ich ja der festen Überzeugung, dass mein Kreislauf allerdings wirklich kurz im Keller war und dass es nicht nur eine subjektive Panikattacke war. Wenn so etwas allerdings auch von der Psyche kommen kann, dann bin ich gewissermaßen beruhigt, da ich sofort irgendwelche gefährlichen Herzrhythmusstörungen in den Verdacht genommen habe.

wtideZrpRorst


Da ich jetzt noch eine heftige Schwindelattacke hatte und ich mich allgemein ziemlich schwach fühle, war ich heute in der Notaufnahme.

Bei den Blutwerten stechen heraus:

- Thrombozyten 151 /nl (Norm ab 160)

- Kalium 5,1 mmol/l (Norm bis 5,0)

- LDH 344 U/l (Norm bis 250)

EKG und Echo wurden gemacht. Beurteilung des Echo ist "normale Pumpfunktion, kein Vitium" und im EKG "R-Verlust V2-V4".

Dass beim Echo wohl alles bestens ist, beruhigt mich auf jeden Fall. Aber das hohe LDH finde ich etwas seltsam. Mein Hausarzt ist nächste Woche nicht da, daher kann ich das erst in acht Tagen besprechen. Meinungen?

pFelQztiexr86


R-Verlust V2-V4".

Da das Echo normal war, wird das hier wohl eher einer ungenauen Elektrodenplatzierung geschuldet sein.

Vll solltest du die Blutwerte im Gesamten einstellen. Wie war insb. das Bilirubin, GOT und CK?

Sind die Thrombozyten tendenziell eher niedrig bei dir?

Ansonsten würde ich bei der Kombination "hohes LDH, minimal erhöhtes Kalium (was an sich nicht schlimm ist) und leicht erniedrigte Thrombozyten" auch bei normalem HB/Hkt eine Hämolyse ausschließen lassen (über die Bestimmung von Haptoglobin).

Außerdem könnte man auch noch einmal genauer auf die Gerinnung schauen (D-Dimere, Quick, PTT, ...)

Die neurologischen Beschwerden

Mir war sehr schwindelig, alles hat geflimmert, ich habe verwaschen geredet

könnten ins Bild einer beginnenden TTP passen.

peeElVzti~erx86


...achja, bevor du selbst googelst und auf Seiten landest, die deine Panik unnötigerweise befeuern werden, lieber hier gleich ein Link zu TTP:

[[http://flexikon.doccheck.com/de/Thrombotisch-thrombozytopenische_Purpura]]

Ich sage ausdrücklich, dass es das nicht sein muss, und das bei deinen aktuellen Blutwerten und Beschwerden auch kein hochgradiger Verdacht besteht. Aber eine Hämolyse (die TTP ist nur EINE der vielen Ursachen für eine Hämolyse) ausschließen, das sollte man imho schon. Dann sieht man weiter.

wbider.porysxt


PTT/Heparin war mit 18,7 sec zu niedrig

Qick war mit 98% normal

D-Dimer war mit 0,13 mg/l normal

Bilirubin wurde hier nicht abgenommen, aber tatsächlich war ich im vergangenen Monat wegen gelber Augen beim Arzt und hatte 1,9. Andere Leberwerte waren aber okay, daher war die Rede von Morbus Meulengracht.

Etwas Angst macht mir jetzt, da ich die in deinem Link erwähnten Symptome wie Tinnitus und gelegentliche Kopfschmerzen tatsächlich auch habe.

whidezrporst


CK und GOT wurden übrigens nicht kontrolliert.

Hämoglobin war mit 16,5 g/dl aber okay.

pOelxzXt-ier8x6


Dann lasse einfach nochmal in den nächsten Tagen bei einem normalen Arzt das CK, GOT und GPT, Bilirubin (direkt und indirekt), Nierenwerte, Haptoglobin und das Blutbild abnehmen.

So kann man nichts weiter zu sagen. LDH kann schnell mal hochgehen, bei jedem Infekt. Es war lediglich die Kombination mit dem minimal erhöhten Kalium und den Thrombos, die mich an die Möglichkeit einer Hämolyse hat denken lassen. Auch eine in vitro Hämolyse (also im Röhrchen) verursacht erhöhte LDH-Werte.

Es muss ja wie gesagt nicht TTP sein (die präsentiert sich in der Regal auch akuter, auch wenn sie manchmal auch zumindest initial einen subakuteren Verlauf haben kann), und ich denke auch nicht, dass du das hast. Aber eine Hämolyse wäre im Bereich des Möglichen (und bei den meisten Hämolysenformen, auch den chron., können neurologische Beschwerden auftreten); so lange man Haptoglobin nicht bestimmt, wird man hier nicht weiterkommen.

wViderfpIorsxt


Danke für deine Antwort.

Ich habe übrigens nochmal nachgesehen und die Thrombozyten waren vor sechs Wochen als das erhöhte Bilirubin festgestellt wurde bereits mit 161 /nl ähnlich niedrig.

Kreatinin habe ich schon die ganze Zeit erhöht (1,1 mg/dl ist für eine 22 Jahre wohl recht hoch), daher bald Termin beim Nephrologen.

So wie ich das sehe ist ein normaler Hämoglobin-Wert ja eigentlich ein gutes Argument gegen TTP, aber jetzt bin ich doch etwas verunsichert.

S[unFflowEer_x73


Ich kippe seit meiner Pubertät immer mal wieder um. Niedriger Blutdruck halt. Ist Ü40 besser, aber Sauna geht nicht, lange heiß duschen auch nicht, bei Hitze lange stehen nicht. Momentan macht mir der Wetterwechsel zu schaffen. Ja und? Viel trinken, Wechselduschen, Eisenwerte im Auge behalten. Idealerweise regelmäßig Sport. Und ggf. "applied tension": Einfach die großen Muskelpartien anspannen (Popobacken zusammenkneifen), um den Druck zu erhöhen und das Absacken des Blutes nach unten zu verhindern. Das alles hat aber nix mit Herzproblemen zu tun.

pWelz&tiexr86


Ja, eine akute TTP ist es dann nicht. Aber eine chron. Hämolyse würde durchaus passen zu den erhöhten Bilirubinwerten, grenzwertigen/leicht erniedrigten Thrombos, dem erhöhten LDH (das solltest du auch nochmal kontrollieren lassen). Eine chron. Hämolyse belastet die Nieren, daher gäbe es auch hier einen Zusammenhang.

Wenn es eine chron. Hämolyse wäre, gibt es eine Menge Differentialdiagnosen, darunter auch die PNH. Die erwähne ich nur, weil sie selten ist, und seltene Erkrankungen werden häufig übersehen, wenn nicht jemand gerade gezielt den Gedanken hat.

w>idCerpoxrst


@ Sunflower_73:

Ich habe sonst einen guten Blutdruck von 125/80. In den letzten Tagen habe ich häufig 150/90 gemessen, aber ich bin auch etwas panisch gewesen wegen meiner Herzangst. Aber deine Tipps zum weiteren Absacken des Blutes werde ich im Hinterkopf behalten, vielen Dank.

@ pelztier86:

Die Möglichkeit von TTP hat mir jetzt aber einen ganz schönen Schrecken eingejagt; das klingt ja beinahe so gefährlich wie ein Herzinfarkt. Der LDH und die grenzwertigen Thrombozyten und das grenzwertige Kalium verunsichern mich immer noch ziemlich, aber so wie ich das lese, sind Thrombozyten bei TTP meistens noch deutlich niedriger (<100 /nl) und mein Hämoglobin ist wie gesagt gut.

Die Woche abzuwarten, bis mein Hausarzt wieder da ist, wird vermutlich der Horror da mir trotz aller Werte mal wieder eine Krankheitsangst in den Kopf steigt, aber nach akutem Handlungsbedarf sieht die Geschichte jetzt nicht aus, richtig? Danke dir auch noch mal für deine raschen und kompetenten Antworten!

p3el=z/tierx86


Es reicht, wenn du die genannten Werte in den nächsten 1-2 Wochen kontrollieren lässt, wenn sich nichts Wesentliches (und hier meine ich wirklich WESENTLICHES) an deinem klinischen Zustand ändert.

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