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Long QT Syndrom durch Cipralex?

E|inBeGut2eFraxge hat die Diskussion gestartet


Hallo Fories,

hier kennen sich ja einige sehr gut aus, daher meine Frage.

Es ist laut Rote Hand Brief ja so, dass Escitalopram (Cipralex) die Gefahr eines Long QT Syndroms beherbergt. Wenn auch geringer als bei Citalopram, so ist sie trotzdem da.

Jetzt meine Frage: Tritt so eine Verlängerung unmittelbar nach Beginn der Einnahme auf oder kann sich das auch nach 5-jähriger Einnahme "plötzlich" einstellen (ohne Dosiserhöhung)

Wäre nett, wenn jemand was weiß, wenn er es mir verrät.

LG

Antworten
MVerl\ine72


ich bin da auch ein bisschen vorsichtig mit diesen medikamenten weil ich schon eine tachycardie hatte die verödet wurde. daher habe ich meinen arzt darauf angesprochen, weil einige antibiotika auch diese nebenwirkung haben.

laut meinem kardiologen, soll ich mir bei medikamenten die ich bisher gut vertragen habe, keine sorgen machen. oft tritt das schon nach wenigen einnahmen auf, und ist wohl auch veranlagungssache ob und wie ich auf einzelne stoffe reagiere.

ein mineralstoffmangel kann dies aber wohl begünstigen, daher bin ich da ein bisschen aufmerksam und schau dass ich genug magnesium und kalium zu mir nehme.

lange rede kurzer sinn, ich denke das kannst du vernachlässigen.

Spunfloxwer_73


Es kann sich theoretisch jeder Zeit noch entwickeln. Daher soll man ja auch regelmäßig entsprechende Kontrollen durchführen lassen.

M.erlin[e72


bekommst du denn nicht ab und an mal ein ekg geschrieben?

EningeGut+e|Frxage


Hey, danke für eure Antworten.

Ne, ich hab das letzte EKG vor 2 Jahren oder so bekommen. Da war aber immer alles ok.

Nehm das Cipralex in der Mischung mit Paroxetin, wohl nicht ganz so günstig.

Das mit dem Mineralstoffmangel weiß ich, aber mein Kalium, Natrium und Magnesium ist immer gut, ebenso die allgemeinen Blutwerte.

Aber ist ja shitty, dass man das jederzeit bekommen kann. Bin immer davon ausgegangen entweder reagiert der Körper oder halt nicht.

M6ajax27


Meistens tritt es im ersten Monat auf, kann aber auch noch später passieren.

Meine QT-Zeit war nach 10 Tagen bereits verlängert.

Vor einigen Jahren habe ich Cipralex 20mg ohne QT-Verlängerung genommen.

Jetzt habe ich die erhöhte QT-Zeit schon bei 5mg gehabt und jetzt bei 10mg ist es noch schlimmer. Da ich aber auf Cipralex nicht verzichten kann, muss ich mit dem Risiko leben und lasse auch keine EKG mehr machen.

t%h'e-cMavexr


Nach längerer Zeit ist es ziemlich unwahrscheinlich. Kann aber dann passieren, wenn andere Arzneimittel ins Spiel kommen, die entweder ihrerseits QT-verlängernd wirken, oder den Abbau von Escitalopram hemmen (genauer gesagt: Das Enzym CYP2C19).

Normalerweise macht man ein EKG vor Therapiebeginn, auch wenn das in der Fachinformation nur für Risikopatienten empfohlen wird. Das derzeitige Standardwerk über Psychopharmaka (Benkert/Hippius) empfiehlt für alle neueren Antidepressiva ein EKG vor Therapiebeginn, danach nochmal eines. Wenn das unauffällig ist und keine weiteren Risikofaktoren vorliegen, sind weitere EKGs nicht routinemäßig nötig. Wenn man ein anderes Medikament einnimmt, sagt man am besten dem Apotheker, dass man auch Escitalopram nimmt und fragt nach Wechselwirkungen. Die haben Programme, in denen man das sekundenschnell nachschauen kann. Da das Medikament mittlerweile sehr viel bei Angststörungen eingesetzt wird, ist es aber sicher gerechtfertigt, gelegentlich EKGs zu machen, wenn davon die Therapietreue abhängt.

Insgesamt ist das Risiko geringer als bei vielen anderen Medikamenten. Es ist halt nur nicht so extrem niedrig, wie man eine Zeitlang dachte, deswegen der rote-Hand-Brief. Und die Kombination "rote Hand" + "Einsatz bei Angstpatienten" führt dann natürlich zu entsprechend vielen Diskussionen im Internet - bei anderen Medikamenten wird kaum diskutiert...

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