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Bruststechen links

ARmi]go6x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

nachdem ich jetzt längere Zeit hier mitgelesen habe, möchte ich nun mal kurz meine Situation beschreiben und hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann.

Zuerst zu mir: männlich, 32 Jahre alt, Nichtraucher (seit 3 Jahren), sehr sportlich (laufen, radfahren, schwimmen).

Vor ca. 3 Jahren bin ich öfters nachts mit Herzrasen und leichtem Stechen/Pieksen in der Brust aufgewacht. Es kam dann natürlich die Panik hinsichtlich einen Herzinfarkt usw. dazu. Da diese Situationen jedoch nicht so oft war, schenkte ich dem Ganzen keine große Bedeutung.

Dann im Dezember 2015 war es dann so: Ich hatte am Abend davor gefeiert, getrunken usw. Am Vormittag des nächsten Tages trank ich ein RedBull und fuhr zu meinen Eltern zum Essen. Beim Essen dann plötzlich Herzrasen, Schwindel, Panik. Ich legte mich dann hin und bekam dazu noch Bruststechen links.

Mein Vater fuhr mich dann zum Hausarzt und dieser verständigte einen Rettungswagen da ihm nichts auffiel und ich kam in Krankenhaus.

Dort wurde ich ans EKG angeschlossen, Blut gecheckt, Herzultraschall gemacht.

Es gab nichts auffälliges nur der Rat, dass ich beim Kardiologen doch mal ein 48 Stunden-EKG machen soll.

Einen Tag später bekam ich das 48 Stunden-EKG. Dieses ergab auch keine Auffälligkeiten. Es wurde dann noch ein Ruhe- und Belastungs-EKG und nochmals ein Ultraschall gemacht. Ohne Auffälligkeiten. Einzig ein Rechtsschenkelblock wurde wieder festgestellt. Dieser wurde jedoch bereits bei einem Belastungs-EKG 2 Jahre zuvor festgestellt.

Der Kardiologe meinte dann, das Bruststechen käme vom Rücken. Ich habe eine Skoliose auf Höhe der Brustwirbelsäule. Ich ging dann einige Male wegen der Panikattacken zu einem Psychologen und der half mir eigentlich relativ gut. Ich machte sehr viel Sport und so war letztes Jahr eigentlich relativ Beschwerdefrei.

Ende 2016 kamen dann die Gedanken an die Geschichte mit dem Krankenhaus usw. wieder hoch und seit Anfang dieses Jahres habe ich immer wieder dieses Stechen in der linken Brust. Mal ganz außen an den Rippen, dann beim Brustbein, dann mal oberhalb der Brust, dann mal drunter. Es ist oft nur ein einzelner Stich und manchmal ein paar Sekunden lang ein paar kleinere Stiche. Bewegung/Aufstehen bringt meist Linderung.

Während dem Sport habe ich keine Beschwerden, jedoch oft danach, wenn der Puls und alles wieder runterfährt.

Jetzt konzentriere ich mich natürlich auch den ganzen Tag auf mein Herz/Brust ob nicht gleich wieder ein Stechen kommt. Es sind meist keine sehr schmerzhaften Stiche, aber natürlich jedes Mal kommt sofort der Gedanke, am Herz stimmt was nicht.

Ich war jetzt beim Orthopäden und die Wirbelsäule wurde wieder geröntgt, Wirbel eingerenkt und Physiotherapie verschrieben. Der Physio meint meine Brustmuskulatur sei extrem verhärtet und verspannt und auch am Rücken. Er löst immer wieder die Faszien und arbeitet an der Wirbelsäule.

Die letzten Tage ist es irgendwie wieder ganz unangenehm. Besonders im Sitzen (ich habe einen Schreibtischjob) kommen diese Stiche immer wieder. Gestern war ich auf einer Beerdigung und dort im Sitzen war es wieder sehr sehr unangenehm. Ich habe dann mit dem Arm auf die Rippen gedrückt und dann wurde es besser.

Interessant ist auch, wenn ich dieses Stechen zB beim Essen irgendwo habe und dann 1-2 Bier trinke, dann ist alles plötzlich weg.

Da ich oft meinen Herzschlag im der Brust spüre, habe ich aber einfach immer wieder diese Angst, dass ich etwas am Herzen habe. Vor Allem wenn das Stechen dann etwas anders ist als sonst, dann denke ich "aber jetzt ist es das Herz".

An meiner rechten Hand schlafen auch gelegentlich der kleine und der Ringfinger ein und dies kann sich bis zum Ellenbogen teilweise ziehen. Dazu habe ich vom Orthopäden eine Überweisung zum Neurologen bekommen um die Nerven durchzumessen. Rückenschmerzen habe ich auch mal stark und mal weniger stark.

Auch habe ich gelegentlich so einen dumpfen schwindligen Kopf und einen ganz verspannten Nacken hinten, das zieht dann bis in den Hinterkopf hinauf.

Es ist langsam wirklich bedrückend immer diese Angst ums Herz. Ich fliege mit meiner Freundin im Herbst für 3 Wochen in die USA und schon jetzt denke ich oft "was ist wenn im Flugzeug oder in einer abgelegenen Gegend mit meinem Herz etwas ist". Das Ganze schlägt mir wirklich sehr aufs Gemüt und ich weiß nicht was ich noch machen soll.

Anfang dieses Jahres war ich auch bei der Vorsorgeuntersuchung. Blut usw. alles gecheckt. Alles in Ordnung. EKG wurde keines gemacht, da die Hausärztin meinte, wenn ich vor einem Jahr das Belastungs-EKG und Ultraschall beim Kardiologen gemacht habe, kann sich da nicht wirklich was verändert haben.

Meine Hausärztin meinte dann noch ich neige etwas zum Hypochonder. Kann schon sein, denn wenn es im Bauch zieht oder mal die Beine kribbeln usw. meine ich oft ich habe eine schlimme Krankheit, google danach und auf irgendeine Krankheit passen die Symptome dann natürlich immer.

In 2 Wochen habe ich nun eine Sportmedizinische Leistungsdiagnostiguntersuchung, da wird auch das Blut untersucht und ein Ruhe- und Belastungs-EKG gemacht. Vielleicht beruhigt mich das dann etwas.

Antworten
SbimonL1511


Hallo Amigo61,

deine Symptome zu Googlen ist der größte Fehler, welchen Du machen kannst.

Oftmals werden zu Krankheiten Symptome dargestellt, welche nicht zutreffend sind oder eben andersherum. Für sensible Menschen, die eine Panikstören entwickeln oder diese besitzen, ist jede Art dieser negativen Informationsgebung belastend.

Zum Medizinischen:

Durch ein EKG, bzw. einem Belastungsekg und einem 24(48)h- LZ-EKG mit zusätzlicher Echokardiografie wurde schon fast alle nicht-invasiven Diganosemöglichkeiten ausgereizt.

Wenn hier keine Veränderungen zu sehen sind: QT-Strecke; PQ-Zeit; R auf T-Syndrom; ventrikuläre und supraventrikuläre ES und die damit verbundenen evtl. Tachykardien, keine Arrythmien, etc. Wenn auch im Echo keine strukturellen Veränderungen zu sehen sind und beim Belastungs EKG die o.g Hinweise nicht gegeben sind, würde ich mir keine Sorgen machen.

Zur Agina P. - eine KHK mit möglichem Herzinfarkt ist zudem gut im EKG (besonders Belastungs EKG ) zu erkennen. Einen Ausschluss kann allerdings nur eine Myokardszintigrafie bringen.

Vor der Reise in die Staaten würde ich nochmal einen Kardiologen aufsuchen und die o.g Beschwerden äußern, mit der Bitte, für die reise grünes Licht zu geben. Oder ggf. Dir ein gutes Gefühl zu geben.

Mit freundlichen Grüßen

Akmiago6x1


Hallo Simon1511,

danke erstmal für deine Antwort.

Ja ich weiß, das Googeln ist wirklich ganz schlecht für mich.

Jetzt habe ich noch eine Frage. Ich habe ja dieses Bruststechen nie wenn ich beim Arzt bin. Dort ist ja dann alles in Ordnung.

Könnte irgend eine Problem am Herzen nun auch beim Belastung EKG zu sehen sein, auch wenn es in dem Moment nicht gerade "sticht"?

Ich habe ja morgen diese Sportmedizinische Leistungsdiagnostikuntersuchung und da wird eben auch ein Ruhe- und ein Belastungs EKG von einem Arzt gemacht.

A5migxo61


nochmal kurz was: Da ich ja relativ viel Sport betreibe und dort mein Puls ja regelmäßig bis an den Maximalpuls getrieben wird, hätte ich doch auch dort mal Beschwerden wenn am Herzen etwas nicht stimmen würde?

S<imon1D5x11


Hallo Simon1511,

danke erstmal für deine Antwort.

Ja ich weiß, das Googeln ist wirklich ganz schlecht für mich.

Jetzt habe ich noch eine Frage. Ich habe ja dieses Bruststechen nie wenn ich beim Arzt bin. Dort ist ja dann alles in Ordnung.

Könnte irgend eine Problem am Herzen nun auch beim Belastung EKG zu sehen sein, auch wenn es in dem Moment nicht gerade "sticht"?

Ich habe ja morgen diese Sportmedizinische Leistungsdiagnostikuntersuchung und da wird eben auch ein Ruhe- und ein Belastungs EKG von einem Arzt gemacht.

Hallo Amigo61,

Herzstechen kann viele Ursachen haben. Auch welche, die keinen internistischen Hintergrund haben.

Abgesehen davon, kann Herzstechen auch Ausdruck von einer Durchblutungsstörung des Herzens sein.

Dies kann man durchaus im Ruhe -und Belastungs-EKG erkennen. Gerade weil hier meist bis zur persönlichen max. HF und Blutdruck

gearbeitet wird, kann man o.g Beschwerden erkennen.

Bitte hier ganz ausdrücklich auf bestehende Beschwerden hindeuten und alle offenen Fragen klären.

Interessanter Artikel: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Cardiophobie]] - hier werden sicher einige beschriebenen Verhaltensweisen zutreffen.

Eine Angsstörung ist keineswegs etwas schlimmes, sondern vielmehr eine natürliche Reaktion der Psyche.

Ergo:

Alle offenen Fragen bei der Untersuchung klären.

MfG

:[]

A}m{igo6x1


Hallo Simon1511,

der Artikel auf Wikipedia könnte von mir stammen. Dies trifft wohl zu 100% auf mich zu.

Das erste mal, als ich dann ins Krankenhaus kam, war beim Mittagessen. Jetzt ist mir wirklich sehr oft nicht wohl, wenn wir zum Essen gehen weil ich denke "hoffentlich passiert jetzt nicht das wieder".

Werde dem Arzt Morgen meine Beschwerden schildern bzw. musste ich eh schon einen ausführlichen Amnesebogen ausfüllen.

Vielen Dank für deine Antworten.

MfG

S+imon145x11


Hallo Amigo 61,

was kam denn bei der heutigen Untersuchung raus ??

Auch ich kann das alles nachvollziehen:

Nach Vorhofflimmern Sommer '16 und bekannten venrtrikulären Extrasystolen habe ich nun endlich meine Angststörung überwunden.

Ein Therapeut, dem man vertraut ist Gold wert.

Grüße

T"int>ifaxx74


@ Amigo61

Ich glaube, du bist internistisch bereits gut abgeklärt; für den Rest lies dich ev. hier ein:

[[http://www.praxis-dr-peter-neef.de/seiten/wirbelsaule/einschlafen-kribbeln-der-arme-haende.html]]

Die Seite bietet einen guten Überblick, was denn alles vom Rücken kommen kann.

Vielleicht machst du den "falschen" Sport, soll heißen du verschärfst damit nur deine bereits bestehende Problematik.

Ich kenne deine Beschwerden/Ängste nur zu gut, hatte dies ähnlich vor einigen Jahren. Ein guter Osteopath, viel BWS-Mobilisierung und ein wenig Zeit (3 bis 6 Monate) waren die Zutaten zur Beschwerdefreiheit.

Speziell die obere BWS kann ganz fiese Beschwerden machen; die ist in erster Linie für "gefühlte" Herzbeschwerden zuständig.

Harmlos, aber leider lästig ...

Man nennt das auch Cor Nervosum oder Herzneurose

[[http://www.moestel.de/artikel/herz_cor_nervosum.pdf]]

A0miHgo6x1


Vom Sport her gehe ich oft laufen, fahre Rennrad und Mountainbike und gehe (derzeit nicht sehr oft) Schwimmen. Starte hin und wieder bei einem Triathlon.

Jetzt habe ich im Yoga-Studio in das meine Freundin seit Längerem geht etwas gutes zusätzlich gefunden. Einmal ist es ein Ganzkörperkräftigungsprogramm (Stabilisationsübungen für die inneren Rücken- und Bauchmuskeln) und der 2. Kurs ist ein Faszientraining mit Blackroll und Bällen.

Meine Physio (bei dem ich seit ca 2 Monaten bin und vom Orthopäden nun nochmal 10 Einheiten verschrieben bekommen habe)meinte das wäre auf jeden Fall sehr gut für mich.

Ich habe auch seit ca. einem Jahr eine Nachtzahnspange und in dieser "ganzheitlichen" Praxis ist eine Osteopathin bei der ich nächste Woche einen Termin habe.

Die Skoliose die ich habe befindet sich auch auf Höhe der Brustwirbelsäule.

T{intifaxx74


Ich habe mir eine Blackroll gekauft und damit bekomme ich viele Blockaden in der mittleren, unteren BWS auf. Knackt eigentlich täglich. Wobei die Blockaden, solange sie keine Schmerzen verursachen, ja nicht soooooo tragisch sind.

Google nach Mobilisation BWS, oder guck hier:

[[http://sportmediziner-koeln.de/rueckenuebungen-koeln]]

Nur die passiven Sachen werden wahrscheinlich zu wenig sein. Mobilisieren, mobilisieren, mobilisieren ... dann wird's was ...

T'intifua@x74


Die hier find ich gut:

[[https://www.original-bootcamp.com/blog/nackenverspannung-uebungen.html]]

AEmigox61


So, am Freitag war jetzt ja die Sportmedizinische Untersuchung.

Beim Ruhe EKG hat mich der Arzt kurz geschockt. Er fragte mich, ob man an meinem Herzen mal was festgestellt hat weil das EKG etwas komisch sei. Ich sagte dann, dass ich einen kompletten Rechtsschenkelblock habe. Dies war dann das, was er gesehen hatte. Ansonsten wurde ich komplett durchgecheckt. Urin, Blut, Körper angeschaut. Dann auch beim Belastungs EKG alles in Ordnung.

Ja eine Blackroll habe ich auch und ich gehe einmal die Woche (seit ca. 3 Wochen) in ein Training in dem mit der Blackroll und mit Faszienbällen der ganze Körper bearbeitet wird.

Und ein weiteres Training im Moment eben ist das Ganzkörperkräftigungstraining in welchem mit Stabilisatinsübungen die Tiefenmuskeln im Rücken und Bauch bzw. Rumpf trainiert werden.

Die letzten Nächte bin ich jetzt mal wieder mit ziemlich hohem Puls aufgewacht und je nach Liegeposition hats mal wieder außen an den Rippen, oderhalb der Rippen und beim Schwertfortsatz in der Mitte gestochen. Nicht wirklich schmerzhaft, aber eben sehr unangenehm wenn man so aufwacht.

Bin jetzt auch gespannt was die Osteopathin morgen meint. Vor allem ob es anders ist wie beim Physio.

Atmi1go61


Zum "Stechen" in der Nacht hätte ich noch eine Frage. Da ich gelegentlich kurzzeitig das Gefühl habe keine Lust zu bekommen und dann wie eine Art nochmals Luft holen muss, mache ich mir jetzt etwas Sorgen, dass es was an der Lunge sein könnte? (Lungenembolie?, da hat man ja auch Bruststechen und mit dem Rechtsschenkelblock könnte dies ja auch zusammen hängen).

Dieser wurde ja letztes Jahr beim Kardiologen festgestellt und es wurde dann ja das Herzultraschall gemacht.

Oder hätte dies der Arzt am Freitag festgestellt als er mich abgehört hat?

T3inkttif3ax74


Ich glaube bei einer Lungenembolie hat man ganz andere Symptome und du würdest waagrecht mit Blaulicht Richtung Krankenhaus unterwegs sein ...

Wenn der Arzt am EKG was auszusetzen hätte, dann hätte er es auch gesagt und dich erst gar nicht zum Belastungstest gebeten.

Ein wenig habe ich den Eindruck, du hast einfach zuviel Spannung in deinen Muskeln/Faszien, deswegen weiß ich nicht, ob's nicht besser wäre, weniger zu trainieren und mehr auf Entspannung zu setzen. Aber ich denke, das sollte die Osteopathin herausfinden.

Bei einer, oder mehreren blockierten Rippen, ist es normal, nicht richtig durchatmen zu können. Hatte ich selber dieses Wochenende.

Das einfachste ist mal, du legst dich am Boden auf den Bauch und deine Freundin versucht mal sanft beginnend mit der flachen Hand links und rechts der Wirbelsäule auf die Rippen sanften Druck auszuüben. Dann merkt man eh ob die Rippen sich bewegen oder ob's da und dort ein wenig unbeweglicher ist. Diese Stellen dann sanft bewegen; Wärme hilft meist auch.

Oder auf die Osteopathin warten. ;-D

A)micgo61


Ja ich bin sehr gespannt auf die Osteopathin morgen.

Das unangenehmste sind einfach diese kleinen Stiche die einfach immer wieder im Brustbereich bzw. seitlich an den Rippen ohne Vorwarnung auftreten. Vor allem wenn ich wie jetzt gerade am Schreibtisch sitze oder nachts im Bett liege.

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