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Sktern4taler1x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich habe mir den Befund bereits faxen lassen, einen neuen Termin habe ich erst in 3 Wochen. Folgende Werte sind zu niedrig:

Hdl 50 (55-100)

Krea 0,69 (0.70-1.20)

Ldh 67 (26-129)

HB 11,9 (12-16)

Hct 35,5 (36-46)

Mcv 82,2 (85-95)

Monozyten 0,3 (0,3-0,7)

Ferritin 0,93 (13,0-400,00)

Kopfweh, Schwindel, Erschlagenes Gefühl, depressive Verstimmung seit Monaten. Passt da was zusammen? Danke und Grüsse

Antworten
S%tatus-QuxoVadxis


Ja, falls dieser Wert (Ferritin 0,93 (13,0-400,00)) tatsächlich so stimmt, hast Du einen ausgeprägten Eisenmangel!

Symptome davon können Schlappheit etc sein.

S~ternft&alerx11


Der Wert ist korrekt nur mir wurde von einer bekannten mitgeteilt dass das ferritin alleine keine aussagekraft hat.

SztatussQu2oVadixs


Aha, okay...

Als ich mal einen Eisenmangel hatte, wurde mir ein Eisenpräparat verschrieben, also denke schon, dass der Wert alleine schon mal hergenommen werden kann.

Schau mal:

[[https://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/mineralstoffe-und-spurenelemente/eisenmangel-ursachen-und-symptome]]

Hat der Körper also über längere Zeit zu wenig Eisen; kommt es zur Blutarmut (Anämie) mit den typischen Symptomen: andauernde Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwäche, Blässe, Schwindel und Kopfschmerzen, Kribbeln in Händen und Beinen. Der Organismus wird allgemein anfälliger für Krankheiten

STel=dom


Die Werte sprechen für einen deutlichen Eisenmangel, die Symptome dazu sind geradezu klassisch. Womöglich auch beginnende Eisenmangelanämie. Ferritin sollte bei mindestens 50, besser 100 liegen. Besteht eine starke Monatsblutung? Hashimoto? Alter?

Eventuell kann ein Eisenzentrum weiterhelfen bzw ein niedergelassener Arzt (Eisenkapseln oder eventuell nach Risikoabschätzung Infusionstherapie).

u2ser$25x0


Was hat denn der Arzt dazu gesagt? Bei Frauen besteht wegen der Monatsblutung ein erhöhtes Risiko, einen Eisenmangel zu entwickeln. Die Symptome, die du beschreibst, passen 1a und dein Ferritinwert ist unterirdisch. Also warum hörst du auf eine Bekannte und fragst nicht den Arzt, der den Bluttest gemacht hat? Ich weiß nicht, ob es bei Ferritin auch zu Messfehlern bei falscher Probenbehandlung kommen kann, dann sollte man den Test wiederholen. Dann könnten gleich noch andere, begleitende Werte gemacht werden, die einen Eisenmangel definitiv absichern können.

S?ternta9lerx11


Also ich bin Anfang der 30er und habe eine "relativ" starke Blutung seit ich die Kupferspirale habe (6 Monate ca). Schilddrüsen- oder sonstige Erkrankungen sind soweit nicht bekannt. Ich hab wohl eher ne suboptimale Ernährung aufgrund Schichtarbeit und Stress. Bin oft einfach nur froh wenn's "schnell geht".

Ich werde den Arzt ja fragen hab aber wie oben schon erwähnt erst in 3 Wochen den Termin. Und mich interessierte einfach jetzt schon ob es in dem Blutbild Anzeichen von Gründen gibt warum es mir so grottig geht.

Die Bekannte von mir äusserte sich folgendermassen zu dem Eisen (speicher)wert:

"

Woher kommt die Info "Ferritin auf 100, das ist ein gut gefüllter Eisenspeicher"? Für mich als Laie und für jeden Anderen wahrscheinlich auch, klingt das nun so, als befände sich der Großteil des Eisens im Ferritin, von dem dann bei Bedarf etwas abgezogen wird – klingt ja erst mal auch ziemlich logisch. Der Anteil des im Ferritin gespeicherten Eisens ist in Wirklichkeit jedoch niedrig; ziemlich niedrig sogar. Zum Vergleich vielleicht mal: Im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, befindet sich 4- 5 (!) mal mehr Eisen als im Ferritin - das sind immerhin ca. 70% des Gesamteisens im Körper. Also wieso ist nun ein hoher Ferritinwert im 3stelligen Bereich erstrebenswert und wird überall empfohlen?

Um auch mal dich ins Boot zu holen, hier eine

Erklärung:

Geht man zum Arzt und lässt den Ferritinwert bestimmen, erhält man als Ergebnis den Ferritinwert im (Blut-)SERUM. Soweit, so gut, aber wenn man bedenkt, dass Ferritin ein *INTRAZELLULÄRES* Speicherprotein ist, muss man sich doch fragen, wieso es nicht mehr in den Zellen und stattdessen im Serum nachweisbar ist. Beantworten lässt sich diese Frage anhand dieser Studien [[http://www.bmj.com/content/351/bmj.h3692/rr-1]] und http://pubs.rsc.org/…/content/articlehtml/2014/mt/c3mt00347g

Zitat: "Ferritin as cell death marker", Ferritin als Marker für Zell-Tod.

Taucht Ferritin nun also im Blutserum auf, heißt das "In der Zelle - wo es eigentlich hingehört und das Eisen in sicherer Form umhüllt" - ist es nicht mehr, da die Zellen geschädigt oder sogar zerstört wurden. Es hat einen Großteil des gebundenen/gespeicherten Eisens verloren und treibt stattdessen sein Unwesen in ungebundener und toxischer Form (freies Eisen, sprich nicht an Ferritin, Transferrin etc gebunden), wo es nun Hydroxyl-Radikale und andere hoch giftige Radikale entstehen lässt, die das Risiko an diversen anderen Leiden zu erkanken steigen lässt ([[https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0808/0808.1371.pdf)]].

Man braucht nicht viel Ferritin, damit der Eisenstoffwechsel funktioniert und ob dieser funktioniert lässt sich nun mal eben nicht allein an dem Marker "Ferritin" beurteilen und erstrecht nicht mit der in meinen Augen absurd hohen Empfehlung selbigen auf 100 ng/ml zu pushen.

Eisen ist selbstverständlich wichtig, sogar sehr wichtig, da es für unzählige Aufgaben im Körper unverzichtbar ist, wie beispielsweise bei der Umwandlung von T4 in T3. Es ist in meinen Augen nur wichtig zu verstehen, dass Eisen nicht gleich Eisen ist und ein Zuviel an der falschen Form negative bis verheerende Auswirkungen haben kann. Es bringt also überhaupt nichts, gut gefüllte Ferritin-Speicher zu haben, wenn das Eisen überhaupt nicht mobilisiert werden kann.

Hier kommt nun etwas ins Spiel, wovon ich hier noch nie gelesen habe: Kupfer.

Kupfer, präzise gesagt das an Ceruloplasmin gebundene Kupfer hat die Aufgabe etwa das im Ferritin gespeicherte Eisen in die (dreiwertige) Form zu bringen, welche benötigt wird, damit es vom Transferrin dorthin transportiert werden kann, wo es benötigt wird. Ohne funktionierendem Kupferstoffwechsel kann der Eisenstoffwechsel nicht funktionieren ([[http://lpi.oregonstate.edu/mic/minerals/copper)]]. Führen wir in dieser Situation also weiter Eisen zu, verschlimmern wir die Problematik nur, ohne, dass wir sie beheben.

Wer jetzt vermuten mag, dass eine Substitution mit Kupfer nun der Schlüssel sei, irrt sich leider. Ungebundenes Kupfer ist genau so schädlich wie ungebundenes Eisen – der Schlüssel liegt darin, sich um sein Ceruloplasmin (CP) zu kümmern, das sowohl den Kupferstoffwechsel als auch den Eisensstoffwechsel reguliert...."

Diese Antwort hatte mich eben vollkommen irritiert, daher die Frage an euch wie ihr es einschätzt.

N&alZa85


Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen ist unlogisch ...

Du hast einen Ferritin deutlichst!!! unter dem als gesund angesehenen Wert und sie begründet dass ein Ferritin von 100 nicht erreicht werden muss. Äh ja und nun? Hat ja keiner gesagt.

Bei einem Ferritin über 30 spricht man von einer ausreichenden Versorgung, manche Ärzte empfehlen einen Wert von 70. Aber was nun die Zahl 100 damit zu tun haben soll dass dein Mangel nicht behoben werden werden soll, weiß ich nicht.

Mal abgesehen davon dass Hb und Mcv ebenfalls auf einen Eisenmangel hinweisen. Es ist nicht nur "ein Wert".

S{ternOtaler1x1


Danke Nala, deshalb habe ich die anderen Werte mit in der Fragestellung übernommen da ja oft ein Zusammenhang besteht.

Also wie gesagt, ich schleppe mich wie ein Zombie von dem einen zum nächsten Tag. Der Termin bei dem Arzt ist allerdings erst in 3 Wochen. Kann ich schon selbst irgendwas einnehmen oder muss ich warten?

N5ailoouga


HB 11,9 (12-16)

Hct 35,5 (36-46)

Mcv 82,2 (85-95)

Ferritin 0,93 (13,0-400,00)

Das hängt zusammen und zeigt eine (minimale) Eisenmangelanämie. Wenn du ursprünglich von einem höheren Hb-Wert kommst, kann dich das schon beeinträchtigen (ich krebse immer bei +-12,0 rum, aber mir gehts gut damit). Von dieser Fixierung auf das Ferritin halte ich auch nicht viel, aber hier hast du schon eine handfeste Auswirkung. Hast du zufällig auch noch eine Retikulozytenzahl zur Hand? müsste beim Blutbild knapp unter MCV und so stehen.

Kreatinin niedrig ist gut, HDL ist das "gute" Cholesterin und damit eher ein langfristiger Parameter wenn es um Herz/Kreislauf Erkrankungen geht, Monozyten in dem Bereich sind wurscht, "Ldh 67 (26-129)" ist das ein Tippfehler (weil im Normbereich) oder was irritiert dich da?

SXterntraler11


Leider sind auf dem Befund keine Retikulozyten. Hab da neben den Erys nur hämiglobin, hämatokrit, mcv, mch und mchc.

Bei LDH bin ich in Tat in der Zeile verrutscht. LDH liegt bei 128 mit einem Normbereich von 135-225.

NXail*ouga


dann ist das LDH auch total in Ordnung

da du wohl gerne ließt, hier noch eine seriöse Website [[https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie/@@view/html/index.html]]

Daher kommt übrigens auch der Wert 100 μg/l. Den Wert musst du auch nicht zwangsläufig erreichen, aber das Blutbild sollten schon wieder ins Lot kommen.

S1ternztaler1x1


Danke für den Link. Hab ihm bereits gelesen und wirklich als interessant und vor allem verständlich empfunden.

Die Frage die ich mir stelle bzw der Zweifel der mir jetzt kommt ist, ob mein "zombie-dasein" wohl doch nicht durch o.g. Werte verursacht wird. Denn lt. der von dir angegebenen Seite wird ein reiner Speichermangel nicht behandelt. Oder hab ich doch etwas falsch verstanden?

NsaiYlouga


nein, das ist richtig - aber du hast keinen reinen Speichermangel. MCV ist bereits erniedrigt, MCH wird auch nicht besonders sein und rein definitionsgemäß hast du bereits eine Anämie, das heißt du befindest dich in Stadium 3.

SKeldxom


Symptomloser Ferritinmangel muss nicht zwingend behandelt werden. Sind Symptome vorhanden kann eine Eisentherapie Wunder wirken.

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