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Glauben die wirklich, daß sie in der Position sind irgendwelche Drohungen auszusprechen und Forderungen zu (...) >>>
BFonn:y Swaxn am 02.09.05 22:18
05.09.05 15:16
Deutsche sehen in der ganzen EU doch mehrheitlich ein Konstrukt, vor dem sie Angst haben müssen, aber das ist nunmal ein typisch deutsches Verhalten, welches von Generation zu Generation weitergetragen wird.
Typisch deutsch? Im Gegensatz zu den Engländern und vielen Franzosen sind die Deutschen eigentlich richtige EU-Enthusiasten.
Und daß man die EU in der derzeitigen Form (Demokratie-Defizit, überbordende Bürokratie, Verzettelung bei Erweiterung, Agrar-Geldvernichtungsmaschine) kritisch sieht kann man wohl niemandem verdenken.
Was mich in puncto Türkei-Beitritt aber auch stört, ist dieses "falsche" Verhalten unserer europäischen Politiker. Ich halte es einfach für völlig verlogen, um der Wahrung des diplomatischen Friedens willen hier Beitrittsverhandlungen anzufangen, von denen niemand weiß, wann, wie bzw. ob sie jemals enden werden. Und wo sich die meisten wahrscheinlich ingsgeheim freuen, wenn ein anderes Land irgendein "Veto" einlegt (so dass man es ja selber nicht mehr tun braucht... ).
Stimmt, es wirkt so als ob alle darauf warten, daß jemand aufsteht und sagt "Das bringt doch nichts mehr, Schluß mit dieser Farce". Blöderweise hat keiner den Mut dazu.
05.09.05 15:19
Brauch man doch auch nicht.
Die Türkei scheint es ja momentan von selbst zu schaffen und selbst unter günstigsten Umständen wäre erst in 15- 20 Jahren ein Beitritt möglich, allein wenn man das alles hochrechnet, was noch an Bedingungen erfüllt werden müssten und was das wiederum rein rechnerisch ungefähr an Zeit braucht. In dieser Zeit kan viel passieren und das Essen wird nicht so heiß sein, wie es gekocht wurde.
05.09.05 15:26
Gut, so ein Gesülze war zu erwarten!
Aber ich versuche es trotzdem einmal. Falls Du ein Mensch bist der gern verreist, wirst du sicherlich die Euro-Vorzüge schon mal genossen haben im europäischen Ausland.
Ein bißchen Kopfrechnen hat mich noch nie überfordert...Kein Vorteil! Außerdem fand ich das ganz nett mal in anderen Währungen zu bezahlen, bzw. mich in die Währungsvielfalt zu begeben.
Falls Du arbeitest, könnte es ja sein, dass Du in einem Unternehmen arbeitest, welches regen handel mit den Staaten Osteuropas betreibt? Wenn ja, hellt sich die Bilanz deines Unternehmens auf, wenn die Wechselkursschwankungen unterbleiben, falls das eine oder andere Land den Euro übernimmt.
Von den steigenden Bilanzgewinnen aufgrund vom Wegfall von Währungsrisiken habe ich nichts! Außerdem findet im Moment ein Wissentransfer statt, der meine konkrete Arbeit gefährden könnte.
Kein Vorteil! Der Wegfall des Wechselkurses bringt nur den Produzenten Vorteile, weil sie sich praktisch für lau mit hochwertigem Geld, ohne Mühe eindecken können. Die Zeche zahlen die kleinen Leute.
Durch unsere geographisch beste Lage hierfür in Europa sind wir schon jetzt Aussenhandelspartner Nr. 1 für jedes osteuropäische Land und hier geht es um Millardensummen, die deutsche Firmen im Osten verdienen, da Made in Germany gar nicht so schlecht ist, wie es den Anschein hat.
Das war schon immer so, auch vor der EU.
Ich bezweifle zutiefst, ob die relative Gewaltfreiheit auf unserem europäischen Kontinent nach 1945 möglich gewesen wäre, ohne den ganz frühen Einsatz auf ein gemeinsames Europa hin. Ich bezweifle es wirklich sehr.
Der Zweifel ist berechtigt, nur was soll das heißen? Nur wenn Deutschland vollkommen eigeninteressenlos ist, bleibt der Frieden bestehen? An allem ist Deutschland schuld? Wie kann man das heute noch glauben?
oder auch Deutschland alleine wehren, wenn es darum geht gegen Schutzzöllen aus den USA zu Felde zu ziehen, oder gegen handelsbeschränkungen Chinas, beides RIESEN auf dieser Welt mit wirtschaftlich riesigen Potentialen und Machtinstrumenten.
Klar, Deutschland ist ja eine ganz klitzekleine Volkswirtschaft, fast wie Griechenland. In Deinen Außenhandelsmodellen wird immer mit einer kleinen Volkswirtschaft und einer großen Rest of world argumentiert. Im Modell ist Deutschland natürlich klein.... Deutschland ist eine große Volkswirtschaft und kann Rahmenbedingungen setzten, traurig daß das keiner mehr weiß...
Warum war das EWS praktisch die DEM?
China haben "unsere" Unternehmen selbst stark gemacht. Arbeitsplätze hierzulande vernichtet!
Die USA haben wir ja jetzt gesehen, was die drauf haben, wenn es mal daraúf ankommt!
Zölle sind natürlich bei Produzenten unerwünscht, schützen aber u.a das heimische Lohnniveau und die Beschäftigung.
Meister, ich bin echt gespannt, wo Du mal später Deinen Job bekommen wirst! Wenn Du so weiter argumentieren möchtest, dann knüpf frühzeitig Kontakte....Du siehst für Dich Vorteile in der Globalisierung, die die EU mitbetreibt? Träum weiter...und nimm weiter die Sicht der Produzenten an, die meinen es nämlich im Moment besonders gut mit uns.
05.09.05 15:40
Stimmt, es wirkt so als ob alle darauf warten, daß jemand aufsteht und sagt "Das bringt doch nichts mehr, Schluß mit dieser Farce". Blöderweise hat keiner den Mut dazu
Ich sage das jedem! Schon die Währungunion war der größte Scheiß. Was habe ich mir da den Mund fusselig geredet!
Wo sind jetzt die Vorteile?
Sollten die eingesparten Transaktionskosten nicht direkt in neue Arbeitsplätze münden?
Sollte nicht durch die Transparenz der Preise ein Wachstum entstehen?
Nein, es gibt keine Inflation.... Das sind doch nur Umrechnungskurse, die genau zwei Sekunden bestehen blieben oder sind unsere Löhne nicht prktisch halbiert worden?
Und jetzt zur Türkei. Die Produzenten könnes gar nicht abwarten die Türkei in die EU zu holen. Die Löhne sind nämlich noch billiger als in Osteuropa. Und wenn man dann noch für jedes Erzeugnis von denen EURO bekommen kann, was will man mehr?
05.09.05 15:50
Ich sehe viele Nachhteile in der Globalisierung, eher mehr Nachteile als Vorteile.
Falls es Dir entgangen ist:
Deutschland war mal drittgrößte Volkswirtschaft hinter Japan auf der Welt, aber dieser Platz wird fallen. China ist in vielen Wirtschaftskennzahlen schon vor uns, Indien wird uns auch überholen und es werden andere Länder, vor allem Bevölkerungsreichere Länder noch kommen. Dein Denken über Deutschland mag in der prä-EU Ära noch zutreffend gewesen sein, heute nicht mehr.
Ich hatte schon bewusst drüber nachgedacht, ob ich Griechenland und Portugal und Deutschland in einem Satz nennen soll, da ich wusste, dass man mir das ankreiden würde.
Ich habe es aber bewußt so gewählt, da wir als einzelnes Deutschland in der heutigen Welt und in der von morgen einfach untergehen würden, denn unsere Boom-Zeit ist vorbei, volkswirtschaftlich sind wir ein sehr gesättigter Markt.
Und um auf den guten Bush zurückzukommen...
Wer der ganzen Welt tagtäglich den Freihandel predigt ohne Grenzen, der sollte bei sich selbst auch anfangen, anderen Ländern wird mit harten handelssanktionen gedroht, wenn sie mal einen Zoll auf ein Produkt X einführen, wirtschaftlich Messen kann sich kein Land mit den USA, einzeln.
Zwar wirkt die deutsche Volkswirtschaft viel schwerer als die von Peru o.ä, aber trotzdem ist unsere Weltwirtschaftsmacht EU zusammen stärker und größer als die der USA und auf lange Sicht, wird wohl auch der Dollar als Weltleitwährung abgelöst werden.
Ich bin immer froh, wenn ich nicht konservativ eingestellt bin, denn konservativ = Stillstand, da die Welt aber nicht stillsteht, wird aus dem Stillstand schnell ein Nachteil für uns.
05.09.05 16:21
China ist in vielen Wirtschaftskennzahlen schon vor uns, Indien wird uns auch überholen und es werden andere Länder, vor allem Bevölkerungsreichere Länder noch kommen. Dein Denken über Deutschland mag in der prä-EU Ära noch zutreffend gewesen sein, heute nicht mehr.
Wenn man natürlich weiterhin solche Hosenscheißer als Nachwuchs hat, dann werden uns wahrscheinlich noch die Pygmäen überholen. Wie soll uns den China oder Indien überholen, wenn wir sie nicht ausbilden oder unsere Regierung endlich diesen Wahnsinn stoppen würde? Paar Zölle und die Sache ist erledigt! Der Ölmarkt würde sich auch wieder für uns besser gestalten.
Ich muß doch sogar schon an der Tankstelle bezahlen, daß die da zu meinem Nachteil produzieren. Mir gehen die Arbeitsplätze flöten und gleichzeitig bezahle ich noch deren Energiehunger! Weil ich dann die ganze Scheiße auch noch von da kaufen muß!
Und noch was. Jedes Volk hat das Recht sich seine Wirtschaftsordnung selbst zu geben! Unbeschränkter Welthandel ist kein Naturgesetz und bringt nur den Produzenten satte Vorteile...
wirtschaftlich Messen kann sich kein Land mit den USA, einzeln.
Nein, vor allem nicht, wenn man zu deren Bedingungen spielt...Es gibt kaum Produkte, wegen derer wir auf die angewiesen sind. Das meiste können wir viel besser! Bald wohl nicht mehr...
Ich bin immer froh, wenn ich nicht konservativ eingestellt bin, denn konservativ = Stillstand, da die Welt aber nicht stillsteht, wird aus dem Stillstand schnell ein Nachteil für uns.
Nochmal! Wo ist denn jetzt aus der angeblichen Dynamik der Vorteil für uns? Merkst Du nicht, daß hier alles vollkommen beschissen läuft, seit man die Wirtschaft machen läßt, was sie will! Und sie hat nun schon 15 Jahre Zeit!
Was denn für eine Dynamik? Reine Produktionsverlagerung und Einkommensumverteilung.
Du redest von konservativ, lächerlich....Wenn man nicht mal begreift, daß Volkswirtschaft außerhalb dessen, was jetzt propagiert wird möglich ist, man sich sozusagen mit den jetzigen Gegebenheiten abzufinden hat, für den endet der Kosmos nach dem Pluto.
05.09.05 16:36
Aber was ist schon anderes zu erwarten, wenn die meisten Menschen nur noch Privatfernsehen glotzen und die Bücher im Schrank zustauben ?
Eben, nichts!
Oh danke dass du mir die Augen geöffnet hast. Ich muss absolut dumm und ungebildet sein, weil ich die osterweiterung für einen fehler halte. Und die geplante für eine katastrophe. Und wenn man jetzt schon darüber diskutiert, ob man evtl die ukraine aufnehmen könnte, weil das land ja jetzt so demokratisch ist, bekomme ich graue haare und möchte sofort nach kanada auswandern.
05.09.05 16:37
Siehste, so Urteilt jemand, der mich nicht kennt.
Meinem Grundverständnis von Gerechtigkeit stehe ich der Freiwirtschaftslehre von Gesell nahe und bin Mitglied bei Attac, die gott sei Dank sich nicht zur Wahl stellt und hoffentlich auf ewig eine weltweite APO bleibt.
Aber es lohnt sich nicht auf dem eigenen globalisierungskritischen Teller zu bleiben, sondern muss zusehen, dass man aus beiden Teilen Vorteile für sich erwirtschaftet.
Nein, vor allem nicht, wenn man zu deren Bedingungen spielt... Es gibt kaum Produkte, wegen derer wir auf die angewiesen sind. Das meiste können wir viel besser! Bald wohl nicht mehr...
Diesen Satz würde ich sofort unterschreiben mit meinem Namen, nur das nach dem Ausrufezeichnen würde ich wegstreichen, denn so pessimistisch wie Du, bin ich hier nicht.
05.09.05 16:41
Die Osterweiterung ist kein Fehler an sich. Sie kommt nur zu schnell. Für sowas würde ich mindestens eine Generation, eher zwei ansetzen, damit alle was von haben.
05.09.05 16:48
Aha, dann wären wir ja an einem Punkt über den sich diskutieren lässt, denn auch ich hielt den Beitritt für etwas übereilt, aber ein notwendiger Schritt. Also sind wir uns doch in den Grundzügen einig oder etwa nicht?
06.09.05 03:44
Es gibt mehrere Gründe warum die Türkei in der EU nichts zu suchen hat:
- Verleugnung der eigenen Vergangenheit (Völkermord in Armenien)
- Menschenrechtssituation
- Frauenrechtssituation
- Kurdenproblem
- Zypernproblem (dazu kommt, daß die Türkei Zypern auch nicht als EU-Mitglied anerkennt)
...und außerdem kann Deutschland sich einen Beitritt finanziell derzeitig gar nicht leisten. Denn eine totale Grenzöffnung würde laut diversen Schätzungen ca. zwischen 3 - 4 Millionen weitere Zuwanderer bringen. Wie bezahlen und wohin mit ihnen?
06.09.05 16:16
sie wollen mich nicht Es bleibt nur bei dem wunsch
Ohne persönliche Wertung, es gibt halt Länder die eine vernüftige Zuwanderungspolitik betreiben
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