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Hallo, das Thema ist ja im Moment hochaktuell. Insofern denke auch ich darüber wieder nach (ich bin Jahrgang 1956). Schläge oder im Keller eingesperrt werden usw. gehörte früher "einfach" dazu. Es (...) >>>
DYie_WIolxke am 12.03.10 09:52
15.03.10 08:58
obwohl ich weiß, dass meine Kinder von Lerntyp her die Inhalte auf andere, freiere Weise viel besser lernen würden
Traditionen für Auswirkungen haben
merkst du was?
du selber machst bei deinen kindern dinge, obwohl du dir sicher bist, dass sie nicht unbedingt gute auswirkungen haben, weil du sie noch mit den grenzregionen deines eigenen wertesystems verbinden kannst.
wenn das wertesystem eines menschen nunmal ein klein wenig anders ist - und davon geh ich aus, da deines nunmal sehr in die "freie" richtung geht (gibt´s dafür ne bezeichnung
), verschieben sich auch die grenzen.
dinge, die für dich also außerhalb der grenzen liegen, liegen bei anderen also noch knapp drin.
15.03.10 09:09
Habe nicht alles gelesen, aber ganz allgemein: Ich bin Generation "84" und wenn ich mir die Jugend von heute und "damals" anschaue kann ich nur sagen das die Erfindung dieser absolut "antiautoritären" Erzieheung der größte Mist der Geschichte ist.. ich bin absolut gegen Gewalt, aber Autorität muß sein. Das verwechseln die mei9sten irgendwie und fangen dann an mit den 8-jährigen "Jakkelines" dieser Welt zu diskutieren.. klappt ja prima, sieht man sich diese ganze antiautoritär erzogenen Jugendlichen an die Renter an Bahnhöfen zu Tode prügeln... 
15.03.10 09:18
Hallo Marika,
ja klar, meine Werte unterscheiden sich in einigen Punkten von den allgemeingültigen Werten, wobei ich ja behaupten würde, dass ich die allgemeingültigen Werte nur konsequenter zu Ende denke und anwende, als die meisten 
Und manchmal muss ich da Kompromisse mache, weil es für die Kinder der größere Schaden wäre, sie in der Schule in den Konflikt zu treiben, als zu Hause Sachen zu machen, wo ich nicht voll hinterstehe. Wobei, das sage ich auch so, ich bin wenigstens so ehrlich, dass ich nicht behaupte, die Anforderungen der Schule seien immer nur zum Besten der Kinder.
Und klar, ich mache auch oft Sachen, die nicht mit meine Werten übereinstimmen, ich bin schließlich ein fehlbarer Mensch und manchmal genervt und überfordert. Aber dafür übernehme ich die Verantwortung und entschuldige mich dafür, ich bürde es nicht den Kindern auf(und nein, es geht nicht um Ohrfeigen, sondern zB Sprüche, die die meisten in der Erziehung für normal halten).
Mir ist es an dieser Stelle zu billig, einfach mit den Sprüchen der political correctness zu argumentieren, ich finde es auch wichtig, die Dinge immer wieder zu hinterfragen. Aber ich glaube schon, dass wir neue Konventionen brauchen und auch klare Regeln und Gesetze, um die positiven Veränderungen nachhaltig durchzusetzen.
Veränderungen sind ja auch immer ein Prozess, es ist ja nicht so, dass es plötzlich eine neue Regel gibt und alle halten sich sofort dran.
Aber ich kann sagen, es lohnt sich, sich auf den Weg der Veränderung zu machen, für mich persönlich und auch für die gesamtgesellschaft.
Liebe Grüße
Susanne
15.03.10 10:15
Ratlos 23, das Problem ist wohl eher, dass es nicht eine antiautoriätere Erzierhung ist, sondern eher Laissez faire im Sinne von Vernachlässigung. Dass nicht unbedingt was Gute rauskommt, ist naheliegend.
15.03.10 10:17
"echte" antiautoritäre erziehung ist nämlich wohl eine der zeit- und nervenintensivsten erziehungsformen überhaupt und das absolute gegenteil von vernachlässigung.
15.03.10 10:35
Diejenigen, die Rentner verprügeln sind aber nicht die achtsam und liebevoll gewaltlos erzogenen Kinder, sondern haben überdurchschnittlich häufig Gewalterfahrungen in der Familie gemacht.
15.03.10 10:47
Ja, meine Mutter (Jahrg. 57) berichtet ähnliches aus ihrer Kindheit. Von der Mutter verprügelt, nachtsüber in den Keller eingesperrt, barfuß durch den Schnee laufen, an den Haaren aus dem Bett und die Treppe herunter gezogen, mit heißem Wasser absichtlich verbrüht worden.
In der Schule vom Lehrer mit dem Stock geschlagen, Kugelschreiber gegen das Ohrläppchen, mit Schild um den Hals in die Ecke gestellt...
das waren harte Zeiten damals.
15.03.10 10:56
someone to trust
das waren harte Zeiten damals.
Für manche. Für andere waren sie kaum härter als heutige Zeiten. Ich stelle keineswegs in Frage, was du von deiner Mutter erfahren hast, aber DAS war ganz gewiss nicht üblich für die damalige Zeit, sondern DAS waren Übergriffe im Missbrauchsbereich, damals wie heute. Nur wurden sie damals nicht so verfolgt.
Schläge, Ohrfeigen, etc., die gab es in fast allen Familien und anfangs der 60er Jahre auch noch in vielen Schulen. Nachts in Keller einsperren, barfuß durch Schnee laufen, absichtlich mit heißem Wasser verbrühen (!!!), das waren auch für die damalige Zeit sadistische Perversionen.
15.03.10 11:09
Ich hab jetzt nicht alles gelesen (das Thema ist ja nicht gerade neu), aber ich bin durchweg Timbatukus Meinung.
Bei dutzenden Schülern aus meiner Kindheit, wo mir die häuslichen Gepflogenheiten der Bestrafung bekannt waren, kenne ich nicht einen einzigen Fall, wo auch nur irgendeine Verhaltensauffälligkeit damals oder später deswegen auftrat.
Wenn man dutzende Menschen so gut kennt und so gut analysieren kann, dass ist für mich schon ganz große Psychologie.
Ironiemodus aus
etwaige probleme mit der körperlichen erziehung meiner eltern habe ich erst in dem moment bekommen, wo mir von außen suggeriert wurde, dass das nicht normal wäre.
Meine Mutter hat heute auch ''kein Problem'' damit, dass sie noch als 21jährige mit 'nem Besenstiel verdroschen wurde, weil sie eine Tanzveranstaltung besucht hat. Das sie die anschließende 13 jährige Ehe mit einem prügelnden Ehemann ''durchgehalten'' hat, würde SIE auch nicht als ''Verhaltensauffälligkeit'' bezeichnen. Na dann, ist ja alles gut.
Da hilft eigentlich nur 'ne Zeitmaschine. Welcher Mensch wäre aus mir geworden, wenn ich nicht geprügelt worden wäre? 
15.03.10 11:26
was wäre wenn - fragen sind immer irgendwie quatsch.
vielleicht wäre timbatuku bundeskanzler, wenn er nicht geschlagen worden wäre, vielleicht wäre er aber auch ein blöder nichtsnutz und nicht der wertestabile mensch, als den man ihn hier kennen lernt.
wer weiß das schon? eben - niemand.
15.03.10 11:32
was wäre wenn - fragen sind immer irgendwie quatsch.
Da kann ich dir nur zustimmen, Marika!
Das ist fast so blödsinnig, wie die Psycho-Selbst-Analyse.
Hat's mir geschadet, oder nicht.
15.03.10 11:35
Muss mich nochmal kurz wiederholen bzw. die Frage klarer formulieren: was ist schlimmer? Physische oder emotionale "Gewalt"? Ich bin durchaus der Meinung, dass physische Strafen zwar mehr sichtbare Folgen hinterlassen, aber andererseits wird bei emotionaler Gewalt immer noch sehr gern weggeschaut bzw. das Opfer von gutmeinenden Menschen in die Täterposition gedrängt ("Deine Mutti meint es ja nicht so, sie hat dich ja soooo lieb.") und somit weit mehr Schaden am Kind angerichtet als bei physischen Strafen (Ich rede hier NICHT von systematischer Gewalt / Missbrauch gegen Kinder!)
15.03.10 11:39
Welche Möglichkeiten gibts denn? Was haben wir bisher hier gelesen?
- Kind wurde geschlagen - es schlug später die eigenen Kinder
- Kind wurde nicht geschlagen - es pügelte später Rentner zu Tode
Wäre es nicht logisch, jetzt zu vermuten, daß es überhaupt keine Auswirkungen hat, ob man als Kind mal geschlagen wurde oder nicht? (Ich rede jetzt nicht von Perversionen) Kann es sein, daß da andere Faktoren bzw. Mechanismen wirken?
Ich bin ansonsten immer noch der Meinung, solange keine diagnostizierte oder offensichtliche Vehaltensauffälligkeit besteht, ist es einzig Sache des "Opfers", ob es sich als Opfer fühlt oder nicht. Da hat keiner reinzureden.
15.03.10 11:45
was ist schlimmer? Physische oder emotionale "Gewalt"?
Für mich ganz klar emotionale Gewalt. Auch deswegen, weil die Folgen viel schwerer abzuschätzen sind.
Übrigens bin ich in der Schule auch geschlagen worden (natürlich nicht von Lehrern, das gabs seit 45 bei uns (DDR) schon nicht mehr): und ich hätte mich wesentlich lieber von meinen Eltern schlagen lassen. Bei denen hatte man immer das Vertrauen, daß es Ursache und Wirkung gab, daß es im Rahmen der Verantwortung geschah und daß sie deshalb ein Maß einhielten, und daß sie einen am Ende trösten würden. In der Schule aber war man der Gewalt eher hilflos ausgeliefert. Fand ich wesentlich schlimmer.
15.03.10 11:47
marika stern
vielleicht wäre timbatuku bundeskanzler
Hauptsache nicht AUSSENMINISTER!

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