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Donald Trump der nächste amerikanische Präsident?

SichruYnd


Ich denke, die Erklärung ist ganz einfach:

Die Berichterstatung wird massiv beherrscht von wenigen Medien, die versuchen Politik zu machen bzw. stark zu beeinflussen.

Du hast einen entscheidenden Punkt vergessen. Immer samstags treffen sich im Bundekanzleramt in Berlin die Chefredakteure der Lügenpresse und artverwandter Medien, um die Marschroute für die folgende Woche festzusetzen. Bei der Gelegenheit werden auch potentielle Abweichler auf Linie gebracht. Wer den Trump am besten gehauen hat, wird vom Chef des Bundeskanzamts, Peter Altmaier, zum Currywurschtessen eingeladen. Dem Imbiss darf er sich selbst aussuchen.

nur in deutschland ist so eine anti-nationale haltung bis weit in die mitte der gesellschaft zu finden und sogar mehrheitsfähig.

Wenn es tatsächlich so ist, dann ist es jedenfalls allemal besser als säbelrasselnd durch die Weltgeschichte zu stapfen und mit jedem Krach anzufangen, der nicht macht, was man von ihm verlangt. Es ist das Kapitalsverhältnis, das die Grenzen sprengt. Dagegen hat der Nationalstaat letztlich keine Chance.

Nehmen wir den Trump. Der führt sich zwar auf wie ein Prolet, er ist aber keiner. Er ist keiner von "denen da unten", die er zu vertreten vorgibt. Er ist auch nicht aus eigener Kraft zum Milliardär geworden, sondern mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen. Dieser Mann, der mit den hard working people, die heuer immer wieder so gerne heranzitiert werden, nichts gemein hat, will und wird das Kapitalsverhältnis nicht angreifen. Alles was er will, ist entweder ein größeres Stück vom Kuchen oder den ganzen Kuchen. Dem stehen andere Kapitalsinteressen entgegen, unter anderem deutsche. Wenn man nach den tieferen Gründen für die wachsenden Spannungen im westlichen Lager sucht, dann wird man hier und nur hier fündig.

Sech*rund


des weiteren sollte man schon anmerken, dass besonders viele negative meinungsartikel der FAZ über trump vom atlantikbrückenmitglied frankenberger stammen, der unter der ersten garde der deutschen journalisten schon seit eh und je wie kein anderer pro-nato-, pro-globalisierungs-, pro-neoliberalismus- und pro-interventionismus-positionen vertritt.

Blackgun

Du hast dir zwar einen in deinen Augen besonders diskreditierten Schreiber herausgegriffen. Aber deine Wahrnehmung ist unzutreffend. Die Aversion gegen den Duce zieht sich durch das ganze Blatt, einschließlich der US-Korrespondenten und natürlich des Feuilletons. Wenig überraschend und in bestimmter Weise normal in "" wäre es gewesen, wenn man dem Feuiletton seine traditionell "linke" Spielwiese gelassen hätte. Das ist aber hier nicht der Fall. Ob in dieser Angelegenheit die "Tendenz" aus dem Sack gezogen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke aber, dass das gar nicht nötig war.

ColodTinxe


Das mal in unserer Hetz+Lügenpresse mal schlechter über den Präsident von Amerika berichtet wird als über den Russischen!!!

BCla|ck IGuxn


@ schrund:

nur in deutschland ist so eine anti-nationale haltung bis weit in die mitte der gesellschaft zu finden und sogar mehrheitsfähig.

Wenn es tatsächlich so ist, dann ist es jedenfalls allemal besser als säbelrasselnd durch die Weltgeschichte zu stapfen und mit jedem Krach anzufangen, der nicht macht, was man von ihm verlangt. Es ist das Kapitalsverhältnis, das die Grenzen sprengt. Dagegen hat der Nationalstaat letztlich keine Chance.

länder wie frankreich, spanien, italien, polen, großbritannien, indien, australien, kanada, china oder südkorea sind also "säbelrasselnd durch die weltgeschichte gestapft"? wäre mir neu. all diese länder haben ein positives verhältnis zur eigenen nationalen und kulturellen identität. in all diesen ländern ist es das normalste der welt, wenn ihre politiker primär die interessen ihres landes vertreten. in all diesen ländern gibt es einen gesunden patriotismus und einen guten schuss nationalismus. den dritten weltkrieg oder industriellen mord an minderheiten hat deshalb keines dieser länder in den letzten 100-150 jahren vom zaun gebrochen. wie bei allen dingen geht es auch beim nationalstolz um die richtige dosis.

Nehmen wir den Trump. Der führt sich zwar auf wie ein Prolet, er ist aber keiner. Er ist keiner von "denen da unten", die er zu vertreten vorgibt. Er ist auch nicht aus eigener Kraft zum Milliardär geworden, sondern mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen. Dieser Mann, der mit den hard working people, die heuer immer wieder so gerne heranzitiert werden, nichts gemein hat, will und wird das Kapitalsverhältnis nicht angreifen

ich denke das ist der punkt: von den materiellen verhältnissen und den connections her hat trump mit dem kleinen mann nichts gemeinsam. kulturell bzw vom habitus her aber sehr wohl. er ist genau so ein prolet wie der durchschnittsamerikaner. deshalb kommt er bei wählern ohne collegeabschluss auch so gut an, während ihn die eliten hassen. innerhalb der new yorker high society war trump auch schon lange bevor er in die politik ging ein aussenseiter. eben weil er nicht "wie sie" ist.

mit dem goldenen löffel im mund geboren wurde er wohl, aber seinen jetzigen reichtum hat er sich trotzdem selbst geschaffen. er hat das millionenvermögen das er von seinem vater geerbt hat in ein millardenvermögen vermehrt. wäre er heute da wo er ist, wenn er als sohn eines kanalreinigers und einer putzfrau in harlem geboren worden wäre? selbstverständlich nicht. dass er von einer sehr starken basis aus gestartet ist, bedeutet aber nicht, dass seine erfolge überhaupt nichts mehr wert sind. es ist sehr wohl (im kapitalistischen sinne...) eine leistung, vom millionär zum milliardär aufzusteigen.

Alles was er will, ist entweder ein größeres Stück vom Kuchen oder den ganzen Kuchen. Dem stehen andere Kapitalsinteressen entgegen, unter anderem deutsche. Wenn man nach den tieferen Gründen für die wachsenden Spannungen im westlichen Lager sucht, dann wird man hier und nur hier fündig.

die kernproblematik, die die spannungen auf der welt in den letzten jahren stetig vergrößert, ist die verteilungsproblematik auf zwei ebenen. zum einen der ungleichverteilung zwischen arm und reich, zwischen kapitalseignern und arbeitskräften innerhalb der reichen, westlichen staaten. das ist was du im sinne hast, und das ist auch ein richtiger punkt. der zweite wichtige punkt den du (und fast alle politisch links eingestellten personen) übersehen, ist aber die ungleichverteilung zwischen den reichen und den armen staaten auf der welt. und dabei insbesondere die problematik, dass sich die globalen habenichtse rapide vermehren; und in einer immer stärker globalisierten welt natürlich auch in immer stärkeren maße ein stück vom kuchen abhaben wollen. was zwangsläufig auf kosten von dir, mir und allen anderen durchschnittsmenschen in den industriestaaten geschehen wird falls es nicht gelingt, das zu verhindern.

der aufstieg chinas ist dabei die blaupause: in den letzten 20-30 jahren ist der reallohn der unterschicht und der unteren mittelschicht in den industriestaaten gesunken bis stagniert, obwohl die produktivität massiv zunahm. dieser "verlust" an wohlstandsentwicklung in den industriestaaten ist bei ein paar superreichen sowie bei der neu entstandenen chinesischen mittelschicht gelandet.

diese zweite ebene der verteilungsproblematik findet im öffentlichen und auch im akademischen diskurs kaum aufmerksamkeit. es gibt reichlich forschung, staatliche maßnahmen und gesellschaftliche gruppen, die sich mit dem problem der armut und der ungerechtigkeit innerhalb unserer westlichen staaten auseinandersetzen. das sollte auch weiterhin geschehen, und an dieser stelle gibt es noch sehr viel zu erledigen, keine frage. was "unsere" "linken" in meinen augen aber völlig übersehen ist: sie gehen immer davon aus, bei kapitalismuskritik und der verteilungsfrage auf der seite der armen und unterprivilegierten zu stehen. sie gehen immer davon aus, dass es durch umverteilung und dem abbau von ungerechtigkeiten weiten teilen unserer bevölkerung besser gehen würde. dabei stehen wir bewohner der industriestaaten global gesehen allesamt auf der seite der reichen und privilegierten. ohne grenzen und die richtige dosis an abschottung bedeuten 'umverteilung' und 'gerechtigkeit', auch aufgrund der demographischen dynamiken, einen abfluss von wohlstand in richtung der schwellen- und entwicklungsländer. "umverteilung" und "gerechtigkeit" im zusammenspiel mit offenen grenzen und universalistischen werten bedeuten in letzter konsequenz, dass es der breiten masse der bevölkerungen in den industriestaaten schlechter gehen wird.

innerhalb der industriestaaten ist eine "turboglobalisierung" bzw eine laissez-faire-globalisierung nur für ein paar superreiche vorteilhaft, für niemanden sonst. das bedeutet nicht, dass wir zurück ins jahr 1950 gehen und die globalisierung vollständig zurückdrehen sollten (ging eh nicht...). aber eine völlig unreglementierte globalisierung wie bisher führt zu verstärkten spannungen und letztenendes in die katastrophe. wie gesagt: auf die richtige dosis kommt es an, auch bei globalisierung und umverteilung.

eben weil diese zweite, zwischenstaatliche ebene der verteilungsproblematik bisher noch deutlich weniger beachtet wird (als die erste, innerstaatliche), in meinen augen aber genauso wichtig und heikel ist, schätze ich es so sehr, dass trump diese punkte auf die tagesordnung setzt. für den fortschritt der debatte hat das imho einen unschätzbaren wert, ganz gleich wie plump und intellektuell seicht trumps "america first"-forderungen in der praxis dann daherkommen, und ganz gleich was für fehler trump als mensch hat und welchen murks er fabriziert und von sich gibt. seine kritik an globalisierung, freihandel, offenen grenzen und co spricht - wenn auch auf primitive art und weise - einen überaus wunden und heiklen punkt an. und gerade weil an diesen stellen tatsächlich eine problematik vorliegt, die bisher von der politik vernachlässigt wurde, hat trump damit die massen so sehr mobilisieren können. das erklärt zudem auch, warum es gerade die menschen ohne college-ausbildung waren, bei denen trump am meisten anklang fand: nicht etwa weil die so doof sind sondern weil diese menschen - im gegensatz zu akademikern - schon auf breiter basis die negativen effekte der laissez-faire-globalisierung erfahren haben, durch arbeitsplatz- (und wohlstands-)verluste richtung china und mexiko.

die debatte über den umgang mit dieser schattenseite der globalisierung bzw der globalen, zwischenstaatlichen ungleichverteilung von wohlstand ist in meinen augen absolut notwendig und essentiell. und sie wurde durch trump in den vordergrund gehievt, was ich ihm für immer (egal was noch kommt) hoch anrechnen werde. diese debatte nun abzuwürgen, nur weil trump als mensch voller fehler und schwächen ist, hielte ich für einen katastrophalen fehler.

4ipl?easxure


frankreich, spanien, großbritannien

Das sind alles Kollonialmächte mit unrühmlicher Vergangenheit, wenn man mal längere Zeit zurückblickt !

Bllackr Gun


Das sind alles Kollonialmächte mit unrühmlicher Vergangenheit, wenn man mal längere Zeit zurückblickt !

die unrühmlichen taten der kolonialzeit lagen aber nicht an nationalismus sondern wenn dann an rassismus. und ich würde auch die kolonialzeit auch nicht unbedingt mit dem kriegerischen nationalismus des europas während der weltkriegszeit vergleichen.

wenn man nur weit genug zurückgeht hat ohnehin so ziemlich jedes land und jedes volk der erde irgendwann in seiner geschichte schon mal nachbarvölker unterworfen und ausgebeutet.

B2elaf`onte


Die Berichterstatung wird massiv beherrscht von wenigen Medien, die versuchen Politik zu machen bzw. stark zu beeinflussen.

Du hast einen entscheidenden Punkt vergessen. Immer samstags treffen sich im Bundekanzleramt in Berlin die Chefredakteure der Lügenpresse und artverwandter Medien, um die Marschroute für die folgende Woche festzusetzen.

Hoffentlich nimmt das niemand für bare Münze! Also, woher wisst ihr das denn, wenn wir alle nur belogen werden? Niemand hier wird zum Hüter des heilen Grals der Wahrheit, indem er "denen da oben" ein abgekartetes Spiel andichtet. Warum muss die freie Presse sorgsam ihre Informanten schützen (per Darknet), wenn sie angeblich mit den "Machthabern" unter einer Decke steckt? Warum thematisiert die politische Opposition das nicht, wenn es solche Machenschaften gibt, oder ist sie in Wirklichkeit keine Opposition? Pardon, aber eure Theorie geht doch hinten und vorne nicht auf!

49pPleas?uxre


wenn man nur weit genug zurückgeht hat ohnehin so ziemlich jedes land und jedes volk der erde irgendwann in seiner geschichte schon mal nachbarvölker unterworfen und ausgebeutet.

:)^ das ist richtig und hier stimme ich ausnahmsweise mal zu 100 pro zu. Spontan fällt mir da auch Italien dazu ein, Cäsar etc., die waren damals auch kein Kind von Traurigkeit.

S(chrxund


Blackgun

Mir fehlt die Zeit zu einer umfassenden Antwort auf deinen ziemlich langen Beitrag. Deshalb nur mal fragmentarisch ein paar Anmerkungen.

der zweite wichtige punkt den du (und fast alle politisch links eingestellten personen) übersehen, ist aber die ungleichverteilung zwischen den reichen und den armen staaten auf der welt. und dabei insbesondere die problematik, dass sich die globalen habenichtse rapide vermehren; und in einer immer stärker globalisierten welt natürlich auch in immer stärkeren maße ein stück vom kuchen abhaben wollen. was zwangsläufig auf kosten von dir, mir und allen anderen durchschnittsmenschen in den industriestaaten geschehen wird falls es nicht gelingt, das zu verhindern.

Mal ganz grundsätzlich und unpolemisch. Ich übersehe doch nicht die Ungleichverteilung zw. armen und reichen Staaten. Das ist doch, wenn es denn überhaupt ein solches gibt, das große Thema dieser Zeit. Und das nicht erst seit gestern. Wenn die armen ein größeres Stück vom Kuchen haben wollen, dann ist das nur recht und billig und soweit es mich betrifft gönne ich es ihnen von Herzen und wenn es tatsächlich "auf meine Kosten" gehen sollte, dann ist das halt so. Ich esse gerne Joghurt, aber ich frage mich ersthaft, ob im Regalvom Supermarkt tatsächlich 80 verschiedene Sorten davon rumstehen müssen, von denen obendrein die Unmengen weggeworfen werden, weil das Verfallsdatum abzulaufen droht. Das war jetzt wirklich nur ein Beispiel woran das, was "unseren" Reichtum ausmacht, gewöhnlich gemessen wird. Ich habe keinerlei Veranlassung dieses System, so wie es ist, zu verteidigen und irgendetwas zu verhindern, was diese Sorte Überfluss mindert.

was "unsere" "linken" in meinen augen aber völlig übersehen ist: sie gehen immer davon aus, bei kapitalismuskritik und der verteilungsfrage auf der seite der armen und unterprivilegierten zu stehen. sie gehen immer davon aus, dass es durch umverteilung und dem abbau von ungerechtigkeiten weiten teilen unserer bevölkerung besser gehen würde. dabei stehen wir bewohner der industriestaaten global gesehen allesamt auf der seite der reichen und privilegierten. ohne grenzen und die richtige dosis an abschottung bedeuten 'umverteilung' und 'gerechtigkeit', auch aufgrund der demographischen dynamiken, einen abfluss von wohlstand in richtung der schwellen- und entwicklungsländer.

Das, was die Linken von den Rechten tatsächlich unterscheidet, nennt sich Internationalismus. Die Rechten sind ja dabei allerhand Sachen von den Linken zu usurpieren. Aber genau daran scheiden sich wirklich die Geister. Wenn es in den reichen Ländern Ungleichheit, Ausbeutung, Unterpriviegierung & Co. gibt, dann speist sich das aus exakt den gleichen Quellen wie die entsprechenden Verhältnisse in den armen Ländern. Arbeiter und Kapitalisten sitzen also in einer globalisierten Welt nicht standortgebunden im gleichen Boot, sondern die arbeitenden Massen in den reichen und armen Ländern sitzen in einem Boot und Ausbeuter und Machthaber in den reichen und armen Ländern sitzen in einem anderen Boot. So wird ein Schuh draus. Dieser Internationalismus der arbeitenden Massen hat nichts mit den globalen Interessen jeweils herrschenden Klassen zu tun. Der globalisierte Kapitalismus bildet lediglich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Basis, oder etwas altbacken den Unterbau, auf dem diese Widersprüche aufeinandertreffen.

Nicht umsonst heißt es schon in der ersten Zeile der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Internationale "Wacht auf Verdammte dieser Erde" und nicht "Deutsche Arbeiter rottet euch mit euren Kapitalisten gegen die Schwarzen, Roten und Gelben zusammen".

Suchruxnd


Hoffentlich nimmt das niemand für bare Münze!

Die Ironie sollte eigentlich nicht zu übersehen sein.

BTlaxck Gxun


@ schrund:

ich stimme dir ja sogar in vielen punkten zu, nur in zwei schlüsselfragen (meiner meinung nach) nicht.

Wenn die armen ein größeres Stück vom Kuchen haben wollen, dann ist das nur recht und billig und soweit es mich betrifft gönne ich es ihnen von Herzen und wenn es tatsächlich "auf meine Kosten" gehen sollte, dann ist das halt so. Ich esse gerne Joghurt, aber ich frage mich ersthaft, ob im Regalvom Supermarkt tatsächlich 80 verschiedene Sorten davon rumstehen müssen, von denen obendrein die Unmengen weggeworfen werden, weil das Verfallsdatum abzulaufen droht. Das war jetzt wirklich nur ein Beispiel woran das, was "unseren" Reichtum ausmacht, gewöhnlich gemessen wird. Ich habe keinerlei Veranlassung dieses System, so wie es ist, zu verteidigen und irgendetwas zu verhindern, was diese Sorte Überfluss mindert.

du schreibst vom abgeben und teilen von wohlstand, ziehst als beispiele dann aber nur überfluss heran, den du bereitwillig für mehr gerechtigkeit auf der welt abgeben würdest. und das ist eben der punkt, an dem ich denke dass die linken irren: wenn man den wohlstand auf der welt wirklich vollkommen gleichmässig aufteilen würde, würden wir bewohner der reichen industriestaaten eben nicht nur überfluss und luxus verlieren sondern einen großteil unseres lebensstandards. wir würden eben nicht nur auf das niveau von sagen wir der slowakei zurückfallen sondern auf das niveau von vietnam oder den philippinen. und solange sich die bettelarmen auf der welt weiter wie die kaninchen vermehren, ist diesbezüglich auch keine besserung der situation in sicht. spätestens dann wenn man keinen zusätzlichen globalen wohlstand mehr durch erhöhte ausbeutung natürlicher ressourcen erzeugen kann, wird das ein echtes problem.

Das, was die Linken von den Rechten tatsächlich unterscheidet, nennt sich Internationalismus. Die Rechten sind ja dabei allerhand Sachen von den Linken zu usurpieren. Aber genau daran scheiden sich wirklich die Geister.

zustimmung.

Wenn es in den reichen Ländern Ungleichheit, Ausbeutung, Unterpriviegierung & Co. gibt, dann speist sich das aus exakt den gleichen Quellen wie die entsprechenden Verhältnisse in den armen Ländern.

nur teilweise richtig. ungleichheit und ausbeutung kann sich aus den selben quellen speisen, aber auch aus anderen. zb daraus, dass die arbeiter in verschiedenen ländern durch die "internationalen ausbeuter" gegeneinander ausgespielt werden. unterprivilegierung wiederum kann auch aus vielen anderen gründen entstehen. zb durch eine rückständige kultur. oder geographische nachteile (keine bodenschätze, landlocked country, raues klima, unfruchtbare böden).

Arbeiter und Kapitalisten sitzen also in einer globalisierten Welt nicht standortgebunden im gleichen Boot

richtig.

sondern die arbeitenden Massen in den reichen und armen Ländern sitzen in einem Boot und Ausbeuter und Machthaber in den reichen und armen Ländern sitzen in einem anderen Boot. So wird ein Schuh draus.

falsch. solange es keine sozialistische weltregierung gibt, die überall auf der welt gleiche rechte und sozialstandards durchsetzt und den kapitalismus global in zaum hält, ist das einfach nicht wahr. wie willst du in einer grenzen-losen, völlig globalisierten welt verhindern, dass wohlstandsunterschiede zwischen verschiedenen ländern ausgenutzt werden, um arbeiter, umweltstandards, steuergesetzgebungen und sozialstaatsmodelle zum nutzen der kapitalisten gegeneinander auszuspielen?

die einzigen möglichkeiten, der dem kapitalismus inhärenten ausbeutung der arbeiter durch die kapitalisten entgegenzuwirken, sind eine sozialistische staatsform oder die gewerkschaftliche organisation der arbeiter. den sozialismus muss man nach zahllosen historischen erfahrungswerten, die allesamt in desaströsen fehlschlägen endeten, als gescheitert ansehen. bleibt also nur die solidarität der arbeiter untereinander. die gewerkschaftliche organisation der arbeiter hat aber bisher nur im nationalstaatlichen rahmen geklappt. je ferner die verschiedenen involvierten arbeiter sich geographisch, kulturell und vom wohlstandslevel her sind, desto schwerer ist es logischerweise, solidarität und disziplin herzustellen. auf globaler ebene ist das sogar völlig illusorisch. auch der weg über politische mitbestimmung klappt auf internationaler ebene nicht. auf nationalstaatlicher ebene können die arbeiter oder gewerkschaften eine linke oder sozialdemokratische partei unterstützen, die dann die macht des staates zum schutz der arbeiterinteressen einsetzt. auf internationaler ebene ist dieser weg ebenfalls ungangbar, solange es noch keine weltregierung mit einem weltparlament gibt.

heute und auf absehbare zeit gibt es keinen anderen weg, die zwischenstaatliche ausspielung der interessen der menschen einzudämmen, ohne staatliche grenzen und einschränkungen bei der globalisierung durchzusetzen. der nationalstaat ist und bleibt die grundlage eines jeden sozialstaats. ich verstehe ja, warum "internationalismus" bei vielen so hoch im kurs steht, aber man muss einfach mal die fakten sehen. in deiner terminologie: stand heute ist "internationalismus" eine waffe der ausbeuter gegen die arbeiter, und nicht etwa andersrum!

B{lack| 2Gxun


ich meinte natürlich

heute und auf absehbare zeit gibt es keinen anderen weg, die zwischenstaatliche ausspielung der interessen der menschen einzudämmen, als staatliche grenzen und einschränkungen bei der globalisierung durchzusetzen.

dLanaxe87


ich finds übrigens recht interessant und amüsant, dass in diesem punkt gerade diejenigen, die sonst nationales denken ewiggestrig und "kleinkleinklein" finden, plötzlich ein lokal deutsches phänomen zum objektiven maßstab erheben, an dem sich auch ausländische politik zu messen haben soll.

Wieso? Nur weil ich Nationalismus für eine doofe Idee halte bedeutet das doch nicht, dass ich nicht erkennen kann, dass bisher nur national umgesetzte Ideen oder Konzepte sehr wertvoll für alle sein könnten. Es gibt andere Konepte und Ideen anderer Länder von denen meiner meinung nach auch überall Menschen profitieren würden.

Ich lese immer wieder "gesundes Nationalbewusstsein" und dann daraus resultierend "da ist es nicht ehrenrürig zu erst für das eigene Land zu sorgen". Das sei ganz normal und nicht schädlich und überhaupt, aber in meinen Augen tut es das doch, weil es nämlich auf EU Ebene schon seit verdammt langer Zeit einheitliche soziale Standards und noch viel wichtiger BEsteuerung von Unternehmen und soweiter verhindert. Was im Endeffekt zu Konkurrenz inenrhalb der EU führt, die EU schwächt und damit am Ende die Positon jedes einzelnen Landes in der Welt.

Diese "jeder für sich, schaue der Rest doch wo er bleibe" ermöglicht ein gegeneinander ausspielen eigentlich eng verbündeter Länder durch die größen der Wirtschaft. Einigkeit auf dem Feld, das Wohl aller im Blick, würde am Ende allen weiter helfen. Also wo genau hilft dieses sogenannte "gesunde Nationalbewusstsein"?

Und doch ja, ich bin bereit meinen Lebensstandard weit zu senken, wenn das dem Wohl aller dient. Hab ich im Blick und wäre es mir wert. ;-)

B[lack 3Gxun


Ich lese immer wieder "gesundes Nationalbewusstsein" und dann daraus resultierend "da ist es nicht ehrenrürig zu erst für das eigene Land zu sorgen". Das sei ganz normal und nicht schädlich und überhaupt, aber in meinen Augen tut es das doch, weil es nämlich auf EU Ebene schon seit verdammt langer Zeit einheitliche soziale Standards [verhindert].

dir ist aber schon klar, dass ein EU-weit einheitlicher sozialer standard weit unter dem bisherigen deutschen standard läge, oder?

Diese "jeder für sich, schaue der Rest doch wo er bleibe" ermöglicht ein gegeneinander ausspielen eigentlich eng verbündeter Länder durch die größen der Wirtschaft.

ich habe auch nicht vorgeschlagen, nationalstaatliche egoismen zur alleinigen handlungsmaxime zu machen. erneut gilt: auf die richtige dosis kommt's an. 100% egoistisch jeder für sich klappt nicht, das ist klar. eine völlige selbstaufgabe eigener identität und eigener interessen, wie sich das teile des politischen und medialen spektrums in deutschland wünschen, würde in meinen augen aber genauso wenig klappen.

Und doch ja, ich bin bereit meinen Lebensstandard weit zu senken, wenn das dem Wohl aller dient. Hab ich im Blick und wäre es mir wert.

wäre ich bereit, meinen lebensstandard von deutschem niveau auf zb das niveau eines vietnamesischen landarbeiters zu senken, damit irgendwelche nigerianer oder ghanaer von ihrem niveau auf das eines vietnamesen aufsteigen können? nein. sicher nicht. und nu? das ganze ist natürlich eh nur ein gedankenspiel, aber schon da würden sich, denke ich, die geister massivst scheiden.

dlanoae38q7


dir ist aber schon klar, dass ein EU-weit einheitlicher sozialer standard weit unter dem bisherigen deutschen standard läge, oder?

Das wäre Verhandlungssache.

eine völlige selbstaufgabe eigener identität und eigener interessen, wie sich das teile des politischen und medialen spektrums in deutschland wünschen, würde in meinen augen aber genauso wenig klappen.

Das ist ja aber auch gar nicht nötig. Sie müssen sich nur messen lassen im Gesamtkontext. Schau dir die Abgasnormen an und sag mir nochmal Deutschland würde seine Interessen nicht vertreten.

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