» »

Donald Trump der nächste amerikanische Präsident?

dZaname87


wie ich schon oft schrieb: es war eine umverteilung von der (mehrheitlich weißen) mittelschicht hin zu den (mehrheitlich nicht-weißen) armen.

Ja und das Problem ist, dass wie üblich die wirklich leistungsfähigen Teile der Gesellschaft, nämlich die ganz großen Firmen, nicht mit an die Leine genommen wurden. Da wird halt Geld von Leuten die Angst vor dem Abstieg haben (müssen) zu Leuten umverteilt die schon unten sind und damit unter Umständen der Abstieg einiger noch etwas beschleunigt. Und die echte Kohle zirkuliert unter den oberen zehn Prozent, bruzelt in den Steuerparadiesen in der Sonne oder wird munter in Kunst angelegt, die dann Steuerfrei in Blugzeughangars rumhängt.

Das wir an DAS Geld ranmüssen ist ja keine Frage und da geht es den Amerikanern nicht anders. Die Frage ist nur ob man bis dahin entspannt den unteren Teil der Bevölkerung vor sich hinsterben und verelenden lässt oder ob man es immerhin mal versucht, mit der Solidarität. Die ist ja so von Grundkonzept her schon eine nette Idee, wenn auch in Amerika recht fremd, wenn es über Spenden im akuten Augenblick hinausgeht.

BflacZk Guxn


Hast du da vielleicht eine Aufschlüsselung an der Hand ? Zahlen, Belege, Verteilungen irgendwas ? Ich zweifle nicht daran, ich finde nur gerade selbst keine wirklich zufriedenstellenden Quellen dafür.

eine quantitative aufschlüsselung hab ich auch nicht zur hand, aber ein paar quellen in denen diese punkte angesprochen werden:

[[https://fivethirtyeight.com/features/the-obamacare-marketplaces-arent-in-a-death-spiral/]]

That’s because the ACA fundamentally changed how the markets are organized. Now that the government is subsidizing health insurance, people with incomes just above the federal poverty line are largely protected from rising premiums — 83 percent of the people currently using the markets receive subsidies to help pay for their plans — and, healthy or sick, they are unlikely to flee the markets amid rising premiums.

However, growing costs in the marketplaces frequently determine whether someone with a slightly higher income (More than about $30,000 for an individual or $61,000 for a family of four) will buy into the market. That’s because under the current system, those people receive low or no subsidies to offset the cost of insurance — they aren’t immune to the price increases. It’s those people who are at risk of being pushed out of an expensive market, said Robert Laszewski, a consultant to the health insurance industry. It’s a different kind of death spiral, one that leaves middle-income people without coverage options, instead of the sickest and poorest.

und weiter:

The problem with Obamacare, Laszewski believes, is that it prioritized lower-income people over those with more moderate incomes. But he said the GOP bill to repeal and replace parts of the ACA, which narrowly passed the House earlier this month, falls into a similar trap: It prioritizes middle-income people over the poor. He sees this as a result of both parties looking out only for their own voters, in both cases creating an unbalanced marketplace. "This is the goofiest thing of all. Democrats took care of their constituency, now Republicans are taking care of theirs. But if the GOP bill passed, you’d have the same problem of [low] uptake among the poor.”

By this measure, the ACA markets were flawed from the start

noch ne quelle:

[[https://fivethirtyeight.com/features/republican-health-plans-have-winners-and-losers-just-like-obamacare/]]

The Affordable Care Act sacrificed affordability in order to get more people insured. Prohibiting companies from denying people insurance because of pre-existing conditions, for example, opened up access to everyone, but it also made insurance more expensive for people who were healthy. Similarly, requiring insurers to offer a comprehensive set of benefits meant that low-cost plans offering only catastrophic coverage were no longer allowed for most people, which meant higher premiums for everyone.

und zu guter letzt noch eine diskussion der effekte von obamacare. tl,dr: es ist kompliziert und es ergibt sich weder ein eindeutig negatives noch ein eindeutig positives bild:

[[https://fivethirtyeight.com/features/as-obamacare-faces-repeal-its-legacy-is-still-up-in-the-air/]]

B"l`ack Gxun


Ja und das Problem ist, dass wie üblich die wirklich leistungsfähigen Teile der Gesellschaft, nämlich die ganz großen Firmen, nicht mit an die Leine genommen wurden. Da wird halt Geld von Leuten die Angst vor dem Abstieg haben (müssen) zu Leuten umverteilt die schon unten sind und damit unter Umständen der Abstieg einiger noch etwas beschleunigt.

das problem speziell in den usa sind die dort extrem hohen gesundheitskosten. die usa haben ein sehr teures, ineffizientes gesundheitswesen, dessen großer profiteur big pharma ist. darüber zu diskutieren, welchem einkommenssegment nun der löwenanteil dieser zu hohen kosten aufgebürdet wird, ist imho nicht zweckdienlich.

D6ie}Zau5berfee


Die ganz Armen sind in den USA sowieso schon über Medicaid krankenversichert gewesen. Für die war Obamacare gar nicht gedacht.

Ein Problem hatten nur die Menschen, die zu "reich" sind um in Medicaid reinzukommen, aber die sich die zu teuren Versicherungsprämien nicht leisten können und deshalb gar nicht krankenversichert waren.

Der Lösungsansatz der Republikaner war dazu, den Versicherungsmarkt zu deregulieren und für mehr Wettbewerb zu sorgen. Mehr Wettbewerb = sinkende Preise. Dann können sich auch möglichst alle Menschen, die das möchten, eine Krankenversicherung leisten.

Obamacare hat im Prinzip das Gegenteil bewirkt. Explodierende Versicherungsprämien und schlechtere Leistungen.

B,lackF xGun


Der Lösungsansatz der Republikaner war dazu, den Versicherungsmarkt zu deregulieren und für mehr Wettbewerb zu sorgen. Mehr Wettbewerb = sinkende Preise. Dann können sich auch möglichst alle Menschen, die das möchten, eine Krankenversicherung leisten.

Obamacare hat im Prinzip das Gegenteil bewirkt. Explodierende Versicherungsprämien und schlechtere Leistungen.

so pauschal kann man das nicht sagen. nicht überall oder für jederman sind die prämien durch obamacare explodiert. und nicht überall würde mehr wettbewerb zu besseren leistungen oder niedrigeren prämien führen. es gibt im gesundheitswesen eben viele menschen, die ein dickes verlustgeschäft sind für den der sie versichert. klar würde mehr wettbewerb bessere bedingungen bringen - aber ausschließlich um solche kunden, die für den krankenversicherer lohnenswert sind. also gerade nicht die alten und chronisch kranken. in vielen anderen branchen geben grundsätzlich alle kunden geld aus, so dass freier wettbewerb funktionieren kann. im gesundheitswesen sind im gegensatz dazu manche kunden kostenverursacher. um kostenverursacher wird es nie einen wettbewerb geben, die will schlichtweg keine versicherung. da bleiben nur zwei möglichkeiten: man lässt diese leute unversichert, oder man zwingt die versicherer, sie dennoch zu versichern, und zwingt die restlichen kunden der krankenkassen, für diese mehrkosten mitzuzahlen. anders geht's an dieser stelle schlichtweg nicht. mit marktwirtschaft kommt man da nicht weiter. die marktwirtschaftliche antwort auf diese personengruppe ist "pech gehabt, viel spass beim verrecken". und das kann es nun mal echt nicht sein. :-/

SFchrzund


Es ist doch alles dokumentiert und jeder, der an dem Thema interessiert ist, kann das nachlesen. Daraus ist auch ersichtlich, wer, wann, was verbockt hat und auf wessen Konto die vielfach beklagten Kostensteigerungen von Obamacare gehen. Aus dem Entstehungsprozess ergeben sich auch einige Hinweise auf die Gründe, aus denen der Trump Obamacare nicht so ohne weiteres loswerden kann. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Patient_Protection_and_Affordable_Care_Act#Gesetzgebungsprozess Hier]] ist das alles ganz ghut zusammengefasst. Von Relevanz ist in diesem Zusammenhang der Unterpunkt Gesetzgebungsprozess.

DJiesZauoberxfee


Trump höhlt Obamacare jetzt mit Dekreten aus.

[[http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/gesundheitssystem-usa-donald-trump-obamacare-krankenversicherung]]

dqaGnae)87


Mir war so als wäre Trump ziemlich aggressiv auf die Dekretepolitik seines Amtsvorgängers angesprungen. Ein wenig seltsam dann nun den selben Weg einzuschlagen.

egnigmnatuic160x6


Ein wenig seltsam dann nun den selben Weg einzuschlagen.

Ist es das ? Wirklich ? ;-)

dVanaHe8x7


Du weißt was ich meine. ;-D ;-D

e`nigmatjicv1606


Klar. Mich wundert nur etwas, dass dich das noch zu überraschen scheint.

BVlacik Gxun


Mir war so als wäre Trump ziemlich aggressiv auf die Dekretepolitik seines Amtsvorgängers angesprungen. Ein wenig seltsam dann nun den selben Weg einzuschlagen.

klar. er dachte halt, er könnte es besser machen, er könnte wirklich mit gesetzen regieren statt mit dekreten.

dass seine GOP ein derart zerstrittener haufen ist und genau das trotz mehrheiten in beiden parlamentskammern nicht auf die reihe bekommt, hatte er schlicht nicht auf dem plan. was nachvollziehbar ist. die ironie der situation ist natürlich dennoch nicht von der hand zu weisen. ]:D

ldercheTnzEungxe


was man hinsichtlich dem Thema Krankenversicherung nicht vergessen sollte: Trump fehlt die Zustimmung aus den eigenen Reihen unter anderem auch deshalb, weil es dort nicht wenige gibt, die jeglichen staatlichen Eingriff in den Gesundheitsmarkt ablehnen! Und angesichts dessen halte ich es nicht für verkehrt, dass Trump per Dekret sein Trumpcare durchboxt, statt dieser Richtung Zugeständnisse zu machen...

BElack, Gun


er boxt doch gar nichts eigenes durch, er fährt lediglich aspekte obamacares soweit zurück wie es halt durch pure dekrete gehen kann.

beim bisher am weitesten fortgeschrittenen obamacare-repeal-versuch names "skinny repeal" waren übrigens alle konservativen senatoren an bord, zu fall gebracht wurde der skinny repeal von den zwei moderatesten republikanischen senatoren plus john mccain, der mit der nacht und nebel aktion beim gesetzgebungsprozess nicht einverstanden war.

generell ist das problem der republikaner, dass innerhalb ihrer reihen die meinungen zu den meisten themen stärker auseinander gehen als bei den demokraten. dadurch sind die republikaner, ganz grob gesagt, etwas besser darin, wahlen zu gewinnen, dafür sind die demokraten etwas effizienter beim regieren.

MVuff TPottxer


Möglicherweise ist man dem Ende der Ära Trump ein Stück näher. Sein ehemaliger Sicherheitsberater Flynn hat angeblich sein Gewissen (wieder-)entdeckt und will aussagen.

[[http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-das-bedeuten-die-aussagen-von-micheal-flynn-a-1181407.html]]

Mal gucken wie lange der noch lebt, wa.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen im Café "Chez Gautier" oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Sport


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH