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Empörung über Björn Höcke

S4chlhabber^maul hat die Diskussion gestartet


Neil MacGregor, britischer Kunsthistoriker: Er kenne "kein anderes Land, das in der Mitte seiner Hauptstadt ein Mahnmal der eigenen Schande errichtet hätte."

Quelle: [[https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2016/09/2016-09-06-gruetters-denkmalkultur.html]]

Avi Primor, der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland: "Weltweit habe ich außer Deutschland kein einziges Land gefunden, das es gewagt hat, Mahnmale zu errichten, die an die eigenen Verbrechen erinnern und die eigene Schande verewigen. Mit so einem Deutschland trauere ich gern."

Quelle: [[https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2016/10/2016-10-18-gruetters-deutschlandhaus.html]]

Rudolf Augstein, Gründer und langjährigen Herausgeber des "Spiegels": Das Holocaust-Mahnmal soll "in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, dass dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist."

Quelle: [[http://uebermedien.de/11997/hoecke-augstein-und-das-denkmal-der-schande/]]

Björn Höcke, AfD: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Quellen gibt es zahlreich.

Warum hat man sich ausschließlich über das Zitat von Höcke empört, obwohl die anderen Autoren genau das gleiche aussagen? Wo blieb da der Sturm der Entrüstung?

Gilt hier das Sprichwort: Wenn zwei dasselbe tun.... ?

Antworten
M!i$RoLxi


Es geht um den Kontext. Die gennnten drei Quellen finden die Errichtung des Denkmals respektabel und aller Ehren wert, Höcke meint das Gegenteil. Das geht aus dem Zusammenhang seiner Rede eindeutig hervor.

CnomrFan


Zunächst: ich finde das spitzfindige Einschießen auf die Doppeldeutigkeit des Genitivs ebenfalls fragwürdig. Für mich gab es kein eindeutiges Merkmal, dass Höcke das Denkmal als Schande empfinden würde, sondern die Schande des Holocaust.

Insofern - auch wenn ich Höcke nicht mag - würde ich ihm dieses Zitat durchgehen lassen. Wenn es denn für sich allein stünde.

Der Kontext und restliche Teile seiner Rede sind die wirkliche Schande - nicht dieses Zitat. Ich habe nämlich nicht den Eindruck, dass wir uns wie ein "total besiegtes Volk" verhalten. Sondern dass Deutschland durchaus selbstbewusst auftritt. Wir sind nur ungeschickt darin, weil wir dies 50 Jahre unterlassen haben.

Man braucht wieder etwas Übung, wie man das Gedenken an die eigene Vergangenheit und Selbstbewusstsein unter einen Hut bekommt. Und in einem Punkt stehe ich Höckes Meinung (die er haben darf) absolut entgegengesetzt gegenüber: wir haben aus Faschismus und Totalitarismus gelernt. Und deswegen darf die Erinnerung daran nicht sterben, weil sonst wieder das Wissen um diese Zeit nur noch ein passiver Teil der Geschichtsbücher wird. Wenn Deutschland die einzige Nation der Welt ist, die sich aktiv an Schande erinnert, dann bin ich verdammt nochmal stolz darauf und wünsche mir, dass andere Nationen mit ihren dunklen Flecken genauso offen umgehen würden. Es ist ja keine persönliche Schuld und hat mit fehlendem Selbstbewusstsein überhaupt nichts zu tun.

Zuletzt: ich zähle schon mal den Countdown an, wie lange dieser Faden vermutlich offen bleiben wird. :-X

m}ond+|stexrne


Warum hat man sich ausschließlich über das Zitat von Höcke empört, obwohl die anderen Autoren genau das gleiche aussagen?

MiRoLi hat Deine Frage bereits beantwortet. Ging es Dir darum, eine Antwort zu bekommen?

Meiner Ansicht nach gehört die Aufregung um die Äußerung von Höcke zu einer Aufregungskultur, die mir nicht gefällt. Mir wäre es lieber, man könnte solche Fragen sinnvoll diskutieren.

Also, worum geht es Dir? Möchtest Du Dich empören, ein Teil der deutschen Aufregungskultur sein?

Hat sich die Frage mit der Antwort von MiRoLi erledigt? Willst Du über das Denkmal diskutieren? Über unsere Aufregungskultur? Oder worüber sonst?

Srchlab>be|rmaxul


Comran

Der Kontext und restliche Teile seiner Rede sind die wirkliche Schande - nicht dieses Zitat.

Da bin ich deiner Meinung, aber die Medien beziehen sich fast nur auf dieses einzelne Zitat.

Oft ist es auch umgekehrt: Das Zitat allein sorgt für "Empörung", aber im Zusammenhang klingt es plötzlich ganz anders.

SKchlabbUermaul


** mond+sterne

Also, worum geht es Dir?

Ich wollte einfach mal zur Information ein paar andere Zitate entgegenstellen, die offensichtlich kaum jemand kennt.

m_uskatxnuss


Warum hat man sich ausschließlich über das Zitat von Höcke empört

Das stimmt nicht. Rudolf Augstein hat für seine Worte ebenfalls Kritik und Empöhrung eingesteckt.

Und deine anderen beiden Quellen sprechen diese Worte ja in einem vollkommen anderen Kontext aus. Das hier folgte in Höckes Zitat von oben:

"Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben [...] Und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und darf es nicht weitergehen!"

Höcke sagt also das man doch anstatt eines Denkmals, das für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte steht, lieber Platz für die großen Dichter und Denker Deutschlands machen sollte. Die anderen beiden Quellen zollen der Errichtung des Denkmals einen Respekt bei, es steht für eine gewisse Größe und Aufrichtigkeit, wenn ein Land sich ein solches "Mahnmal der Schande" errichtet und so nicht nur an die sonnigen Zeiten erinnert.

Es geht um den Kontext. Nicht um das Zitat. Die ganze Rede kannst du hier lesen: [[http://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518.html]]

S<chlab:bermxaul


Muskatnuss

"Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben [...] Und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und darf es nicht weitergehen!"

Diese Aussage aus der Rede finde ich so falsch nicht, obwohl ich alles andere als ein Anhänger von Parteien aus dem rechten Spektrum bin.

Die Art, wie die Medien mit der AfD umgehen, beschert der Partei nur noch mehr Zulauf. Merkt man das nicht? Nach der nächsten Wahl ist dann das Geschrei groß.

dIowomh_idxe


Naja... ich denke der Höcke meinte das eher im Gesamten auf die Schuldbildung bezogen. Anstatt dort mal über Marx, Bismark oder Wagner zu sprechen bekommt man eben ständig den Nationalsozialismus um die Ohren gehauen obwohl die deutsche Geschichte wesentlich mehr zu bieten hat. Wir alleine haben das 5 mal durchgekaut. Da liegt schon eine krasse fokussierung vor die sich schwer abstreiten lässt.

aWug23(3


Wir alleine haben das 5 mal durchgekaut.

Wo und wann? Danach nehme ich dazu Stellung.

dIoomlhixde


Von 1988 bis 1998 ungefähr.

m,ondo+^sterxne


Höcke befürwortet, so wie ich ihn verstehe, einen Nationalstolz, der darauf beruht, die Verbrechen der Nazis auszublenden, zu vertuschen oder runterzuspielen.

Für mich gehört zu einem ehrlichen Nationalstolz auch das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

S+ta"lifyxr


Naja... ich denke der Höcke meinte das eher im Gesamten auf die Schuldbildung bezogen. Anstatt dort mal über Marx, Bismark oder Wagner zu sprechen bekommt man eben ständig den Nationalsozialismus um die Ohren gehauen obwohl die deutsche Geschichte wesentlich mehr zu bieten hat. Wir alleine haben das 5 mal durchgekaut. Da liegt schon eine krasse fokussierung vor die sich schwer abstreiten lässt.

Eben das ist ja auch die Kernaussage seiner Rede gewesen.

Ob das nun klug war, dies auf diese Art und Weise zu tun, sei dahingestellt, aber es ist halt Höcke. Da weiß man was man kriegt. Er polarisiert und provoziert halt bisweilen und steht damit ja nun auch nicht alleine in der politischen Landschaft (nur bei ihm wird halt eher betroffen aufgeschrien).

Früher (im Sinne von, 60er, 70er) kannte man sowas als markigen Politiker, der auch mal auf den Tisch haut, heute, wo sich alle politisch korrekt liebhaben müssen (außer die "Rechten" natürlich) und rot bis schwarz eine bunte Kuschelfront bilden ist das Geheule freilich groß.

Noch vor 10, 15 Jahren hätte wegen so einer Rede kein Hahn gekräht.

Der Grundaussage, dass im Hinblick auf Deutschlands Geschichte immer noch zuvorderst die negativen Aspekte gewisser 12 Jahre dominieren und damit allmählich mal Schluss sein muss, stimme ich voll zu.

Hitler hier, Hitler da, Nazis im TV, Nazis im Theater, überall Nazis, das hängt mehr und mehr Leuten zum Halse raus.

Das bedeutet nicht im Geringsten, den Opfern der Nazis nicht mehr zu gedenken, wie es nun böswillig hineininterpretiert wird.

d!ana:e87


Na, die Medien sind halt im Zwiespalt. Einerseits urde und wird ihnen vorgehalten sie würde der AfD mit dem Vorwurf rechts zu sein Unrecht tun, aber wenn sie dann solche Äußerungen aufgreifen ist es als Werbung auch der Kritik ausgesetzt. Wie auch immer sie sich entscheiden, schreiben oder nicht schreiben, am Ende haben sie es falsch gemacht. ":/

S(talnfyxr


danae87

Es geht weniger um den Vorwurf, rechts zu sein (dass die AfD in der heutigen politischen Landschaft eher rechts steht ist ja nun nicht zu bestreiten), sondern um die meist unsachliche, grelle Dämonisierung.

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